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RECHTLICHES
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Seit November 2013 unterstützt Ferdinand Messerschmidt
als Werksstudent die Abteilung Unternehmenskommuni-
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Ein Familienvater liegt seit neun Jahren im Wachkoma –
und seine Frau muss vor jedem Kontozugriff ein Gericht
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USA für Russland werden immer
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Ägypter einen neuen Präsidenten gewählt: Der ehema-
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Terrorismus war und ist eine Bedrohung für im Ausland
tätige Unternehmen, dessen Bedeutung in Zukunft noch
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Expatriates in Risikoregionen haben häufig am
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Deutsche Unternehmen sicherheitsbewusster
als ausländische
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FLUGHAFEN FRANKFURT
ICELAND AIR
Die vietnamesische Fluggesellschaft
Vietnam Airlines weitet ihr Strek-...
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TURKISH AIRLINES
Turkish Airlines hat ihr deutsches Streckennetz erweitert
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Wer träumt nicht davon, sich mal eine längere Auszeit
zu nehmen und Europa zu bereisen? Oft scheitert die
Realisierung all...
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ZAHNPUTZSITTEN WELTWEIT
Zähneputzen hat in der Menschheit eine sehr lange Tradi-
tion. Die Zahnarztpraxis Kl...
Laut einer offiziellen Bekanntgabe Saudi-Arabiens sind mit
Stand 6. Juni 282 Menschen an den Folgen einer MERS-
Infektion ...
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GESUNDHEIT
WELCHE MEDIKAMENTE MIT INS AUSLAND SOLLTEN UND DÜRFEN
Welche Medikamente dürfen im
Urlaub nicht fehlen? Das ...
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GESUNDHEIT
Viele Deutsche träumen von Urlaub in weit entfernten
Gebieten. Doch Fernreisen beginnen meistens wenig er-
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Unzählige Deutsche richten aufgrund der Fußball-WM
aktuell ihren Blick nach Brasilien. Wer eines der größten
Sportereignis...
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WELTWEIT
Anerkennung von Bildungsabschlüssen in Brasi-
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Ausländische Diplome und akademische Prüfungen werden
in Br...
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GEHALTSSTUDIE KOREA UND AKTUELLES AHK-MITGLIEDERVERZEICHNIS ERSCHIENEN
Die Deutsche Auslandshandelskam-
mer (AHK) Korea...
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Bund der Auslands-
Erwerbstätigen (BDAE)
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22761 Hamburg
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Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Juni 2014

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In der Juni-Ausgabe des Newsletters “Leben und Arbeiten im Ausland” finden Interessierte ein wirklich inspirierendes Interview mit einer deutschen Ärztin, die vor zehn Jahren nach Kenia ausgewandert ist und dort ein Leben führt, von dem sie bereits als junge Frau geträumt hat.

Viele gute Erkenntnisse liefert zudem ein Gastbeitrag vom Forscher Dr. Benjamin Bader von der Universität Hamburg. Er untersuchte, wie sich Entsendungen in Risikoländer auf Expats auswirken.

Allen, die durch die Fußball-WM in Brasilien die Sehnsucht nach diesem schönen Land gepackt hat, empfehlen wir den Artikel Leben und Arbeiten in Brasilien: Die wichtigsten Tipps.

Wen es demnächst nach Singapur zieht, erfährt die wichtigsten Verhaltensregeln im Business-Knigge Singapur und bekommt in einem weiteren Beitrag auch noch Tipps gegen den Jetlag.

Darüber hinaus wartet der Newsletter neben relevanten Gerichtsurteilen mit einigen Buchvorstellungen auf. Rezensiert haben wir beispielsweise das Buch „Wenn Tränen trocknen“ von unserem Kooperationspartner Hans Walter Schäfer. In seinem Ratgeber beschreibt er, wie man einen Notfallplan für seine Angehörigen erstellt, damit diese Zugriff auf wichtige geschützte Daten bekommen, wenn ein Worst-Case-Szenario eintritt.

Aktuelle und ältere Newsletter-Ausgaben sowie das kostenlose Newsletter-Abo finden Interessierte unter http://www.bdae-ev.de/news/newsletter/.

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Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Juni 2014

  1. 1. 1 AUSLANDJUNI 2014 LEBEN UND ARBEITEN IM INTERVIEW EXPATRIATES VERMISCHTES „ICH HABE ZEHN JAHRE NACH DEM PASSENDEN LAND FÜR MICH GESUCHT“ Wie eine deutsche Ärztin ihr Glück in Kenia fand. REISEN DURCH EUROPA Was bei einem längeren Trip be- achtet werden sollte. BUSINESS-KNIGGE SINGAPUR Verhandeln mit verdeckten Karten. INTER- GESCHÄFTS- © Kjersti - Fotolia.com
  2. 2. 2 INTERN INTERVIEW RECHTLICHES EXPATRIATES AIRLINES VERMISCHTES WELTWEIT 11 Business-Knigge Singapur: Verhandeln mit verdeckten Karten 12 Internationale Geschäftskulturen schnell verstehen 13 Ägypten bleibt unsicher für Expats und Geschäftsreisende 14 Studie: Wie sich Entsendungen in Risikoländer auf Expats auswirken 19 Reisen durch Europa – Was bei einem längeren Trip beachtet werden soll 24 Leben und Arbeiten in Brasilien: Die wichtigsten Fakten 26 Gehaltsstudie Korea und aktuelles AHK-Mitglieder- verzeichnis erschienen 26 Kostenloser Interkultureller Länderkompass für elf Länder zum Online-Download 27 Tipps zu Indonesien 27 Impressum GESUNDHEIT 20 Zahnputzsitten weltweit 20 Medizintourismus in Deutschland ist Wachstumsmarkt 21 Vorher bekannte Insektenplage ist Reisemangel 21 Viele Todesfälle in Saudi-Arabien wegen MERS 22 Welche Medikamente mit ins Ausland sollten und dürfen 23 Hilfreiche Tipps gegen Jetlag nach Fernreisen 17 Vietnam Airlines 17 Flughafen Frankfurt 17 Iceland Air 18 Germanwings 18 Dalmatian 18 Germania 18 Turkish Airlines 5 „Ich habe zehn Jahre nach dem passenden Land für mich gesucht“ 3 Neu dabei 3 Gerüchte um BDAE-Versicherungs- schutz in Thailand 3 Zahl des Monats 4 Buchtipp: „Wenn Tränen trocknen“ – Notfallplan für die Familie im Ernstfall EDITORIAL Liebe Leserin, Lieber Leser, fast die ganze Welt ist zurzeit im Fußballfieber. Kaum eine Sportart vermag es, die Menschen auf der Welt einander so nahe zu bringen wie Fußball. Wussten Sei üb- rigens, dass es ein deutscher Auswanderer war (genauer gesagt, sogar ein Ham- burger), der den populären Ballsport um 1900 nach Brasilien brachte und dort auch den ersten Fußballverein des Landes gründete? Ich las davon erst kürzlich in der Wochenzeitung DIE ZEIT. Wer aufgrund der Berichterstattung große Lust be- kommen hat, für ein paar Jahre nach Brasilien zu gehen oder sogar dorthin auszuwandern, erfährt in diesem Newsletter auf der Seite 24 die wichtig- sten Basisfakten zu diesem Thema. All jenen, die nicht gleich auswandern wollen, aber dennoch neue Länder kennenlernen möch- ten, kann ich den Beitrag „Reisen durch Europa“ auf der Seite 19 ans Herz legen. Für Fernreisende liefert ein Beitrag auf der Seite 23 hilfreiche Tipps, wie sie einen Jetlag verhindern können. Viele Leser schätzen unsere Interviewrubrik sehr und mir geht es da nicht anders. Aus jedem Gespräch nehme ich etwas für mich persönlich mit. So auch diesmal in dem Interview mit der Ärztin Dr. Karin Freudenberg, die nach jahrelanger Suche schließlich in Kenia das Land ihrer Träume fand. Einzelheiten erfahren Sie auf Seite 5. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre und denken Sie immer daran: Der BDAE begleitet Sie mit Sicherheit ins Ausland! Herzlichst, Ihr Andreas Opitz 8 Reiserücktritt ist auch nach Online-Check-In möglich 8 Neue EU-Richtlinie verbessert Bedingungen für Expat-Partner 9 Störende Muezzin-Rufe im Urlaub bringen keinen Schadensersatz 9 Spanien: Beglaubigte Über- setzung von Urkunden nicht immer notwendig 10 Sanktionen für Russland: Worauf deutsche Unternehmen achten müssen 10 Neues Doppelbesteuerungsab- kommen zwischen Deutschland und China
  3. 3. 3 NEU DABEI Seit November 2013 unterstützt Ferdinand Messerschmidt als Werksstudent die Abteilung Unternehmenskommuni- kation und Marketing. Der 25-Jährige hat bereits einen Ba- chelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften und studiert derzeit an der Universität Hamburg Betriebs- wirtschaft mit den Schwerpunkten Marketing & Medien und Unternehmensführung. Erste Be- rufserfahrung hat der Master-Student unter an- derem während eines Praktikums in San Francisco gesammelt, wo er bei einem interna- tionalen Unternehmen in der Personal- und Marketingabteilung beschäftigt war. Den BDAE unterstützt er beispielsweise mit sei- nen Kenntnissen in Photoshop und diversen De signprogrammen. Zudem entwickelt er Flyer und Infoblätter sowie unterschiedliche Inhalte für die Social-Media-Auftritte des Unternehmens. Am BDAE schätzt er insbesondere das Beratungsportfolio zum Thema Auslandsentsendung, denn er kann sich gut vorstellen, nach dem Studium einmal selbst im Ausland zu arbeiten. In seiner Freizeit ist Ferdinand Messerschmidt gerne auf Reisen und schaut sich berühmte Städte an. Dabei hat er festgestellt, dass es einen signifikanten Unterschied zwischen dem „Sehen“ und „Erleben“ von Städten gibt – ein Eindruck, den Auswanderer und Expats si- cherlich bestätigen können. Ein langjähriger Versi- cherter im BDAE-Tarif Expat Retired hat uns freundlicherweise darauf hingewiesen, dass unter deutschen Auswanderern in Thailand das Gerücht kur- siere, der BDAE würde ver- suchen, sich von Personen zu trennen, die älter als 67 Jahre sind. Dies trifft selbstverständlich nicht zu. Unser Tarif Expat Retired ist für ebendiese Zielgruppe entwickelt wor- den. Hintergrund dieser Äu- ßerungen in Thailand könnte unsere – zugegebe- nermaßen diesmal sehr hoch ausfallende – Beitrags- anpassung in diesem Tarif zum 1. April 2014 gewesen sein, die bei manch einem vielleicht den Eindruck er- weckt hat, uns ginge es darum, ältere Versicherte aus dem Tarif Expat Retired hinaus zu komplimentieren. Uns war vollkommen be- wusst, dass dies für unsere Kunden eine finanzielle Mehrbelastung darstellt. Es gibt jedoch gewichtige Fak- toren, die uns keine andere Wahl gelassen haben. Diese sind unter anderem: • Steigende Kosten im Ge- sundheitssektor insbeson- dere in Südostasien, wo sich viele Expat-Retired- Versicherte aufhalten. • Eine signifikante Zu- nahme von Schäden in- nerhalb der Gruppe der versicherten Personen ab einem Alter von 50 Jah- ren. Der bisherige Versi- cherungsbeitrag reichte leider nicht mehr aus, um die gestiegenen Kosten in dieser Altersgruppe ein- zudämmen. Nur weil wir uns diesen äu- ßeren Umständen angepasst haben ist es uns möglich, diesen Auslandskrankenver- sicherungstarif weiterhin an- zubieten – und zwar insbesondere für unsere Kunden im Rentenalter. Dass bei einigen Versicher- ten und sogar bei dem Arzt, der erwähnt wurde, das Ge- genteil unserer Bemühun- gen angekommen ist, empfinden wir natürlich als schade. Der Expat Retired ist der älteste Auslandskran- kenversicherungs-Tarif sei- ner Art und wir möchten diesen noch viele Jahre an- bieten. Mehr Infos zum Expat Reti- red hier: https://www.bdae.com/de/a uslandsversicherung/expa- tretired.htm 168MILIONEN ZAHL DES Kinder weltweit sind auf- grund ihrer Lebensum- stände gezwungen, zu arbeiten. (Quelle: UNICEF) MONATS INTERN GERÜCHTE UM BDAE-VERSICHERUNGSSCHUTZ IN THAILAND © tashatuvango - Fotolia.com
  4. 4. 4 Ein Familienvater liegt seit neun Jahren im Wachkoma – und seine Frau muss vor jedem Kontozugriff ein Gericht um Genehmigung bitten. Ein Geschäftsführer hat einen Autounfall. Nach drei Wochen wird er aus dem künstlichen Koma aufgeweckt – doch seine Firma ist schon ruiniert. Nach langer Krankheit stirbt die Mutter. Doch auf einmal erbt der verhasste Onkel, weil sich keiner um das Testament gekümmert hat. Solche Szenarien sind keine Seltenheit, sondern passieren Tag für Tag – in Deutschland und im Ausland. Wir organisie- ren tagtäglich unser Leben, aber nicht unser Ableben. Einen Unfall oder gar den eigenen Tod hat niemand auf seiner To- do-Liste stehen. Tritt der Notfall ein, regiert das Chaos. Noch bevor die Tränen der Verwandten getrocknet sind, drängen sich unzählige Fragen auf, wie zum Beispiel: • Wo sind welche Unterlagen? • Wer darf was entscheiden? • Welche Fristen sind einzuhalten? • Wie kann ich mich vor staatlicher Einflussnahme in Form eines gesetzlichen Betreuers schützen? Diese Fragen beschäftigten auch BDAE-Kooperationsspartner Hans Walter Schäfer, nachdem er gemeinsam mit seiner Frau einen Fernsehbeitrag im Magazin „Brisant“ auf ARD sah, in dem Fälle wie oben beschrieben, gezeigt worden waren. (Die Sendung ist abrufbar unter www.wenn-traenen-trocknen.de) Spontan beschloss das Ehepaar, einen Notfallplan zu erstel- len. Doch das war leichter gedacht als getan. Nach ausführli- cher Recherche stellte Schäfer fest, dass es zu diesem Thema zwar Fachlektüre gibt, diese allerdings nie eine Schritt-für Schritt-Anleitung zur Verfügung stellten. „Mir wurde gesagt, was ich tun sollte, aber nicht ‘wie’ ich es tun sollte. Unklar war, wie ich alles aufschreiben und struktu- rieren sollte, wie ich sichere Passwörter, PINs und Benutzer- namen ablege, so dass niemand darauf Zugriff hat, aber im Notfall dennoch zur Verfügung steht“, erinnert sich Autor Schäfer. Dies bewog den Unternehmer, ein eigenes System mit einer konkreten Anleitung zur Erstellung eines Notfallplans zu ent- wickeln, aus dem schließlich das Handbuch „Wenn Tränen trocknen“ entstanden ist. Darin erläutert er unter anderem, welche Entscheidungen Sie für Ihr Leben und Eigentum auf jeden Fall klären sollten. Mit einer Schritt-für-Schritt-Anlei- tung, Checklisten und Vorlagen wird dem Leser praxisnah er- klärt, wie er einen eigenen Notfallplan erstellt. Dabei geht es nicht nur um die konkreten Fragen rund um Testament, Vor- sorgevollmachten und Ähnliches, sondern auch darum, wie man seine Unterlagen so sortieren, dass die eigene Familie sofort den Überblick hat. Die Kapitel im Überblick: Einleitung: Warum jeder Mensch einen Notfallordner braucht 1. Wenn der Notfall eintritt 2. Die sechs Bereiche Ihres Notfallplans 3. Wie der Notfallordner funktioniert – und wie er aufgebaut ist 4. Der Aktionsplan – Schritt für Schritt durch die Krise 5. Wie Sie Ihre Unterlagen sicher und praktikabel aufbewah- ren 6. Vollmachten – was Sie beachten müssen 7. Testament – was Sie beachten müssen 8. Patientenverfügung – was Sie beachten müssen 9. Aktionsblatt – Handeln Sie jetzt! Fazit: „Wenn Tränen trocknen“ von Hans Walter Schäfer ist ein längst überfälliger Ratgeber, der in jedem Haushalt ste- hen sollte. So sehr man sich auch sträubt, über Worst-Case- Szenarien in seinem Leben nachzudenken, so sehr ist man es doch seinen Angehörigen und Lieben schuldig, durch gute Vorbereitung bestmögliche Unterstützung zu bieten, wenn der Ernstfall eintritt. Insbesondere für Personen im Ausland ist dies noch wichti- ger, denn ihnen fehlt oft die Familie, die sie unterstützt. Hinzu kommen noch Sprachprobleme, andere Gesetze und Gepflogenheiten. Tipp: Unter den ersten 10 E-Mail-Anfragen verlost der BDAE ein Buchexemplar. Schreiben Sie hierfür bitte an akschulz@bdae.com. INTERN BUCHTIPP: „WENN TRÄNEN TROCKNEN“ – NOTFALLPLAN FÜR DIE FAMILIE IM ERNSTFALL  BUCHINFORMATIONEN: Hans Walter Schäfer: „Wenn Trä- nen trocknen“, 107 Seiten, 19,95 Euro; ISBN: 978-3-00-044945-1; bestellbar unter http://www.wenn traenen-trocknen.de/buch-kaufen/ © almagami - Fotolia.com
  5. 5. 5 BDAE: Sie haben 20 Jahre lang als Ärztin für Allgemeinmedizin und Na- turheilkunde gearbeitet. Was hat Sie dazu bewegt, Ihre Zelte in Deutschland abzubrechen und nach Kenia zu gehen? Freudenberg: Dem ging eine lange Findungsphase voraus. Ich war viele Jahre sehr glücklich in meinem Beruf als Ärztin. So arbeitete ich unter ande- rem in einer sehr großen Ambulanz, wo ich auch dank zweier erfahrener und kluger Arztkollegen dazu ermutigt wurde, mich dem Naturheilverfahren zuzuwenden. Bis ich 40 war, arbeitete ich wie besessen und habe zudem nach meiner Scheidung al- leine meine drei Söhne großgezogen. Dann geschah mir etwas, das heute als Burnout bekannt geworden ist. Ich fühlte mich fürchterlich ausgebrannt, müde und irgendwie unglücklich. Jahrelang hatte ich im Akkord gearbeitet und funktioniert – irgendwann konnte ich nicht mehr. Ich nahm mir ein Jahr Auszeit, in dem ich dank einer Freundin viele Kurse besuchte, die dabei helfen, sich selbst zu finden – also beispielsweise Meditationskurse, Yoga und so weiter. Nach einem Jahr eröffnete ich meine eigene Praxis für Allgemein- medizin und Natur- heilkunde in Weinheim an der Bergstraße, weil ich nicht erneut in die Mühlen geraten und mir meinen Tag selbst einteilen wollte und langsam reifte der Ge- danke, auszuwandern. BDAE: Wie kam es dazu? Freudenberg: Da ist Vieles zusammengekommen, so auch mein Burnout. Ich hatte mich bis dato schon sehr lange nicht mehr in Deutschland heimisch gefühlt. Über die Gründe kann man spekulieren. Vielleicht lag es daran, dass meine Familie in meiner Kindheit häufig umgezogen ist und ich deshalb nie richtig Wurzeln schlagen konnte – wer weiß. Tatsache ist, dass ich Deutschland nicht als „mein“ Land empfand. Und dann begann meine zehnjährige Suche nach dem passenden Land für mich, in dem ich leben wollte. BDAE: Wie sah die Suche danach aus? Sind Sie viel gereist? Freudenberg: Genau. Ich habe praktisch mit dem Finger auf die Landkarte getippt und habe mich auf die Reise zu diesen Orten gemacht. Da ich die Wärme mag und brauche, fielen schon einmal eine ganze Reihe Länder weg, etwa Ka- nada oder Finnland. Meine Reisen führten mich nach Sri Lanka, Mexiko, Guatemala, Portugal und Spanien, einfach nur der Intuition folgend. Ich habe al- lerdings keine Kurzreisen unternom- men, sondern war schon mindestens drei Wochen am Stück in einem Land, um herauszufinden, ob ich dort leben möchte. Aber letztendlich habe ich in dieser Zeit einfach nicht das für mich bestimmte Land gefunden. BDAE: Auf welcher Grundlage haben Sie entschieden, dass die von Ihnen be- reisten Länder nicht für ein dauerhaftes Leben dort in Frage kommen? Freudenberg: Ich habe das gefühlt. In der Findungsphase vor meinem Burnout hatte ich ein Leben nach außen ge- führt, ein Leben, das vorbeirauschte wie im Flug. Da gab es weder Zeit noch Muße auf sein Inneres zu hören, ge- schweige denn einfach innezuhalten und alles Äußere auf sich wirken zu lassen. Alleine unterwegs in diesen Ländern habe ich versucht, alle Eindrücke mit all meinen Sinnen wahrzunehmen, still zu sein und das Wahrgenommene zu erfassen. Es sind dann die Gerüche oder die Geräuschkulisse eines Landes, die bei mir nachgehallt haben. Nach drei bis vier Wochen habe ich gespürt, ob ich in diesem Land noch länger leben wollte oder nicht. Klar war mir von Anfang an, dass ich kein urbaner Mensch bin und in keiner internationa- len Metropole leben möchte. Ich liebe die Einfachheit und Natur und wünschte mir vor allem ein neues Leben ohne die- ses Gehetztsein, den Leistungsdruck und Status – ein Leben ohne die große Aufwertung des Materiellen. BDAE: Und wie kam es, dass schließlich Kenia die neue Hei- mat für Sie wurde? INTERVIEW „ICH HABE ZEHN JAHRE NACH DEM PASSENDEN LAND FÜR MICH GESUCHT“ Die Ärztin Dr. Karin Freudenberg hat sich in Kenia einen Kindheits- traum erfüllt und führt ein spannendes Leben auf einer Modell-Farm. Im Inter- view erzählt sie von ihrer langen Suche und davon, wie sie schließlich ihre neue Heimat fand.
  6. 6. 6 Freudenberg: Das passierte im Grunde in einer Zeit, in der ich weniger fokussiert, weniger auf der Suche danach war. In dem Gemeindeblatt, in das ich sonst nie hineinsah, las ich im Jahr 2005 einen Bericht über ein Hilfsprojekt in Tansania, das mich irgendwie faszinierte. Ich rief die angege- bene Nummer an und es ging die Projektleiterin ans Telefon, die sich gerade in Deutschland aufhielt. Sie sagte mir, ich könne gemeinsam mit ihr direkt nach Tansania fliegen und mir das Projekt ansehen. Das habe ich tatsächlich getan und mich vom ersten Moment an sehr wohl in Tansania gefühlt. Später erfuhr ich, dass mein Ur-Urgroßvater nach Tansania ausgewandert war und dort sehr glücklich war. Ich hatte dann mehrmals längere Aufenthalte in Tansania und mir gefiel es dort sehr gut. Nur leider stellte sich das Hilfsprojekt als undurchführbar heraus. Ich war ziem- lich enttäuscht darüber. Zu meinem neuen Leben gehörte auch der Wunsch, etwas Nützliches für die Gemeinschaft zu tun – am lieb- sten vor dem Hintergrund der Naturheilkunde. Dann kontak- tierte mich eines Tages ein ent- fernter Verwandter, der in Kenia lebte. Wir trafen uns schließlich und so lernte ich meine heutige Heimat kennen. BDAE: Dort haben Sei eine Art Mo- dellfarm – Miti Milele – zum Anbau von Hartholzbäumen und medizinischen Pflan- zen gegründet. Wie kam es dazu? Freudenberg: Ich war lange auf der Suche nach einem sinnvollen Projekt, bei dem ich mich engagieren wollte. Aber es ist wirklich schwer, eine wohltätige Organisation in Kenia zu finden, die den eigenen Vorstellungen entspricht. Und dann muss auch noch die Chemie zwischen allen Akteuren stimmen. Ein eigenes Projekt aufzubauen, scheiterte bei mir an den ungeheuer langwierigen Formalitäten. Ich werde nächstes Jahr 60 Jahre alt und habe einfach nicht mehr die Kraft und den Langmut, einen solchen Prozess voranzutrei- ben. Eines Tages hatte ich so eine Art Eingebung. Im Ge- spräch mit meiner Vermieterin sagte ich: „Jetzt habe ich endlich mein Land gefunden und fühle mich so wohl hier, sollte ich nicht auch kleines Stück Land kaufen?“ Und das tat ich dann. Ich sah dieses Stück Land und dachte wirklich: „Mein Gott, hier will ich einmal leben!“ Da dieses Stück Land nicht brach liegen sollte, beschloss ich dort Kasuarinen-Bäume zu pflanzen. Dies sind Harthölzer, die sehr zügig wachsen und unter anderem für den Bau von Häusern verwendet werden, also einen hohen Nutzwert haben. Beim Bepflanzen der etwa 7.000 Setzlinge halfen mir damals etwa 100 Leute aus der Nachbarschaft. Während dieser Arbeit bin ich so richtig in Liebe zu diesem Land verfal- len. Sicherlich hatte es auch etwas mit dem Umstand zu tun, diese anstrengende physische und mentale Arbeit innerhalb einer Gemeinschaft zu verrichten. Später entwarf ich mein erstes eigenes Haus, das inzwischen auf diesem Land steht. Bevor ich Ärztin wurde, wollte ich In- nenarchitektin oder Goldschmiedin werden – auf jeden Fall etwas Kreatives tun. Ich schätze, meine kreative Ader habe ich beim Hausbau ausleben können. Das Haus ist als Klee- blatt angelegt und auch sonst ganz nach mei- nen Vorstellungen gestaltet, wenngleich es unheimlich viel Arbeit war, alles so zu errichten, wie ich es wollte. Anfangs gab es hier noch nicht einmal Strom geschweige denn fließendes Wasser. BDAE: Wie finanzieren Sie Ihre Modell-Farm? Freudenberg: Die Ka- suarinen-Bäume liefern mittlerweile einen Ertrag und ich habe auch weiteres Land erworben, dessen Wert sich inzwischen verviel- fältigt hat. Im Großen und Ganzen lebe ich allerdings von meinem Ersparten. Neben den Bäu- men ziehe ich auch Heilpflanzen wie Aloe Vera, Moringa und viele andere heran und schule meine Angestellten in Naturheilkunde. Ich habe zwar eine Arbeitserlaubnis als Ärztin in Kenia, aber in den Krankenhäusern der Umgebung herrschen desolate Zustände und ich weiß nicht, ob ich mich noch einmal so sehr aufreiben könnte. Mein Sohn plant, auf einem Stück von meinem Land im Rahmen eines Pilotprojektes ein Earth- bag-Haus zu errichten. Dabei handelt es sich um organische, nachhaltige Häuser, die außerordentlich stabil gegenüber Wärme, Kälte, Erdbeben und Hochwasser sind. Vorgesehen ist außerdem eine Art Gemeindezentrum, wo beispielsweise Versammlungen für den Frieden abgehalten werden können und Unterricht, etwa zum Anbau von Heilkräutern, stattfin- den kann. Vielleicht habe ich dann auch die Möglichkeit, in irgendeiner Form wieder dort als Ärztin zu arbeiten. BDAE: Was haben Sie von den Menschen in Kenia lernen können und was glauben Sie, haben die Menschen an Ihnen als Deutsche bisher zu schätzen gelernt? INTERVIEW
  7. 7. 7 Freudenberg: Seitdem ich hier lebe, habe ich vor allem gelernt, die Gegenwart stärker zu schätzen und wahrzuneh- men, also im Hier und Jetzt zu leben. In Afrika weiß man nie, was morgen sein wird, denn dieser Kontinent ist sehr unsi- cher. Der Tod ist hier ein ständiger Begleiter. Dieses Bewusst- sein hat die Menschen gelehrt, den Augenblick zu genießen. Umgekehrt haben meine kenianischen Freunde und Ange- stellten von mir gelernt, dass es dennoch sinnvoll sein kann, vorauszuschauen und zu planen. Eine meiner Angestellten hat kürzlich ein Kind bekommen und denkt viel an dessen Zukunft – so sehr, dass ihr Mann belustigt feststellte, sie hätte ja einen richtig deutschen Kopf. BDAE: Was raten Sie Menschen, die es beruflich oder privat nach Kenia zieht, insbesondere in punkto Vorbereitung? Freudenberg: Afrika ist sicherlich nicht Jedermanns Sache. Wer hier leben möchte, sollte sich zunächst Informa- tionen von anderen Auswandern holen und mehrere Probe- reisen machen. Man sollte nichts überstürzen, sondern Schritt für Schritt vorangehen. Wer Land erwerben möchte, sollte dies nur mit einem empfohlenen und offiziell zugelas- senen Anwalt tun. Zudem sollte man die Lebenshal- tungskosten und seine ei- genen Einkommensver- hältnisse kennen sowie rechnen, rechnen, rechnen. Besonders wichtig ist es, eine Exit-Strategie zu haben, für den Fall, dass Krieg herrscht oder eine Naturkatastrophe alles zerstört. Es sollte stets genug Geld da sein, um das Land zu verlassen und woan- ders wieder von vorne anfan- gen zu können. BDAE: Sind Sie zufrieden mit Ihrer Entscheidung, nach Kenia auszuwandern oder gab es schon Momente, in denen Sie bereut haben, hier Wurzeln zu schlagen? Freudenberg: Nie. Nicht einmal, als ich vor drei Jahren an Malaria erkrankte, habe ich meine Entscheidung bereut. Auch die vielen Enttäuschungen, die ich erlebt habe, konn- ten mich nicht davon abhalten, in Kenia weiterzumachen. Ich fühle mich heimisch, bin raus aus meinem Hamsterrad gekommen, habe zu mir gefunden und Verantwortung für einige Menschen und für die auf meiner Farm lebenden Tiere übernommen. Eine Kleinigkeit ist vielleicht noch bemerkens- wert. Als junges Mädchen und Frau wollte ich immer einmal auf einem Bauernhof leben. Nun lebe ich auf meinem afrika- nischen Bauernhof mit vier Kühen – eine ist schwanger –, vier Ziegen und ein paar Hühnern, ein kleiner Gemüsegarten ist auch dabei. Gottes Wege sind schon wundersam. INTERVIEW Miti Milele bedeutet in Swahili „Bäume für die Ewigkeit“ und steht für die Nachhaltig- keit von Dr. Karin Freu- denbergs Handeln. In Seminaren und Gemein- dearbeit trägt sie das ganzheitliche Wissen des ökologischen Waldfeld- baus, der kombinierten Forst- und landwirt- schaftlichen Nutzung, weiter und will dadurch den Menschen ermögli- chen, ohne Hunger ge- sund und glücklich zu sein. Gleichzeitig werden die natürlichen Bedin- gungen berücksichtigt und nachhaltig genutzt. http://www.mitimilele.com
  8. 8. 8 Viele Airlines bieten in- zwischen ein Online- Check-In-Verfahren an. Für Reisende, die eine Reise- rücktrittsversicherung abge- schlossen haben, ist es da gut zu wissen, dass der Ver- sicherungsschutz mit dem Online-Check-In noch nicht endet. Denn die Reise gilt zu diesem Zeitpunkt noch nicht als ange- tre- ten. Das ent- schied das Amts- gericht (AG) München im Fall eines Mannes, der gleich- zeitig mit der Buchung des Fluges eine Reiserücktritts- versicherung abgeschlossen hatte. Wie die ARAG- Rechtsexperten berichten checkte der Kläger am Vor- mittag des Abflugtages on- line bei der Fluggesellschaft ein. Kurz danach erkrankte er so schwer, dass er den Flug nicht antreten konnte. Die Versicherung weigerte sich jedoch, für die Storno- kosten aufzukommen, weil sie meinte, er habe die Reise mit dem Online-Check-In bereits angetreten. Das sah das AG anders: Anders als beim klassischen Check-In teile der Reisende mit dem Online-Check-In der Fluggesellschaft lediglich mit, dass er be- absichtigt, die ver- traglich verein- barte Beförde- rung ab- zurufen. Dies sei je- doch noch nicht der fakti- sche Reiseantritt. Dafür müsse der Fluggast vielmehr zumindest eine un- mittelbar mit der Beförde- rung verbundene Leistung der Fluggesellschaft in An- spruch nehmen. Das kann laut den ARAG-Rechtsexper- ten zum Beispiel die Auf- gabe des Gepäcks am Flughafenschalter sein oder das Passieren des Flugsteigs unter Vorlage der Bordkarte, um das Flugzeug zu betre- ten (Az.: 171 C 18960/13). REISERÜCKTRITT IST AUCH NACH ONLINE-CHECK- IN MÖGLICH RECHTLICHES Die Europäische Union hat eine langersehnte Richtlinie zu firmeninternen Versetzungen verabschiedet: Die Richtli- nie wird internationalen Unternehmen die temporäre Verset- zung von Managern, Spezialisten und Auszubildenden in andere EU-Niederlassungen erleichtern und diesen die Mög- lichkeit bieten, während ihrer Entsendung in anderen Mit- gliedsstaaten zu arbeiten. Eine Besonderheit der Richtlinie besteht darin, dass es Ange- hörigen gestattet ist, Mitarbeiter bei Entsendungen von Be- ginn an zu begleiten. Zudem haben sie das Recht, während der Versetzung einer Beschäftigung nachzugehen oder eine selbstständige Tätigkeit auszuüben. Die Permits Foundation hat sich für diese familienfreundliche Bestimmung eingesetzt und wurde bei ihren Bemühungen von Rat, Parlament und Kommission unterstützt. “Angehörigen eine Arbeitserlaubnis zu erteilen erleichtert hochqualifizierten Arbeitskräften die Entscheidung, einer Versetzung zuzustimmen, da der Partner die eigenen berufli- chen Ambitionen nicht aufgeben muss”, so Kathleen van der Wilk, Geschäftsführerin der Permits Foundation. “Das ist gut für die Familie, gut für das Geschäft und gut für die europäi- sche Wirtschaft.” Die Richtlinie zielt zudem auf eine Beschleunigung der An- tragsverfahren ab und sieht leicht zugängliche Informationen über die neue ICT-Bewilligung vor. Für Arbeitgeber, die sich augenblicklich mit 28 unterschiedlichen Regelwerken zur Er- teilung von Arbeitsbewilligungen auseinandersetzen müssen, können diese Veränderungen gar nicht früh genug einge- führt werden. Bis zur Umsetzung der Richtlinie könnten je- doch bis zu 30 Monate verstreichen. Ellen Shipley, Leiterin der Abteilung Global Mobility and Im- migration bei BT, ist zuversichtlich: “Im Idealfall sollte die Umsetzung der Richtlinie und die Einführung von beschleu- nigten Antragsverfahren seitens der Mitgliedsstaaten rasch vonstattengehen, da nur komplexe Fälle die maximal zuge- lassene Bearbeitungszeit von 90 Tagen erfordern.” Die Richtlinie im Wortlaut ist hier zu finden. NEUE EU-RICHTLINIE VERBESSERT BEDINGUNGEN FÜR EXPAT-PARTNER © sgursozlu - Fotolia.com © mediterranean - Fotolia.co m
  9. 9. 9 RECHTLICHES SPANIEN: BEGLAUBIGTE ÜBERSETZUNG VON URKUNDEN NICHT IMMER NOTWENDIG Im deutsch-spanischen Rechtsverkehr gibt es eine Un- menge von Urkunden, die in der einen Sprache ausge- stellt, aber in der anderen Sprache verwendet werden. Ein deutscher Erbschein wird beispielsweise für die Umschrei- bung einer Immobilie zur Vorlage beim spanischen Notariat und Grundbuchamt benötigt. Auch die notarielle Verkaufs- vollmacht eines notariell Bevollmächtigten ist in beglaubigter Übersetzung bei den vorgenannten Institutionen vorzulegen, um sich beim Verkauf einer Immobilie rechtswirksam legiti- mieren zu können. Im umgekehrten Verhältnis geht es um spanische Scheidungsurteile, die beispielsweise ein österrei- chisches Standesamt benötigt. In all diesen Fällen wird eine beglaubigte Über- setzung der vorgelegten Urkunde in die amtli- che Sprache des Verwendungslan- des der Urkunde benötigt. Reicht in diesen Fällen die bloße Unterschrift des öffentlich be- stellten und allge- mein vereidigten Übersetzers aus oder muss diese noch notariell be- glaubigt werden? Mit diesem Fall hatte sich das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe zu befassen. Es ging um ausländische Standesamts-Urkunden in einem Erbscheinsverfahren. Sie waren von einem für die entspre- chende Sprache ermächtigten Übersetzer in die deutsche Sprache übertragen und mit dessen Unterschrift versehen worden. Gegen das Verlangen des Nachlassgerichts, die Un- terschrift des Dolmetschers auf der Übersetzung notariell be- glaubigen zu lassen, wurde Beschwerde beim OLG Karlsruhe eingelegt. Dieses beschloss, der Beschwerde stattzugeben. Maßgeblich war die Bestimmung des Paragrafen 142 Abs. 3 der Deutschen Zivilprozessordnung (ZPO), in der von der no- tariellen Unterschriftsbeglaubigung des Übersetzers keine Rede ist. Die Entscheidung des vorgenannten Obergerichts ist zu begrüßen, weil sie unnötigem Formalismus von Unter- gerichten entgegen tritt. In Spanien werden beglaubigte Übersetzungen spanischer oder ausländischer Übersetzer in der Regel ohne notarielle Unterschriftsbeglaubigung anerkannt. Es sind jedoch auch schon Fälle vorgekommen, in denen nicht nur die notarielle Unterschriftsbeglaubigung von Urkunden verlangt wurde, sondern darüber hinaus auch noch die Apostille nach dem Haager Abkommen. Aktenzeichen der Entscheidung. Beschluss des OLG Karls- ruhe vom 05.03.2013 – II WX 16/13  DIE AUTOREN: Jan Löber und Dr. Alexander Stein- metz sind Rechtsanwälte bzw. Abogados der Kanzlei Löber und Steinmetz in Frankfurt am Main und Köln. Jan Löber ist zugleich Abogado inscrito in Valencia. Die Kanzleidaten sind folgende: Kaulbachstr. 1, D-60594 Frankfurt am Main (Tel. +49 69- 96 22 11 23, Fax: 96 22 11 11) info@loeber-steinmetz.de, www.loeber-steinmetz.de. STÖRENDE MUEZZIN-RUFE IM URLAUB BRINGEN KEINEN SCHADENSERSATZ Auch wenn sich Urlauber während einer Türkeireise durch laute Muezzin- Rufe schon am frühen Morgen massiv gestört fühlen, haben sie keinen Anspruch auf Schadensersatz. Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichts Hannover hervor (Az.: 559 C 44/14). Im betreffenden Fall hatte ein Urlauber geklagt, weil er während seiner All-inclusive-Reise an der Westküste der Türkei die Nachtruhe durch die bei Sonnenaufgang erklingenden Muezzin-Rufe massiv gestört sah. Seiner Forderung nach Schadensersatz gaben die Richter jedoch nicht statt. Begründung: Muezzin-Rufe seien eine für die muslimische Türkei lan- destypische Geräuschkulisse, ähnlich dem Glockenläuten in christlichen Ländern. Auch habe der Reiseveranstalter im Prospekt darauf hingewie- sen, dass das Hotel im Zentrum des Ortes liege und deshalb sei mit diesen Geräuschen zu rechnen gewesen und stellten keinen Reisemangel dar. Quellen: www.cibt.de und www.tip.de © vertyr - Fotolia.com © B. Wylezich - Fotolia.com
  10. 10. 10 Die Sanktionslisten der EU und der USA für Russland werden immer länger. Damit steigt auch die Gefahr von herben Strafen für deutsche Unter- nehmen, die sich im Russlandgeschäft engagieren. Dass mit Firmen, die auf der Sanktionsliste stehen, keine Ge- schäfte gemacht werden dürfen, ist eindeutig. Dazu gehören die auf der Krim beheimateten Unternehmen Fe- odsija und Tschernomorneftegas. Schwierig wird es allerdings, wenn ein- zelne Personen auf der Sanktionsliste stehen: “Deutsche Unternehmen dürfen nicht Geschäfte mit Firmen abzuschließen, an denen Personen auf der EU-Sankti- onsliste mehrheitlich beteiligt sind, also ein Aktienpaket von mindestens 50 Prozent halten oder Personen, die einen entscheidenden Einfluss aus- üben. Der kann gegeben sein, wenn ein enges Familienmitglied der mit Sanktionen belegten Personen ein rus- sisches Unternehmen leitet. Geschäftsmodelle, bei denen Familien- angehörige als Strohmänner eingesetzt werden, sind in Russland ein weitver- breitetes Phänomen”, erläutert Bernd Hones, Repräsentant von Germany Trade & Invest in Moskau. Entschei- dend sei es jetzt herauszufinden, wer genau hinter welchen russischen Un- ternehmen steht. Die Sanktionsliste der USA ist bedeu- tend länger als die der EU. Auch sie ist für deutsche Unternehmen wichtig. Denn grundsätzlich gilt: Firmen mit Sitz in den USA dürfen zu sanktionierten Unternehmen keine Geschäftsbezie- hungen mehr pflegen. Verstößt eine in den USA ansässige Firma gegen dieses Verbot, muss sich nicht nur die Firma, sondern sogar deren Geschäftsführer persönlich vor US-Gerichten dafür ver- antworten. Das gilt auch für Tochterfir- men deutscher Konzerne mit Sitz in den USA, die weiterhin mit sanktionier- ten Unternehmen oder Geschäftsleu- ten zusammenarbeiten. Egal ob wissentlich oder unbewusst. Deutsche Firmen müssen deswegen besonders vorsichtig sein: “Sind meine Exporte abgesichert? Muss ich den Ex- port beim BAFA prüfen lassen? Mit wem mache ich eigentlich meine Ge- schäfte? Wie genau ist der Wortlaut der Klauseln für höhere Gewalt und Kündigung in meinen Verträgen? Sol- che Fragen sollte sich jeder Russland- Manager stellen”, so Bernd Hones weiter. Weitere Informationen dazu finden In- teressierte hier. SANKTIONEN FÜR RUSSLAND: WORAUF DEUTSCHE UNTERNEHMEN ACHTEN MÜSSEN RECHTLICHES NEUES DOPPELBESTEUERUNGSABKOMMEN ZWISCHEN DEUTSCHLAND UND CHINA Deutschland und China haben ein neues Doppelbesteuerungsab- kommen (DBA) unterzeichnet, welches das alte aus dem Jahr 1985 ersetzt. Eine wichtige Neuerung ist etwa die Fristverlängerung von bisher sechs auf 12 Monate, innerhalb derer im anderen Land eine Bauausführung oder Mon- tage erfolgen kann, ohne dass eine Be- triebsstätte eröffnet werden muss. Zudem ist in punkto Beratungsdienst- leistungen nun eine 183-Tage-Rege- lung an Stelle der bislang verwendeten Begrifflichkeit “sechs Monate” getre- ten. Dies ermöglicht größere Klarheit bei der Berechnung des Aufenthalts. Die Quellensteuer auf Dividenden wird künftig nur noch fünf Prozent betra- gen. Der Dividendensteuersatz ent- spricht dann dem, der auch in den Doppelbesteuerungsabkommen zwi- schen China und Hongkong bezie- hungsweise Singapur vereinbart ist. In Zukunft wird es also nicht mehr erfor- derlich sein, lediglich aus steuerlichen Gründen Holdinggesellschaften in Sin- gapur oder Hongkong zu errichten. Die Quellensteuer auf Lizenzzahlungen für die Nutzung oder das Recht auf Nut- zung industrieller, gewerblicher oder wissenschaftlicher Ausrüstung wird um einen Prozentpunkt auf effektiv sechs Prozent gesenkt. Das neue Abkommen schafft zudem eine Grundlage für den Informations- austausch und Amtshilfe zwischen den beteiligten Steuerbehörden. Im Proto- koll finden sich zu diesen Fragen wei- tergehende Ausführungen, um einen Missbrauch der Informations- und Aus- kunftsrechte zu verhindern. Bevor das Abkommen in Kraft treten kann, müssen sowohl Deutschland als auch China das Abkommen noch ratifi- zieren, was ein bis zwei Jahre in An- spruch nehmen kann. Das komplette DBA können sich Inter- essierte hier downloaden. © arthurorskis - Fotolia.com © Jan Engel - Fotolia.com
  11. 11. 11 BUSINESS-KNIGGE SINGAPUR: VERHANDELN MIT VERDECK- TEN KARTEN Architektonisch scheint Singapur mit seiner hochmodernen Skyline und Infrastruktur dem Westen sehr ähnlich zu sein – kulturell trennen Deutschland und den chinesischen Stadtstaat jedoch rund 10.000 Kilome- ter. Derzeit leben rund 7.500 Deutsche in Singapur, die nicht nur von einer hohen Lebensqualität, sondern auch einem der wichtigsten Finanz-, Han- dels- und Wirtschaftszentren der Welt profitieren wollen. Auf einer relativ kleinen Fläche von 700 Quadratkilome- tern teilen sich rund fünf Millionen Menschen das teure Pflaster. Etwa drei Viertel der Einwohner sind Chinesen, 13 Prozent Malaien und etwa jeder Zehnte stammt aus Indien. Die übrigen Singapurianer haben unterschiedliche kulturelle Wurzeln. Aufgrund dieser Mischung hat sich eine ganz eigene asiatische Kultur herausgebildet. „Es heißt häufig, Singapur sei mit einem Salat vergleichbar“, sagt Melissa Leich, die seit acht Jahren in der Megametropole lebt und dort die Niederlassung einer Hamburger Han- delsgesellschaft leitet. Viele Frauen in Führungspo- sitionen Dieses Potpourri an unter- schiedlichen Nationalitäten ist einer der Gründe, weshalb Singapur als einer der strengsten Staaten der Welt gilt, mit Strafen, die aus westlicher Sicht geradezu dra- konisch anmuten. Zwar sieht man im Alltag nur wenige Poli- zisten, aber es gibt überall Kameras. „Die strengen Regeln sind so eine Art kleinster gemeinsamer Nenner im Miteinan- der. Hier leben so viele Menschen mit unterschiedlichen Kon- texten und auch Benimmregeln oder Toleranzgrenzen“, berichtet Melissa Leich weiter. All diese Maßnahmen machen Singapur aber auch zu einem sicheren Ort – insbesondere für Frauen. Letztere bekleiden scheinbar häufiger eine Führungs- position als dies in Deutschland der Fall ist, nur ist das nicht immer sofort ersichtlich. Der Grund: Singapurianer legen sel- ten sofort alle Karten auf den Tisch – ein Prinzip, dass sich durch das gesamte Wirtschaftsleben und auch den Alltag zieht, wo beispielsweise Preise meistens nicht ausgezeich- net sind. So ist bei Gesprächen und Verhandlungen mit Businesspartnern nicht immer sofort klar, wer das letzte Wort hat. „Man verhandelt mit bestimmten Partnern und weiß erst später, dass eine Frau im Hintergrund agiert“, weiß Melissa Leich aus Erfahrung zu berichten. Da ähnlich wie in China Seniorität eine große Rolle spielt, empfiehlt die deut- sche Geschäftsfrau insbesondere jun- gen Leuten – egal, ob Mann oder Frau – im Businessleben möglichst keine Un- sicherheit zu zeigen. Ein klares, konse- quentes und entschiedenes Auftreten sei wichtig, um ernstgenommen zu werden. „Im Zusammenhang mit älte- ren Kooperationspartnern muss man auch schon mal deutlich machen, wer der Boss ist.“ Anspruchsvolle Arbeitnehmer Generell sind Geschäftstermine denen in Deutschland gar nicht so unähnlich, denn es geht meistens schnell und ziel- gerichtet zur Sache. Übermäßiger Smalltalk und ein erstes Abklopfen des familiären und sozialen Umfelds sind nicht notwendig, witzige Bemerkungen zur Auflockerung sind sogar uner- wünscht. Dennoch spielt die zwischen- menschliche Chemie bei Entschei- dungsprozessen eine wichtige Rolle. Nicht minder wichtig ist es Hierarchien einzuhalten. Die Menschen in Singapur sind überwiegend sehr hart arbeitende, hochqualifizierte und vor allem ambitionierte Ar- beitnehmer. Dies weiß auch Melissa Leich: „Per- sonal ist hier sehr anspruchsvoll und stellt hohe Anforderungen an Arbeitgeber. Viele Arbeitnehmer sind außerdem sehr markenorientiert und wollen aus Prestigegründen gerne bei bekannten Unterneh- men arbeiten. Und es gibt sehr viele, sehr ehrgeizige Menschen, die unbedingt an die Spitze wollen.“ Bei der ersten Kontaktaufnahme mit einem Unternehmen in dem Stadtstaat sollten deutsche Geschäftspartner sich mög- lichst durch eine heimische Kontaktperson empfehlen oder vermitteln lassen – ein Vorgang, der zugegebenermaßen etwas länger dauern kann. Administrative Prozesse, bei- spielsweise die Gründung einer Niederlassung oder das Mie- ten von Büros, funktionieren wiederum relativ schnell und vor allem unkompliziert. Insgesamt gilt Singapur als der eu- ropäischste Ort Asien, was den Erfolg deutschsprachiger Ge- schäftsleute begünstigen dürfte. EXPATRIATES KURZER BUSINESS-KNIGGE SINGAPUR • Auf strikte Pünktlichkeit wird sehr großen Wert gelegt. • Die Kleidung sollte sehr gepflegt und vor allem geschäftsmäßig aus- sehen. Mit guten Marken kann man punkten. • Politische Themen, die insbesondere die Beziehung Singapurs zu China und Malaysia haben, gehören nicht auf die Agenda. Ein guter Ge- sprächseinstieg ist ein Lob über Sin- gapurs exzellente Küche. • Zur Begrüßung genügt ein leichter Händedruck. Weiterer Körperkon- takt sollte jedoch vermieden wer- den. • Hierarchien spielen eine große Rolle und sollten eingehalten werden.  LESETIPP: Monika Heyder: Kulturschock Südostasien, 336 Seiten, 14,90 Euro; ISBN: 978-3831716296 © avniunsal - Fotolia.com
  12. 12. Der Begriff Globalisierung ist schon lange kein Fremd- wort mehr. Immer mehr Geschäftsbereiche werden durch internationale Geschäftsbeziehungen beeinflusst. Aber wer sich beruflich mit anderen Ländern auseinander- setzt beziehungsweise auseinandersetzen muss, hat oftmals nicht ausreichend Zeit, um sich langwierig mit den speziellen Anforderungen eines fremden Landes zu beschäftigen. Deshalb ist insbesondere für Unternehmer, Arbeitnehmer und Selbstständige komprimiertes Wissen notwendig, das binnen kurzer Zeit erarbeitet werden kann. Die Reihe „Ge- schäftskultur kompakt“ liefert für verschiedene Länder Basis- wissen, um durch kompetentes Auftreten Geschäftsbe- ziehungen aufbauen zu können. Jedes Buch der Reihe, gele- sen wurden „Geschäftskultur Mexiko kompakt“, „Ge- schäftskultur Spanien kompakt“, „Geschäftskultur Japan kompakt“, „Geschäftskultur Frankreich kompakt“ und „Ge- schäftskultur Polen kompakt“, weist den gleichen Aufbau aus, so dass auch ein länderübergreifender Vergleich rasch möglich ist. Zu Beginn des Ratgebers, der in kompakter Westentaschen- größe schnell zur Hand ist, findet sich ein Schnellregister, das einen zügigen Überblick der Themen ermöglicht. Häufig er- hält man am Ende eines Kapitels eine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen und Stolpersteine. Eine Seitenno- tiz verweist auf weiterführende Inhalte im Internet. Zu dem jeweiligen Land der Buchreihe werden alle notwendigen Punkte für einen Aufbau von Geschäftsbeziehungen ge- nannt. Das Buch bietet Einblicke in die jeweilige Geschäfts- welt, liefert Informationen zur Kontaktaufnahme und Geschäftsanbahnung, das Verhalten sowohl in Meetings als auch im Privatleben wird erläutert und auch Verhandlungen, Verträge und Mitarbeiterführung stehen auf dem Programm. Abgerundet werden die geschäftlichen Themen durch allge- meine Landeskunde, Politik und Persönlichkeiten, so dass sich auch Gesprächsstoff für Small Talk finden lässt. Fazit: Der Ratgeber liefert wissenswerte Informationen von den Anfängen einer Geschäftsbeziehung mit Partnern aus anderen Ländern über das Miteinander bis hin zu landesspe- zifischen Gegebenheiten, um kulturelle Unterschiede zu er- kennen, zu meistern und um internationale Geschäfte erfolgreich tätigen zu können. 12 INTERNATIONALE GESCHÄFTSKULTUREN SCHNELL VERSTEHEN EXPATRIATES INFOS ZUR BUCHREIHE: • Geschäftskultur Mexiko kompakt; Alexandra Metzger; ISBN 978-3-943176- 48-3; Conbook Me- dien GmbH; 112 Seiten; 11,95 Euro • Geschäftskultur Japan kompakt; Gerd Schneider; SBN 978-3- 943176-32-2; Con- book Medien GmbH; 112 Seiten; 9,95 Euro • Geschäftskultur Spanien kompakt; Alexandra Metzger; ISBN 978-3-943176- 22-3; Conbook Me- dien GmbH; 106 Seiten; 9,95 Euro • Geschäftskultur Polen kompakt; Joanna Sell; ISBN 978-3-943176- 49-0; Conbook Me- dien GmbH; 113 Seiten; 11,95 Euro • Geschäftskultur Frankreich kompakt; Isabelle Demangeat; ISBN 978-3-943176- 53-7; Conbook Me- dien GmbH; 116 Seiten; 11,95 Euro © NLshop - Fotolia.com
  13. 13. 13 Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren haben die Ägypter einen neuen Präsidenten gewählt: Der ehema- lige Armeechef Abdel Fattah al-Sisi und der Linken-Politiker Hamdeen Sabahi bewerben sich um das höchste Amt im Staat. Ägypten steht vor einer erneuten Protestwelle und ge- waltsamen Zusammenstößen; auch Anschläge auf Wahllo- kale sowie Regierungs- und Sicherheitseinrichtungen sind wahrscheinlich. 2012 hat der von der Muslimbruderschaft (MB) unterstützte Muhammad Mursi die ersten freien Wahlen des Landes ge- wonnen. Zwei Jahre und einen politischen Umsturz später bewerben sich der ehemalige Armeechef al-Sisi und der Linke Hamdeen Sabahi um das Präsidentschaftsamt. „Al-Sisi gilt vielen Ägyptern als Heilsbringer. Nach Jahren der Unruhe und Unsicherheit bevorzugen viele eher eine stabile als eine demokratische Regierung“, sagt Simone Schelk, Risiko-Ana- lystin beim Beratungsunternehmen für Risikomanagement EXOP. Die Präsidentschaftswahlen finden im Umfeld großer politi- scher und sozialer Spannungen statt. Im Vergleich zu 2012 hat sich die Sicherheitslage weiter verschlechtert. Seit dem Sturz Mursis durch das Militär im Juli 2013 und der Zerschla- gung der MB flammen gewaltsame Zusammenstöße zwi- schen Mursi-Unterstützern und Sicherheitskräften immer wieder auf; auch Anschläge auf Regierungs- und Sicherheits- kräfte sowie -einrichtungen durch islamistische Gruppierun- gen häufen sich. Für die Präsidentschaftswahlen wurden die Sicherheitsvorkehrungen massiv erhöht: Polizei und Armee säumen Straßen, die zu Wahllokalen führen; Armee-Einheiten sind einsatzbereit. Im Nil-Delta wurde bereits ein Wahllokal mit einer Bombe angegriffen; Bomben-Attrappen wurden an mehreren ande- ren Wahlstationen entdeckt. Proteste werden teilweise ge- waltsam mit Tränengas niedergeschlagen; in Alexandria und Giza wurden mehrere pro-Mursi-Demonstranten festgenom- men. „Die Konfliktlinien verlaufen nicht mehr nur zwischen Islamisten und Säkularen, sondern auch zwischen Befürwor- tern und Gegnern einer militärisch dominierten Regierung“, erläutert Schelk. Damit erhöhe sich das Gewaltpotenzial zu- mindest für die Zeit der Wahlen weiter. Für Geschäftsreisende und Expats kann die temporäre Ver- schlechterung der Sicherheitslage direkte Auswirkungen haben. Die Entsendung von Mitarbeitern sowie die Umset- zung von Projekten sollten nur erfolgen, wenn das Sicher- heitskonzept der derzeitigen Sicherheitslage angepasst und in der Lage ist, die Risiken bedeutsam zu minimieren. Denn Proteste können auch Unbeteiligte gefährden: Gewaltsame Zusammenstöße mit Sicherheitskräften oder der Gebrauch von Tränengas stellen eine unmittelbare Gefahr dar. Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen wie Straßenblockaden oder Sicherheitskontrollen können den Tages- und Reiseablauf verzögern. Auch Terroranschläge können Geschäftsreisende als Unbeteiligte betreffen; das Risiko steigt in der Nähe von Wahllokalen und Sicherheitseinrichtungen. Sollte die Gewalt eskalieren, ist es denkbar, dass die ägyptischen Behörden kurzfristig eine Ausgangssperre verhängen, die die Bewe- gungsfreiheit von Geschäftsreisenden ein- schränken würde. ÄGYPTEN BLEIBT UNSICHER FÜR EXPATS UND GESCHÄFTSREISENDE EXPATRIATES © Nomad_Soul - Fotolia.com
  14. 14. 14 Terrorismus war und ist eine Bedrohung für im Ausland tätige Unternehmen, dessen Bedeutung in Zukunft noch weiter zunehmen wird. Während dieser Artikel entsteht, reicht ein Blick auf die Titelseiten großer deutscher Tageszei- tungen, um die akute Relevanz zu verdeutlichen. So starben etwa bei einer Serie von Anschlägen im zentralafrikanischen Nigeria in der Stadt Jos mehr als 200 Menschen. Verübt wur- den die Anschläge von der islamistischen Terrororganisation Boko Haram. Nahezu zeitgleich kamen im chinesischen Urumqi 31 Men- schen ums Leben; verübt wurde dieser Anschlag von der durch chinesische Regierungskreise als Terrororganisation eingestufte islamische Turkestan-Partei. Fast täglich gibt es neue Meldungen von Anschlägen in aller Welt, bei denen viele Menschen ihr Leben verlieren oder schwer verletzt wer- den. Diese Bedrohung betrifft nicht nur die lokale Bevölke- rung vor Ort, sondern auch Ausländer, die sich beispielsweise im Rahmen einer Auslandsentsendung als Expatriates in einer gefährdeten Region befinden. Auswirkungen von Terrorismus auf Stressemp- finden von Expatriates Die Autoren dieses Beitrags haben sich in einer empirischen Studie mit dieser Thematik beschäftigt*. Im Detail wurde un- tersucht, ob direkte und indirekte Auswirkungen von Terro- rismus ein zusätzliches Stressempfinden bei Expatriates hervorrufen und wie sich dies auf die Arbeitseinstellung sowie die konkrete Arbeitsleistung auswirkt. Ausgewertet wurden die Daten von 143 Expatriates, die zum Zeitpunkt der Erhebung beruflich in einem stark von Terrorismus ge- fährdeten Land tätig waren. Das wichtig- ste Ergebnis: Insbesondere familieninterne Konflikte hinsicht- lich der Sicherheit und das Auf- treten von Terroranschlägen in unmittelbarer Umgebung tragen zu gesteigertem Stressemp- finden bei. Schwierigeres Verhältnis zu Einheimischen des Gastlandes Dies führt in der Folge dazu, dass die betroffenen Expatriates ihre Einstellungen zu ihrer Arbeit überdenken und diese ne- gativer bewerten. Zudem entfernen sie sich emotional von Gastlandangehörigen, weil sie diese implizit der Gruppe der (potenziellen) Terroristen zurechnen, auch wenn dies nur auf eine absolute Minderheit der Menschen vor Ort zutrifft. Dies wirkt sich besonders negativ im Arbeitskontext, speziell im Umgang mit Kollegen aus dem Gastland aus. In letzter In- stanz leidet dementsprechend auch die Arbeitsleistung der Entsandten. Um die Situation vor Ort besser zu verstehen, wurden im Rahmen der Vorstudie Interviews mit Personen im Irak, in Af- ghanistan und in Mauretanien durchgeführt. Dabei kamen interessante Details zu Tage, die sowohl die Herausforderun- gen als auch die Chancen aus Sicht deutscher Unternehmen darstellen. Auf die Frage, wie die terroristische Bedrohung im Irak empfunden wird und welche Auswirkungen persönlich verspürt werden, erhielten wir folgende Antwort: „Wenn es einen erwischt, dann erwischt es einen halt. (…) Wir haben mal mit ein paar Kollegen ausgerechnet, dass die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Bombenanschlags zu wer- den, bei etwa 1:100.000 liegt. Was aber extrem belastend war und ist, das sind Entführungen. Das war für mich immer ganz schlimm, weil man dann diesen Leuten ausgeliefert ist. Man weiß nicht, was sie mit einem tun (…) und [Auslän- der] hat man ja meistens aus politischen Grün- den gekidnappt.“ EXPATRIATES © Schlierner - Fotolia.com STUDIE: WIE SICH ENTSENDUNGEN IN RISIKOLÄNDER AUF EXPATS AUSWIRKEN
  15. 15. 15 Expatriates in Risikoregionen haben häufig am meisten Angst vor Entführungen Die Aussage zeigt, dass sich Expatriates vor Ort mit der Ge- fahr auseinandersetzen und dabei auch den eigenen Tod in Betracht ziehen. Allerdings wird dabei die Gefahr eines Bom- benanschlags als „kalkuliertes Risiko“ dargestellt, während vor allem die Gefahr, Opfer einer Entführung zu werden als besonders bedrohlich empfunden wird. Als Geisel in einem Video zur Schau gestellt zu werden, möglicherweise Miss- handlungen zu erleiden oder gar vor laufender Kamera hin- gerichtet zu werden, sind Schreckensszenarien, die massive Belastungen bei Expatriates hervorrufen. Da es sich bei den Entführern meist um Gastlandangehö- rige handelt, erklärt sich auch die in der Studie nachgewiesene sukzessive Distanzierung von diesen. Ein Expatriate in Maureta- nien etwa berichtete, dass das (lokale) Sicherheitspersonal vor den Gebäuden alle sechs bis acht Wochen ausgetauscht wird, um ein Ausspähen der Tagesabläufe der ausländi- schen Mitarbeiter weitgehend zu unterbinden. Auch dieses Beispiel unterstreicht die großen indirekten Effekte, die von einer terroristischen Bedrohung im Gastland ausgehen. Wirtschaftliche Notwendigkeit der Präsenz in Hochrisikoländern Andererseits zeigt sich jedoch auch, dass sich zur Sicherung einer erfolgreichen Unternehmenstätigkeit im Ausland die Entsendung von Mitarbeitern in besonders gefährdete Regio- nen nicht vermeiden lässt. Zeigt man keine Präsenz bei loka- len Kunden und Partnern, so wird der Erhalt relevanter Informationen und Aufträge maßgeblich erschwert. Damit entsteht ein Dilemma zwischen dem bewussten Eingehen eines Risikos und der Wahrung der Sicherheit. Aussagen einer Person im Irak zu Folge hat bei deutschen Unterneh- men der letztere Aspekt die oberste Priorität. Was grundsätz- lich begrüßenswert ist, geht aber auch einher mit einer weiteren – wirtschaftlichen – Schwierigkeit. Folgende Aus- sage in Bezug auf andere ausländische Unternehmen ver- deutlicht dies: „Die anderen sind da aben- teuerlicher, die sind nicht so futzelig was Sicherheit anbe- langt. Aber die Deutschen sind extrem sicherheitsbetont, das sagen hier alle. Deshalb sind sie auch wirtschaftlich deutlich schlechter aufgestellt, beispielsweise im Vergleich zu Frankreich.“ Auf die Frage, weshalb die Franzosen wirtschaftlich besser dastehen als deutsche Unternehmen, antwortete ein franzö- sischer Unternehmensvertreter: „Wir sind die Abenteurer und wenn wir das Feld bereitet haben, dann kom- men die Deutschen und konsolidieren. Deutsche Unternehmen gelten als ex- trem zögerlich (…) und sind mit bei den Schlusslichtern, was das wirt- schaftliche Engagement im Irak an- geht.“ EXPATRIATES  INFORMATIONEN ZUR STUDIE: *Bader, B., & Berg, N. (2013). An Empirical Investiga- tion of Terrorism-Induced Stress on Expatriate Attitudes and Performance. Journal of International Management, 19(3), 163 – 175. Kontakt: benjamin.bader@uni-hamburg.de © iQoncept - Fotolia.com
  16. 16. 16 EXPATRIATES Deutsche Unternehmen sicherheitsbewusster als ausländische Diese Ansicht teilen auch deutsche Personen im Irak. „Das deutsche Wirtschaftsbüro, welches bei Kontaktanbah- nungen unterstützen soll, sitzt in der ‚Grünen Zone‘ [in Bag- dad], das ist das Regierungsviertel, da kommt niemand rein. Und wenn man Kontakt zu irakischen Unternehmen haben will, dann kann man einfach nicht in der ‚Grünen Zone‘ sit- zen. (…) Die Kontakte, die sich bisher angebahnt haben, sind recht ärmlich, muss ich gestehen.“ Dabei sind deutsche Produkte auf dem irakischen Markt ex- trem gefragt. Auf die Frage, wie sie sich das zögerliche Vor- gehen erklärt und ob die Expatriates Angst haben, dass ihnen etwas passiert erhielten wir folgende Antwort: „Ja, ich denke schon! (…) Gerade deutsche Unter- nehmen hätten hier eine riesen Chance [auf lukra- tive Verträge], die sie meiner Meinung nach verpassen, weil deutsche Produkte jeder haben will. Die sind gefragt ohne Ende: deutsch, deutsch, deutsch! Das geht schon so weit, dass hier Plagiate auf den Markt ge- schmissen werden mit dem Label „made in Germany“, nur um mit dem Label zu werben. Das geht los bei einer schwarzen Marlboro, die „made in Germany“ sein soll, die aber in der Türkei hergestellt wurde, bis hin zu Shampoos angeblich von Schwarz- kopf, wo man dann unten lauter chinesische Zeichen entdeckt“. Im weiteren Verlauf des Gesprächs wurde nochmals heraus- gestellt, dass deutsche Unternehmen dieses Potential nicht ansatzweise nutzen. Es lässt sich daher feststellen, dass die deutsche Wirtschaft ein verstärktes Engagement zeigen sollte, dies aber selbstverständlich nicht um jeden Preis ge- schehen kann. Denn natürlich sind die Ängste der Mitarbeiter verständlich. Unternehmen sollten dort ansetzen, indem sie einen Mittelweg wählen zwischen „Verbarrikadieren“ in der „Grünen Zone“ und allzu abenteuerlicher Geschäftstätigkeit. Die Studie zeigt zwar, dass Stress aufgrund von Terrorismus negative Auswirkungen hat und Expatriates schlechtere Lei- stungen erbringen. Dies kann aber auch als Chance begriffen werden und genau da sollte man ansetzen. Beispielsweise verdeutlicht sich anhand folgender Aussage die Wichtigkeit von Netzwerken: „Man braucht auf jeden Fall ein Netzwerk von Leuten, auf die man sich verlassen kann, die einem sagen ‚hör mal, da war jetzt ein Bombenanschlag oder es ist zu unsicher, geh da mal lieber nicht hin‘“. Netzwerke vor Ort können überlebenswichtig sein Für Expatriates ist es elementar, dass das entsendende Unter- nehmen sie schützt. Sofern dies aber dazu führt, dass sich das Engagement betriebswirtschaftlich nicht lohnt, sollte es entweder abgebrochen werden oder aber das Auftreten am Markt muss angepasst werden. Dies heißt nicht, dass deut- sche Unternehmen in Zukunft ihre Mitarbeiter scho- nungslos den Gefahren aussetzen sollen. Allerdings empfiehlt es sich, sich aktiv um hilfreiche Kontaktper- sonen zu bemühen und den Expatriates zu helfen, solche Netzwerke aufzubauen. Dies kann bei- spielsweise durch den Einsatz von Mentoren für neue Expatriates erfolgen oder eine Verstär- kung der Sicherheitskräfte. Zudem sollte die Sicherheitslage von ex- ternen Experten eingeschätzt werden, um im Zweifelsfall eine unabhängige, professionelle Meinung zu haben. In jedem Fall muss die Sicherheit der Mitarbeiter in einem angemesse- nen Verhältnis zu der Ge- schäftstätigkeit stehen. Sollte dies nicht gelingen, so muss über eine Beendi- gung des Engagements nachgedacht werden. Eine halbherzige Betätigung kostet Geld und bringt niemandem etwas – weder dem Un- ternehmen, noch den entsandten Mitarbeitern, welche so unnötig Gefahren ausgesetzt werden. Die Autoren: Dr. Benjamin Bader und Prof. Dr. Nicola Berg forschen und lehren am Lehrstuhl für Strategisches Management an der Universität Hamburg und befassen sich vor allem mit dem Thema Auslandsentsendung. © vector_master - Fotolia.com
  17. 17. 17 VIETNAM AIRLINES FLUGHAFEN FRANKFURT ICELAND AIR Die vietnamesische Fluggesellschaft Vietnam Airlines weitet ihr Strek- kennetz weiter aus und fliegt ab dem 1. Juli dieses Jahres täglich von ihrer Basis in Hanoi nach Tokio-Haneda. Damit haben Passagiere aus Deutsch- land an fünf Tagen der Woche die Möglichkeit, von Frankfurt über die vi- etnamesische Hauptstadt nach Japan zu reisen. Die Gesamtreisedauer von Deutschland zum größten japanischen Flughafen beträgt 20 Stunden und zehn Minuten. Zusätzlich nimmt die Fluggesellschaft am 16. Juli dieses Jahres die Strecke Da Nang nach Tokio-Narita in den Flug- plan auf. An vier Tagen pro Woche wird die in Zentralvietnam gelegene Großstadt mit dem zweiten Tokioter Flughafen verbunden. Die Reisedauer beträgt auf dieser Strecke fünf Stunden und 20 Minuten. Flugreisen mit Zwischen- stopp am Frankfurter Flughafen werden ab sofort komfortabler. Denn der größte Airport Deutschlands bietet seinen Gästen den neuen Service „My Airport Guide“ an. Dieser kann 48 Stunden vor Eintreffen am Flughafen in zwei Varianten gebucht werden. Beim „Welcome Service“ werden abfliegende Flugrei- sende von geschulten Mitar- beitern zum Beispiel am Fernbahnhof oder Taxistand abgeholt und bis zum Check-in begleitet. Ankom- mende Passagiere werden am Gepäckband in Empfang genommen und zu einem vereinbarten Endpunkt ge- führt. Der „Welcome Ser- vice“ kostet für zwei Personen 30 Euro. Bei der zweiten Variante, dem „Guide Service“, wer- den die Passagiere von den Service-Mitarbeitern durch die Sicherheits- und Pass- kontrolle bis zum Abflug- Gate gebracht und umgekehrt. Daneben unter- stützen die Guides den Rei- senden auch beim Tax Refund sowie der Zoll- und Gepäck-Abwicklung. Diese Variante kostet für zwei Pas- sagiere 60 Euro. Für beide Versionen gilt: Die Mitarbeiter des „My Airport Guide“ sprechen deutsch und englisch. Gegen einen Aufpreis stehen jedoch auch Mitarbeiter anderer Spra- chen zur Verfügung. Der Service kann über die E- Mail-Adresse myairport- guide@frasec.de gebucht werden. Die nationale Fluggesell- schaft Islands – Ice- landair – hat die Frequenz nach Kanada erhöht und eine neue Verbindung in den Flugplan aufgenom- men. Bereits seit Mai dieses Jahres fliegt die Airline Van- couver, ihr 13. Ziel in Nord- amerika, an. Die neue Verbindung wird bis ein- schließlich 12. Oktober die- ses Jahres zweimal wöchentlich bedient. Jeweils dienstags und sonntags hebt eine Maschine von Flughafen in Keflavík in die kanadische Metropole an der Westküste ab. Zurück geht es immer montags und mittwochs. Diese neue Verbindung er- möglicht Reisenden aus Frankfurt und München zweimal wöchentlich und Passagieren aus Hamburg einmal die Woche, bequem nach Vancouver zu reisen. Die Umsteigezeiten in Island betragen nur etwa eine Stunde. Eine weitere neue Verbin- dung ist seit dem 24. Mai dieses Jahres gestartet. Seit- dem verbindet die Airline bis einschließlich 23. September dieses Jahres die schweizer Metropole Genf mit der im Südwesten Islands gelege- nen Hafenstadt. Neben Zü- rich ist Genf damit das zweite Ziel in der Schweiz. Immer am Dienstag und Sonntag verlässt eine Ma- schine um 7.20 Uhr den Heimatflughafen der isländi- schen Fluggesellschaft und landet um 13.00 auf dem Genève Aéroport. Nach einem einstündigen Aufent- halt geht es um 14.00 zu- rück zum Keflavik International Airport. An- kunft dort ist um 15.50 Uhr. AIRLINES © P i l i g r i m - Fotolia.com © kaipity - Fotolia.com
  18. 18. 18 TURKISH AIRLINES Turkish Airlines hat ihr deutsches Streckennetz erweitert und verbindet seit dem 18. Juni dieses Jahres immer dienstags, mittwochs, freitags und samstags den Flughafen Münster/Osnabrück mit dem Istanbul Atatürk International Airport. Damit ist der nordrhein-westfälischer Flughafen neben Friedrichshafen, Leipzig/Halle, Bremen und Nürnberg das fünfte Ziel der wachsenden Airline vom Bosporus. Mit dem Start der neuen Route ist die Expansion nach Deutschland für die türkische Fluggesellschaft noch nicht zu Ende. Wie von der Airline angekündigt stehen die Fughäfen Kassel/Calden sowie Karlsruhe/Baden-Baden auf der Wunschliste. GERMANIA Die Berliner Fluggesellschaft Germania hat jetzt die Strecke nach Rhodos weiter ausgebaut. Ab sofort star- tet immer dienstags ein Flieger von Hamburg zur viertgröß- ten Insel Griechenlands. Abflug in der Hansestadt ist aktuell noch um 6.30 Uhr mit Ankunft im griechischen Ferienparadies um 12.15 Uhr. Ab dem 22. Juli dieses Jahres startet der Flieger in Hamburg um 10.50 Uhr. Auf dem Rückflug verlässt die Maschine um 13.10 Uhr Grie- chenland und landet nach einer Flugzeit von vier Stunden um 17.10 Uhr auf dem Hamburger Flughafen. Ab dem 15. Juli dieses startet der Flieger auf dem Rückflug abends um 20.15 Uhr und erreicht Hamburg um 22.50 Uhr. Bisher waren die Flüge von Germania vom Flughafen Ham- burg ausschließlich im Charterverkehr für Reiseveranstalter im Einsatz. Ab sofort können Urlauber ihre Flugtickets erst- mals direkt bei der Airline kaufen. DALMATIAN Die neue kroatische Fluggesellschaft Dal- matian verbindet künftig Hamburg und Zagreb. Ab dem 14. Juli dieses Jahres können Fluggäste direkt aus der norddeutschen Metro- pole in die Hauptstadt Kroa- tiens reisen. Die neue Direktverbindung wird immer Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag be- dient. Auf dem Hinflug starten der Airbus A320 jeweils um 13.50 Uhr am Flugha- fen Zagreb-Pleso und erreicht den Hamburger Flughafen um 15.54 Uhr. Nach einem kurzen Stopp hebt der Flieger um 16.15 Uhr an der Elbe ab und landet um 18.00 Uhr in der größten Stadt Kroatiens. Die Tickets können ab so- fort gebucht werden. Dabei können Passagiere zwischen drei Tarifen wählen: startHi, flyHi und skyHi. StartHi ist ein Angebotstarif zum Nied- rigpreis, bei flyHi handelt es sich um den Standardtarif. SkyHi bietet Reisenden er- höhte Flexibilität und mehr Komfort. Die Tickets kön- nen ab so- fort unter www.flydal matian.com gebucht werden. AIRLINES GERMANWINGS Das Tochterunterneh- men der Lufthansa er- öffnet eine neue Verbin- dung von Düsseldorf nach London-Stansted. Ab dem 22. August dieses Jahres wird die neue Route werk- tags im sogenannten dop- pelten Tagesrand bedient (jeweils ein Flug morgens und abends). Samstags und sonntags findet nur ein Flug am Tag statt. Stansted ist nach Heathrow der zweitgrößte Flughafen im Großraum der britischen Hauptstadt London. Über Stansted erreicht man be- sonders den Nordosten Lon- dons komfortabel, in dem sehr viele Unternehmen ihren Sitz haben.© puentes - Fotolia.com © valdis torms - Fotolia.com
  19. 19. Wer träumt nicht davon, sich mal eine längere Auszeit zu nehmen und Europa zu bereisen? Oft scheitert die Realisierung allerdings am Geldbeutel und an alltäglichen Verpflichtungen wie dem Job oder dem Studium. Dabei gibt es inzwischen mehr Möglichkeiten und vor allem eine hö- here gesellschaftliche Akzeptanz als etwa noch vor 20 Jahren für den Wunsch, einfach für ein paar Monate „auszustei- gen“. Zudem muss man längst kein Großverdiener mehr sein, um sich den Europa-Trip zu finanzieren. Neue kombinierte günstige Reiseportale Dank günstiger Hotelbuchungsportale und Online-Netz- werke, in denen Privatpersonen ihre Unterkunft als Über- nachtungsmöglichkeit anbieten, ist eine Reise durch die europäischen Länder auch mit einem kleinen Reisebudget möglich. Und auch für den Transport müssen Reisende nicht mehr zwingend tief in die Tasche greifen. Mit Einführung der Billigflieger und diverser Reiseschnäppchen-Portale gelangt man äußerst günstig beispielsweise von Ludwigshafen nach London oder von Bayern nach Belgien. Selbst die Routenplanung mit Bahn, Bus und Flugzeug ist mittlerweile so einfach wie nie zuvor. Erst vor Kurzem ist etwa mit dem Portal GoEuro (www.goeuro.de) eine Website an den Start gegangen, die mit lediglich einer Suchanfrage alle Verbindungen und Verkehrsmittel findet und außerdem einen direkten Preisvergleich zwischen allen drei Transport- wegen ermöglicht. Doch worauf sollten Langzeiturlauber bei ihrer Reiseplanung abgesehen von Transport und Unterkunft noch achten? Wohnung und Haus regelmäßig lüften Wer als Mieter seine Wohnung oder sein Haus für längere Zeit unbewohnt lässt, der hat gewisse Obhutspflichten. Wer- den diese missachtet, drohen Schadensersatzforderungen und im schlimmsten Fall die Kündigung des Mietvertrags. Zu diesen Pflichten gehört etwa das regelmäßige Lüften – insbesondere im kalten Winter. Sollte sich nämlich aufgrund mangelnden Lüftens Schimmel bilden, muss der Mieter die professionelle Beseitigung des Pilzes organisieren und bezah- len (Urteil vom Landgericht Gießen, Az.: 1 S 63/00). Zudem muss die Wohnung im Winter minimal beheizt werden, um Frostschäden vorzubeugen. (Urteil vom Oberlandesgericht Karlsruhe, Az.: 10 U 81/95). GEZ will weiter kassieren Wer seine Rundfunkgeräte (Radio, Fernseher) und seinen PC weiter in der Wohnung oder im Haus lässt, zahlt trotz des Aus- landsaufenthaltes weiterhin Rundfunkgebühren an die GEZ. Die bloße Mitteilung, für eine gewisse Zeit im Ausland zu sein und die Geräte in der Wohnung vom Empfang abzu- koppeln, reicht nicht, um die Rundfunkgebührenpflicht erlö- schen zu lassen. Dafür müssen die Empfangsgeräte nachweislich aus der Wohnung entfernt werden, um einen dauerhaften technischen Empfang auszuschließen. (Urteil vom Verwaltungsgericht Münster, Az.: 7 K 2184/09). An die Auslandskrankenversicherung denken Langzeiturlauber sollten bei den Vorbereitungen auch an sich selbst denken und beispielsweise ihren Arzt kontaktieren und in Erfahrung bringen, ob für bestimmte Länder gewisse Impfungen notwendig sind. Absolut obligatorisch sollte eine Auslandskrankenversicherung sein. So sichert man sich auch außerhalb Deutschlands das Recht auf freie Arztwahl bei am- bulanten Heilbehandlungen. Zudem kommt die private Aus- landskrankenversicherung auch für Kosten auf, die von der gesetzlichen Kasse nicht übernommen werden und zahlt im Notfall für den Krankenrücktransport ins Heimatland. Sich mit der Kultur auseinandersetzen Zu guter Letzt kann es auf keinen Fall schaden, zur Vorberei- tung ein kleines interkulturelles Sensibilisierungstraining zu absolvieren. Dabei lernt man weniger etwas über eine spezi- fisch andere Kultur, sondern anhand von Rollenspielen und Übungen vor allem seine eigene Kultur kennen. Im Umgang mit wechselnden kulturellen Mentalitäten während der Lang- zeitreise ist es sehr hilfreich, um etwaigen Konflikten aus dem Weg zu gehen beziehungsweise schwierige Situationen bes- ser einzuschätzen und zu meistern. Reisen mit Haustieren Wer nicht allein, sondern mit seinem Haustier durch Europa reist, muss einige Regeln befolgen: So müssen Hunde, Katzen oder Frettchen gegen Tollwut geimpft sein und dies muss im Heimtierausweis eingetragen sein. Bei Reisen nach Irland, Finnland, Malta oder Großbritannien muss das Haustier zusätz- lich gegen Parasiten behandelt sein. Ist der Vierbeiner weni- ger als drei Monate alt oder sind das Haustier weder Hund noch Katze oder Frettchen, kön- nen zudem länderspezifische Re- geln zum Tragen kommen. 19 VERMISCHTES REISEN DURCH EUROPA – WAS BEI EINEM LÄNGEREN TRIP BEACHTET WERDEN SOLL © cienpiesnf - Fotolia.com
  20. 20. 20 GESUNDHEIT ZAHNPUTZSITTEN WELTWEIT Zähneputzen hat in der Menschheit eine sehr lange Tradi- tion. Die Zahnarztpraxis Klabunde in Osterholz-Scharm- beck hat die Historie des Zähneputzens zusammengefasst und kennt auch die unterschiedlichen Zahnputzsitten in den Ländern dieser Welt. Bereits Neandertaler stocherten mit Weidenstöcken die Zähne sauber. Es folgten Kaustöckchen, Schwämmchen und Lappen. Die Römer brauten eine Mundspülung aus in Essig gekochten Fröschen, die Ergebnisse überzeugten nicht unbe- dingt. In China gab es um 1.500 die ersten Pinsel-ähnlichen Bor- sten, während man in Deutschland noch kleine Knochen zum Reinigen zur Hilfe nahm. Erst im 17. Jahrhundert fand die Zahnbürste ihren Weg nach Europa und brauchte dann noch gut weitere 300 Jahre, bis sie Dank weichen Nylons um 1950 zum Massenprodukt wurde und sich die konsequente Zahnpflege hierzulande durchsetzte. Seither sind Zahnbür- sten, Interdentalbürsten, Zahnseide und Co. eine Normalität in unserer Kulturtasche. Allerdings gibt es auch heute noch für uns ungewohnte Zahnpflege Mittel: Indien In Indien geht der Griff ins Gewürzregal. Eine Mischung aus Fenchel, Anis und Koriander wird im Mund zerkaut und nach ein paar Minuten wieder ausgespuckt. Wer mutig genug ist, kann dadurch ein ganz neues Mundge- fühl erleben! Afrika Überall, wo der Neembaum wächst, ist die Zahnpflege gesi- chert: Ein dünner junger Zweig wird abgebrochen und die Rinde an einem Ende abgeschält. Dieses Ende wird nun so- lange gekaut, bis es zerfasert. Die dabei freigesetzten Säfte wirken antibakteriell und beugen damit Entzündungen im Mund-Rachen-Bereich vor. Das Kauen stärkt zudem die Kie- fermuskulatur und festigt die Zahnwurzeln. Mit dem zerfa- serten Ende können anschließend die Zähne wie mit einer Bürste gereinigt werden. Eine natürlichere Zahnpflege gibt es kaum. Arabische Länder Dort wachsen Zahnbürsten ebenfalls direkt am Baum. Das Holz des Miswak oder Siwak, auch Zahnbürstenbaum ge- nannt, ist vor allem in den arabischen Ländern sehr beliebt. Es wird, genau wie das Holz des Neembaum, als Zahnbürste und auch Zungenschaber genutzt. Der Miswak besitzt einen relativ hohen Fluoridgehalt und wird schon seit dem Alter- tum zur Zahnreinigung verwendet. Tibet und Russland Ölziehen ist hier das Mittel der Wahl. Durch eine 10- bis 20- minütige Spülung mit Sonnenblumen- oder Sesamöl werden Zähne, Zahnfleisch und Kiefer gestärkt sowie kariesfördernde Keime aufgenommen und ausgespült. Gleichzeitig werden die Schleimhäute mit Vitaminen und Mineralstoffen des Öls genährt und das Gleichgewicht in der Mikroflora wieder her- gestellt. MEDIZINTOURISMUS IN DEUTSCHLAND IST WACHS- TUMSMARKT Ausländische Patienten bringen deutschen Klinken immer mehr zusätz- liche Patienten. Ganz vorn liegen russische Kranke, die sich hier behandeln lassen, gefolgt von US-Amerikanern und Menschen aus dem nahen Osten, berichtet die "Apotheken Umschau". Ins- gesamt handelt es sich aber noch um einen Nischen- markt, denn 2012 standen rund 224.000 Ausländern, von denen 90.000 stationär behandelt wurden, 19 Mil- lionen einheimischen Patien- ten gegenüber. Für die Kliniken ist dies dennoch eine interessante Nische: Sie haben nicht viele Möglich- keiten, Geld aus fremden Quellen in ihre immer klam- men Kassen zu lenken. © Edward Karpov - Fotolia.com © mipan - Fotolia.com
  21. 21. Laut einer offiziellen Bekanntgabe Saudi-Arabiens sind mit Stand 6. Juni 282 Menschen an den Folgen einer MERS- Infektion gestorben. Diese Zahl ist um fast 100 höher als bis- her angenommen. Der Anstieg ist auf eine landesweite Untersuchung der Krankenhausdaten seit dem ersten Auf- tauchen des Virus im Jahr 2012 zurückzuführen. Der stellvertretende Gesundheitsminister des Landes, Ziad Memish, der für den Umgang mit der Krise kritisiert worden war, wurde am Montag ohne Begründung entlassen. MERS- Erkrankungen wurden einem BBC-Bericht zufolge in fast einem Dutzend anderer Ländern ebenfalls bestätigt. Im Kö- nigreich Saudi-Arabien ist es bisher zu 688 bestätigten MERS-Infektionen gekommen. Vor der Überprüfung der Daten wurde von 575 Fällen ausgegangen. Laut Tariq Madani, Sprecher des Gesundheitsmini- steriums, werden trotz der revidierten Zahlen heute weniger Menschen infiziert. Von den Infi- zierten werden dem Ministerium zufolge 53 Personen weiter behandelt. Saudi-Arabien hat die höchste Anzahl an MERS-Infektio- nen zu verzeichnen. Das Virus stammt aus der gleichen Virenfamilie wie der Schnupfen. Es kann jedoch zu Nie- renversagen und Lungenentzündung führen. Erkrankungen wurden auch in Jordanien, Qatar, den Verei- nigten Arabischen Emiraten (VAE), Frankreich, Deutschland, Italien, Tunesien, Ägypten, Großbritannien und zuletzt in den Vereinigten Staaten bestätigt. Experten nehmen an, dass die meisten Infektionen von Kamelen auf den Menschen über- tragen werden. In Saudi-Arabien werden die Bürger seit einiger Zeit aufgefor- dert, beim Umgang mit den Tieren Schutzmasken zu tragen (pressetext berichtete: http://pte.com/news/20140512016 ). Die Regierung wurde für ihren Umgang mit dem Ausbruch des Virus kritisiert. Beanstandet wurde unter anderem das Ablehnen von wissenschaftlicher Unterstützung aus dem Ausland, die zu einer Eindämmung der Ausbreitung hätte beitragen können. Quelle: pressetext.com 21 GESUNDHEIT VIELE TODESFÄLLE IN SAUDI-ARABIEN WEGEN MERS VORHER BEKANNTE INSEKTENPLAGE IST REISEMANGEL Ist ein Veranstalter darüber infor- miert, dass es in einem Reisegebiet eine Plage mit gesundheitsschädlichen Insekten gibt, muss er seine Kunden vor Reiseantritt informieren. Macht er das nicht, steht Reisenden eine Reise- preisminderung zu. Dies geht aus einem Urteil des Landgerichts Frankfurt hervor (Az.: 2-24- O 12/10) Im betreffenden Fall hatte ein Ehepaar einen Urlaub auf den Malediven ge- bucht, bei dem es in einer Strandhütte untergebracht war. Erst vor Ort wurden die beiden Reisenden darauf hingewie- sen, dass auf diesem Atoll wiederholt Raupen auftreten, die allergische Haut- reaktionen hervorrufen können. Das war beim Ehemann dann auch prompt der Fall. Er bekam einen stark jucken- den Hautausschlag und musste sich noch auf den Malediven in ärztliche Behandlung begeben. Die Richter gaben seiner Klage auf Rei- sepreisminderung statt. Da der Veran- stalter von der Gefahr durch die Raupen gewusst und die Reisenden dennoch nicht davon unterrichtet hatte, habe er seine Fürsorgepflicht ihnen gegenüber verletzt. Damit liege ein Reisemangel vor und für den ge- minderten Urlaubsge- nuss sei eine Reisepreisminde- rung in Höhe von 25 Prozent angemessen. Quellen: www.cibt.de und www.tip.de © alle - Fotolia.com © extender_01 - Fotolia.com
  22. 22. 22 GESUNDHEIT WELCHE MEDIKAMENTE MIT INS AUSLAND SOLLTEN UND DÜRFEN Welche Medikamente dürfen im Urlaub nicht fehlen? Das hängt zum einen davon ab, in welches Land man reist, zum anderen von den indivi- duellen Bedürfnissen. Der ADAC infor- miert, was in keiner Reiseapotheke fehlen darf: • Regelmäßig einzunehmende Medi- kamente • Schmerzmittel (für Schmerzen aller Art) • Insektenschutzmittel • Fieberthermometer • Durchfall- und Verstopfungsmittel • Nasentropfen/ -Spray • Hustenmittel • Pflaster • Mullbinden/ Kompressen • Wunddesinfektionsspray • Salbe gegen Verstauchungen/Prel- lungen • Sonnenschutz und Mittel gegen Sonnenbrand • Metallschere (darf bei Flugreisen nicht ins Handgepäck) Wer per Flugzeug verreist, sollte seine Medikamente auf Hand- und Reisege- päck aufteilen. So steht man im Falle des Verlustes eines Gepäckstückes nicht komplett ohne Medikamente da. Für Autoreisende gilt, die Medika- mente nicht in Handschuhfächern, auf Armaturenbrettern oder Hutablagen zu transportieren, da es dort sehr heiß wird. Vor allem bei heiklen Medikamenten, wie starken Schmerz- und Beruhi- gungsmitteln oder Spritzen sollte ge- klärt werden, ob sie in das Urlaubsland eingeführt werden dürfen. Der ADAC empfiehlt, sich vorab vom behandeln- den Hausarzt ein Attest in englischer Sprache ausstellen zu lassen. Darin steht, wieso und in welcher Dosierung das Mittel eingenommen werden muss. Wer sich trotzdem unsicher ist, kann sich vor dem Urlaub bei der Bot- schaft des jeweiligen Landes informie- ren, ob es für seine Medikamente besondere Bestimmungen gibt. Für Diabetiker ist es ratsam, sich vorab über die Qualität der medizinischen Versorgung in der Urlaubsregion zu in- formieren. Medikamente sollten unbe- dingt in doppelter Menge eingepackt werden. Ein internationaler Diabetiker- ausweis gehört ebenfalls ins Reisege- päck. Er ist in verschiedenen Sprachen verfügbar und gibt zum Beispiel an, mit welchen Medikamenten man be- handelt wird. Bei Reisen ins außereuropäische Ausland emp- fiehlt der ADAC, sich bereits einige Monate vorab bei einem Arzt zu infor- mieren, ob dort ein ständiges oder ak- tuelles Risiko für bestimmte Krankheiten besteht. Er stockt die Rei- seapotheke entsprechend auf und weiß, welche Impfungen vorgeschrie- ben oder empfohlen sind. © MAST - Fotolia.com
  23. 23. 23 GESUNDHEIT Viele Deutsche träumen von Urlaub in weit entfernten Gebieten. Doch Fernreisen beginnen meistens wenig er- holt mit einem Jetlag, dessen Folgen sehr unangenehm sein können. Angefangen bei Schlafstörungen und Müdigkeit, über Verdauungsprobleme bis hin zu Beeinträchtigungen der körperlichen und mentalen Fitness, hinterlässt das Phänomen seine zermürbenden Spuren. Schuld ist ein gestörter Tag- Nacht-Rhythmus beim Betreten anderer Zeitzonen. Denn so gerät der menschliche Organismus aus dem Gleichgewicht. Die Experten für Reise- und Freizeitangebote von Travelzoo geben Tipps, wie die innere Uhr möglichst wenig aus dem Takt gerät und schnell wieder ihren Rhythmus findet. Vor allem bei Reisen in asiati- sche Regionen sind Jetlag- Symptome vorprogrammiert. Denn während Transatlantik- flüge in den Westen den Tag verlängern, verliert die innere Uhr bei Trips in den Osten Zeit. Und gerät damit deutlich stärker aus dem Takt. Um sich auf die Zeitzone der Urlaubs- destination vorzubereiten, empfiehlt Travelzoo Reisenden frühzeitig ihren Schlafrhyth- mus umzustellen. Wer einen Aufenthalt in westlichen Re- gionen plant, geht einige Nächte vor seiner Abreise spä- ter ins Bett und bleibt wäh- rend des Fluges möglichst lange wach. Anders bei Reisen gen Osten. Dort sollten Urlau- ber am besten mehrere Tage vor der Abreise früher schlafen. Um bei der Reise nichts vom Fluglärm mitzubekommen, helfen geräuschfilternde Kopfhö- rer. Außerdem kann schon im Flieger die Uhr auf die Zeit des Urlaubsortes umgestellt werden, um sich frühzeitig daran zu gewöhnen. Bei den Folgen eines Langstreckenfluges denken viele direkt an den gestörten Schlafrhythmus. Doch auch die Klima-Um- stellung und körperliche Anstrengung, die ein Langstrecken- flug mit sich bringt, belasten. Außerdem besteht bei Risikopersonen wie älteren Menschen, Übergewichtigen, Schwangeren oder Diabetikern eine Thrombose-Gefahr. Jeder Passagier sollte auf längeren Flügen regelmäßig aufste- hen und durch den Flieger gehen. Oftmals liest man davon, dass eiweißreiche Mahlzeiten Ur- laubern dabei helfen sollen, möglichst lange wach zu blei- ben. Sie seien also für Flüge in den Westen besonders geeignet. Dem gegenüber sollen kohlenhydratreiche Speisen müde machen und das Einschlafen im Flieger fördern. Des- wegen wären sie das richtige Bordmenü für Reisen in den Osten. Die Travelzoo-Experten haben bei Prof. Dr. med Tomas Jelinek, dem Medizinischen Direktor des CRM Centrums für Reise- und Tropenmedizin in Düsseldorf, nachgefragt: „Ge- nerell ist es schwierig, Ernährungsempfehlungen für Flugrei- sen auszusprechen. Schließlich ist kaum Auswahl gegeben“, so der Mediziner. „Außerdem machen kurzkettige Kohlenhy- drate wie zum Beispiel Nudeln oder Kartoffelbrei zunächst wach, da sie einen kurzen Energieschub bewirken. Dem ge- genüber benötigt die Verdauung von Eiweiß mehr Energie als die von Kohlenhydraten oder Fetten. Die Konsequenz ist, dass man eher müde wird.“ Generell sollte an Bord viel ge- trunken werden, am besten stilles Wasser. „Alkohol kon- sumieren Reisende besser nur in Maßen“, so Jelinek weiter. „Durch die Flughöhe be- kommt der Organismus weni- ger Sauerstoff und Alkohol wirkt stärker. Das belastet den Körper zusätzlich. Aber ein Glas Wein oder Bier ist völlig in Ordnung und dient sogar der Entspannung. Und am Reiseziel angekommen, halten sich Urlauber lieber an leichte Mahlzeiten, die nicht schwer im Magen liegen und gut ver- daulich sind.“ Reisende passen sich am bes- ten schnell an den Tagesrhyth- mus des Landes an. Damit sie keine durchwachte Nacht erwartet, verzichten sie lieber auf einen längeren Mittags- oder Nachmittagsschlaf. Wer sehr müde ist, für den hat Tro- penmediziner Jelinek einen besonderen Tipp parat: „Trinken Sie eine Tasse Kaffee und legen sich kurz für ein Power-Nap ins Bett. Dieses sollte nie länger als 20 Minuten betragen. So wachen Sie genau zu dem Zeitpunkt auf, an dem das Kof- fein des zuvor getrunkenen Kaffees zu wirken beginnt und sind fit für den weiteren Tag.“ Darüber hinaus hilft das Stellen eines Weckers für den Mor- gen dabei, sich rasch an die neuen Tageszeiten zu gewöh- nen. Auch die Mahlzeiten sollten sich an der Uhr und nicht am knurrenden Magen orientieren. Und am besten verbrin- gen Urlauber viel Zeit unter freiem Himmel – denn Tageslicht hilft dabei, die Folgen des Jetlags zu mindern. HILFREICHE TIPPS GEGEN JETLAG NACH FERNREISEN © kalafoto - Fotolia.com
  24. 24. Unzählige Deutsche richten aufgrund der Fußball-WM aktuell ihren Blick nach Brasilien. Wer eines der größten Sportereignisse der Welt live miterleben möchte, hat bereits vor Monaten dafür gesorgt, zumindest ein Flugticket in den Händen zu halten. Dass neben dem Ticket auch eine Aus- landsreisekrankenversicherung mit im Gepäck sein sollte, ver- steht sich von selbst. Doch was sollten Deutsche beachten, wenn es sie länger als nur für die Dauer der Fußball-WM nach Brasilien zieht? Der BDAE hat ein paar Tipps rund um das Thema Leben und Arbeiten in Brasilien zusammengestellt. Soziale Absicherung Ende 2009 wurde das deutsch-brasilia- nische Sozialversicherungsabkommen unterzeichnet, das schließlich im Mai 2013 in Kraft getreten ist. Ziel die- ses Abkommens ist es, eine Doppel- versicherung im Bereich der Rentenversicherung bei Mitarbeiter- entsendungen bis zu einer Höchst- dauer von 24 Monaten zu vermeiden. Das bedeutet: Wird ein deutscher Mitar- beiter von seiner Firma für ein Projekt oder eine längere Dienstreise nach Brasilien ge- schickt, müssen nicht gleichzeitig Beiträge in das deutsche und das brasilianische Sozialversiche- rungssystem eingezahlt werden. Zudem regelt das Abkommen, dass die jeweili- gen Beitragszeiten für das Rentensystem zusam- mengerechnet werden, um die für einen Rentenanspruch nötige Wartezeit vorweisen zu können. Wer eine gewisse Zeit in Brasilien gear- beitet hat, würde dann für diese Zeit aus Brasi- lien seine Rente beziehen. Bei allen anderen Zweigen der Sozialversiche- rung unterliegen Deutsche in Brasilien allerdings zunächst grundsätzlich den gesetzlichen Bestim- mungen des Gastlandes. Das heißt, dass ein Aus- landstätiger in die obligatorische brasilianische Kranken- und Arbeitslosenversicherung wechseln muss und nicht im deutschen System verbleiben kann. Arbeitgeber müssten dann im Einzelfall prüfen, welche Möglichkeiten be- stehen, um ihren Mitarbeiter – sofern dieser es wünscht – in diesen Zweigen der deutschen Sozialversicherung zu belas- sen und welcher zusätzliche private Schutz erforderlich ist. Deutschland pflegt mit Brasilien schon lange intensive ge- schäftliche Beziehungen. Mehr als 1.400 deutsche bezie- hungsweise deutschstämmige Unternehmen sind in Brasilien niedergelassen. Experten schätzen, dass auch die Zahl der Mitarbeiterentsendungen aus Deutschland nach Brasilien kontinuierlich zunehmen wird. Gesundheitsversorgung Generell gilt: Die staatlichen Versicherungsleistungen Brasi- liens sind nicht mit denjenigen deutscher Versicherungsträger vergleichbar. Deswegen rät der Bund der Auslands-Erwerbs- tätigen dringend dazu, sich entsprechend privat abzusichern (insbesondere Auslandskrankenversicherung, private Renten- und Arbeitslosenversicherung). In städtischen Gebieten ist in der Regel eine gute Gesund- heitsversorgung gewährleistet – viele Ärzte sprechen sogar Deutsch. Auf dem Land ist die Versorgung allerdings meist unzureichend, oft fehlen sogar sanitäre Einrichtungen. In den Krankenhäusern der Berufskassen Brasiliens ist die Behandlung kostenlos, längere Wartezeiten müssen jedoch in Kauf genommen werden. Unter anderem aus diesem Grund sichert sich – wer es sich in Brasilien lei- sten kann – lieber privat ab. Arbeit und Steuern Arbeitnehmer benötigen zur Arbeitsaufnahme ein vom Ar- beitsministerium ausgestelltes Ar- beitsbuch (carteira de trabalho). Dieses dient als Nachweis für die Rentenversicherung. Selbstständig tätige Ausländer müssen sich bei der je- weiligen staatlichen Berufsvertretung regis- trieren lassen. Auch Ausländer unterliegen in Brasilien grund- sätzlich der fiskalischen Meldepflicht mit Regis- trierung und Ausstellung eines Steuerausweises bei der zuständigen Steuerbehörde. Der Steuerausweis wird sofort ausgestellt, denn die Steuernummer hat in Brasilien eine immens hohe Bedeutung. Sie ist beispielsweise beim Autokauf, bei der Anmietung einer Wohnung und der Eröffnung eines Bankkontos obligatorisch. 24 WELTWEIT LEBEN UND ARBEITEN IN BRASILIEN: DIE WICHTIGSTEN FAKTEN ©topor-Fotolia.com
  25. 25. 25 WELTWEIT Anerkennung von Bildungsabschlüssen in Brasi- lien Ausländische Diplome und akademische Prüfungen werden in Brasilien in der Regel nicht anerkannt. Die einzige Chance für eine Anerkennung besteht darin, die entsprechenden Ex- amina nach landesrechtlichen Vorschriften zu wiederholen. Das setzt einerseits sehr gute Portugiesischkenntnisse voraus und andererseits den eher unwahrscheinlichen Fall, dass der entsprechende Studiengang dem heimischen in Aufbau und Struktur stark ähnelt. Private Absicherung in Brasilien Der BDAE empfiehlt allen Deutschen, die längerfristig in Bra- silien leben und arbeiten wollen, die privaten Policen auf die Dauer und Gültigkeit im Ausland zu prüfen. Das Gros der Verträge schließt Leistungen aus, wenn Schäden im Ausland entstanden sind, wenn der Versicherte dort arbeitet und lebt oder eine nur kurze Zeitspanne im Ausland überschritten wird. Für gewöhnlich leisten die Versicherer nur dann, wenn Schäden sich im Urlaub ereignen. Die entsprechende Klausel, dass bei Lebensmittelpunkt und Berufstätigkeit im Ausland nicht gezahlt wird findet sich unter anderem bei der • Rechtsschutzversicherung, • Haftpflicht- und Hausratversicherung, • Unfallversicherung, • Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung, • Kfz-Versicherung Es gibt nur wenige Anbieter, die explizit auch bei längerer beruflicher und privater Aufenthaltsdauer im Ausland leisten. Der BDAE gehört dazu. Der BDAE e.V. rät auch temporären Brasilien-Auswanderern zu einer Auslands-Rechtsschutzversicherung, die weltweit und dauerhaft gültig ist. In Südamerika herrschen andere rechtliche Gepflogenheiten und andere Strafmaße. Oft wer- den Delikte schärfer als in Deutschland geahndet. Deswegen sollte eine Auslands-Rechtsschutzversicherung unbedingt auch den erweiterten Strafrechtsschutz integriert haben. Auch hinsichtlich der Absicherung von Fahrzeugen, sollten sich Brasilien-Auswanderer erkundigen. In vielen außereuro- päischen Ländern reicht den nationalen Behörden eine deut- sche Kfz-Versicherung nicht aus. Dort muss in der Regel eine lokale Kfz-Police abgeschlossen werden. Angesichts zahlreicher Hygieneskandale in Krankenhäusern ist zudem eine international gültige Patientenrechtsschutz- versicherung für entsandte Arbeitnehmer anzuraten. Diese deckt Kunst- und Behandlungsfehler ab, die von Ärzten oder medizinischem Personal verursacht worden sind. Insbeson- dere im Ausland ist das Risiko einer Fehlbehandlung, etwa aufgrund einer schwierigeren sprachlichen Verständigung und unterschiedlicher medizinischer Standards, groß. Bei Reisegepäckversicherungen ist oftmals der Transport von teuren Ausrüstungen nicht mitversichert. Gehen beispiels- weise Ingenieure nach Brasilien, haben sie häufig wertvolle Messtechnik oder Computer dabei. Dafür sollten diese eine Extra-Transportversicherung abschließen. © adimas - Fotolia.com
  26. 26. 26 GEHALTSSTUDIE KOREA UND AKTUELLES AHK-MITGLIEDERVERZEICHNIS ERSCHIENEN Die Deutsche Auslandshandelskam- mer (AHK) Korea eine Gehaltsstu- die über die Vergütung für lokale Beschäftigte deutscher Unternehmen in Korea herausgegeben. Auch ein ak- tuelles Mitgliederverzeichnis ist nun verfügbar und liefert wertvolle Infor- mationen für Unternehmen, die den koreanischen Markt im Blick haben. Die im Mai veröffentlichte empirische Gehaltsstudie “KCCI Salary Survey 2014″ informiert für 30 Euro (AHK-Mit- gliedern steht ein kostenfreier Download zur Verfügung) auf 90 Sei- ten über ortsübliche Bruttovergütun- gen wie auch über Boni und Zusatzleistungen je Hierarchiestufe. Damit liefert die englischsprachige Pu- blikation eine praxisnahe Hilfestellung für die Personalpolitik und -planung. Das “KGCCI Membership Directory 2014/2015″ vom April 2014 enthält knapp 500 Adressen von AHK-Mit- gliedsunternehmen (338 in Korea, 158 in Deutschland) und weiterführende In- formationen. Auch dieses Verzeichnis ist auf Englisch erschienen. Es umfasst 492 Seiten und kostet für AHK-Mitglie- der 38,50 Euro, für andere 77 Euro. Bestellmöglichkeiten sowie Inhaltsver- zeichnisse zum Download gibt es im Online-Shop der AHK Korea. KOSTENLOSER INTERKULTURELLER LÄNDERKOMPASS FÜR ELF LÄNDER ZUM ONLINE-DOWNLOAD Kulturelle Unterschiede können fas- zinierend, aber auch hin- derlich sein – etwa, wenn es um das Business geht oder wenn sie das Einleben im neuen Heimatland erschwe- ren. Insbesondere die sachorien- tierten Deutschen sehen sich immer wieder mit Herausforderungen kon- frontiert. Wie kann man im alltägli- chen Miteinander unnötigen Konflikten aus dem Weg gehen? Wie funktionieren heutzutage interkultu- relle Kommunikation und Business im weltweiten Austausch? Wie sollte man sich beim gemeinsamen Essen verhalten, um die jeweilige landes- übliche Etikette zu wahren? Diese und noch viele wei- tere Fragen beantwortet das neue kostenlose E-Book vom ICC-Portal mithilfe vielfältiger Bei- träge, die aus deutscher Perspektive auf kommunikative Herausforderung im Ausland und im internationalen Austausch eingehen. Die Autorinnen und Autoren blicken auf mehrjährige Erfahrungen in der in- terkulturellen Praxis zurück – sowohl als aktive Teilnehmende als auch als Trainerinnen und Trainer. Einige Artikel gehen zudem auf die Lebens- und Kommunikationsgewohnheiten in Deutschland ein, die für Nicht-Deut- sche schwer zu verstehen sind, wie zum Beispiel Bra- silien, China, Frankreich, Türkei und Japan. Der erste Interkulturelle Länderkom- pass mit Informationen über insgesamt 11 Länder auf mehr als 50 Seiten kann hier abgerufen werden. WELTWEIT © promesaartstudio - Fotolia.com © frank peters - Fotolia.com
  27. 27. 27 IMPRESSUM HERAUSGEBER: Bund der Auslands- Erwerbstätigen (BDAE) e.V. Kühnehöfe 3 22761 Hamburg Tel. +49-40-306874-0 WWW.BDAE.COM REDAKTION: Anne-Katrin Schulz (verantwortlich) akschulz@bdae.de Sanja Zivkovic LAYOUT: Esther Rudat LEKTORAT: Andrea Kraus COPYRIGHT: Die Beiträge im BDAE- Newsletter sind urheber- rechtlich geschützt und dürfen nicht ohne schrift- liche Genehmigung durch den Herausgeber repro- duziert werden. Die Beiträge des BDAE- Newsletters spiegeln die Meinung der Redaktion und nicht unbedingt die des BDAE wider. WELTWEIT AUCH AUF FOLGEN SIE UNS TIPPS ZU INDONESIEN Als Reaktion auf unseren Business-Knigge Indonesien in der Mai-Ausgabe von „Leben und Arbeiten im Aus- land“ erreichte uns dieser Leserbrief von Paul R. Woods, der viele Jahre in Indonesien lebte: „Sehr geehrte Frau Schulz, interessante Beiträge zu den Philippinen und zu Indonesien (passenderweise mit zwei Fotos des Borobudur). Ich habe in beiden gearbeitet – vier bzw. fünf Jahre. Die Philippinen haben viel mehr zu bieten (El Nido und Underground River in Palawan, Reisterrassen in Ifugao, um nur etwas zu nennen). Bei Terminen in Indonesien gibt es neben "jam karet" auch "pukul" (= Schlag). Das gilt vor allem bei Ministerien in Ja- karta. Und bis man heraus hat, was gilt, schadet nachfragen nicht. Werden bei Besprechungen Getränke und irgendwas zu essen gereicht, dann wird gewartet, bis dass die Person, die die Besprechung leitet, tatsächlich etwas konsumiert. Even- tuelle vorhergehende Aufforderungen, doch was zu neh- men, werden mit Kopfnicken zur Kenntnis genommen, jedoch dann ignoriert. Ein System, das ich in Indonesien kennengelernt habe, ist mit einem Ergebnisprotokoll (Minutes of Meeting) aufzuwarten und dadurch die Diskussion zu strukturieren. Auf Ergebnisse zu drängen oder sie zu erwarten sollte man nicht. Traditionell ist in Indonesien ein Thema zu besprechen bis alle einer Mei- nung sind; Abstimmen ist etwas Fremdes. Mit freundlichen Grüßen Paul R. Woods“ © expozure - Fotolia.com

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