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AUSLANDJULI 2014
LEBEN UND ARBEITEN IM
EXPATRIATES
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OB MESUT ÖZIL AUCH HEIM-
WEH HATTE?
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INTERVIEW
RECHTLICHES
EXPATRIATES
AIRLINES
VERMISCHTES
WELTWEIT
13 Ob Mesut Özil auch Heimweh
hat? Expat-Probleme...
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INTERN
Um Personalverantwortliche international tätiger Unter-
nehmen beim Impatriate-Management zu unterstützen,
verans...
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INTERN
Seit dem 1. Juli 2014 ist die Swiss-
Life France neuer Versicherungs-
partner der BDAE GRUPPE. Gemeinsam
bieten d...
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INTERN
BDAE: Am 1. Juli ist die Rentenreform
in Kraft getreten. Was sind die drei
wichtigsten Änderungen, die jeder
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Versicherte berücksichtigt. Im Ergebnis müssen 45 Jahre vor-
liegen. Damit diese Regelung nicht als Brücke in die Frühve...
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BDAE: Sie haben in einer Studie un-
tersucht, wie sich Terrorismus auf Ex-
pats und Expat-Netzwerke auswirkt.
Bader: Kon...
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Bader: Das ist nicht immer ganz leicht, vor allem wenn die
Personalabteilung im Heimatland angesiedelt ist. Eine Grund-
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RECHTLICHES
Aus unserer Praxis wissen wir, dass das deutsche Zuwan-
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RECHTLICHES
Unerwartet teure „Geschäftsreisen“
Eines der Hauptthemen in der aufenthaltsrechtlichen Praxis
ist die Frage...
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Auch im Rahmen der Auslandsentsendung von Mitarbei-
tern sehen sich Personalverantwortliche mit Grauberei-
chen in punk...
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Expats beim Datenschutz schlechter gestellt als
ihre Kollegen im Inland
Der Gesetzgeber hat also eine Vorgehensweise vo...
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Der Profisport wird immer internationaler. Zwei Drittel
aller Nationalspieler bei der vergangenen Fußballwelt-
meisters...
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Beeinflusst Heimweh die sportliche Leistung?
“Have an open mind to new experiences and immerse your-
self into the cultu...
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FLUGHAFEN NÜRNBERG
FLUGHAFEN FRANKFURT
LUFTHANSA
Zum siebten Mal in Folge
wurde der Flughafen
Nürnberg von den Lesern
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Ab Herbst dieses Jahres
können Gäste auf allen
New Yorker Flughäfen –
John F. Kennedy Internatio-
nal Airport, LaGuardia A...
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VERMISCHTES
SICH IM URLAUB VOR DIEBSTAHL SCHÜTZEN
Zu Beginn der Hauptreisesaison gibt der ADAC Tipps, wie
sich Urlauber...
Folgendes Szenario passiert immer
wieder in abgewandelter Form:
Zwei deutsche Expats in Dubai befin-
den sich auf dem Weg ...
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WELTWEIT
Die Fähigkeit zu lernen,
ist zur Hälfte vorbe-
stimmt. Darüber hinaus be-
einflusst der genetische
Code, der d...
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IMPRESSUM
HERAUSGEBER:
Bund der Auslands-
Erwerbstätigen (BDAE)
e.V.
Kühnehöfe 3
22761 Hamburg
Tel. +49-40-306874-0
WWW...
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Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Juli 2014

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In der Juli-Ausgabe des Newsletters "Leben und Arbeiten im Ausland" finden Interessierte unter anderem einen spannenden Gastbeitrag über Expat-Probleme bei Profisportlern, einen Fachartikel über die Tücken des deutschen Zuwanderungsrechts und einen Beitrag über Datenschutzprobleme bei Auslandsentsendungen.

Außerdem enthält die aktuelle Ausgabe gleich zwei Interviews. In dem Einen erläutert der Forscher Dr. Benjamin Bader, wie Netzwerke Expats und ihre Familien im Ausland schützen können und in einem weiteren Interview erfahren die Leser die wichtigsten Fakten zur aktuellen Rentenreform von Omer Dotou, Rentenberater und Spezialist im Bereich Mitarbeiterentsendung beim BDAE.

In der Rubrik Gesundheit finden Interessierte diesmal hilfreiche Hinweise zur Urlaubsvorbereitung.

Aktuelle und ältere Newsletter-Ausgaben sowie das kostenlose Newsletter-Abo finden Interessierte unter http://www.bdae-ev.de/news/newsletter/.

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  1. 1. 1 AUSLANDJULI 2014 LEBEN UND ARBEITEN IM EXPATRIATES RECHTLICHES GESUNDHEIT OB MESUT ÖZIL AUCH HEIM- WEH HATTE? Expat-Probleme im internationalen Profisport-Alltag MEDIKAMENTE IM URLAUBSGEPÄCK Was Reisende wissen sollten DIE TÜCKEN IM DEUTSCHEN ZUWANDERUNGSRECHT Wie Personaler Fallstricken entgehen DATEN- AUSLANDS- © lazyllama - Fotolia.com
  2. 2. 2 INTERN INTERVIEW RECHTLICHES EXPATRIATES AIRLINES VERMISCHTES WELTWEIT 13 Ob Mesut Özil auch Heimweh hat? Expat-Probleme im inter- nationalen Profisport-Alltag 17 Was Menschen weltweit glücklich macht 17 Sich im Urlaub vor Diebstahl schützen 19 DNA bei Kindern Hälfte des Lernerfolgs 20 Mit dem Hund an den Strand nach Polen 20 Impressum GESUNDHEIT 18 Urlaub und Geschäftsreisen ins Ausland: Vorsorgevollmacht für Lebenspartner ausstellen 18 Medikamente im Urlaubsgepäck: Was Reisende wissen sollten 15 Flughafen Nürnberg 15 Lufthansa 15 Etihad Airways 15 Flughafen Frankfurt 16 United Airlines 16 Flughäfen New York 16 Swiss International Airlines 7 „Netzwerke unter Expats schaffen Vertrauen“ 2 Zahl des Monats 3 Seminar: Einsatz ausländischer Mitarbeiter in Deutschland 4 BDAE und SwissLife bieten zusammen Auslandskranken- versicherungen an 5 Rentenreform: „Für deutsche Rent- ner im Ausland ändert sich nichts“ EDITORIAL 9 Die Tücken im deutschen Zuwan- derungsrecht 11 Welche datenschutzrechtlichen Probleme es bei Auslandsentsen- dungen gibt 70PROZENT ZAHL DES der europäischen Univer- sitätsabsolventen sind be- reit, für ihre erste Stelle nach dem Abschluss in ein anderes Land zu ziehen. (Quelle: Human Resources Manager) MONATS Liebe Leserin, Lieber Leser, endlich ist Deutschland wieder Fußball-Weltmeister! Ich kenne kaum jemanden, der es dieser tollen Mannschaft nicht gegönnt hätte, den Titel zu holen. Mir gefällt vor allem, dass wir so viele Nationalspieler mit einem anderen interkulturellen Hin- tergrund haben, denn dies spiegelt unsere multikulturelle Gesellschaft wieder. Wie Sie bestimmt wissen, spielen viele unserer Nationalspieler in einem ausländischen Verein. Sie sind gewissermaßen Expatriates, also Menschen, die für den Job ins Ausland gehen. Mit welchen typischen Expat-Pro- blemen Profisportler im Ausland konfrontiert wer- den, hat unsere Gastautorin Susan Salzbrenner in einem sehr spannenden Artikel ab der Seite 13 zusammengefasst. Weil immer mehr Unternehmen Fachkräfte im Aus- land rekrutieren, müssen sich Personalverantwortli- che auch öfter mit dem deutschen Zuwanderungsrecht befassen. Welche Fallstricke sie dabei umgehen sollten, erläutern zwei auf Aufenthaltsrecht spezialisierte An- wälte anhand von Praxisbeispielen in einem Beitrag auf der Seite 9. Ebenfalls insbesondere relevant für Personalverantwortliche und Expats ist unser Beitrag über Datenschutzprobleme bei Auslandsentsendungen auf Seite 11. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre und denken Sie immer daran: Der BDAE begleitet Sie mit Sicherheit ins Ausland! Herzlichst, Ihr Andreas Opitz
  3. 3. 3 INTERN Um Personalverantwortliche international tätiger Unter- nehmen beim Impatriate-Management zu unterstützen, veranstaltet die BDAE GRUPPE am 18. September 2014 ein eintägiges Fachseminar zum Thema „Einsatz ausländischer Mitarbeiter in Deutschland – Impatriates erfolgreich absi- chern und integrieren“. Haftungsrisiken minimieren Welche sozialversicherungsrechtlichen Vorgaben sind bei der Eingliederung des Impats zu beachten? Wann unterliegt der neue Mitarbeiter der Sozialversicherungspflicht in Deutsch- land? Welchen Aufenthaltstitel beziehungsweise welche Vi- sakategorie benötigt der ausländische Mitarbeiter? Ist eine Arbeitserlaubnis notwendig? Ist der neue Mitarbeiter in Deutschland einkommensteuerpflichtig? Liegt ein Doppelbe- steuerungsabkommen vor? Diese und noch mehr Fragen will die BDAE GRUPPE gemein- sam mit spezialisierten Referenten aus den Bereichen Zuwan- derungs-, Sozialversicherungs-, internationales Steuerrecht und Relocation klären. Ziel ist es, den Teilnehmern ausrei- chend Fakten an die Hand zu geben, um Haftungsrisiken für das aufnehmende Unternehmen und Entsendeab- brüche zu vermeiden. Der weltweite Einsatz von Mitarbeitern ist für viele Unter- nehmen selbstverständlicher geworden. Nicht nur bei großen Konzernen, sondern auch bei kleinen und mittelständischen Unternehmen kommt es häufiger zu grenzübergreifenden Mitarbeitereinsätzen. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von der Mitarbeiterentwicklung über Projektarbeit bis hin zu einem Wissensaustausch oder dem Entgegenwir- ken des Fachkräftemangels. In diesem Zuge gewinnt, neben dem Expatriate-Management, der Einsatz von Mitarbeitern ausländischer Tochtergesellschaften bei der Muttergesell- schaft (beziehungsweise umgekehrt) zunehmend an Bedeu- tung. Dies stellt die Unternehmen vor neue Hürden, denen sich insbesondere die Personalabteilungen stellen müssen. Fach- und Führungskräfte aus dem Personalbereich sowie dem Global Mobility Management erhalten während des Se- minars • einen ganzheitlichen Überblick über das Thema Impa- triate-Management in Deutschland, • hilfreiche Tipps zur bestmöglichen Absicherung ihrer aus- ländischer Mitarbeiter und • vielfältige Unterstützung. Daneben werden viele Praxisbeispiele und ein Erfahrungsaus- tausch mit Kollegen geboten. Details zur Veranstaltung (Anmeldeunterlagen und Trainings- programm sowie Infos zum Veranstaltungsort) finden Inter- essierte unter: https://www.bdae.com/de/auslandsberatung/seminar_ein- satz_auslaendischer_mitarbeiter.htm SEMINAR: EINSATZ AUSLÄNDISCHER MITARBEITER IN DEUTSCHLAND Donnerstag, 18. September 2014 9.30 Uhr bis 17.30 Uhr Kühnehöfe 3, 22761 Hamburg Teilnahmegebühr: 990,- Euro Für BDAE-Mitglieder 890,- Euro Anmeldung bei Frau Sanja Zivkovic Tel.: +49-40-306874-39 E-Mail: szivkovic@bdae.com SEMINARDATEN: © Mathias Rosenthal - Fotolia.com
  4. 4. 4 INTERN Seit dem 1. Juli 2014 ist die Swiss- Life France neuer Versicherungs- partner der BDAE GRUPPE. Gemeinsam bieten die zwei Unternehmen Aus- landskrankenversicherungen für lang- fristige Auslandsaufenthalte an. Die so genannten Expat-Tarife können sowohl von Privatpersonen als auch von Fir- men für ihre Auslandsentsandten ab- geschlossen werden. Konkrete Zielgruppen sind Auslandstä- tige (Expatriates), Auswanderer, Welt- reisende und ausländische Gäste in Deutschland. Sämtliche BDAE-SwissLife Tarife sind weltweit gültig und bieten auch Schutz bei Heimataufenthalten. Sowohl stationäre als auch ambulante Heilbehandlungen sind zu 100 Prozent versichert und haben keine Leistungs- grenzen. „Dies ist ein nicht zu unter- schätzendes Tarifmerkmal, denn viele Versicherer im Ausland bieten für ge- wöhnlich Versicherungspolicen mit einer Leistungsgrenze an und zahlen beispielsweise nur bei Gesundheits- schäden bis maximal 10.000 Euro“, weiß Andreas Opitz, Geschäftsführer der BDAE GRUPPE. Langfristige Auslandskrankenversi- cherung ab 79 Euro pro Monat BDAE-Versicherte haben sowohl im Ausland als auch in Deutsch- land Privatpatienten-Status. Der Monatsbeitrag für eine Basis- absicherung im Tarif Expat Flexible beträgt lediglich 79 Euro. Versicherungs- schutz im Firmenkun- dentarif Expat Business gibt es be- reits ab 128 Euro. Warum ist der Ab- schluss einer Aus- landskrankenversicherung bei langfris- tigen Auslandsaufenthalten sinnvoll? Einerseits besteht nicht in allen Län- dern freie Arztwahl und andererseits erstattet die deutsche Gesetzliche Krankenkasse (GKV) außerhalb der EU lediglich jene Leistungen, für die sie auch in Deutschland aufkommen würde. In der Praxis bleiben viele Ex- pats und Auswanderer auf den Kran- kenkosten sitzen. Und die variieren beträchtlich je nach Aufenthaltsland. Während beispielsweise eine Blind- darmoperation in Deutschland rund 3.000 Euro kostet, müssen internatio- nal Erwerbstätige laut den Erfahrungen der BDAE GRUPPE in den USA 20.000 bis 90.000 Euro bezahlen. Die Behandlung eines Herzinfarkts kos- tet hierzulande etwa 8.000 Euro, in den USA bis zu 150.000 Euro und in China rund 30.000 Euro. Für ein Am- bulanzflugzeug, das einen verletzten Mitarbeiter vom asiatischen Kontinent zurück nach Deutschland befördert, zahlen Betroffene zwischen 40.000 und 70.000 Euro. Solche Krankenrück- transporte ins Heimatland sind grund- sätzlich nicht über die deutsche GKV abgedeckt. „Insbeson- dere Unternehmen müssen laut Gesetz dafür Sorge tragen, dass ihre ins Aus- land entsandten Mitarbeiter nicht schlechter gestellt sind als ihre Kolle- gen im Heimatland.“, betont BDAE- Gründer Andreas Opitz. Die Expat-Tarife der BDAE GRUPPE decken die geschilderten Kosten, die im Krank- heitsfall entstehen, zu 100 Prozent ab. SwissLife seit 1898 im Markt Mit der Swiss Life hat die BDAE GRUPPE einen international renom- mierten und sehr finanzstarken Partner an ihrer Seite, der auf die Absicherung von international mobilen Personen spezialisiert ist. Der Versicherer wurde bereits im Jahr 1898 gegründet und betreut weltweit rund 1,3 Millionen Kunden. Swiss Life ist eine 100-prozen- tige Tochter der Züricher Swiss Life Group. „SwissLife in Frankreich ist für das Krankenversicherungs-Expat-Geschäft der SwissLife Group verantwortlich und möchte weiter vom wachsenden Markt der Auslandskrankenversicherungen profitieren. Mit der BDAE GRUPPE haben wir einen Kooperationspartner gewonnen, der über eine langjährige Expertise auf diesem Gebiet ver- fügt“, sagt Anne-Gaëlle Colin, Direktorin Internationale Grup- penversicherungen SwissLife Frankreich. BDAE UND SWISSLIFE BIETEN ZUSAMMEN AUSLANDSKRANKENVERSICHERUNGEN AN © Trueffelpix - Fotolia.com
  5. 5. 5 INTERN BDAE: Am 1. Juli ist die Rentenreform in Kraft getreten. Was sind die drei wichtigsten Änderungen, die jeder kennen sollte? Dotou: In der Tat sind es nur drei wichtige Änderungen. Erstens wurde die abschlagsfreie Rente mit 63 einge- führt. Das heißt, langjährig Versicherte, die 45 Jahre Beiträge zur Rentenversi- cherung gezahlt haben, können mit Vollendung des 63. Lebensjahres ab dem 1. Juli 2014 in den Ruhestand gehen. Bislang haben Rentner, die vor dem gesetzlichen Ren- teneintrittsalter die Rente beantragt haben, Abschläge oder Kürzungen ihrer Rente in Kauf nehmen müssen. Das bedeu- tet jedoch nicht – wie weit verbreitet und kontrovers disku- tiert – dass jede Versicherte die Rente ab 63 beantragen kann. BDAE: Warum nicht? Dotou: Die neue ge- schaffene Möglichkeit der Rente ab 63 gilt nur für Versicherte, die 45 Jahre Beiträge etwa durch Beschäfti- gung, selbständige Tätikeit, Pflege sowie Kindererziehung zur legt werden können, werden die Jahre vor dem vollendeten 60. Lebensjahr als Zurechnungszeiten in die Rentenbe- rechnung einbezogen, als hätte die versicherte Person in dieser Zeit bis zum 60. Lebensjahr weiter verdient be- ziehungsweise Beiträge bezahlt. Ab dem 1. Juli 2014 wird die Zurech- nungszeit um zwei Jahre – von 60 auf 62 Jahre – verlängert. Die Verbesse- rung bedeutet eine durchschnittliche Erhöhung von rund 40 Euro monatlich. Zudem wird bei der Berechnung dieser Rente bislang die Zu- rechnungszeit auf Grundlage des Durchschnittverdienstes während des gesamten Erwerbslebens bis zum Eintritt der Erwerbsminderung bewertet. Ab dem 1. Juli 2014 wird ge- prüft, ob die letzten vier Jahre bis zum Eintritt der Erwerbs- minderung diese Bewertung negativ beeinflussen. Krankheits- bedingte Einkommenseinbußen, die auf die Rentenhöhe ne- gativ auswirken, fallen künftig bei der Bewertung heraus. BDAE: Betrifft die Rentenreform auch Selbstständige? Dotou: Ja, Selbstädige, die mindestens 18 Jahre lang Pflichtbeiträge und anschließend freiwillige Beiträge zur Ren- tenversicherung entrichtet haben, werden jetzt auch bei der abschlagsfreien Altersrente ab 63 für besonders langjährig RENTENREFORM: „FÜR DEUT- SCHE RENTNER IM AUSLAND ÄNDERT SICH NICHTS“ Am 1. Juli dieses Jahres ist die Ren- tenreform in Kraft getreten. Wir sprachen mit dem zertifizierten Ren- tenberater und BDAE-Mitarbeiter Omer Dotou über die wichtigsten Änderun- gen beim Rentenbezug und darüber wie Ruheständler ihre Bezüge auch im Ausland bekommen. SCHRITTWEISE ANHEBUNG DER RENTE AB 63 Anhebung um ... Monate auf Alter 1954 4 63 4 1953 2 63 2 1956 8 63 8 1955 6 63 6 1958 12 64 0 1957 10 63 10 1960 16 64 4 1959 14 64 2 1962 20 64 8 1961 18 64 6 1963 22 64 10 Jahr Jahr Versicherte Geburtsjahrgang Rentenversicherung entrichtet haben, vor dem 1. Januar 1953 geboren sind und deren Rente nach dem 1.Juli 2014 fällig wird und die auch die sonstigen Voraussetzungen erfüllen. Für Ver- sicherte, die nach dem 1. Januar 1953 geboren sind, steigt die Altersgrenze mit jedem Jahrgang um zwei Monate. Eine versi- cherte Person, die beispielsweise am 15. März 1964 geboren wurde, kann erst dann nach 45 Beitragsjahren abschlagsfrei in Rente gehen, wenn sie das 65. Lebensjahr vollendet hat. Zweitens wurde die so genannte Mütterrente eingeführt. Damit bekommen Mütter und unter Umständen auch Väter ab dem 1. Juli 2014 für die Erziehung von Kindern, die vor 1992 geboren sind, einen Rentenpunkt mehr. Das bedeutet finanziell eine Erhöhung der Rente um mehr als 300 Euro, also 28,14 Euro im Monat pro Kind und Jahr in den alten, beziehungs- weise knapp 26 Euro in den neuen Bundesländern und sogar eine Verdoppelung der Rente. Die besagten Mütter oder Väter haben bisher nur einen Rentenpunkt für die erbrachte Erzie- hungsleistung, erhalten während die Mütter von später gebo- renen Kindern drei Rentenpunkte erhalten. BDAE: Was wurde noch geändert? Dotou: Die dritte Änderung betrifft die Verbesserung der Be- rechnungsgrundlage bei der Erwerbsminderungsrente. Bei der Berechnung der Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit wird die so genannte Zurechnungszeit berücksichtigt. Sofern der Eintritt der Erwerbsminderung früh erfolgt und aufgrund der kurzen Versicherungszeit nur wenige Entgeltpunkte zurunde ge-
  6. 6. 6 Versicherte berücksichtigt. Im Ergebnis müssen 45 Jahre vor- liegen. Damit diese Regelung nicht als Brücke in die Frühver- rentung genutzt wird, werden in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn freiwillige Beiträge, die neben Arbeitslosen- geldbezug gezahlt werden, nicht berücksichtigt. BDAE: Ändert sich infolge der Reform etwas für Deutsche Rentner im Ausland? Wenn ja, was? Dotou: Für Deutsche Rentner, die im Ausland wohnhaft sind, ändert sich grundsätzlich nichts. Auch die, die bereits eine Rente mit Kindererziehungszeiten beziehen, müssen von sich aus nicht tätig werden. Die erhöhte Mütterrente er- halten Sie ohne Antrag nach meiner Einschätzung erst Ende September, allerdings rückwirkend ab Juli. BDAE: Wer als Expatriate oder Auswanderer für ein paar Jahre aus dem deutschen Sozialversicherungssystem heraus- gefallen ist und in das Rentensystem eines anderen Landes einzahlt, erhält später für diese Beitragsjahre aus dem Ausland seine Rente. Klappt dies Ihrer Erfahrung nach problemlos? Dotou: Die Beantragung einer Rente aus dem Ausland klappt meistens problemlos für die Expatriates oder Auswan- derer, die sich über die Anforderungen des ausländischen Rentensystems informiert haben und die notwendigen Un- terlagen aufbewahrt haben. Ein Rentenanspruch ist generell an eine bestimmte Mindestversicherungszeit gebunden. In den USA beträgt beispielsweise die Mindestversicherungszeit im Regelfall 40 Credits, also zehn Beitragsjahre, die – anders als in Deutschland – von der Höhe des erzielten Einkommens abhängen. Expatriates oder Auswanderer können also in den USA – abhängig von der Höhe Ihres Einkommens – pro Jahr bis zu vier Social Security Credits, auch Quarters (Quartale) genannt, sammeln. Wird die Rente beantragt, prüfen beide Staaten getrennt voneinander, ob nach den jeweiligen nationalen Rechtsvor- schriften ein Rentenanspruch besteht. Dabei werden bei Be- darf auch die Versicherungszeiten im anderen Staat berück- sichtigt, sofern diese nicht auf denselben Zeitraum entfallen. Sofern in beiden Staaten die Anspruchsvoraussetzungen für die Rentengewährung erfüllt sind, wird eine Rente aus den deutschen als auch eine aus den amerikanischen Versiche- rungszeiten gewährt. INTERN Sabine hat ein Kind, das 1970 zur Welt kam. Bisher wird für ihr Kind ein Rentenpunkt an- gerechnet. Das entspricht monatlich ca. 28 Euro brutto (Ost: ca. 26 Euro brutto). Mit der Mütterrente be- kommt Sabine für jedes Kind einen Rentenpunkt mehr. 1 Rentenpunkt sind ca. 28 Euro brutto (Ost: ca. 26 Euro brutto). So würde sie erhalten: Sabine hat drei Kinder, die 1970, 1974 und 1978 zur Welt kamen. Bisher wurde für jedes Kind ein Rentenpunkt angerechnet. Das entspricht monatlich ca. 28 Euro brutto (Ost: ca. 26 Euro brutto). Mit der Mütterrente be- kommt Sabine für jedes Kind einen Rentenpunkt mehr. 1 Rentenpunkt sind ca. 28 Euro brutto (Ost: ca. 26 Euro brutto). So würde sie erhalten: * Regelung gilt für Kinder, die vor 1992 geboren sind. Alle Summen sind Bruttosummen. © Bundesministerium für Arbeit und Soziales 2014 Weitere Infos unter www.rentenpaket.de MÜTTERRENTE MEHR GELD FÜR ERZIEHUNGSLEISTUNG BISHER AB 1. JULI 2014 BISHER AB 1. JULI 2014 Sabine hat 1 Kind Sabine hat 3 Kinder 56 EURO pro Kind* / 168 EURO pro Monat 28 EURO pro Kind* / pro Monat 56 EURO pro Kind* / pro Monat 28 EURO pro Kind* / 84 EURO pro Monat 2.016 EURO pro Jahr 1.008 EURO pro Jahr 672 EURO pro Jahr 336 EURO pro Jahr
  7. 7. 7 BDAE: Sie haben in einer Studie un- tersucht, wie sich Terrorismus auf Ex- pats und Expat-Netzwerke auswirkt. Bader: Konkret hat mich interessiert, wie sich Gefährdungspotenziale in einer Region, in der sich Expatriates mit ihren Familien befinden, auf deren psy- chologisches Wohlbefinden auswirken. In einer anderen Studie hatte ich be- reits untersucht, was es für das Stress- empfinden von Expatriates bedeutet, wenn sie in Risikoländer entsandt werden. Nun war ich neu- gierig, welchen Nutzen das soziale Netzwerk in einer solchen Situation stiften kann. BDAE: Was ist Ihre wichtigste Erkenntnis im Rahmen dieses Forschungsprojektes? Bader: Je größer das Netzwerk eines Expa- triates in Hochrisiko- ländern, desto höher ist das psychologische Wohlbefinden. Am wichtigsten erscheint im Ausland das fami- liäre Netzwerk. BDAE: Warum ist das psychologische Wohlbefinden umso stärker, je größer das soziale Umfeld ist? Man möchte doch meinen, je häufiger man von Risiken hört, desto verunsicher- ter wird man. Bader: Ein großes Netzwerk zu haben bedeutet nicht auto- matisch, nur Negatives zu hören. Im Gegenteil – eben weil ein reger Austausch und stetiger Informationsfluss herrscht und auch ein gewisser emotionaler Support da ist, fühlen sich viele Ent- sandte in Risikore- gionen besser. Oft er- halten Sie wertvolle Hinweise, etwa darauf, welche Gebiete beziehungs- weise Stadtteile man umfahren sollte, und im Ernstfall ist eine Gemeinschaft da, in der sich die Menschen unterein- ander unterstützen. Sehr deutlich ist dies geworden als die Unruhen in Ägypten ausbrachen. Die Expatriates kannten sich untereinander und hielten sich über alle Entwicklungen auf dem Laufenden. Ein Unternehmen hat sich aufgrund der drohenden Eskalation des Konflikts entschieden, eine Rückholaktion zu starten und hat ein Flugzeug hierfür gechartert. Da noch viele Plätze frei waren, haben die Expatriates vor Ort die Info in ihrem Netz- werk gestreut und die Plätze wurden vergeben. Der normale Flugverkehr stand zu diesem Zeitpunkt schon weitgehend still. Expatriates, die lediglich zum Flughafen gefahren sind und einen Linienflug nehmen wollten, haben wahrscheinlich etliche Tage dort ausharren müssen, bevor sie das Land ver- lassen konnten. Dieser konkrete Fall verdeutlicht, welchen enormen Nutzen ein großes soziales Netzwerk stiften kann. Denn Expatriates, die nicht dem organisierenden Unterneh- men angehörten, haben nur aufgrund ihres großen Netzwer- kes von dieser Rückholaktion erfahren und konnten so das Land schnell und sicher verlassen. BDAE: Was können Unternehmen daraus lernen? Bader: Sie sollten die Netzwerkbildung unter ihren Expa- triates unbedingt fördern, etwa durch geplante Events vor Ort. Solche Veranstaltungen ermöglichen es, dass Expatriates am kulturellen Leben teilnehmen können und fördern, dass Entsandte und ihre Familien Kontakte zu Personen vor Ort knüpfen können. Vor allem Kontakte zu Personen im Gast- land sorgen dafür, dass sich Expatriates im Einsatzland woh- ler und sicherer fühlen. Netzwerke schaffen Vertrauen. BDAE: Wie können Personaler eine solche Netz- werkbildung fördern? INTERVIEW „NETZWERKE UNTER EXPATS SCHAFFEN VERTRAUEN“ In einer umfassenden Studie unter- suchten Dr. Benjamin Bader und Kol- legen der Universität Hamburg, welche Bedeutung Netzwerke für Expats in Risikoregionen haben. Ein Ergebnis: Expat-Netzwerke können im Ernstfall Leben retten. © mostafa fawzy - Fotolia.com
  8. 8. 8 Bader: Das ist nicht immer ganz leicht, vor allem wenn die Personalabteilung im Heimatland angesiedelt ist. Eine Grund- voraussetzung ist es, dass die Leute im HR-Bereich ein ge- naues Bild der Lage vor Ort haben, im Idealfall selbst längere Zeit im Ausland gewesen sind. Eine weitere Möglich- keit ist die Bereitstellung von Mentorinnen und Men- toren vor Ort, welche die Expatriates mit den Locals in Kontakt bringen. Zudem sind firmenübergreifende Kontakte wichtig und soll- ten von den Unternehmen gezielt gefördert werden, gerade wenn es um das Thema Sicherheit geht. In meinem genannten Ägyp- ten-Beispiel saßen Expatria- tes von teilweise massiv miteinander im Wettbewerb stehenden Unternehmen im gleichen Flugzeug. BDAE: Wer ist Teil dieses Netzwerkes von Expats? Sind Ein- heimische darunter? Bader: Neben den Familien und engen Freunden befinden sich vor allem Kolleginnen und Kollegen aus dem entsenden- den Unternehmen im Netzwerk. Es finden sich darunter in der Tat auch Personen aus dem Gastland, wobei hier ein enormes Steigerungspotenzial besteht, jedenfalls in den von uns untersuchten Ländern. Insbesondere wenn dazu noch ein starkes Einkommensgefälle herrscht – denken Sie an deutsche Expatriates in Pakistan – ist es häufig schwierig, dass Kontakte über Geschäftliches hinausgehen. BDAE: Wie kann eine Netzwerkbildung sinnvoll in den Ent- sendevorbereitungsprozess integriert werden? Bader: Der erste Schritt ist, so trivial das klingt, Aufklärung und Information. Vor allem Expatriates, die das erste Mal entsandt werden, sollten hier entsprechend unterstützt wer- den. Neben den bereits erwähnten Mentoren vor Ort bietet es sich zudem an, Expatriates vor der Entsendung mit Repa- triates, die bereits eine längere Zeit im betreffenden Land verbracht haben, in Kontakt zu bringen. Diese können wie- derum wertvolle Tipps geben und möglicherweise Kontakte im Ausland herstellen, noch bevor die oder der Entsandte überhaupt ins Ausland geht. Zudem haben sich „Kennen- lern-Reisen“ bewährt. Viele Unternehmen bieten Expatriates zusammen mit ihren Familien an, Land und Stadt vorab ken- nenzulernen, was ein späteres böses Erwachen deutlich ab- mildern kann. INTERVIEW ©Kamaga-Fotolia.com Als Teil eines breit angelegten Forschungsprojektes führt die Universität Hamburg eine Untersuchung zu karriereseitigen Auswirkungen von Auslandsentsendun- gen durch. Um realitätsnahe Einblicke zu erhalten, benö- tigt das Forscherteam Informationen von Personen, die direkt von diesem Thema betroffen sind. Falls Sie schon einmal von Ihrem jetzigen oder ehemaligen Arbeitgeber ins Ausland entsandt wurden, würden wir Sie gerne einla- den, sich 10-15 Minuten Zeit zu nehmen, um an der Um- frage teilzunehmen. Die Erhebung basiert auf einer Online-Umfrage, welche über den folgenden Link erreicht werden kann: http://ww3.unipark.de/uc/repatriate_career/ Sollten Sie zudem Interesse haben an einer eigenen Über- sicht der Ergebnisse, so besteht nach Beendigung der Umfrage die Möglichkeit, eine entsprechende Anfrage an die Studienverantwortlichen zu senden. Für weitere Informationen besuchen Sie gerne die Home- page des Lehrstuhls für Strategisches Management der Universität Hamburg. AKTUELLES FORSCHUNGSPROJEKT DER UNI HAMBURG
  9. 9. 9 RECHTLICHES Aus unserer Praxis wissen wir, dass das deutsche Zuwan- derungsrecht voller Tücken stecken kann, die man als Personalleiter nicht immer überblickt, so auch im Falle der XY AG, deren HR-Manager uns Hilfe suchend den Fragebogen des Zolls zur Ermittlung ille- galer Beschäftigung vorlegte. Der Zoll hatte bei einer stichprobenartigen Routinekontrolle der Anwesenheits- bücher für die Mitarbeiter heraus- gefunden, dass in den letzten drei Jahren 32 amerikanische Inge- nieure aus der US-Zentrale für circa zwei bis acht Wochen auf dem Firmengelände anwesend waren und verlangte nun die Vorlage der entsprechenden Aufenthalts- und Arbeitsgeneh- migungen. Diese waren jedoch wegen der Kürze der Aufenthalte und der engen Terminplanung nie beantragt worden. Aufenthalts- und Arbeitsgenehmi- gungen für ausländische Mitarbeiter In Zeiten der Globalisierung und des Fachkräftemangels auf dem deutschen Arbeitsmarkt gewinnt der Einsatz von aus- ländischen Mitarbeitern in Deutschland immer größere Be- deutung. Die deutschen Konzerne und Unternehmen können ihre Aufgaben nur noch wahrnehmen, indem sie in immer größerem Maße qualifizierte ausländische Fachkräfte beschäftigen. Obwohl sich Deutschland immer mehr zu einem Einwande- rungsland entwickelt, bedeutet dies nicht, dass die Regelun- gen für die Beantragung von Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen für ausländische Fachkräfte einfa- cher werden. Denn ein typisches Einwanderungsland öffnet nicht einfach seine Grenzen, sondern definiert genau, aus welchem Fachbereich Ausländer in dem jeweiligen Arbeits- markt benötigt werden, also zum Beispiel jährlich 10.000 Maschinenbauer, 20.000 IT-Fachkräfte etc. Das bedeutet, dass die Einwanderungsregeln umso diffiziler werden, je mehr ein Staat sich zu einem Einwanderungsland entwik- kelt. In dem typischsten Einwanderungsland, den Vereinig- ten Staaten von Amerika, ist es daher gar nicht mehr möglich, die erforderlichen Aufenthalts- und Arbeitsgeneh- migungen ohne anwaltliche Beratung zu bekommen. Dieses Thema wird darum auch in Zukunft immer mehr an Bedeu- tung gewinnen. Warum ist dies überhaupt ein Thema für die Personalverant- wortlichen? Die Beantragung der erforderlichen Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen ist für Personalverantwortliche von Bedeutung, weil das deutsche Zuwanderungsrecht, wie in fast allen anderen Staaten ebenfalls üblich, Zuwande- rungsbeschränkungen im Bereich der Arbeitsmigration vor- sieht. Grundsätzlich benötigen alle Ausländer für eine Beschäftigung in Deutschland eine Aufenthalts- erlaubnis mit Beschäftigungserlaubnis. Ge- schäftsführung und Personalleitung müssen die Verantwortung für eine legale Beschäftigung ihrer ausländi- schen Mitarbeiter erkennen und annehmen. Die internen und ex- ternen Prozesse sollten durch- dacht und belastbar sein. Die Grundsatzfrage – inhouse oder outsourcing – stellt sich hier re- gelmäßig. Die vorsätzliche Beschäftigung eines ausländischen Arbeitsneh- mers ohne die erforderliche Auf- enthalts- und Arbeitsgenehmigung ist eine Straftat. Fahrlässige Beschäfti- gung ausländischer Mitarbeiter ohne die erforderlichen Genehmigungen stellt, wie in unserem anfangs genannten Beispiel, eine Ord- nungswidrigkeit dar. Der Bußgeldrahmen für das betroffene Unternehmen kann sich auf bis zu 500.000 Euro pro auslän- dischem Arbeitnehmer erstrecken. Die Ermittlungsverfahren durch den Zoll werden in der Regel gegen die Personallei- tung oder aber gegen die Geschäftsführung selbst geführt. Die Einrichtung von wirkungsvollen Prozessen im Unterneh- men zur Beantragung der erforderlichen Genehmigungen führt damit kurz-, mittel- und langfristig zu einer Risikomini- mierung. Darüber hinaus geht es darum, den richtigen Spezialisten zur rechten Zeit am richtigen Arbeitsplatz einzusetzen. Der aus- ländische Mitarbeiter soll seinen Einsatz in Deutschland pünktlich beginnen können. Oft hängen von seinem Einsatz kostenträchtige Projekte ab. Der verantwortungsvolle Um- gang mit dieser Thematik führt damit für alle Beteiligten zu einer frühzeitigen Planungssicherheit der internationalen Mitarbeitereinsätze. DIE TÜCKEN IM DEUTSCHEN ZUWANDERUNGSRECHT  DIE AUTOREN: Dr. Michael Wrage und Holger Guse sind Anwälte für Zuwanderungsrecht. Tel.: +49-40-484045-660 E-Mail: info@mwhg.de Web: www.mwhg.de © beermedia.de - Fotolia.com
  10. 10. 10 RECHTLICHES Unerwartet teure „Geschäftsreisen“ Eines der Hauptthemen in der aufenthaltsrechtlichen Praxis ist die Frage, wann überhaupt eine Erwerbstätigkeit in Deutschland vorliegt – und somit die Beantragung und Ertei- lung eines Arbeitsvisums sowie einer Aufenthaltserlaubnis mit Beschäftigungserlaubnis vor der Arbeitsaufnahme not- wendig ist – und wann eine berufliche Tätigkeit noch vom Geschäftsreisenzweck gedeckt ist und somit le- diglich, abhängig von der Nationalität des Mitarbeiters, ein Ge- schäftsreisenvisum be- antragt werden muss. Bei der Abgrenzung gilt, dass alles was nicht unter den Ge- schäftsreisenzweck fällt, automatisch Erwerbstätigkeit darstellt und somit genehmi- gungspflichtig ist. Es gibt zwei Ab- grenzungskriterien, ein zeitliches und ein inhaltliches, bezogen auf die berufliche Tätigkeit. Eine Geschäftsreise darf die maximale Dauer von drei Mona- ten innerhalb eines 12-Monatszeitraums haben. Dabei gilt das so genannte Stichtagsprinzip, das heißt bei einer Über- prüfung durch den Zoll im Hause des Arbeitgebers wird ge- prüft, wie lange sich ein Ausländer bei dem Unternehmen von einem beliebigen Stichtag an gerechnet in den letzten 12 Monaten aufgehalten hat. Dauerte der Aufenthalt insge- samt länger als drei Monate, so war er vom ersten Tag an aufenthalts- und arbeitsgenehmigungspflichtig. Wurde die Tätigkeit kürzer als drei Monate ausgeübt, so käme, zumin- dest was das zeitliche Limit anbetrifft, noch eine Geschäfts- reise in Betracht. In unserem Beispiel kommt das zweite und in der Praxis be- deutsamere Abgrenzungskriterium zur Erwerbstätigkeit zum Tragen, nämlich die erlaubte limitierte Tätigkeit während einer Geschäftsreise. Eine Geschäftsreise übt aus, wer in Deutschland Besprechungen und Verhandlungen führt, Ver- träge schließt, Vertragsangebote erstellt oder die Durchfüh- rung von Verträgen überwacht. Alle anderen Tätigkeiten stellen eine Erwerbstätigkeit dar und sind damit von Anfang an genehmigungspflichtig. Installation von Software, Anlernen von ausländischen Mitar- beitern in Deutschland (Training on the Job), mechanische Tätigen, Beratung von Kunden, etc. stellen in aller Regel Er- werbstätigkeit dar. Es ist die häufigste Fehleinschätzung im deutschen Zuwanderungsrecht, dass Trainings oder Schulun- gen unter den Geschäftsreisenzweck fallen, sofern sie nur kürzer als drei Monate stattfinden. In unserer langjährigen Praxis haben sich, auch nach Prüfung durch die Behörden, Trainings stets als Erwerbstätigkeit und damit als von Anfang an aufenthalts- und arbeitsgenehmigungspflichtig herausge- stellt. Fazit Zuwanderungsrecht Die Haupterfolgsfaktoren für die Unternehmen be- stehen einerseits in einem umfassen- den Know-how über die Komplexität des Rechtsgebietes und in der Kenntnis aktueller Gesetzesänderungen und neuer Verwaltungspraktiken und der damit verbundenen Minimie- rung des Haftungsrisikos. Zum anderen führt die konsequente Einrichtung von Prozessen und Strukturen zum Erfolg. Diese müssen belast- bar und eindeutig sein und das Timing muss stimmen. Ent- scheidend sind die Netzwerke und die Kontaktpflege zu den Behörden. Die XY AG wurde übrigens mit einem empfindlichen Ord- nungsgeld belegt, nachdem die Personalleitung monatelan- gen Verhandlungen mit dem Zoll ausgesetzt war. Bei recht- zeitiger Auseinandersetzung mit den Regularien hätte man sich viel Zeit, Ärger und Kosten erspart. Schwerpunkte des Praxistages: • Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungsrecht • Sozialversicherungsrecht • Steuerrecht • Integration Donnerstag, 18. September 2014 9.30 Uhr bis 17.30 Uhr Kühnehöfe 3, 22761 Hamburg Teilnahmegebühr: 990,- Euro Für BDAE-Mitglieder 890,- Euro Infos: szivkovic@bdae.com SEMINAR „EINSATZ AUSLÄNDISCHER MITAR- BEITER IN DEUTSCHLAND“ ©jojje11-Fotolia.com
  11. 11. 11 Auch im Rahmen der Auslandsentsendung von Mitarbei- tern sehen sich Personalverantwortliche mit Grauberei- chen in punkto Datenschutz konfrontiert. Besonders heikel sind Informationen, welche die Gesundheit der entsandten Mitarbeiter (so genannte Expatriates) betreffen. Während Personaler für gewöhnlich niemals Einblick in die Gesund- heitsakte ihrer in Deutschland verbleibenden Mitarbeiter er- halten könnten, wissen sie bei Expats – unfreiwillig – unter Umständen ganz genau, unter welchen Krankheiten und Be- schwerden diese leiden. Warum ist das ausgerechnet bei Auslandsentsendungen so? Die Antwort findet sich im Gesetzestext und im Rahmen einer Regelung, die eigentlich die Fürsorge von Expats im Blick hat: Laut Paragraf 17 des fünften Sozialgesetzbuches (SGB V) erhält der gesetzlich oder freiwillig in der GKV versi- cherte Arbeitnehmer – sowie dessen mitversicherte Angehö- rige – die Kosten, die während des Auslandsaufenthalts entstanden sind, durch den Arbeitgeber ersetzt. Letzterer wiederum bekommt das verauslagte Geld von der Kranken- kasse des Arbeitnehmers erstattet. Nachstehend der Wortlaut des Gesetzes: SGB V § 17 Leistungen bei Beschäftigung im Ausland (1) Mitglieder, die im Ausland beschäftigt sind und während dieser Beschäftigung erkranken, erhalten die ihnen nach diesem Kapitel und nach den Vorschriften des Zweiten Abschnitts des Zweiten Buches der Reichsversicherungsordnung zustehen- den Leistungen von ihrem Arbeitge- ber. Satz 1 gilt entsprechend für die nach § 10 versicherten Fa- milienangehörigen, soweit sie das Mitglied für die Zeit dieser Beschäftigung begleiten oder be- suchen. (2) Die Krankenkasse hat dem Arbeitge- ber die ihm nach Absatz 1 entstandenen Kosten bis zu der Höhe zu erstatten, in der sie ihr im Inland ent- standen wären. Arbeitgeber muss Arztrechnungen des ent- sandten Mitarbeiters prüfen Das Problem für den Expat in der Praxis: Um Gesundheitskos- ten erstattet zu bekommen, muss er die vom medizinischen Dienstleister überlassene Rechnung dem Arbeitgeber vorle- gen, der somit genau Bescheid weiß, welche gesundheitli- chen Probleme den Mitarbeiter plagen. Alternativ könnte der Arbeitgeber den medizinischen Dienstleister direkt bezahlen, soweit er sich logistisch dazu in der Lage sieht. Dabei muss der Arbeitgeber die vom Expatriate eingereichten Rechnun- gen auf inhaltliche (gemäß SGB zustehende Leistungen), for- male (Aussagkraft der Rechnung) und sachliche (Zeitpunkt, Ort, Rechtsstatus) Richtigkeit prüfen. Die ihm zustehenden Geldbeträge müssen Personaler dem Expat zurückzahlen. Erstattete Leistungen werden anschlie- ßend vom Arbeitgeber bei der GKV des Arbeitnehmers ein- gereicht. Sofern es sich tatsächlich um dem Arbeitnehmer zustehende Leistungen handelt, muss die GKV dem Arbeit- geber jenen Betrag ersetzen, der im Inland angefallen wäre. WELCHE DATENSCHUTZRECHTLICHEN PROBLEME ES BEI AUSLANDSENTSENDUNGEN GIBT RECHTLICHES ©reeel-Fotolia.com © justin - Fotolia.com
  12. 12. 12 Expats beim Datenschutz schlechter gestellt als ihre Kollegen im Inland Der Gesetzgeber hat also eine Vorgehensweise vorgeschrie- ben, die den Datenschutz der im Ausland tätigen Mitarbeiter deutlich schlechter stellt, als den der inländischen Kollegen. Das Verfahren schreibt unausweichlich vor, dass der Arbeit- geber über den medizinischen Zustand und Behandlungsbe- darf des im Ausland tätigen Mitarbeiters und seiner mitreisenden Angehörigen im Detail informiert ist. Dies ist bei inländischen Beschäftigten unvorstellbar. Eine Anfrage der BDAE GUPPE beim für diese Fragen zustän- digen Hamburgischen Datenschutz-Beauftragten bestä- tigte, dass dieses Vorgehen den Datenschutz nicht gerade in den Vordergrund stellt. Der Datenschutzbeauftragte hebt dennoch hervor, dass sich Arbeitgeber juristisch korrekt verhalten. Konkret heißt es in der Stellung- nahme: „Personenbezogene Daten dürfen nur erhoben und verarbeitet werden, wenn dafür eine Rechtsgrundlage besteht. § 17 SGB V regelt eindeutig, wie der Erstattungsweg von Leistun- gen bei Beschäftigten im Ausland ist. Auch wenn dieses Verfahren nicht gerade datenschutzfreundlich ist, diese Verfahrensweise ist nun ein- mal gesetzlich vorgeschrieben.“ Er empfiehlt entsandten Mitarbeitern, sich privat kranken zu versichern, um einem Daten- schutzkonflikt aus dem Weg zu gehen: „Der Arbeitnehmer könnte sich für solche Fälle möglicherweise privat versichern, damit der Arbeitgeber keine Kenntnis von seinen Erkrankun- gen im Ausland erhält.“ Dieser Empfehlung schließt sich die BDAE GRUPPE an. Aus- landsversicherer unterliegen strengen Auflagen in punkto Datenschutz und müssen Informationen zum Gesundheitszu- stand der bei Ihnen versicherten Expatriates absolut vertrau- lich behandeln. Tracking Tools für Expatriates in Krisenregionen Ein weiteres datenschutzrechtliches Problem stellt sich insbe- sondere bei Auslandsentsendungen in Krisenregionen. So bieten immer mehr auf Travel Management spezialisierte Dienstleister so genannte Traveller Tracking Tools an. Per Knopfdruck lässt sich mit dieser Software der Aufenthaltsort von Mitarbeitern ermitteln, um im Notfall sofort Hilfe zu or- ganisieren. Geht dem Expatriate beispielsweise ein lebens- notwendiges Medikament aus, könnte sein Unternehmen dafür sorgen, dass der Dienstleister die Arznei binnen weni- ger Stunden zum Mitarbeiter vor Ort bringt. Die Frage, wo der Mitarbeiter sich aktuell aufhält, ist sozusagen Teil des Kri- senmanagements von Unternehmen. Die Grundlage solcher Tracking-Systeme bilden die Reise- und Buchungsdaten der jeweiligen entsandten Mitarbei- ter. So werden bei der Flugbuchung die so genannten PNR-Daten (Pas- senger Name Record) über Schnittstellen aus den diversen Buchungssystemen in die Trak- king-Software eingespielt. Kommt es zu einer Krisensitua- tion (zum Beispiel Terroran- schläge, politische Unruhen oder Naturkatastrophen), prüft der Dienstleister binnen weniger Minuten, wo sich der Mitarbeiter im entsprechenden Moment auf- hält und kann ihn evakuieren. Zudem können Mitarbeiter dann etwa über SMS oder E-Mail (Kontaktdaten sind selbstver- ständlich im System hinterlegt) verständigt werden, so dass das weitere Vorgehen im Krisenfall in Abstimmung mit dem Betroffenen geplant werden kann. Auch Reisewarnungen werden automatisch oder manuell mittels dieser Tools dem Reisenden schnell zur Verfügung gestellt. Der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hat dieses Vor- gehen auf den „Business Travel Days“ der diesjährigen ITB scharf kritisiert und mit Überwachungsinstrumenten vergli- chen. Denn völlig unabhängig davon, ob ein Notfall passiert oder nicht, der Arbeitgeber weiß stets, wo sich sein entsand- ter, „gläserner“ Mitarbeiter aufhält. Es ist fraglich, ob sich eine spezialisierte Fachkraft wie bei- spielsweise ein Bauingenieur in Ägypten darauf einlässt, jah- relang von seiner Firma beziehungsweise von einem dafür beauftragten Dienstleister getrackt zu werden. Schlussend- lich ist es ein Leichtes, auf Basis dieser Daten ein umfangrei- ches Persönlichkeitsprofil zu erstellen, von dem der Mitarbeiter nicht möchte, dass es in falsche Hände gelangt. RECHTLICHES © Sergey Nivens - Fotolia.com
  13. 13. 13 Der Profisport wird immer internationaler. Zwei Drittel aller Nationalspieler bei der vergangenen Fußballwelt- meisterschaft in Brasilien spielen während der Saison im Aus- land (Brasilien 83 Prozent, Argentinien 87 Prozent, Deutschland 27 Prozent, Russland 0 Prozent, nach Pew Re- search Center 6. Juni 2014). Beim internationalen Transfer steht dabei klar das Interesse am hohen Leistungsniveau im Vordergrund. Dass jedoch nicht längst jeder Profisportler für den Umzug ins Ausland geeignet ist, zeigen Fälle wie der von Jesus Navas. Ein begabter spanischer Fussballer, der erst durch Therapien sein extremes Heimweh und Reiseangst be- siegen musste, bevor er sich bei Manchester City einlebte. Selbst Superstar Neymar ließ sich als Teenager nicht von Real Madrid unter Vertrag nehmen, weil er zu viel Heimweh hatte. Profisportler im Ausland – Ein Einzelfall? In den Medien wird natürlich über die Millionentrans- fers von Özil, Messi und Neymar berichtet. Aber dass die Branche viel mehr internationale Mobilität beweist, zeigen Zahlen wie zum Beispiel die über 5.000 Brasilia- ner, die in den entferntesten Ecken der Welt köpfen und kik- ken. In der deutschen Basketball Bundesliga dribbeln und dunken mehr als die Hälfte der Profis mit einem ausländischen Pass (61 Pro- zent), während 93 Fussballer, 76 deutsche Bas- ketballer und 36 deutsche Profivolleyballer im Ausland ihr Glück versuchen. Der Profisport zieht also junge talentierte Sportler und Sportlerinnen ins Ausland, oftmals ohne Millionenverträge, aber mit der Hoff- nung auf neue Herausforderungen, eine fremde Kultur und eine internationale Sportlerkarriere. Aber mit welchen Pro- blemen haben sie im Alltag zu kämpfen? In Interviews mit über 100 Profisportlern (Fit across Cultures, 2013) wird schnell klar, dass typische Expatprobleme auch bei Sportlern und Sportlerinnen vorkommen. Selbst Real Ma- drid Star Mesut Özil hat also manchmal Heimweh nach Gel- senkirchen! Neun von 10 befragten Profisportlern gaben an, dass ihr Auslandstransfer mit Stolpersteinen verbunden war. Mehr Hilfe beim Spracherwerb und mehr Wissen und Ver- ständnis über die lokale Kultur gibt jeder Zweite als benö- tigte aber nicht ausreichend vorhandende Hilfestellung an. Persönlich hat fast die Hälfte der Sportler mit der Kommunikation außerhalb des Teams und Vereins zu kämpfen, mehr als ein Drittel klagt über fehlende Möglichkeiten, mit Familien und Freunden zuhause enger in Kon- takt zu bleiben. Soziale Isolation und Heimweh sowie kulturelle An- passungsschwierigkeiten sind andere oft genannte Quellen für Frustra- tion und Missverständ- nisse. Die Profisportler zeigen jedoch auch spe- zielle Herausforderungen im internationalen Profisport auf. Der Trainerstil als die größte Quelle für pro- fessionelle Probleme steht dabei an der Spitze, dicht gefolgt von der Kommunikation im Team. EXPATRIATES OB MESUT ÖZIL AUCH HEIMWEH HATTE? EXPAT-PROBLEME IM INTERNATIONALEN PROFISPORT-ALLTAG © snaptitude - Fotolia.com
  14. 14. 14 Beeinflusst Heimweh die sportliche Leistung? “Have an open mind to new experiences and immerse your- self into the culture. How you feel off the court and how comfortable you are affects your performance as an athlete...” spricht Stanley Ocitti, Basketballspieler aus Ghana/Niederlande mit Erfahrung auf vier Kontinen- ten, aus Erfahrung. Es stellt sich tatsächlich die Frage, ob diese Heraus- forderungen und die Vielfalt im Team die sportliche Leistung beeinflussen. Würde etwa ein Mario Gomez in deutschen Gefilden eine bessere Leis- tung abliefern können als zuletzt in Italien? Fakt ist, dass Ablenkungen und mentaler Stress sich auf die Abrufbarkeit der Maximalleistung aus- wirken können. Die ersten Monate in einem neuen Land wirken sich dabei besonders auf gelernte Au- tomatismen aus. Man muss den Alltag viel auf- merksamer gestalten (zum Beispiel Autofahren in neuen Verkehrssituationen, Einkaufen), so dass weniger Konzentrationsvermögen und Energie für die eigentlichen Aufgaben übrig bleibt. Die Batterien sind schneller leer. Wenn man da nicht zu den wenigen Superstars gehört, stößt man dank wenig Hilfeleistung (nur sieben Prozent be- kamen professionelle Dienstleister beim Transfer zur Seite gestellt) schnell an seine Grenzen. In den USA hat eine riesige Studie außerdem einen klaren Zusammenhang zwischen einer hohen Team- vielfalt (Alter und kultureller Hintergrund) und der Teamleistung herstellen koennen. Je diverser die Teams, desto niedriger die Chancen auf die Playoffs und Siege ingesamt (Timmermann, 2000). Die Gesamt- leistung ist also mehr als nur die Summe aller Einzelleis- tungen. Diese hohe Abhängigkeit führt dazu, dass Fussball-, Volleyball-, oder auch Basketballspieler sehr viel auf dem Feld kommunizieren und interagieren müssen. Bei einem kulturell gemischten Kader und Trainerteam kann dies, wie bereits angesprochen, zum Hindernis werden und muss vom Trainer be- rücksichtigt werden. Der FC Bayern München zum Beispiel, leistet da mit seinem multikulturel- len Kader hervorragende Arbeit. Der Weg ins Ausland im Profisport als Chance Trotz all dieser Probleme und Frustrationen bietet der Weg ins Ausland für Sportler die Möglichkeit, ihre Sportkarriere aufzubauen, zu verbessern oder zu verlängern. Deshalb gerät auch jeder ins Schwärmen, wenn er oder sie ge- fragt wird, ob die Expatriation für Sportler weiter zu empfehlen sei. „Es ist eine wunderbare Erfah- rung und eine großartige Möglichkeit, auf der einen Seite den Horizont zu erwei- tern und auf der anderen Seite Freundschaften mit Menschen aus aller Welt zu knüpfen. In persönlicher und sportlicher Hinsicht hilft die Zeit im Ausland, sich weiterzuentwickeln – die Herausforderung seinen persönlichen Komfortbereich zu verlassen, hat mich viel weitergebracht.“ beschreibt Jennie Clark, die momentan beim SC Freiburg in der Frauenbundesliga kickt, ihre Aus- landserfahrung. Der Profisport wird internationaler und damit auch interkultureller. Aber auch Profisportler haben, wie klassische Expats, im Ausland mit der Integration zu kämpfen. Besser vorbereitete Profisportler gepaart mit interkulturell kompetenten Trainern und der pro- fessionellen Unterstützung von Seiten des Manage- ments können den Weg für eine erfolgreiche und fuer alle zufriedenstellende Zusammenarbeit ebnen, um dann eine optimale Teamleistung abzurufen. EXPATRIATES  ÜBER DIE AUTORIN: Susan Salzbrenner hat selbst in fünf Ländern Basketball- erfahrung gesammelt und spezialisiert sich mittlerweile auf die mentale und interkulturelle Vorbereitung von Expats und Profisportlern. Die ausgebildete Psychologin und interkulturelle Trainerin hilft dabei Teams, das opti- male Leistungspotenzial abzurufen. Ihr LinkedIn Profil finden sie hier. © snaptitude - Fotolia.com
  15. 15. 15 FLUGHAFEN NÜRNBERG FLUGHAFEN FRANKFURT LUFTHANSA Zum siebten Mal in Folge wurde der Flughafen Nürnberg von den Lesern des Fachmagazins Business Traveller zum beliebtesten Flughafen in Deutschland gewählt. Besonders die kur- zen Wege, das schnelle Ge- päckhandling sowie eine gute Orientierung und ein hoher Servicestandard des Airports wurden von den Befragten positiv bewertet. Jährlich befragt der Business Traveller Geschäftsreisende zu der Qualität der deut- schen Verkehrsflughäfen. In den Kategorien Orientie- rung, Erreichbarkeit, Ge- päckhandling, Sicherheits- kontrollen, Shopping und Gastronomie können die Leser der Fachpublikation die einzelnen Flughäfen be- werten. An der diesjährigen Umfrage haben über 1.100 Businessreisende teilgenom- men und dem Flughafen Nürnberg die Note 1,94 ver- geben. Auf den Platz 2 (Note 2,03) schaffte es die- ses Jahr der Flughafen Ham- burg gefolgt vom Flughafen München auf Platz 3 (Note 2,25). Der Flughafen Frankfurt hat sein Internetange- bot ausgebaut und bietet seinen Gästen ab sofort kos- tenlosen WLAN-Zugang – rund um die Uhr. Reisende können so ihre Wartezeit sinnvoll überbrücken und ihr Datenvolumen schonen. Und internationale Flughafengäste können Roa- ming-Gebühren vermeiden. Dieser neue Ser- vice wird durch mehr als 300 WLAN- Access Points vor allem in den Ab- flugbereichen des Flughafens angeboten und über das Hot- spot-Portal der Deutschen Tele- kom umgesetzt. Wer das kostenlose WLAN- Angebot nutzen möchte, muss sich registrieren und kann sich anschließend mit einem Code bei einem Hot- spot der Telekom einloggen. Die größte deutsche Fluggesellschaft baut ihre Partner- schaft mit der chinesischen Fluggesellschaft Air China aus. Zum kommenden Winterflugplan wollen die beiden Air- lines ihr Flugangebot zwischen Mitteleuropa und China enger als bisher aufeinander abstimmen. Ein entsprechendes Memorandum, welches den Aufbau eines kommerziellen Joint Ventures vorbereitet, wurde bereits am 7. Juli dieses Jahres in Peking unterzeichnet. Kunden der beiden Flugge- sellschaften profitieren durch ein flexibel kombinierbares und vielfältigeres Angebot, das zusätzliche Reiseoptionen und Anschlussverbindungen erlaubt. Bei dem Zusammenschluss der beiden Fluggesellschaften geht es nicht um Kapitalbeteiligungen oder die Gründung eines Unternehmens. Vielmehr geht es bei diesem Vorhaben darum, dass beide Partner ihre vorher festgelegten Leistun- gen erbringen und die Einnahmen und Ausgaben teilen. Derartige Kooperationen hat die Lufthansa bereits seit 1998 mit United Airlines und Air Canada zwischen Europa und Nordamerika und seit 2012 mit ANA auf den Strecken zwi- schen Europa und Japan. AIRLINES © rainette - Fotolia.com ETIHAD AIRWAYS Die abu-dhabische Fluggesellschaft Etihad Airways bietet ihren Kunden, die den mobilen Online-Check-in nut- zen, ab sofort auf ausgewählten Strecken mobile Bordkarten an. Dieser neue Service ist nicht nur wegen des reduzierten Papierbedarfs umweltschonender, er minimiert ebenso das Risiko, die Bordkarte zu verlieren oder zu verlegen. Die mobile Bordkarte enthält dieselben Informationen wie die ausgedruckte Version: Gate, Name, Sitzplatz- und Flug- nummer sowie einen Barcode, der am Flugsteig eingescannt wird. Reisende erhalten die neue Bordkarte direkt auf ihr Smartphone. Bei Geräten mit dem iOS Betriebssystem wird die Bordkarte in der Passbook-App gespeichert. Alternativ dazu kann sie auch gespeichert und an eine E-Mail-Adresse gesendet werden. Fluggäste der Airline können die mobilen Bordkarten derzeit von folgenden Flughäfen nutzen: Abu Dhabi (ausgenommen sind Flüge in die USA), London Heathrow, Manchester, Doha, Colombo, Dammam, Düsseldorf, Frankfurt, São Paulo, Istan- bul, Minsk, München und Tokio Narita. © konstan - Foto lia.com
  16. 16. Ab Herbst dieses Jahres können Gäste auf allen New Yorker Flughäfen – John F. Kennedy Internatio- nal Airport, LaGuardia Air- port, Newark Liberty International Airport und am Stewart International Airport – für 30 Minuten kostenfrei ins WLAN. Dies wurde kürzlich von den Kommissionsmitgliedern der Port Authority beschlossen. Bis zum Start des kosten- freien Servicees muss die bestehende Boingo-Wire- less-Technologie überarbei- tet und ausgebaut werden, um so dem erwarteten Mehraufkommen gewach- sen zu sein. Sollten die 30 Gratisminuten nicht ausrei- chen, haben Reisende die Möglichkeit, zusätzliche Pa- kete kostenpflichtig hinzu zu buchen. Im Angebot sol- len laut Aussage der Port Authority einzelne Stunden, ein Tages- und ein Monats- paket sein. 16 FLUGHÄFEN NEW YORK SWISS INTERNATIONAL AIRLINES Die schweizer Fluggesellschaft SWISS baut ihre Serviceleis- tungen in den kommenden Monaten aus und bietet damit ihren Kunden mehr Flexibilität und Individualität. Bereits ab sofort können alle Reisenden ihren bevorzugten Sitzplatz gegen eine Gebühr unter www.swiss.com buchen. Der Tarif für einen Standardsitz liegt bei Flügen innerhalb Europas bei 9 Franken und bei Langstreckenflügen bei 29 Franken. Einen Sitz in bevorzugten Zonen können SWISS- Kunden bei Europastrecken für 19 Franken und bei Lang- strecken für 49 Franken buchen. Ein Sitzplatz mit mehr Beinfreiheit kostet auf innereuropäischen Flügen 35 Fran- ken und auf Langstreckenflügen 99 Franken. Die Sitz- plätze können zwischen elf Monaten und bis zu 48 Stunden vor Abflug für Flugreisen ab dem 15. Juli dieses Jahres gebucht werden. Nach wie vor können direkt beim Check-in ab 23 Stun- den vor Abflug die übrigen Sitzplätze kostenlos gewählt werden. Ein weiterer Service steht allen Kunden ab dem 29. Juli die- ses Jahres zur Verfügung. Jeder Gast kann eine „Special Surprise“ direkt für sich selber oder als Überraschung für einen anderen Gast eines SWISS-Fluges buchen. Zur Auswahl gehören Champagner für 59 Franken pro Flasche und Pre- mium-Rotwein für 55 Franken pro Flasche. Auf Langstrek- kenflügen kann außerdem noch ein ganzer Schokoladen- oder Früchtekuchen für 48 Franken bestellt werden. Dieses Angebot soll im Laufe der Zeit weiter ausgebaut werden. Die „Special Surprise“ wird zusammen mit einer persönlichen Nachricht des Auftraggebers während des Fluges an den Gast überreicht. Diesenn Service können Fluggäste ab sofort über ein Online- Formular auf der Webseite der Airline sowie telefonisch und per E-Mail vorbestellen. Die Bestellung kann für Langstrek- kenflüge sowie für ausgewählte europäische Flüge ab vier Wochen bis vier Tage vor Abflug aufgegeben werden. Gleichzeitig zu den neuen Serviceangeboten hat die Airline außerdem ein neues Preiskonzept mit attraktiveren Preisen für Flüge innerhalb Europas ab Zürich eingeführt. Dadurch profitieren SWISS-Kunden unter anderem von günstigeren Angeboten ohne Mindestaufenthalt an der Zieldestina- tion, der Einführung von One-Way-Tarifen ab 89 Franken zu ausgewählten europäischen Destina- tionen sowie von niedrigen Business Class Tarifen ab 299 Franken. Das neue Tarif- konzept gilt vorerst für Flüge nach Amsterdam, Barcelona, Berlin, Birmingham, Budapest, Florenz, Hannover, Ko- penhagen, Lissabon, Mailand, Nürnberg, Oslo, Paris, Prag, Stuttgart und Venedig. One-Way-Tickets sind je- doch nicht für Flüge nach Amsterdam, Florenz, Hannover, Prag und Oslo buchbar. Hier müssen Reisende weiterhin für Hin- und Rückflug zahlen. Im Laufe des Jahres sollen weitere Destinationen hinzukommen. AIRLINES UNITED AIRLINES Die US-amerikanische Fluggesellschaft United Airlines stellt nach drei Jah- ren Betrieb ihre Direktver- bindung von Stuttgart nach New York ein. Der letzte United Airline-Flug auf die- ser Destination findet am 20. September dieses Jahres statt. Die Airline begründete die- sen Schritt mit einer stark schwankenden Auslastung der Maschine und einer ne- gativen Entwicklung der Fluggastzahlen. Die Strecke wird künftig durch Partner aus der Star Alliance bedient.© Steve Mann - Fotolia.com © Merlinul - Fotolia.com
  17. 17. 17 VERMISCHTES SICH IM URLAUB VOR DIEBSTAHL SCHÜTZEN Zu Beginn der Hauptreisesaison gibt der ADAC Tipps, wie sich Urlauber vor Dieben schützen können. Geld und Ausweis: Wertvoller Schmuck sollte nicht mit auf Reisen gehen und wichtige Dokumente in Kopie dabei sein, um bei Verlust schnell Ersatz zu erhalten. Urlauber sollten die Servicenum- mer der Bank kennen, um beispielsweise schnell die gestoh- lene Kreditkarte sperren zu lassen. Es sollten immer nur kleine Bar-Beträge im Geldbeutel mitgeführt werden. Grö- ßere Beträge sowie Ausweise sind sicherer in einem Brustbeutel verwahrt. Beim Zahlen sollte ein Geld- schein erst aus der Hand gegeben werden, wenn das Wechselgeld auf dem Tisch liegt. Während der Fahrt und auf dem Parkplatz: Vorsicht, wenn Fremde versuchen, Urlauber während der Fahrt auf Defekte am Auto aufmerksam zumachen. Nicht anhalten und zur Abschreckung vorgeben, per Handy mit der Polizei zu telefonieren. Ge- fährlich ist es, sich auf Parkplätzen von einem Fremden in ein Gespräch verwickeln zu lassen. Dies ist oft eine Betrugsmasche, bei der ein zweiter Dieb versucht, etwas aus dem Fahrzeug zu entwenden. Zudem sollte das Auto nach dem Abstellen auf dem Parkplatz immer kontrolliert werden, ob es nicht für eine spä- tere “Panne” manipuliert worden ist. Gepäck: Urlauber sollten Koffer und Taschen möglichst nur im Koffer- raum transportieren und nach der Ankunft gleich ins Hotel bringen. Wertgegenstände sind am sichersten im hoteleige- nen Safe. Stadtfahrten: Die Autotüren sollten bei der Fahrt durch die Stadt verriegelt sein. Fenster sind bei Ampelstopps nur etwas zu öffnen, damit nichts aus dem Fahrzeuginneren herausgezogen werden kann. Am sichersten werden Autos auf be- wachten Parkplätzen oder Garagen geparkt. Für die Fahrt in die Innenstadt sind Taxi und öffentli- che Verkehrsmittel ratsam. Camping: Zum Übernachten im Campingfahrzeug sollten Urlauber einen Campingplatz oder einen belebten Parkplatz nahe eines Res- taurants anfahren. Beim Übernachten au- ßerhalb von Campingplätzen sollten Fenster und Türen geschlossen und die Diebstahlsicherung eingeschaltet sein. Rat- sam ist es, die Fahrerhaustür zusätzlich von innen – etwa mit einem Spanngurt – zu si- chern. Gegen Überfälle mit Betäubungsgas hel- fen Warngeräte aus dem Fachhandel. Extra-Tipp für Wohnmobilisten: Wer den Zündschlüssel im Schloss stecken lässt und entsprechend parkt, kann im Notfall schnell, ohne zu rangieren, losfahren. Ob in Deutschland, Finnland, Brasilien oder den USA - im Durchschnitt gaben 71 Prozent der rund 6800 Befrag- ten an, dass für ihr Glück die Familie das Wichtigste ist. Das hat eine Umfrage der Monatszeitschrift Reader's Digest in zehn Ländern unter 6.800 Lesern ergeben. Deutlich weni- ger oft wurde die Arbeit genannt, in Deutschland etwa sagten nur acht Prozent, dass ihr Glück vor allem darauf beruht. Neun Prozent nannten dagegen die Gemeinschaft und 13 Prozent den Glauben als wichtigste Fakto- ren für ihre Zufriedenheit. Warum Familie und Gemeinschaft welt- weit so einen hohen Stellenwert haben, erläu- tert Ed Diener, Dozent für Psychologie an der US-amerikanischen Universität von Illinois: "Wirklich glückliche Menschen pflegen enge Beziehungen - sie haben Leute um sich, auf die sie sich uneingeschränkt verlassen können. Forschungsergebnisse zeigen, dass die glücklichsten Menschen mehr an andere denken als an sich selbst." In allen zehn Ländern setzten die Befragten mit Abstand die Familie an die Spitze - allen voran die Ungarn mit 83 Prozent (Deutschland 70 Prozent). Unabhängig von Alter, Geschlecht und Familienstand wurde dieser Punkt mit Abstand am häu- figsten genannt. Zwischen drei Prozent (Ungarn und USA) und 12 Prozent (Polen und Rumänien) finden ihr Glück vor allem im Berufsleben, in Deutschland sind es acht Prozent. Bis zu 9 Prozent der Umfrageteilnehmer brauchen vor allem gute Freunde, um wirklich glücklich zu sein. Deutschland liegt dort gemeinsam mit Polen und Rumänien ganz vorn. Die größte Rolle spielt die Religion für US-Ame- rikaner (32 Prozent), in Tschechien und Slowenien gaben nur jeweils acht Prozent an, dass der Glaube für ihr Glück unver- zichtbar ist. In Deutschland votierten13 Prozent dafür. WAS MENSCHEN WELTWEIT GLÜCKLICH MACHT © nipitphand - Fotolia.com © alexmillos - Fotolia.com
  18. 18. Folgendes Szenario passiert immer wieder in abgewandelter Form: Zwei deutsche Expats in Dubai befin- den sich auf dem Weg von einer Ge- schäftsreise in Österreich zurück in das Emirat, als plötzlich einer der beiden das Bewusstsein verliert. Glücklicher- weise ist ein Arzt an Bord, der dem Flugkapitän sofort empfiehlt, auf dem nächstgelegenen Flughafen zu landen, damit der bewusstlose Passagier die nötige ärztliche Versorgung be- kommt. Das Flugzeug landet schließ- lich auf dem Flughafen von Antalya in der Türkei. Der immer noch bewusstlose Expat wird sofort in ein Krankenhaus einge- liefert. In der Zwischenzeit kontaktiert sein Kollege die philippinische Lebens- gefährtin des Expats und teilt dieser die Nummer des Krankenhauses mit. Dort rief die Frau sofort an, um Näheres über den Gesundheitszustand ihres Partners zu erfahren, bekam allerdings keine Auskünfte, weil sie nicht die Ehe- frau des erkrankten Expats war. Als „bloße“ Lebenspartnerin hatte Sie kein Recht auf Informationen über den Ge- sundheitszustand ihres Partners. Ledig- lich mit einer unterschriebenen Vorsorgevollmacht (idealerweise auch auf Englisch) hätte sie sich Auskünfte erkämpfen können. 18 GESUNDHEIT MEDIKAMENTE IM URLAUBSGEPÄCK: WAS REISENDE WISSEN SOLLTEN URLAUB UND GESCHÄFTSREISEN INS AUSLAND: VORSORGEVOLLMACHT FÜR LEBENSPARTNER AUSSTELLEN Reisende sollten darauf verzichten, im Ausland Medika- mente zu kaufen. „Medikamente sind keine Urlaubs- souvenirs. Denn erstens steigt im Ausland das Risiko, unwissentlich ein gefälschtes Arzneimittel zu kaufen. Zwei- tens gelten strenge Zollbestimmungen für die Einfuhr von Medikamenten“, sagt Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer. Weltweit sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) acht bis zehn Pro- zent aller Medikamente gefälscht. In ärmeren Län- dern ist das Risiko für Arz- neimittelfälschungen besonders groß. Arzneimit- telfälschungen enthalten einen anderen Wirkstoff als deklariert, den angegebenen Wirkstoff in einer anderen Konzentration oder gar kei- nen Wirkstoff. Benkert: „Auch wenn ein Medikament im Ausland preiswerter ist: Die Schnäppchenjagd kann le- bensgefährlich sein.“ Die Gefahr, im Ausland ein gefälschtes Medikament zu kaufen, ist besonders auf Wochenmärkten oder bei fliegenden Händlern sehr groß. Bei der Einreise in die EU dürfen Urlauber nur die Menge an Medikamenten mitführen, die für ihren persönlichen Bedarf bestimmt ist. Als Faustregel gelten dabei eine Packung bezie- hungsweise der Bedarf für maximal drei Monate pro Medika- ment. Urlauber dürfen aus dem Ausland keine Medikamente für andere Personen oder für gewerbliche Zwecke mitbrin- gen. Arzneimittelfälschungen und Dopingmittel dürfen generell nicht eingeführt werden. Auch einige Präparate, die im Ausland frei gehan- delt werden, können in Deutschland unter das Arzneimittelrecht fallen. Dazu gehören zum Beispiel Nahrungser- gänzungsmittel, hoch dosierte Vita- minpräparate oder rein pflanz- liche Mittel. Alle diese Präparate werden vom Zoll konfisziert und der Reisende kann bestraft werden. Wer dauerhaft Medikamente braucht, sollte im Urlaub ausreichend große Mengen mitnehmen oder sich diese im Voraus vom Arzt verordnen las- sen. Flugreisende sollten beachten, dass Flüssigkeiten, Cremes oder Sprays nur in begrenzter Menge mit an Bord gebracht werden dürfen. Für stark wirksame Schmerzmittel und andere Betäubungsmittel sollte ein ärztliches Attest mit- geführt werden.  BUCHTIPP: Damit Angehörige in einer Situa- tion wie dieser nicht überfordert sind, hilft ein Notfallplan weiter. In dem Buch“ Wenn Tränen trock- nen“ beschreibt der Autor Hans Walter Schäfer detailliert, praxis- nah und mit Hilfe von Checkli- sten, wie ein solcher Notfallplan erstellt wird. Leseprobe und Bestellung unter www.wenn-traenen-trocknen.de © Nik_Merkulov - Fotolia.com © Butch - Fotolia.com
  19. 19. 19 WELTWEIT Die Fähigkeit zu lernen, ist zur Hälfte vorbe- stimmt. Darüber hinaus be- einflusst der genetische Code, der die Lernfähigkeit in einem Fach wie Mathe- matik bestimmt, auch die Befähigung für die Lesefä- higkeit eines Kindes. Eine neue Studie des King's Col- lege London hat dafür fast 1.500 Zwillingspaare im Alter von zwölf Jahren un- tersucht, um zu bestimmen, welcher Anteil der Mathe- matik- und Lesefähigkeiten auf das Erbgut zurückzufüh- ren ist. Die Experten verglichen die Ergebnisse eineiiger Zwil- linge, die identisches Erbma- terial haben, mit denen zweieiiger Zwillinge. Ein Ver- bal- sowie ein Mathematik- test wurden erstellt. Die Ergebnisse der eineiigen Zwillinge waren im Ver- gleich doppelt so ähnlich wie die der zweieiigen Zwil- linge. Dies zeigt, dass die Hälfte der Mathe- und Lese- fähigkeiten vom geneti- schen Material abhängig ist. Eine komplementäre Studie dazu zeigt auch, dass Fremde mit ähnlichen aka- demischen Fähigkeiten auch über eine ähnliche DNA verfügen. Laut der Erhebung greifen die Gene, die für die Mathe- matik und Lesen verant- wortlich sind, ineinander und zielen nicht, wie bisher vermutet, nur auf eine ein- zige Fähigkeit ab. Generalis- ten-Gene bestimmen die Fähigkeiten des Kindes in mehreren Disziplinen. "Wenn du Lesegene fin- dest", meint Robert Plomin, einer der Autoren der Stu- die, "hast du auch eine 50- prozentige Chance, dass diese Gene deine mathema- tischen Fähigkeiten beein- flussen." Plomin vergleicht die geneti- sche Determinierung mit der Fettleibigkeit. Menschen können zwar nichts gegen ihre Prädisposition tun, aber sie können die genetische Neigung durch Disziplin unter Kontrolle halten. Schüler können also auch alle auf ein durchschnittli- ches Niveau gebracht wer- den. Es bedarf einfach nur mehr Energie, meinen die Wissenschaftler. Finnland ist für Plomin ein Vorzeigeland beim Schulsystem. So haben die Skandinavier beschlossen, jedes Kind um jeden Preis auf ein bestimm- tes Lese- und Mathematikle- vel zu bringen, das benötigt wird, um in der modernen Welt zu überleben. In der Praxis heißt das: geringere Klassengrößen, alternative Lernmethoden und Zusatz- einheiten außerhalb der Klasse - für Kinder, die es benötigen. Und noch etwas ist bedeutend, wie Plomin hervorhebt: "Neben der Neigung ist es vor allem der Wille, der genauso wichtig ist, wenn es darum geht, Performance zuabliefern." Quelle: www.pres- setext.com DNA BEI KINDERN HÄLFTE DES LERNERFOLGS © Dmitry Sunagatov - Fotolia.com
  20. 20. 20 IMPRESSUM HERAUSGEBER: Bund der Auslands- Erwerbstätigen (BDAE) e.V. Kühnehöfe 3 22761 Hamburg Tel. +49-40-306874-0 WWW.BDAE.COM REDAKTION: Anne-Katrin Schulz (verantwortlich) akschulz@bdae.de Sanja Zivkovic LAYOUT: Esther Rudat LEKTORAT: Andrea Kraus COPYRIGHT: Die Beiträge im BDAE- Newsletter sind urheber- rechtlich geschützt und dürfen nicht ohne schrift- liche Genehmigung durch den Herausgeber repro- duziert werden. Die Beiträge des BDAE- Newsletters spiegeln die Meinung der Redaktion und nicht unbedingt die des BDAE wider. WELTWEIT MIT DEM HUND AN DEN STRAND NACH POLEN AUCH AUF FOLGEN SIE UNS Wer mit seinem Hund an die polnische Ostseeküste reist, sollte die Verbotsregelungen an Badestränden beachten. Darauf weist der auf die Region spezialisierte Rei- severanstalter Travelnetto hin. „Generell ist man in Polen sehr tierfreundlich und in einer ganzen Reihe von Hotels darf man Hunde mitbringen“, meint Geschäftsführer Carsten Wolf. Er rät aber dazu, Ver- botsschilder an den Stränden ernst zu nehmen. So herrsche an den Badestränden des Seebads winouj cie (Swine- münde) vom 1. Juni bis 30. September ein generelles Hunde- verbot. Schilder weisen darauf in polnischer und deutscher Sprache hin, bei Verstößen kann ein saftiges Bußgeld ver- hängt werden. Für Spaziergänge mit Hund ist allerdings ein größerer Strand- abschnitt im Bereich der Swine-Mündung unweit der be- rühmten Mühlenbake, dem Wahrzeichen der Stadt, freigegeben. Im Seebad Kolberg wurden im vergangenen Jahr zwei Hundestrände ausgewiesen, die sich westlich und östlich des Stadtzentrums befinden. Sie sind entsprechend gekennzeichnet sowie mit Beutelspendern und Abfallkörben für die Hinterlassenschaften der Vierbeiner ausgestattet. Einen ausgewiesenen Hundestrand gibt es auch im Westen von Misdroy, dem größten Seebad auf der Insel Wolin. Auch andere Ferienorte haben Hundestrände ausgewiesen. So ver- fügt die Gemeinde Rewahl, zu der auch Ferienorte wie Fi- scherkathen oder Poberow gehören, über insgesamt zehn Strandabschnitte, an denen Hunde auch im Sommer zuge- lassen sind. Carsten Wolf weist darauf hin, dass für die Mitnahme von Hunden nach Polen ein gültiger Heimtierausweis erforderlich ist. Informationen über hundefreundliche Hotels und Pensio- nen in Polen erteilt der Reiseveranstalter Travelnetto. © foryouinf - Fotolia.com

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