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Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Januar 2014

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In dieser Ausgabe erfahren die Leser was zu beachten ist, wenn man in Frankreich leben und arbeiten möchte, welches Land mit den fleißigsten Mitarbeitern punktet und was das chinesische Jahr des ...

In dieser Ausgabe erfahren die Leser was zu beachten ist, wenn man in Frankreich leben und arbeiten möchte, welches Land mit den fleißigsten Mitarbeitern punktet und was das chinesische Jahr des Pferdes bedeutet.

Ein Gastbeitrag befasst sich mit dem Thema Rückkehr von Expatriates und beschreibt, weshalb es vielen Expats leichter fällt, Deutschland zu verlassen als dorthin zurückzukehren.

Das Interview haben wir diesmal mit einer Deutschen geführt, die aus Liebe zu ihrem frisch gebackenen Ehemann quasi Hals über Kopf nach Brasilien ausgewandert ist.

In der Rubrik „Rechtliches“ finden Sie wieder spannende Gerichtsurteile und Rechtstipps und Sie erfahren außerdem Details zur neuen obligatorischen Krankenversicherung in Dubai.

Aktuelle und ältere Newsletter-Ausgaben sowie das kostenlose Newsletter-Abo finden Interessierte unter http://www.bdae-ev.de/news/newsletter/.

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Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Januar 2014 Document Transcript

  • 1. NEWSLETTER JAN 14 EDITORIAL Liebe Leserin, lieber Leser, INHALT passend zum heutigen Tag der deutschfranzösischen Freundschaft finden Sie in dieser Newsletterausgabe einen Beitrag zum Thema „Auswandern nach Frankreich“ (Seite 8), in dem Sie auch einen Kurzüberblick über die wichtigsten Verhaltensregeln im Umgang mit Franzosen bekommen. Ganz gleich, ob es nach Frankreich oder in ein anderes Land geht, für Expats gestaltet sich das Verlassen ihres Heimatlandes meistens leichter als die Rückkehr Jahre später. Warum dies so ist, beschreibt Gastautorin Susan Salzbrenner auf der Seite 10. Auch unsere Interviewpartnerin denkt manchmal gemeinsam mit ihrem Mann über eine Rückkehr nach Berlin aus Brasilien nach, wo beide vor mehr als vier Jahren hinzogen. Noch ist es aber nicht soweit, und Esther K. Beuth-Heyer genießt ein buntes und erreignisreiches Leben in São Paulo. Lesen Sie mehr darüber ab der Seite 3. Viele Auswanderer und Expats sehnen sich danach, auch in ihrer neuen Wahlheimat Kontakt zu Landsleuten zu haben. Eine neue Online-Community hilft bei der Suche nach Ansprechpartnern in der Nähe des Aufenthaltsortes. Details dazu erfahren Sie auf der Seite 15. Dubai installiert aktuell eine obligatorische Krankenversicherung für Einheimische wie Ausländer. Inzwischen sind dazu Einzelheiten bekannt, die wir für Sie in einem Beitrag auf der Seite 5 in der Rubrik „Rechtliches“ zusammengestellt haben. In dieser Rubrik finden Sie zudem spannende Gerichtsurteile, etwa zur gesetzlichen Unfallversicherung in Vietnam und hinsichtlich der Stornokosten für eine Kreuzfahrt. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre und denken Sie daran: Der BDAE begleitet Sie mit Sicherheit ins Ausland! Herzlichst, Ihre Silvia Opitz 1 BDAE INTERN Neu dabei ............................2 BDAE auf der Einstieg in Hamburg ..............................2 Zahl des Monats.....................2 DAS INTERVIEW »Ich befand mich in einem doppelten Honeymoon«....3 RECHTLICHES Details zur neuen Krankenversicherungspflicht in Dubai .................................5 Einschränkungen bei Flug nach Russland....................6 Tipps bei nichtbeabsichtigten Reisebuchungen ........................6 Zu hohe Stornokosten für Kreuzfahrt ...................6 Gesetzliche Unfallversicherung gilt auch in Vietnam .............................7 Änderungen bei Einreise nach China.........................7 EXPATRIATES Tipps fürs Auswandern nach Frankreich...............................8 Auslandsentsendung: Warum Rückkehren schwieriger ist als Weggehen .................10 Umfrage zum Thema Rückkehr von Expats ...................11 AIRLINE NEWS Flugunfallstatistik 2014: Die weiltweit sichersten Airlines.............................12 Neues von den Airlines .....12 VERMISCHTES Buchtipp: China tickt anders ..............................14 Jeder zweite Deutsche wünscht sich ein Sabbatjahr .......................14 ... FORTSETZUNG AUF SEITE 2 ...
  • 2. BDAE INTERN NEU DABEI Seit dem 1. Januar 2014 ist Claus-Helge Groß als Firmenkundenberater beim BDAE tätig. In seiner Position wird der 31-Jährige Pers o n a l v e r a n twortliche hinsichtlich der optimalen sozialen Absicherung ihrer Expats während des Auslandsaufenthaltes beraten. Claus-Helge Groß hat Regionalwissenschaften Südostasien mit Schwerpunkt China studiert und ist insbesondere mit Chinas Wirtschaft, Gesellschaft und Rechtskultur vertraut. Er spricht überdies fließend Hochchinesisch, das er während seines Auslandsstudiums an der Nankai Universität im chinesischen Tianjin verfeinern konnte. Diverse Aufenthalte und Praktika in Südchina und Shenzhen bei Hongkong haben ebenfalls dazu beigetragen, Sprache sowie Land und Leute noch besser kennenzulernen. BDAE AUF DER EINSTIEG IN HAMBURG Vom 21. bis 22. Februar 2013 findet zum zwölften Mal die Messe »Einstieg Hamburg« in der Halle B6 der Hamburger Messehallen statt. Die Veranstaltung bietet mit ihren mehr als 360 Ausstellern Jugendlichen, jungen Erwachsenen, Eltern und Lehrern kostenlos Informationen zur Studien- und Berufswahl im Inund Ausland, stellt Studiengänge und Ausbildungswege vor und gibt Tipps zu Bewerbung und Studienfinanzierung. Zuletzt war der ehemalige Wahl-Kölner, der aus der Nähe des berühmten Neandertals stammt, als Mitarbeiter des Key Account Managements bei Air China beschäftigt. In seiner Freizeit verköstigt Claus-Helge seine Freunde gerne mit scharfer chinesischer Kost und treibt zu Wasser wie zu Lande Sport. Erst letzten Winter hat er sich einen lang gehegten Traum erfüllt und war mit Freunden in den Bergen der Highlands zelten. »Immer mehr Unternehmen entsenden Mitarbeiter in die Wachstumsregion Greater China. Mit Claus-Helge Groß haben wir nicht nur einen versierten Kundenberater, sondern auch einen Spezialisten, der sich mit den Marktbedingungen, dem Rechtssystem und der Kultur Chinas auskennt. Das ist ein Plus, über das wir uns besonders freuen«, sagt Andreas Opitz, Gründer des BDAE. ... Chinesen und Deutsche fleissigste Mitarbeiter der Welt ...........................15 Im Ausland Landsleute finden ..............................15 GESUNDHEIT INTERNATIONAL Was gegen Jetlag hilft ......16 Schutz für Familien auf Reisen...............................16 AUS ALLER WELT 2014 ist das Jahr des Pferdes .............................17 Vietnam: Hohe Nachfrage nach Deutschunterricht.........................17 IMPRESSUM...................17 Sie erreichen Claus-Helge Groß telefonisch (+49-40-687430-70) und per E-Mail (chgross@bdae.com). bruar von 13.30 bis 13.50 Uhr auf der Radio-Energy-Bühne (Bühne 5) einen Vortrag zum Thema »Studieren im Ausland. Was beachtet werden muss.« halten. Mehr Informationen zur Messe Einstieg erhalten Sie hier. Bei Fragen dazu kontaktieren Sie gerne Anne-Katrin Schulz (akschulz@ bdae.com). ZAHL DES MONATS 62 MILLIONEN EURO kostete der teuerste Diamant der Welt, der im November 2013 bei Sotheby’s versteigert wurde. (Quelle: Allianz Deutschland AG) Zusätzlich werden mehr als 100 Vorträge und Workshops auf 5 Bühnen stattfinden. Fachleute informieren unter anderem über weltweite Ausbildungsmöglichkeiten, worauf es bei der Bewerbung und dem Vorstellungsgespräch ankommt und vieles mehr. Auch die BDAE GRUPPE wird wieder mit einem eigenen Stand (U.89) bei diesem Event vertreten sein und die Besucher unter anderem zu den Themen Auslandsstudium oder Auslandspraktikum und soziale Absicherung während des Auslandsaufenthaltes informieren. Zudem wird die BDAE GRUPPE am 22. Fe2
  • 3. DAS INTERVIEW »ICH BEFAND MICH IN EINEM DOPPELTEN HONEYMOON« Für Esther K. Beuth-Heyer änderte sich vor über vier Jahren quasi über Nacht einfach alles: Der Beziehungsstatus, der Job und das Aufenthaltsland. Im Interview berichtet sie von ihren ersten Schritten in São Paulo und beschreibt, wie sie dort mit ihrem Mann lebt. BDAE: Sie leben seit Februar 2011 in São Paulo. Wie kam es zu diesem Umzug? Beuth-Heyer: Das lässt sich am besten chronologisch erzählen. Am 6. August 2010 habe ich meinen heutigen Ehemann kennen gelernt, der kurz zuvor einen Arbeitsvertrag für eine Tätigkeit in Brasilien unterschrieben hatte. Wir waren uns sofort sicher, dass wir zueinander gehören. Am 21. August, auf dem Weg zu seiner Familie nach Düsseldorf, hat er um meine Hand angehalten und am 1. Oktober haben wir geheiratet. Nur wenig später, am 27. Oktober, ist mein Mann bereits nach São Paulo geflogen. Dass ich ihm mittelfristig folgen würde, stand für mich spätestens am Tag unserer Hochzeit fest. BDAE: Das ging ja alles immens schnell. Wie hat ihr Umfeld darauf reagiert? Beuth-Heyer: Unsere Familien waren im ersten Moment natürlich überrascht über die rasanten Entwicklungen, doch auch sie spürten, dass wir zueinander gehören und haben sich mit uns gefreut. Nicht glücklich über meine Entscheidung war mein damaliger Chef. Bevor ich nach São Paulo ging, arbeitete ich mit großem Engagement und viel Freude als Pressesprecherin eines Schwerpunktkrankenhauses der Maximalversorgung in Berlin. Diesen Job wollte ich für das Leben mit meinem Mann und das Abenteuer Brasilien aufgeben. Mein Chef hat mich nur ungern ziehen lassen. Auch ich ging mit einem weinenden Auge, denn diese Aufgabe hat mich sehr ausgefüllt. BDAE: Wie haben Sie sich auf Brasilien vorbereitet? Beuth-Heyer: Ich konnte mich nicht wirklich in die Vorbereitung stürzen, da ich noch lange Zeit arbeitete. Ich habe Menschen angesprochen, von denen ich wusste, dass sie einen Brasilienbezug haben – eine ehemalige Kollegin, die aus Brasilien stammt, ein Ehepaar, dass lange in São Paulo gelebt hatte. Schließlich – und dies stellte sich als wichtigster Bezugspunkt heraus – hat eine Freundin meiner Familie den Kontakt zu einem weitläufigen Verwandten, einem Deutschen und seiner brasilianischen Ehefrau, hergestellt. Beide waren uns in unserer Anfangszeit eine große Hilfe und sind heute gute Freunde. Bereits in Deutschland hatte ich angefangen, Portugiesisch zu lernen. Ich habe mich intensiv mit meinem Mann über seine Erlebnisse in dem auch für ihn komplett neuen Land ausgetauscht und viel zu Brasilien, speziell zu São Paulo, recherchiert. Am 12. Februar 2011 traf ich schließlich mit viel Gepäck in São Paulo ein, um mit meinem Mann in der Megacity zu leben. BDAE: Was waren Ihre ersten prägenden Eindrücke von São Paulo? Beuth-Heyer: Klimatisch und aufgrund der Vegetation um den Flughafen Guarulhos fühlte ich mich an Hawaii erinnert. Dieser erste Eindruck verflog aber schnell auf dem Weg in den Stadtteil Brooklin, in dem wir auch heute noch leben, denn die subtropische Idylle wurde nach wenigen 100 Metern zum Asphaltdschungel und zur Betonwüste: Ich sah zwischen acht und zwölf Fahrspuren, auf deren Seitenstreifen Menschen entspannt entlang liefen oder mit dem Fahrrad fuhren und viele heruntergekommene Gebäude. Auf halber Strecke änderte sich dann das Bild je nach Streckenabschnitt. Brooklin mochte ich sofort. Wenige Stunden nachdem ich angekommen war, gingen wir in ein Lanchonete, eine Art Imbiss, um etwas zu essen. Mein Mann schwärmte von Pão de queijo, die er als gehaltvolle Käsebrötchen beschrieb. Diese brasilianische Köstlichkeit wollte auch ich probieren. Das war kein leichtes Unterfangen, denn auch mein Mann war nach wenigen Wochen noch nicht sicher in der neuen Sprache. Bis wir in Sachen Restaurantbesuch eine Routine – einschließlich der Erinnerung an unterschiedliche 3 Besteckteile oder die Reklamation – entwickelten, sollte einige Zeit vergehen. Mein Mann zeigte mir die Umgebung und führte mich in das nächstgelegene Einkaufszentrum: Ich war erleichtert und sehr glücklich, dass es hier alles zu geben schien, was das Herz begehrt. Was ich in der ersten Zeit auch erlebte: Für Sekunden war ich vielleicht einmal irritiert, doch gleichzeitig war ich unendlich glücklich, ich befand mich in einem doppelten Honeymoon – mit meinem Mann und mit der Megacity, die es zu erobern und zu entdecken galt. BDAE: Was waren die größten Herausforderungen, die Sie meistern mussten? Beuth-Heyer: Lange Zeit habe ich eigentlich nichts als Herausforderung empfunden. Vielmehr war alles ein großes Abenteuer – ein ausgedehnter Honeymoon. Selbst den Umzug in unser Apartment, den ich in Abwesenheit meines Mannes, der zu diesem Zeitpunkt beruflich in Deutschland zu tun hatte, quasi allein und ohne Sprachkenntnisse absolvierte, empfand ich als aufregendes Ereignis – und das, obwohl er nicht komplikationslos verlief. Aber erstens stand mir meine Freundin zur Seite und zweitens mag ich Herausforderungen. Als ich in der Umzugszeit nicht um einen Arztbesuch herumkam, musste ich mich mit der Struktur des brasilianischen Gesundheitssystems auseinandersetzen und einen Facharzt finden. Ich wählte damals einen Vertragsarzt meiner exellenten privaten Versicherung. © barcova_natalia - Fotolia.com
  • 4. DAS INTERVIEW Allerdings war dies der erste und letzte Besuch bei einem Kooperationsarzt, denn vielmehr als eine unzutreffende Nebendiagnose hatte der Mediziner während der zehnminütigen Kassenkonsultation nicht zu bieten. Heute gehen wir zu Ärzten unserer Wahl und lassen uns den Krankenkassenanteil erstatten. BDAE: Welche besonderen kulturellen Unterschiede fallen Ihnen zwischen Deutschen und Brasilianern ein? Beuth-Heyer: An den Brasilianern gefällt mir die positivere Lebenseinstellung, ihre Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Sie sind stets um eine Lösung bemüht, auch wenn sie diese nicht immer erreichen. Brasilianer können schlecht nein sagen. Nur um das Gegenüber nicht vor den Kopf zu stoßen, werden unrealistische oder nicht ernst gemeinte Versprechungen gemacht, wodurch sich das Miteinander bisweilen schwierig gestaltet. Auch die Amanhã-Mentalität, wonach etwas erst morgen, übermorgen, nächste Woche und nie passiert, ist oft nervenaufreibend. Brasilianer haben darüber hinaus einen gewissen Hang zum Eskapismus und denken häufig nicht in die Zukunft. Seitdem ich hier lebe, weiß ich die typisch deutschen Eigenschaften, wie beispielsweise Klarheit, Verlässlichkeit, Termintreue und Effizienz umso mehr zu schätzen. BDAE: Sie haben in den 90-er Jahren als Redakteurin in New York gelebt. Wo haben Sie schneller Fuß fassen können: New York oder São Paulo? damals gut Englisch und lebte in den ersten Monaten in einer wundervollen Gastfamilie. Ich wohnte in der Idylle Long Islands und arbeitete in Manhattan. Auch mein Job bei der New Yorker Staats-Zeitung war großartig. Tatsächlich hat mich die Stadt so sehr begeistert, dass ich mich jahrelang um die Greencard bemühte. Nicht zuletzt diese positive Erfahrung hat dazu geführt, dass ich mich frohgemut in das Abenteuer São Paulo gestürzt habe. Nicht auf dem Zettel hatte ich allerdings, dass in São Paulo nur wenige Menschen Englisch sprechen, auch wenn sie häufig Gegenteiliges behaupten. BDAE: Sie arbeiten schon lange im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, nun auch in Brasilien. Was genau tun Sie? Beuth-Heyer: Etwas über vier Wochen nach meiner Ankunft hatte ich bereits – noch bevor wir eine eigene Wohnung bezogen – meinen ersten Job. Für die Brasil-Post, eine deutschsprachige Wochenzeitung, die bis Ende September 2012 bestand, schrieb ich eine wöchentliche Kolumne über meine Erlebnisse in und mit der Stadt. Ich habe also sehr schnell einen Einstieg in das Arbeitsleben vor Ort gefunden, nichtzuletzt aufgrund meiner journalistischen Routine. Zu meiner Freude arbeite ich seit Ende 2012/Anfang 2013 auch wieder im PR-Bereich – und zwar für „Cidades Sem Fome“, zu Deutsch: „Städte ohne Hunger“. Beuth-Heyer: Leichter eingelebt habe ich mich in New York, denn die pulsierende Metropole ist allgegenwärtig. Sie ist Schauplatz unzähliger Romane und Filme. Regelmäßig wird über neue Trends aus Stadt, die niemals schläft, berichtet. Bereits als ich New York – drei Jahre vor meinem längeren Aufenthalt dort – zum ersten Mal besuchte, war ich fasziniert von dieser Stadt und fühlte mich sofort heimisch. Es war, als sei ich nach langer Abwesenheit an einen vertrauten Ort zurückgekehrt, obwohl ich noch nie dort war. Vielleicht erklärt sich dieses Gefühl aufgrund der medialen Omnipräsenz. Als ich schließlich meine Tätigkeit aufnahm, hatte ich großartige Ausgangsvoraussetzungen, denn ich sprach schon © Michel-R - Fotolia.com 4 Dort decke ich den deutsch-englischen Bereich ab und der Gründer der Organisation, für die ich tätig bin, übernimmt den portugiesischen Part. BDAE: Können Sie sich vorstellen, in São Paulo alt zu werden? Beuth-Heyer: In São Paulo habe ich für mich realisiert, wie stark meine deutschen Wurzeln sind, wie verbunden ich mit meiner Familie, meinen Freunden, mit Berlin bin. Ich spreche inzwischen gut Portugiesisch und doch kann ich mich natürlich nicht auf dem Niveau artikulieren, wie es mir in meiner Muttersprache möglich ist. Im Verlauf unseres ersten Weihnachtsfests hier in São Paulo im Jahr 2012 hat uns, fern von unseren Lieben, die Sehnsucht und das Heimweh gepackt und wir haben uns erstmals mit der Frage einer Rückkehr beschäftigt. Aktuell sind wir dabei, den für uns sinnvollen Zeitpunkt auszuloten. Doch unabhängig davon: Bereits in diesen ersten drei Jahren haben wir viel Spannendes hier in Brasilien erlebt und werden ausgesprochen positive Erfahrungen mitnehmen. Mehr Infos unter: http://www.estherbeuth-heyer.com/biographisches/
  • 5. RECHTLICHES DETAILS ZUR NEUEN KRANKENVERSICHERUNGSPFLICHT IN DUBAI Dubais Regierung, speziell die Dubai Health Authority (DHA), hat eine obligatorische Krankenversicherung für Arbeitnehmer, die von Arbeitgebern gezahlt werden muss, eingeführt. Aktuell wird das System noch implementiert. Inzwischen sind weitere Details über die Pflichtversicherung veröffentlicht worden. So wird der maximale monatliche Beitrag für die verpflichtende Basisversicherung zwischen 500 bis 700 Dirham (circa 100 bis 140 Euro) hoch sein und darf nicht eigenständig von den Versicherern erhöht werden. Anders als beispielsweise in Deutschland ist die Lei- stung »gedeckelt«. Dabei liegt die jährliche Höchstgrenze bei 150.000 Dirham (rund 30.000 Euro). Das bedeutet, dass die Versicherungsgesellschaften nur Behandlungen bis zu diesem jährlichen Maximum erstatten. Wer für die verbleibenden Kosten aufkommt, ist bislang noch nicht zu hundert Prozent geklärt. Sämtliche Kliniken und Krankenhäuser, die an das DHA angeschlossen sind, sind Teil des neuen Versicherungssystems. BEI LANGER KRANKHEIT DROHT AUSWEISUNG Die DHA entwickelt derzeit einen Sonderfonds aus dem »teure« Krankheiten wie beispielsweise Krebs von Seiten des Staates finanziert werden sollen. In der Grundabsicherung sind Vorerkrankungen mit einer maximalen Wartezeit von sechs Monaten abgesichert. Wer als ausländischer Arbeitnehmer aber beispielsweise in ein Koma fällt oder sich in einem vergleichbaren Stadium befindet, muss mit der Ausweisung ins Heimatland rechnen. DIE GRUNDSICHERUNG BEINHALTET: • Ambulante Behandlungen (GP visits), • Überweisungen zu Fachärzten, • Operationen, • diverse Gesundheitstests, • Schwangerschaft und Entbindung sowie • Notfälle. Nicht versichert sind Zahnersatz und Zahnbehandlungen (lediglich Notfallbehandlungen) oder kosmetische Operationen. Versicherte haben zudem keinen Anspruch auf Behandlungen im EinbettZimmer. Die Basiskrankenversicherung dürfen nur solche Gesellschaften anbieten, die von der Regierung dazu autorisiert werden. Um den Zuschlag zu erhalten, müssen die Assekuranzen strenge Auflagen erfüllen – dazu gehören eine Mindest-Unternehmensgröße und ausreichend Eigenkapital. KEINE PFLICHTVERSICHERUNG FÜR FAMILIENANGEHÖRIGE Für Familienangehörige wird die Grundabsicherung nicht verpflichtend sein. Dubais Regierung verhandelt derzeit aber mit den Versicherungsgesellschaften, um eine günstige Familienversicherung anzubieten. Würde diese obligatorisch, so stünde zu befürchten, dass Unternehmen nur noch Singles einstellen. Als Einwanderungsland möchte Dubai aber insbesondere für Familien attraktiv bleiben. Der Nachweis der Krankenversicherung wird zukünftig unmittelbare Voraussetzung für die Beantragung oder Verlängerung von Daueraufenthaltsgenehmigungen (Visa, Emirates ID) im Emirat Dubai sein. Die bisherige Gesundheitskarte (Health Card) wird von der Versichertenkarte (Insurance Card) abgelöst. © zphoto - Fotolia.com 5 Das Echo auf die geplante Versicherungspflicht in Dubai ist sehr positiv. Insbesondere das Ziel, dass Bauarbeiter wie Manager dieselbe Grundabsicherung haben sollen, wird gelobt. Aktuell ist rund jeder dritte Erwerbstätige in Dubai ohne Gesundheitsabsicherung.
  • 6. RECHTLICHES EINSCHRÄNKUNGEN BEI FLUG NACH RUSSLAND Flug-Passagieren in die Russische Föderation ist es ab sofort verboten, Flüssigkeiten oder Gegenstände ähnlicher Konsistenz (zum Beispiel Gels, Sprays, Cremes) im Handgepäck mit an Bord zu nehmen. Ausnahmen gelten für Medikamente oder geringe Mengen an Pflegeprodukten, sie müssen gesondert kontrolliert werden. Das berichten tip.de und die VisumCentrale. TIPPS BEI NICHT BEABSICHTIGTEN REISEBUCHUNGEN Verbraucher können sich ab sofort kostenfrei zum Thema »Ungewollte Reisebuchungen im Internet« informieren. Die Berliner Kanzlei Hollweck hat entsprechende Informationen auf ihrer Homepage aufbereitet. Dort finden Leser wichtige Fragen rund um die unberechtigte Forderung von Online-Reiseportalen und Reiseveranstaltern im Internet. Für Medikamente in flüssiger Form muss durch ärztliche Atteste bescheinigt werden, dass der Reisende darauf angewiesen ist, sie griffbereit bei sich zu haben. Für Baby-Nahrung soll die Möglichkeit bestehen, individuell je nach Situation nach der Kontrolle Notwendiges im Handgepäck befördern zu können. Ein wichtiger Aspekt im Verbraucherschutz ist beispielsweise der Widerspruch gegen unberechtigte Rechnungen von Reiseportalen beziehungsweise Reiseveranstaltern. Immer wieder kommt es vor, dass ein Online-Reiseportal seine Kunden zu schnell in die Vertragsfalle führt. Dem Kunden wird dann eine Reisebuchung untergeschoben, obwohl dieser die Buchung noch gar nicht rechtsverbindlich auslösen wollte. Dennoch behauptet das Internetportal, dass angeblich bereits alle Schritte durchgeführt wurden, um die Reise online verbindlich zu buchen. In rechtlicher Hinsicht ist das nicht korrekt, da noch kein wirksamer Reisevertrag abgeschlossen wurde, so die Anwälte der Kanzlei Hollweck. Hierzu müsste der Kunde bewusst eine Buchung auslösen, und er sollte deutlich darauf hingewiesen werden, mit welchem Schritt er die Buchung endgültig bestätigt. Ist das nicht geschehen, so liegt kein gültiger Reisevertrag vor. Die angebliche Reisebuchung oder Flugbuchung muss vom Kunden nicht hingenommen werden, er kann gegen die dann ergehende Rechnung oder Mahnung Widerspruch einlegen. Die neuen Sicherheitsmaßnahmen sollen die Anschlagsgefahr bei den Olympischen Spielen reduzieren. Sie gelten voraussichtlich bis Ende März (die Winterspiele dauern vom 7. bis zum 23. Februar, die Paralympics vom 7. bis zum 16. März 2014). In der nächsten Zeit muss wegen vermehrter Kontrollen mehr Zeit für die Abfertigung eingeplant werden. Jedoch werden nicht an allen internationalen und nationalen russischen Flughäfen die Sicherheitsüberprüfungen mit der gleichen Konsequenz durchgeführt. Weitere Infos dazu unter: www.kanzleihollweck.de/ratgeber/reisebuchung/ © Visual Concepts - Fotolia.com © mindscanner - Fotolia.com 6 ZU HOHE STORNOKOSTEN FÜR KREUZFAHRT In einem Verfahren vor dem Oberlandesgericht (OLG Rostock, Az.: 2 U 7/13) Rostock wurde eine Klausel in den Reisebedingungen eines Kreuzfahrtveranstalters beanstandet, die den Kunden für den Fall des Reiserücktritts bis zum 60. Tag vor Reiseantritt zur Zahlung einer pauschalen Entschädigung in Höhe von 50 Prozent des Reisepreises verpflichtete. Das berichten die ARAGRechtsexperten. Das OLG hat die Klausel für unwirksam erklärt, weil die Pauschale viel höher sei als der zu erwartende Schaden des Reiseveranstalters, so die ARAG-Experten. Der Reiseveranstalter habe nicht darlegen können, dass ihm im Falle einer Stornierung ein typischerweise zu erwartender Durchschnittsschaden von 50 Prozent des Reisepreises entstehe. Dessen Zahlen zeigten im Gegenteil, dass frühzeitig stornierte Reisen größtenteils wiederverkauft werden können und dies teilweise sogar zu einem höheren Preis. © euthymia - Fotolia.com
  • 7. RECHTLICHES GESETZLICHE UNFALLVERSICHERUNG GILT AUCH IN VIETNAM Die deutsche gesetzliche Unfallversicherung muss auch bei Unfällen im Ausland zahlen – und zwar dann, wenn ein Mitarbeiter dorthin entsandt wurde. Dies hat das Hessische Landessozialgericht (LSG) in einem Urteil bekräftigt (Az.: L 3 U 167/11). Der Entscheidung zugrunde liegt der Fall eines Tierpflegers, der vom Leipziger Zoo nach Vietnam entsandt wurde, um dort ein Jahr lang in einem Nationalpark zu arbeiten. Dort erlitt er einen solch schweren Unfall, dass Teile seines Beines amputiert werden mussten. Den Vorfall reichte der Tierpfleger bei der Unfallkasse in Deutschland als Arbeitsunfall ein. Diese verweigerte jedoch die Zahlung. Begründung: Der Tierpfleger war in Vietnam beschäftigt und hätte demzufolge keinen gesetzlichen Versicherungsschutz in Deutschland. Die zuständige Kasse in Vietnam müsse für den Unfall auskommen. Dies sah das LSG in Hessen, bei dem der 32-jährige Tierpfleger geklagt hatte, allerdings anders: Liegt eine Entsendung vor, gilt grundsätzlich die deutsche Sozialversicherungspflicht vor. Voraussetzungen für die Ausstrahlung des deutschen Sozialversicherungsrechtes sind unter an- derem, dass der Auslandsaufenthalt zeitlich befristet ist und dass vor, während und nach der Entsendung ein Beschäftigungsverhältnis zwischen dem Entsandten und dem entsendenden Arbeitgeber besteht. Auch wenn der Tierpfleger vom Zoo Leipzig für das Projekt in Vietnam freigestellt worden war und auch aus Vietnam sein Gehalt bezogen hat, stehe er weiter unter dem Schutz des deutschen Absicherungssystems, so das Gericht. Der Grund: Der Arbeitgeber hätte den Tierpfleger selbst für den Posten ausgewählt, damit dieser die heimischen Tierpfleger in Vietnam schule. Außerdem seien die Geldzahlungen ausschließlich © DaMonk - Fotolia.com ÄNDERUNGEN BEI EINREISE NACH CHINA Das Konsulat der Volksrepublik China in Berlin teilt mit, dass Eltern mit chinesischer Staatsbürgerschaft bei der Visumbeantragung für ihr minderjähriges Kind einen unbefristeten Aufenthaltstitel für Deutschland nachweisen müssen. Andernfalls muss das Visum von beiden Elternteilen persönlich bei der Botschaft beantragt werden. Dies betrifft auch Kinder, die in Deutschland geboren wurden. © waldemarus - Fotolia.com 7 zum Zweck der Finanzierung der entsprechenden Stelle nach Vietnam transferiert worden. Zudem hätte der Leipziger Zoo den Tierpfleger aufgrund der Freistellungsvereinbarung ederzeitig zurück-rufen und damit stets seine Weisungsbefugnis ausüben können. Dass der im Ausland ansässige Betrieb das Entgelt ausgezahlt habe, sei aufgrund der zweckgebundenen Finanzierung der Stelle durch den Leipziger Zoo unbeachtlich. Auch die Tatsache, dass der Arbeitgeber den Hin- und Rückflug gezahlt hat und sich zur Zahlung weiterer Heimatflüge verpflichtete, seien klare Indizien für ein fortbestehendes Beschäftigungsverhältnis.
  • 8. EXPATRIATES TIPPS FÜRS AUSWANDERN NACH FRANKREICH Wer nach Frankreich auswandern möchte, um dort zu leben und zu arbeiten, sollte sich eine Sache von Vornherein bewusst machen: Ohne Sprachkenntnisse ist es geradezu unmöglich, vor Ort Fuß zu fassen. Die Franzosen lieben ihre Sprache und zweifeln auch nicht an der Richtigkeit ihrer Rechtschreibung, die übrigens bereits 1689 von der Académie française festgelegt wurde. Tatsächlich gibt es sogar ein eigenes Sprachengesetz (Loi Toubon), das die französische Sprache vor den Einflüssen anderer Sprachen – insbesondere der englischen – schützen soll. Wer beispielsweise in der Öffentlichkeit für Werbung, Mitteilungen, Botschaften, Produkte und Dienstleistungen englische Begriffe verwendet, muss eine Geldbuße zahlen. Selbst für das universelle Wort Computer haben die Franzosen mit »ordinateur« einen eigenständigen Begriff. Deutsche, die gutes Französisch sprechen, haben durchaus Chancen, im Nachbarland einen Arbeitsplatz zu finden. Die gesetzlich garantierte Freizügigkeit in Europa ermöglicht es, problemlos nach Frankreich überzusiedeln und zu arbeiten, ohne extra eine Arbeitserlaubnis zu beantragen. Doch wer in der französischen Republik erfolgreich sein möchte, sollte kulturelle Unterschiede zwischen Deutschen und Franzosen im Arbeitsalltag unbedingt kennen. AUSSCHWEIFEND KOMMUNIZIEREN In punkto Kommunikation gelten die Deutschen bei ihren französischen Nachbarn als »Dampfwalzen« – zu faktenlastig, direkt und unpersönlich seien sie in Verhandlungen und Gesprächen. Franzosen hingegen schmücken Informationen etwas mehr aus, was als guter Stil gilt. Dem Dolmetscherverband ADÜ Nord zufolge werden im Französischen bis zu 20 Prozent mehr Wörter als im Deutschen verwendet, um ein- und denselben Inhalt mitzuteilen. Andererseits gehen deutsche Fachleute in Texten und Gesprächen auf einzelne Aspekte sehr detailliert ein, was bei den französischen Geschäftspartnern nicht immer gut ankommt. Der Grund: Es erweckt den Eindruck, man traue ihnen nicht zu, eigenständig denken zu können. Französische Erläuterungen sind weniger präzise, haben dafür aber den gesamten Kontext besser im Blick. Direkte Äußerung von Kritik und ein deutliches Nein auf Fragen oder Vorschläge kommen in Frankreich ebenfalls nicht sonderlich gut an. Als Deutscher sollte man sich etwas vom französischen Charme abgucken und Negatives sanfter kommunizieren. © europhotos - Fotolia.com 8 DIE RICHTIGE BEGRÜSSUNG IN FRANKREICH Es ist üblich, Kollegen und Geschäftspartner ohne ihren Nachnamen oder etwaigen Titel, sondern einfach nur mit »Bonjour Madame« oder »Bonjour Monsieur« zu begrüßen. Unverheiratete Frauen werden nach wie vor mit »Mademoiselle« angesprochen. Anders als das deutsche »Fräulein« gilt dies nicht als verpönt. Ähnlich wie bei den Amerikanern sollte man auf die im Anschluss gestellte Frage, wie es einem geht, möglichst nicht den wahren Gemütszustand preisgeben, sondern neutral antworten. »Partout nicht angebracht im Geschäftsalltag sind Küsschen zur Begrüßung. Die sind lediglich privaten Kontakten vorbehalten«, weiß Omer Dotou vom Bund der Auslands-Erwerbstätigen, der in Frankreich aufgewachsen ist. »Wundern Sie sich aber nicht über ausgedehntes Händeschütteln. Dies ist sowohl beim ersten Kontakt als auch bei der Verabschiedung üblich«, so Dotou weiter.
  • 9. EXPATRIATES KURZER BUSINESS-KNIGGE FRANKREICH • Frankreich ist eine Modenation: Männer sollten in jedem Fall in Anzug und Krawatte erscheinen; Frauen in Hosenanzug oder Kostüm und möglichst nicht zu ausgefallen und figurbetont (dies untergräbt die Autorität). • Sprechen Sie nicht negativ über die französische Geschichte (z.B. Napoleon) oder Politik. © MR - Fotolia.com PERSÖNLICHES KENNENLERNEN BEIM ESSEN Franzosen sind bekannt für ihre gute Küche und ihre hervorragenden Weine. Entsprechend üblich ist es, mit Geschäfts- und Kooperationspartnern ausgiebig Essen zu gehen. Allerdings ist das gemeinsame Essen selten der krönende Abschluss eines erfolgreich besiegelten Geschäftes, sondern geht in der Regel den Verhandlungen voran. Der Zweck: Auf diese Weise will man sich besser kennenlernen und eine gemeinsame Zusammenarbeit ausloten. »Man sollte auch nicht irritiert sein, wenn es während des Essens noch gar nicht um Geschäftliches geht. Arbeitsunterlagen sind im Restaurant sogar tabu«, so Frankreich-Experte Dotou. »Über Fakten redet man frühestens zum Dessert.« Ein weiterer Tipp: »Betrachten Sie ein langwieriges Essen nicht als Zeitverschwendung, sondern als den notwendigen Rahmen für den Beziehungsaufbau.« In Frankreich spielen persönliche Befindlichkeiten und Zwischenmenschliches eine ausgeprägte Rolle, umso wichtiger ist es für Franzosen, ihre Geschäftspartner vorab kennenzulernen. Die deutsche Pünktlichkeit schätzen Franzosen übrigens sehr, sie selbst nehmen es damit aber nicht so genau. Einige Minuten Verspätung zu einer dienstlichen Verabredung sind absolut normal. Das Zeitverständnis der Grande Nation ist recht flexibel. 9 • Rechnen Sie damit, dass Sie recht frühzeitig auf die Weltkriege und die deutsche Schuldfrage angesprochen werden und reagieren Sie diskret und diplomatisch. • Nehmen Sie zu jedem Treffen viel Geduld und Zeit mit, es wird sich auszahlen. • Auch wenn Sie ihn nicht mögen: Französischen Wein zum Essen sollten Sie zumindest probieren. • Themen wie Glaube, politische Zugehörigkeit und Scheidung sind tabu. • Sparen Sie private Themen aus – auch beim Abendessen. • Sprechen Sie bescheiden über sich, das gilt als stilvoll und reden Sie erst am Ende von Verhandlungen über Geld. • Entschuldigen Sie sich öfter – auch für Kleinigkeiten, denn Franzosen entschuldigen sich sehr häufig als eine Geste der Höflichkeit. • Besprechungen sind sehr förmlich, der Ranghöchste sitzt für gewöhnlich am Kopfende des Tisches. Achten Sie auf die Hierarchie.
  • 10. EXPATRIATES AUSLANDSENTSENDUNG: WARUM RÜCKKEHREN SCHWIERIGER IST ALS WEGGEHEN Eine Auslandsentsendung beginnt mit jeder Menge Papierkrieg und im besten Fall mit viel Vorbereitung: Gesundheitscheck, Impfungen, Wohnungssuche im Ausland, Sprach- und interkulturelles Training und so weiter. Leider nimmt die Unterstützung, die ein Expat und die Mitgereisten erfahren, im Laufe der Zeit im Ausland schnell ab. Die Entsendung wird als erfolgreich empfunden, wenn der Mitarbeiter seine Position im Ausland erfolgreich abgeschlossen und übergeben hat. Firmen vergessen dabei, dass die Rückkehr in die Heimat einen wichtigen Bestandteil einer Auslandentsendung darstellt. Aber warum genau braucht man Unterstützung beim Umzug nach Hause? Sollte es nach all den Erfahrungen mit Neuem und Ungewohnten nicht das Einfachste von allem sein? Während der Monate oder Jahre im Ausland fällt es oft schwer, die persönlichen Veränderungen und professionelle Weiterentwicklung an sich festzustellen. Die Rückkehr in die Heimat bietet somit die erste Gelegenheit, die Veränderungen und den vollzogenen Perspektivenwechsel zu erleben. Der Rückkehrschock (oder »reverse culture shock«) ist schwierig zu handhaben, da die Rückkehr in die Heimat häufig mit der Erwartung verbunden wird: »Alles wird so wie vorher!«. Wir nehmen an, dass wir uns sofort an die alten Gewohnheiten erinnern und uns zuhause fühlen. PLÖTZLICH FREMD IN DER ALTEN HEIMAT Aber nicht nur wir verändern uns während der Zeit im Ausland, sondern auch die alten heimatlichen Gefilde. Nach dem oftmals aufregenden Lebensstil als Expat fällt es vielen nicht leicht, sich wieder an die alte Routine zu gewöhnen und sie bekommen »Heimweh« nach dem Expatland. Der größte Unterschied wird jedoch bei den Beziehungen zu Freunden, Familie und Kollegen festgestellt. Die Frustration über den Mangel an Interesse oder Verständnis führt oft zu dem Gefühl, nicht mehr wahrlich zum inneren Kreis zu gehören. Gleichzeitig vermisst man neugewonnene Freunde mit denen man ähnliche Erfahrungen teilen kann. Es ist daher nicht verwunderlich, dass es laut einer Studie aus Großbritannien 40 Prozent aller Entsendeten innerhalb von zwei Jahren wieder ins Ausland zieht. NEUERWORBENE FÄHIGKEITEN NUTZEN Der Economist Intelligence Unit 2013 Bericht bezeichnet effektive internationale Kommunikation und Kollaboration als eine der kritischsten Komponenten für den Erfolg von Unternehmen mit Auslandsambitionen. Die erworbenen Fähigkeiten von Expats (interkulturelle Kompetenz, globaler Führungsstil, Transferwissen in anderen Märkten) haben daher auch bei Headhuntern einen hohen Anreiz und Stellenwert. Einen Mitarbeiter nach einer Auslandsentsendung zu verlieren stellt nicht nur einen hohen finanziellen Verlust der Personalinvestitionen dar, sondern hat ebenso Auswirkungen auf den Wissenstransfer. Es gilt daher, der Rückkehr genauso viel Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, wie der Entsendung. MEHR ALS JEDER DRITTE EXPAT VERLÄSST UNTERNEHMEN NACH SEINER RÜCKKEHR Dazu braucht es einen ausgereiften Rückkehrprozess für die gesamte Organisationsstruktur, der es erlaubt, dem Mitarbeiter eine geeignete Position zum richtigen Zeitpunkt zu finden. Wichtig ist hierbei, dass eine klare Möglichkeit besteht, die neuerworbenen Fähigkeiten anzuwenden und dem Mitarbeiter bei Erfolg im Ausland eine Weiterentwicklungsmöglichkeit im Inland zuzusichern. Nach dem Brookfield Relocation Bericht 2012 wären die Hauptgründe für eine Kündigung nämlich der Verlust von Status und Kontrolle, bessere Angebote von der Konkurrenz und keine Möglichkeiten, die neuerworbenen Fähigkeiten und Expertise anzuwenden. Ebenfalls laut dem Brookfield Bericht 2010 verließen 38 Prozent aller Expats ihr Unternehmen innerhalb von zwei Jahren nach Rückkehr. nehmens, den Mitarbeiter weiterfördern zu wollen. Unternehmen sollten als erstes ihre Unternehmenskultur unter die Lupe nehmen. Werden internationale Erfahrung, interkulturelle Kompetenz und globale Führungsqualitäten wirklich wertgeschätzt (beispielsweise durch eben solche Vertreter in Führungspositionen)? Wenn ja, kann als nächster Schritt ein Mentorenprogramm für Expats aufgebaut werden, in dem jeder Entsandte offiziell zu einem passenden Manager im Heimatland verbunden ist. Der offene Dialog mit diesem Vertreter sollte zehn bis zwölf Monate vor Rückkehr zu einer klaren Diskussion über offene Positionen übergehen. Andere wichtige Schritte sind eine klare Definition des Ziels der Entsendung (zum Beispiel als Weiterbildungsmaßnahme, Managementerfahrung oder Expertise-Transfer) und die Unterstützung des mitgereisten Partners bei der Wiedereingliederung. Nur wenn der Mitarbeiter nach seiner Rückkehr in die Organisation integriert bleibt und entsprechend seiner Ergebnisse gefördert wird, kann man von einer gelungenen Auslandsentsendung, sowohl für Expat als auch für das Unternehmen sprechen. DIE AUTORIN: Susan Salzbrenner lebt zurzeit in Frankreich. Sie ist zertifizierte interkulturelle Trainerin und ausgebildete Psychologin. Sie beschäftigt sich vor allem mit den Themen interkulturelle Kommunikation, Vielfalt & Inklusion und Organisationspsychologie im internationalen Kontext. http://www.linkedin.com/in/susansalzbrenner www.fitacrosscultures.com WAS KANN MAN TUN? Bleiben Sie als Expat aktiv am Prozess beteiligt. Die Erwartungshaltung, bei der Rückkehr eine herausfordernde Position mit klaren Aufstiegsmöglichkeiten zu erhalten, ist nicht immer realistisch. Eine Auslandsentsendung ist keine Garantie für einen zukünftigen Führungsposten, sondern lediglich ein Zeichen des Unter© Ainoa - Fotolia.com 10
  • 11. EXPATRIATES WICHTIGE UMFRAGE ZUM THEMA RÜCKKEHR VON EXPATS Die Leuphana Universität Lüneburg hat ein internationales Forschungsprojekt zum Thema »Repatriate Knowledge Transfer« ins Leben gerufen und lädt Repatriates, also Rückkehrer aus dem Ausland dazu ein, ihre Erfahrungen und ihr Know-how als Repatriate im Rahmen einer Umfrage zu teilen. Obwohl die strategische Bedeutung organisationalen Lernens und Wissenstransfers in der Wirtschaft eine zunehmend große Rolle spielt, greifen bisher nur wenige Unternehmen systematisch auf das Wissen zurückgekehrter Expatriates (Repatriates) zurück. Anhand einer internationalen Studie möchten die Forscher nun ein Modell von Repatriate-Wissenstransfer empirisch überprüfen und fördernde sowie hindernde Faktoren in diesem Prozess identifizieren. Dadurch können wichtige Erkenntnisse für Organisationen zum Thema Management von Repatriate Knowledge Transfer gewonnen werden. Link zum Fragebogen: http://ww3.unipark.de/uc/Repatriate_Kn owledge_Management_A/ Teilnehmer erhalten auf Wunsch selbstverständlich Informationen zu den Ergebnissen per E-Mail. Für weitere Informationen können Interessierte gerne Kontakt zu uns aufnehmen (repatriatemanagement@uni.leuphana.de). Auch der Leiter des Projekts Prof. Dr. Jürgen Deller (deller@uni.leuphana.de) steht für Fragen zur Verfügung. Mit einem Team internationaler Wissenschaftler von weltweit sechs Universitäten arbeiten die Lüneburger Wissenschaftler an dem Ziel, einen Beitrag zur Verbesserung des Wissenstransfers von Repatriates zu leisten. Die Teilnehmer der Umfrage sollten mindestens ein Jahr als Entsandte/r im Ausland verbracht haben und zwischen Oktober 2010 und Mai 2013 wieder in ihre Heimatorganisation zurückgekehrt sein. Die Beantwortung des Fragebogens wird zwischen 20 und 30 Minuten in Anspruch nehmen. © almagami - Fotolia.com 11
  • 12. AIRLINE NEWS FLUGUNFALLSTATISTIK 2014: DIE WELTWEIT SICHERSTEN AIRLINES 2013 war eines der sichersten Jahre in der Fluggeschichte. Dies geht aus der aktuellen Sicherheitsbilanz des deutschen Flugunfallbüros Jet Airliner Crash Data Evaluation Centre (JACDEC) hervor, die das Magazin »Aero International« veröffentlicht. Im Rahmen dieser Sicherheitsbilanz erstellt JACDEC einen Sicherheitsindex für die 60 größten Airlines der Welt. Dieser wird ermittelt, indem Flugzeugverluste sowie schwere Zwischenfälle der letzten 30 Jahre ins Verhältnis zu den erbrachten Kilometern im Passagierluftverkehr gesetzt werden. Je niedriger der Index einer Fluggesellschaft ist, desto sicherer ist diese. In der aktuellen JACDEC-Liste hat Air New Zealand den Spitzenreiter des Vorjahres, Finnair, verdrängt und liegt damit vor der hongkonger Cathay Pacific (Platz zwei) und der bisher führenden Finnair (Platz drei). Auf den Plätzen vier bis zehn folgen Emirates, EVA Air, British Airways, TAP Portugal, Etihad Airways, Air Canada und Qantas. Als beste deutsche Fluggesellschaft fiel die Lufthansa vom elften auf den 18. Rang. Und auch Air Berlin – im Vorjahr auf Platz 23 – fiel in der aktuellen Bilanz um drei Plätze auf den Rang 26 ab. Um fünf Plätze verbesserte sich hingegen die deutsche Condor und kletterte auf den Rang 29. Schlusslichter sind die aus Taiwan stammende China Airlines (Platz 58), Vietnam Airlines (Platz 59) und die indonesische Lion Air (Platz 60). ++++++++++++++++++++++++++++ © Pavel Ignatov - Fotolia.com RYANAIR Die irische Billigairline reduziert ihr Flugangebot vom Flughafen Leipzig/Halle von bisher sechs auf eine Destination. Die Ziele Rom, Pisa, Faro, Malaga und Trapani/Sizilien werden mit Beginn des Sommerflugplans ab März dieses Jahres nicht mehr angeflogen. Einzig die Strecke von Leipzig nach London bleibt mit vier wöchentlichen Flügen bestehen. Als Grund für die Streckenkürzung gibt Ryanair fehlende Flugzeuge an. Die aus Leipzig/Halle abgezogenen Maschinen würden an anderen Standorten dringender benötigt. Laut Aussage der Airline wird jedoch im Herbst die Auslieferung 50 neuer Flugzeuge beginnen, so dass mit dem Sommerflugplan 2015 auch wieder mehr Ziele aus Leipzig/Halle angesteuert werden könnten. Neben Leipzig/Halle werden auch an weiteren Standorten Maschinen abgezogen. So sind beispielsweise im Hunsrück am Hahn nur noch sechs anstelle der bislang neun Flugzeuge stationiert. Weiterhin wird das Angebot am Airport Karlsruhe/Baden-Baden verkleinert und der Flughafen Magdeburg-Cochstedt wird ab diesem Jahr gar nicht mehr bedient. ++++++++++++++++++++++++++++ 12
  • 13. AIRLINE NEWS ROSTOCK AIRWAYS Die neue deutsche Regionalfluggesellschaft Rostock Airways startet am 3. Februar ihren Flugbetrieb. Der Erstflug wird nach Angaben der Airline von Bremen nonstop nach Zürich gehen. Montag bis Freitag starten dann täglich zwei Nonstop-Flüge um 7.30 Uhr und um 16.30 Uhr in die Metropole am Zürichsee. Nach einem 25-minütigen Aufenthalt in der Schweizer Hauptstadt hebt der Flieger gemäß Flugplan für den Rückflug nach Deutschland ab. Zum Einsatz kommt eine Dornier 328 mit 31 Sitzplätzen. Zum Serviceangebot der Airline gehören kostenfreie Getränke und ein Snack an Bord sowie 23 Kilogramm Freigepäck und acht Kilogramm Handgepäck. Vor allem Geschäftsreisende können von diesen neuen Direktflügen am Tagesrand profitieren. Bislang ist Zürich von Bremen nur mit Zwischenstopps zu erreichen. ++++++++++++++++++++++++++++ TAP PORTUGAL Seit dem 1. Januar dieses Jahres hat die portugiesische Fluggesellschaft TAP Portugal neue Regelungen für das zulässige Freigepäck. Erhöht haben sich die Freigepäckgrenzen für Flüge von Europa nach Afrika. Passagiere, die in der Executive Class nach Luanda, Maputo, die Kapverden und São Tomé reisen, können ab sofort zwei Gepäckstücke à 32 Kilogramm kostenlos befördern lassen. Bislang waren es 40 Kilogramm. Für Reisende der Economy Class erhöht sich auf diesen Verbindungen die Freigepäckgrenze von bisher 30 Kilogramm (nach Luanda: bisher 20 Kilogramm) auf nunmehr insgesamt 46 Kilogramm (zwei Gepäckstücke à 23 Kilogramm). Die Berechnung von zusätzlichem Gepäck erfolgt für diese Ziele nun auch gestaffelt nach Gewicht pro Gepäckstück. Für Verbindungen innerhalb Portugals und Europas hat sich nichts geändert. Hier liegt die Freigepäckgrenze nach wie vor für Executive-Passagiere bei zwei Gepäckstücken à 32 Kilogramm und für Economy-Passagiere bei einem Gepäckstück à 23 Kilogramm. Weitere Vergünstigungen erhalten Teilnehmer des Vielfliegerprogramms: Inhaber der silbernen Victoria-Karte dürfen ein weiteres Gepäckstück mit bis zu 15 Kilogramm Gewicht mitnehmen, für Besitzer der goldenen Victoria-Karte liegt die Obergrenze je nach Buchungsklasse noch höher. GERMAN WINGS Die Lufthansatochter German Wings baut 2014 ihr innerdeutsches und europäisches Flugangebot weiter aus. Seit dem 13. Januar gibt es zwei neue Verbindungen von Deutschland zum größten europäischen Flughafen London-Heathrow. Bis zu drei tägliche Flüge stehen jeweils ab Berlin-Tegel und Hamburg neu im Flugplan. Ebenso neu ist seit dem 14. Januar die Route von Hamburg nach Paris. Von der Elbe an die Seine und zurück starten künftig an den Werktagen bis zu dreimal täglich Maschinen. Mit Beginn des Sommerflugplans folgen dann weitere neue Verbindungen ab Hamburg. Das europäische Streckennetz wird dann um drei wöchentliche Nonstop-Flüge nach Rom, vier Flüge die Woche nach Toulouse und zwei Verbindungen nach Klagenfurt erweitert. Das innerdeutsche Angebot wird ergänzt um die Flugstrecke nach Karlsruhe/BadenBaden, die an den Wochentagen jeweils einmal bedient wird. Daneben erhöht die Airline die Frequenz auf der Strecke nach Stuttgart um einen weiteren Flug am Vormittag. ++++++++++++++++++++++++++++ ++++++++++++++++++++++++++++ © styleuneed - Fotolia.com © NoName - Fotolia.com © shockfactor - Fotolia.com 13
  • 14. VERMISCHTES BUCHTIPP: CHINA TICKT ANDERS China entwickelt sich immer mehr zu einem attraktiven Reiseziel. Sogar klassische Online-Pauschalreisenanbieter wie lastminute.de offerieren inzwischen Buchungsangebote. Im Jahr 2011 reisten so viele Deutsche wie nie zuvor nach China – Tendenz steigend. Auch wenn es sich nur um einen Urlaub handelt, eine Vorbereitung in Sachen Kulturunterschiede ist ein Muss. Inzwischen beschäftigen sich viele Ratgeber mit dem Thema und versuchen, uns Deutschen ein Bild von diesem Land zu vermitteln. Wer könnte dies aber besser als jemand, der tatsächlich lange dort gelebt hat? Der Autor Atze Schmidt verbrachte 17 Jahre in China und war für einen Verlag tätig. In seinem persönlichen Erfahrungsbericht »China tickt anders – Jahre einer intensiven Begegnung« erzählt er von seinem Wissen über dieses Land, das sich sehr von Deutschland unterscheidet und bringt dieses dem Leser durch persönliche Erfahrungen und Erlebnisse ganz anders nah als es ein reiner Ratgeber vermag. Beschrieben werden alltäg- liche Lebenssituationen, Geschichten rund um das Reisen in China – vom Fahrkartenkauf bis zur Beschreibung von Regionen, Anekdoten rund um das Thema Essen und Trinken und Erfahrungen zu Schrift und Sprache. Aber auch die Themen Religion und Politik und Alltagsgeschichten – vom Einkauf bis zu den Freunden – fehlen nicht. Skurille Erlebnisse, für uns Deutsche unappetitliche Speisen, die noch leben, mehr oder weniger gefährliche Ereignisse wie beispielsweise räuberische Erpressung nach dem Abendessen sowie interessante Schilderungen, zum Beispiel der Großen Mauer, wie wenige sie kennen, bieten abwechslungsreiche und kurzweilige Inhalte. BUCHINFORMATIONEN: • Atze Schmidt • China tickt anders – Jahre einer intensiven Begegnung • 186 Seiten • ISBN 978-3-86040-190-3 • 15,90 Euro • Verlag interconnections Dieses Buch dient zwar nicht einem schnellen Überblick und bietet auch keine praktischen Tipps zur Vorbereitung eines Auslandsaufenthaltes – es ist ein reiner textlastiger Erfahrungsbericht – dafür aber eine unterhaltsame Lesezeit und ein oft humorvolles Abtauchen in eine fremde Welt, in der der Leser der chinesischen Gesellschaft ein wenig näher kommt. © schwabenblitz - Fotolia.com JEDER ZWEITE DEUTSCHE WÜNSCHT SICH EIN SABBATJAHR Einfach mal raus aus Arbeit und Alltag und eine längere Auszeit, also ein Sabbatjahr oder Sabbatical machen – das wünscht sich nahezu die Hälfte der Bundesbürger (49,1 Prozent). Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie von Hilton HHonors. Insgesamt gaben 1.000 Befragte aller Altersklassen Auskunft über ihre Wünsche und Erwartungen an ein Sabbatjahr. Über die Gründe, die für eine längere Auszeit sprechen, sind sich die Befragten einig: Unabhängig von Geschlecht und Alter zählen Arbeitsstress (43,77 Prozent) und der Wunsch nach mehr und längeren Reisen (43,59 Prozent) zu den wichtigsten Beweggründen. Ein Großteil der Befragten glaubt, dass er nach einer solchen Auszeit produktiver (35,2 Prozent), motivierter (37,1 Prozent) und ausgeruhter (52,6 Prozent) an die Arbeit zurückkehren würde. Während eines Sabbatjahres würden die meisten Befragten gerne sportlichen Ak- tivitäten wie Wandern oder Tauchen nachgehen. Auch Kultururlaube und -events stehen ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Viele Befragte (61,1 Prozent) glauben jedoch, dass ihr Wunsch nach einer längeren Auszeit oder einem Sabbatjahr unerfüllt bleiben wird. Als Ausgleich dienen Wochenendausflüge und Kurztrips, die sich insbesondere bei den Deutschen steigender Beliebtheit erfreuen. © PhotoSG - Fotolia.com 14
  • 15. VERMISCHTES CHINESEN UND DEUTSCHE FLEISSIGSTE MITARBEITER DER WELT China und Deutschland haben die fleißigsten Arbeitnehmer. Das hat eine internationale Umfrage des Jobportals monster.de und der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) unter 8.000 Menschen ergeben. Direkt nach Deutschland folgen die USA, Platz 4 belegt Kanada und rangiert damit einen Platz vor Großbritannien. Die Einschätzung der Deutschen hinsichtlich der Arbeitsmoral deckt sich mit der allgemeinen: Laut Umfrage denken 88 Prozent der deutschen Teilnehmer, dass die hiesigen Arbeitskräfte am fleißigsten sind. Die Umfrage befasst sich auch mit der Frage, wie sehr die Teilnehmer an die Wettbewerbsfähigkeit ihres eigenen Landes glauben. Die Erhebung zeigt auch, dass Deutschlands jüngere Bürger am zuversichtlichsten sind. Mehr als ein Drittel (34 Prozent) aller Teilnehmer unter 35 Jahren glauben daran, dass sich Deutsch- IM AUSLAND LANDSLEUTE FINDEN Mit hellofellow ist ein neues Portal für Personen gestartet, die sich im Ausland aufhalten und Kontakt zu Landsleuten vor Ort suchen. Herzstück der Community ist die geobasierte Suchfunktion, mit der sich Menschen gleicher Nationalität weltweit finden, vernetzen und austauschen können. Die Betreiber wollen damit dem Trend Rechnung tragen, wonach zunehmend Menschen vorübergehend oder langfristig im Ausland leben – ob beruflich oder privat: Fachkräfte (Expatriates), Saisonarbeiter, Auslandsschüler und -studenten, Au-Pairs, Auswanderer. Die Globalisierung ermöglicht vielen Bevölkerungs- und Altersgruppen, sich kurz, länger oder für immer von der Heimat zu verabschieden, um die Welt zu entdecken. Oft erfordern aber auch der Job oder die Liebe den Wechsel in ein anderes Land. Der aktuelle UN-Migrationsreport stellt heraus, dass im Jahr 2013 rund 232 Millionen Menschen außerhalb ihres Heimatlands leben, arbeiten und studieren. land wieder erholen und trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten wettbewerbsfähiger denn je sein wird. Im Vergleich teilen nur 24 Prozent der Über-35-Jährigen diese Meinung. Im internationalen Vergleich glauben die Kanadier (43 Prozent) am ehesten an das wirtschaftliche Comeback ihres Landes, gefolgt von Indien an zweiter Stelle (40 Prozent). Deutschland rangiert dort auf dem vierten Platz (26 Prozent) nach den USA (35 Prozent). Am wenigsten vertrauen die Franzosen auf die Wiederkehr der »Grande Nation« (7 Prozent). »TOP 8« DER FLEISSIGSTEN ARBEITNEHMER WELTWEIT: 1. China 2. Deutschland 3. USA 4. Kanada 5. Vereinigtes Königreich 6. Indien 7. Niederlande 8. Frankreich © M. Schuppich - Fotolia.com Das sind etwa 26 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Doch der Umzug in ein fremdes Land stellt eine große Herausforderung dar. Für Zuwanderer ist es nicht immer einfach, sich in der lokalen Kultur zurechtzufinden. Bei Alltagsproblemen sind deshalb gleichsprachige Ansprechpartner vor Ort oft eine große Hilfe. hellofellow ermöglicht Neuankömmlingen, schnell und unkompliziert Anschluss in unmittelbarer Umgebung zu finden oder einen Freundeskreis aufzubauen. Die Plattform bietet aber auch Residenten (residents) eine neue Möglichkeit, sich auszutauschen und Kontakte zu Landsleuten in der Region zu knüpfen – sei es privat oder geschäftlich. Und wer plant, in ein bestimmtes Land oder eine Stadt überzusiedeln, findet auf der Seite eine Anlaufstelle, um im Vorfeld Fragen zu stellen, ein Netzwerk aufzubauen oder sich auf die neue Kultur vorzubereiten – was sonst oft nur über den Arbeitgeber oder die Ausbildungsstätte vor Ort funktioniert. Das Anlegen eines Nutzerprofils kann wahlweise auch unter einem Pseudo15 nym erfolgen. Per Weltkarte lassen sich andere Mitglieder finden und per Mail/Chat kontaktieren. Ein Forensystem, das alle Länder der Welt abdeckt, ermöglicht den öffentlichen Austausch der Nutzer. Der optionale Newsletter informiert automatisch über neue Landsleute in der eigenen Region. Privatsphäre und Datenschutz haben oberste Priorität, daher wird der komplette Datenverkehr verschlüsselt. Der Server-Standort ist Deutschland. Die Website ist mobile-optimiert (responsive) und somit auch uneingeschränkt auf Smartphones und Tablet-PCs nutzbar. © Beboy - Fotolia.com
  • 16. GESUNDHEIT INTERNATIONAL WAS GEGEN JETLAG HILFT Rund 44 Prozent der Flugreisenden haben für sich ein Mittel gegen Jetlag gefunden. Dies hat eine Umfrage von Skyscanner unter insgesamt 1.000 Befragten ergeben. Demnach ist die beliebteste Strategie der Deutschen gegen Schlafprobleme nach dem Flug das Umstellen der Uhr während des Fluges auf die Ortszeit am Ankunftsort und entsprechend dieser Zeitzone zu schlafen (22 Prozent). 21 Prozent gaben an, dem Jetlag vor allem entgegenzuwirken, indem sie am Tag der Reise versuchen, so viel frische © imageteam - Fotolia.com SCHUTZ FÜR FAMILIEN AUF REISEN Wer schon einmal mit Kindern unterwegs war, weiß: Vor allem im Urlaub kann schnell einmal etwas passieren. Viele Risiken können Eltern durch eine gute Vorbereitung im Vorfeld der Reise vermeiden, und im Fall der Fälle ist eine schnelle und professionelle Unterstützung vor Ort gefragt. Genau diese Unterstützung bietet die Allianz Global Assistance (AGA) für alle Gäste von Deutschlands Spezialisten für Familienreisen – Vamos Reisen – mit der neuen Familien-Assistance: Schon vor Reiseantritt können sich Familien beispielsweise bei der Zusammenstellung einer Kinder-Reiseapotheke fachkundig beraten lassen. Sie erhalten eine allgemeine Impf- und Zeckenberatung und Infos zu Kinderärzten und Kinderkrankenhäusern am Urlaubsort und können so mit einem sicheren Gefühl in den Urlaub starten. Auch unterwegs sind die Reisenden für alle Fälle mit einer Notrufkarte gerüstet: Luft und Bewegung wie möglich zu bekommen. 14 Prozent der Befragten versuchen über die gesamte Zeit des Fluges wach zu bleiben, um dann am Ankunftsort zu schlafen. Eine gesunde und leichte Ernährung wirkt bei zwölf Prozent, für elf Prozent funktionieren körperliche Übungen und Stretching während des Fluges am besten. Acht Prozent der Befragten gaben an komplett auf Alkohol zu verzichteten, während für sieben Prozent Alkohol den Jetlag erträglicher macht. Weniger populäre Methoden waren hingegen Schlaftabletten (fünf Prozent), pflanzliche Heilmittel (drei Prozent) sowie AntiJetlag Medikamente (ein Prozent). Ein weiteres Prozent der Befragten gab sogar an, Viagra genommen zu haben, das angeblich die Störung des SchlafWach-Rhythmus verringern soll. Laut Skyscanner sollten Reisende idealerweise bereits einige Tage vor Abflug die Schlaf- und Essgewohnheiten des Ankunftslandes annehmen. Außerdem ist es sinnvoll, vor dem Flug leichte Kost zu sich zu nehmen, ausreichend zu trinken und schwere Mahlzeiten sowie Alkohol zu vermeiden. Unter einer Notfall-Nummer erhalten sie 24 Stunden täglich Beratung und Organisationshilfe. Ob Beinbruch, Masern oder Mumps, ist so rund um die Uhr und selbst an Feiertagen medizinischer Beistand gewährleistet. © M.studio - Fotolia.com 16 »TOP 10« STRATEGIEN GEGEN JETLAG 1. Uhr auf neue Zeitzone stellen (22 Prozent) 2. Bewegung/frische Luft am Tag des Flugs (21 Prozent) 3. Während des gesamten Fluges wach bleiben (14 Prozent) 4. Leichte und gesunde Ernährung (12 Prozent) 5. Stretching/leichte Übungen während des Fluges (11 Prozent) 6. Alkohol komplett vermeiden (8 Prozent) 7. Alkohol trinken, um während des Fluges gut zu schlafen (7 Prozent) 8. Schlaftabletten (5 Prozent) 9. Pflanzliche Heilmittel (3 Prozent) 10. Anti-Jetlag Medikamente (1 Prozent) Die neue Familien-Assistance ist beim Abschluss aller Vamos-Reiseschutz-Angebote inklusive. Den neuen Reiseschutz gibt es als umfassendes Versicherungspaket für Auto- oder Flugreisen, als Reiserücktritt-Vollschutz oder als Jahrespaket. Die Kosten für die Absicherung betragen ab 24 Euro pro Person.
  • 17. AUS ALLER WELT IMPRESSUM HERAUSGEBER: BUND DER AUSLANDSERWERBSTÄTIGEN E.V. KÜHNEHÖFE 3 22761 HAMBURG TEL. +49-40-306874-0 WWW.BDAE.COM REDAKTION: ANNE-KATRIN SCHULZ (verantwortlich) akschulz@bdae.de SANJA ZIVKOVIC GESTALTUNG / LAYOUT: PRADEEP DHARMAPALAN LEKTORAT: ANDREA KRAUS COPYRIGHT: DIE BEITRÄGE IM BDAENEWSLETTER SIND URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT UND DÜRFEN NICHT OHNE SCHRIFTLICHE GENEHMIGUNG DURCH DEN HERAUSGEBER REPRODUZIERT WERDEN. 2014 IST DAS JAHR DES PFERDES Am 31. Januar begrüßen die Menschen in China mit einem großen Fest das neue Jahr. Dieses endet dann am 17. Februar 2015. 2014 steht im Zeichen des chinesischen Tierkreises des Pferdes – einem der beliebtesten Tiere des chinesischen Volkes. Das chinesische Horoskop besagt, dass Jahre im Zeichen des Pferdes besonders ruhelos, aber auch voller Tatendrang sind. Nicht umsonst habe sich die chinesische Regierung die Umsetzung wichtiger Reformen für 2014 aufgehoben, meinen China-Kenner. Dem Mythos nach wird das Jahr des Pferdes vor allem für jene Menschen erfolgreich, die zuversichtlich sind und für ihre Ziele kämpfen. In diesem Jahr könnten sie ihre Träume mit Hochgeschwindigkeitsgalopp erreichen. Das Bild vom Tierkreiszeichen des Pferdes wurde persönlich von dem japanischen Shintopriester Herrn Yoshihide VIETNAM: HOHE NACHFRAGE NACH DEUTSCHUNTERRICHT Seit kurzem gehört die Schule Thuc Hanh Sai Gon in Ho-Chi-Minh-Stadt zu den von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) geförderten Schulen und damit zum PASCH-Netzwerk (PASCH = Schulen: Partner der Zukunft). Bereits seit dem 15. Oktober erhalten die Schüler Deutschunterricht, der in den kommenden Jahren bis in die Oberstufe hinein ausgebaut wird. Ziel ist das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz Stufe I, mit dem man die sprachliche Voraussetzung für den Besuch eines Studienkollegs in Deutschland erwirbt. DIE BEITRÄGE DES BDAENEWSLETTERS SPIEGELN DIE MEINUNG DER REDAKTION UND NICHT UNBEDINGT DIE DES BDAE WIDER. © siamphoto - Fotolia.com 17 Asahi gemalt. Er steht dem Nachi Taisha Tempel in Kumano, der bereits zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Auch für die Japaner spielen die Tierkreiszeichen eine große Rolle, denn bis zum Jahr 1873 richtete sich Japan genau wie China nach dem lunisolaren, also dem Mondkalender. Eingereicht hat das Bild die Newsletter-Leserin Dr. Christa Rieth. © Teteline - Dr. Christa Rieth Die Nachfrage nach Deutschunterricht erlebt aktuell in Vietnam einen deutlichen Aufschwung. Eine im Juli 2013 unterzeichnete zwischenstaatliche Absichtserklärung bietet die formelle Grundlage für eine erweiterte Implementierung von Deutschunterricht an vietnamesischen Schulen. Hintergrund: Die Initiative »Schulen: Partner der Zukunft « (PASCH) vernetzt weltweit mehr als 1.700 Schulen, an denen Deutsch einen besonders hohen Stellenwert hat. PASCH ist eine Initiative des Auswärtigen Amtes in Zusammenarbeit mit der ZfA, dem Goethe-Institut, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und dem Pädagogischen Austauschdienst der Kultusministerkonferenz.