CONNEX Nr. 178 - September/Oktober 2011 - Format A4
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CONNEX Nr. 178 - September/Oktober 2011 - Format A4

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CONNEX Fachmagazin - Aktuelles aus der Welt der Normung ...

CONNEX Fachmagazin - Aktuelles aus der Welt der Normung
Die Welt der Normen ist in Bewegung. Mehr denn je. Wer auf dem Laufenden bleiben will, für den bietet Austrian Standards Institute die kostenlose Zeitschrift CONNEX. CONNEX bringt mehrmals pro Jahr umfassende und aktuelle Themen rund um die Normung, gibt Einblick in laufende Arbeiten, erläutert Standpunkte, beschreibt das Umfeld: präzise, kompetent, objektiv und aus erster Hand.
http://www.austrian-standards.at/index.php?id=connex_fachmagazin

In dieser Ausgabe: Arbeiten an der Supermarktkassa - Sicher wohnen - Wärmedämmung von Gebäuden - Solarenergie - Maschinen: der Faktor Mensch - Direkt zur gewünschten Stelle - Normen als Erfolgsfaktor im Osten - ISO-Vollversammlung 2011 - Ins rechte Licht gerückt - Das richtige Maß - Alles über Abbrucharbeiten - Feste Biobrennstoffe - Bauvertrag und Norm in der Praxis - Barrierefrei bauen: Was ist neu?

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CONNEX Nr. 178 - September/Oktober 2011 - Format A4 CONNEX Nr. 178 - September/Oktober 2011 - Format A4 Document Transcript

  • 178 | September–Oktober 2011ISSN 1023-9073 Sicher bei Eis & Schnee »Stellenweise ist mit Schnee und Eis zu rechnen.« Diese und ähnliche Meldungen im Verkehrsfunk wer- den uns ebenso wie Räumfahrzeuge im kommenden Winter begleiten. Um Ver- kehrssicherheit auch unter widrigsten Be- dingungen gewähr- leisten zu können, sind komplexe Stra- ßen- und Wetterin- formationssysteme für Planung und Vor- hersage im Einsatz. EN 15518 sorgt dabei für zuverlässige Da- ten. Seite 4 P.b.b. Verlagspostamt 1020 Wien Erscheinungsort Wien Versand-Nr. GZ02 Z031238 M
  • Liebe Leserin, lieber Leser! Z ukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern mög- lich machen“, meinte schon der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry (1900–1944). Zugegeben, in Zeiten turbulenter Finanzmärkte und Schuldenkrisen mit akuten Rezessionsängsten kein leichtes Unterfangen. Und dennoch,Editorial mehr denn je ist es notwendig, zu überlegen und auch „vorauszu- denken“, wo neue Märkte liegen könnten und wie man dort erfolg- reich sein kann. Eine ganz zentrale Frage, die man sich dabei schon vorab stellen sollte: Welche Normen gelten in meinem Zielland? Denn: Kennt man die Standards, dann weiß man, was verlangt wird, weiß welche Anforderungen gestellt werden, und ist vor unliebsamen Überraschungen gefeit. Wie das in der Praxis funktioniert, erläu- tert Ing. Franz Bamberger in einem Gespräch mit CONNEX (s. Seite 7), in dem er sehr klar die strategische Bedeutung von Normen für Unternehmen, speziell für Klein- und Mittelbetriebe, beschreibt. Standards sind nicht nur einfach „technische Regeln“, sondern ein wirkungsvolles Instrument, das den Zugang zu neuen Märkten wesentlich erleichtert. Die praktische Anwendung von Normen ebenso wie die aktive Mitarbeit an ihrer Entwicklung sind Möglich- keiten, um Rahmenbedingungen zu gestalten und damit „Zukunft möglich zu machen“. Dr. Johannes Stern Fachzeitschrift für österreichische, Chefredaktion & Layout: Dr. Johannes Stern Hinweis: Geschlechtsbezo- IMPRESSUM gene Aussagen in dieser Europäische und Internationale Standards Redakteurin: Regina Slameczka, MAS Zeitschrift sind immer für ISSN 1023-9073 Sekretariat: Gerti Meisterl, Elvira Gagulic beiderlei Geschlechter aufzu- Medieninhaber und Herausgeber: Tel.: +43 1 213 00-317 | Fax: +43 1 213 00-327 fassen bzw. auszulegen. Austrian Standards Institute / E-Mail: connex@as-institute.at ZVR: 627457584 Österreichisches Normungsinstitut Produktion: LPE Tötterström & Partner KG UID: ATU 16358000 Heinestraße 38, 1020 Wien Copyright: © Austrian Standards – 2011 DVR: 0000477 Preis (Einzelheft): EUR 3,50 Institute Member of CEN and ISO Setting Standards. Creating Value. ISO 9001:2008 certified2 CONNEX 178 | September–Oktober 2011
  • InhaltSicher bei Eis & Schnee 4 Schnell und direkt zur»Stellenweise ist mit Schnee und Eis zu gewünschten Stelle 15rechnen.« Diese und ähnliche Meldungen Wie genormte Sprachdialogsysteme denim Verkehrsfunk werden uns ebenso wie telefonischen Kundenservice verbessern.Räumfahrzeuge im kommenden Winterbegleiten. Um Verkehrssicherheit auch Aktuelle Fachliteratur 24unter widrigsten Bedingungen gewährleistenzu können, sind komplexe Straßen- und CEN & ISO News 26Wetterinformationssysteme für Planung und • Die Standards kennen heißt wissen,Vorhersage im Einsatz. EN 15518 sorgt dabei was verlangt wirdfür zuverlässige Daten. • ISO: »Beachtliches Potenzial«Arbeiten an der Kassa 6 Personalia 29Für die richtige und ergonomische Gestaltung • Erstmals Österreicherinsorgt die neue ÖNORM A 5910. Vizepräsidentin der ISOSicher wohnen 7 Kooperationen / Begegnungen 30Die Normenserie für einbruchhemmende Türenund Fenster wurde grundlegend überarbeitet.Ein Schritt in Richtung • Aktuelle Neuerungen in den LISTENTEIL Normen er en Österreich – w kEnergieeffizienz von Gebäuden 9 Europa Inter ational, – nAußenwand-Wärmedämm-Verbundsysteme • Zertifizierte Produkte, sind eine wichtige Maßnahme, um den Dienst eistungen, l Energieverbrauch von Gebäuden zu senken. • Änderungen im Recht der Entscheidend dabei: die fachgerechte Planung Technik,und Verarbeitung. Dazu gibt es nun die • Normenrelevantes aus dem aktualisierten Neuausgaben der ÖNORMEN B EG-Amts latt. b6400 und 6410. Das alles finden Sie vollständig im elektronischen CONNEX Listen eil. Abonnenten erhalten ihn zwölf- tSolaranlagen: Gut geplant mal pro Jahr per E-Mail zugesandt. Und haben damitund richtig montiert 11 einen weiteren Informationsvor prung: Denn schon sUm die Kraft der Sonne richtig zu nutzen, regelt um den 20. des Vormonats senden wir Ihnen dieseeine neue ÖNORM Planung und Montage von Informationen zu.Solarkollektoren und Photovoltaikmodulen. Abonnement-Preis 2011:Die Maschine und der Faktor Mensch 13 EUR 130,00 (zzgl. 10 % USt.)Neue Leitlinien zu den menschlichen Aspektender Zuverlässigkeit von Systemen. Bestellen Sie jetzt: E-Mail: sales@as-plus.at Tel.: +43 1 213 00-814 Fax: +43 1 213 00-818 Post: Austrian Standards plus Publishing CONNEX Listenteil Heinestraße 38Bildquellen: T. Laimgruber, P. Tuma, pixelio.de CEN, ISO, 1020 WienJ. Stern, G. Meisterl, wikimedia, Austrian Standards Archiv CONNEX 178 | September–Oktober 2011 3
  • Sicher bei Eis & Schnee »Stellenweise ist mit Schnee und Eis zu rechnen.« Diese und ähnliche Meldungen im Verkehrsfunk werden uns ebenso wie Räumfahrzeuge im kommenden Winter begleiten. Um Verkehrssicherheit auch unter widrigsten Bedingungen gewährleisten zu können, sind komplexe Straßen- und Wetterinformationssysteme für Planung und Vorhersage im Einsatz. EN 15518 sorgt dabei für zuverlässige Daten. S traßen- und Wetter- Daten zur Atmosphäre, wie Luft- Werten in unterschiedlichsten informationssysteme temperatur, Niederschlagsmen- Modellen für den jeweiligen (SWIS) dienen Stra- ge und -art, Sichtweite, Tau- Endnutzer ausgewertet und ßenbetriebsdiensten punkt, Luftfeuchtigkeit oder übermittelt. Nicht nur Einsatz- als Entscheidungshilfe. Um Windgeschwindigkeiten. Der zentralen für den Wetterdienst, europäische Einheitlichkeit bei Fahrbahnzustand wird über auch Verkehrsinformationssyste- der Beurteilung des Straßen- Sensoren ermittelt und gibt Auf- me, wie Wechselverkehrszei- zustands zu gewährleisten, schluss über Fahrbahn- chen für Geschwindigkeitsbe- legt ÖNORM EN 15518 in drei oberflächentemperatur, Fahr- schränkungen oder diverse Teilen die Grundlagen für die bahnzustand oder den Verkehrswarnsysteme, nutzen Datengewinnung von Fahrbahn- Gefrierpunkt auf der Fahrbahn. diese Informationen. und Umweltbedingungen sowie Mobile und tragbare Datenerfas- verkehrsrelevanter Vorhersagen sungsanlagen ergänzen die In- Exakte Prognosen fest. Neben dem Wetterdienst formationen ebenso wie punktu- Maßgebend für die Genauig- sind die gewonnenen Informati- ell installierte keit der Vorhersagen und somit onen auch für das Verkehrsma- Überwachungskameras auf den auch die Planung von Maßnah- nagement, die Information der Straßen. men sind der Vorhersagezeit- Verkehrsteilnehmer oder bei der Anbieter meteorologischer raum und die geographische Erstellung von Datenmodellen Dienste zur Wettervorhersage Genauigkeit. Je größer der er- hilfreich. und Daten zum Verkehrsauf- fasste Raum, umso höher ist die Straßenwetterstationen analy- kommen werden gemeinsam mit Wahrscheinlichkeit einer Prog- sieren die umweltbezogenen den sensorisch erfassten nose. „Durch eine gemeinsame4 CONNEX 178 | September–Oktober 2011
  • Sprache wird eine Grundlage für zen verankert. Es wäre wün- dienst zum Einsatz kommt,die Vergleichbarkeit der Informa- schenswert, wenn die noch ebenso Wartung und Beladungtionen geschaffen. Nicht zuletzt recht junge ÖNORM EN 15518 gewährleisten die Standards,ist dies auch bei Haftungsfragen in den künftigen Novellierungen die in der ÖNORM EN 13021in diesem Bereich von großer der Verordnungen Niederschlag „Maschinen für den WinterdienstBedeutung“, meint Dipl.-Ing. findet“, so Dipl.-Ing. Winkler. – Sicherheitsanforderungen“ zu-Josef Winkler, zuständiger Ko- Beträchtliche Einsparungen sammengefasst sind.mitee-Manager bei Austrian für Straßenbetriebsdienst lassen Meteorologisch gesehen istStandards Institute. sich auch durch Mehrfachnut- am 21. Dezember Winterbeginn. Durch gezielte Datenermitt- zung von Fahrzeugen mit unter- Das Wetter wird sich vermutlichlung, Auswertung und der damit schiedlichsten Anbaugeräten er- nicht an diesem Datum orientie-verbundenen Möglichkeit der zielen. So wird aus einem ren. Wer gut geplant und vorge-Vorhersage stehen nicht nur si- Fahrzeug, das im Winter als sorgt hat, wird von vorwinterli-cherheitsrelevante Aspekte im Schneepflug und Streugerät chen Schneefällen nichtVordergrund. dient, im Sommer eine Mähma- überrascht werden. Verschie- schine. ÖNORM EN 15430 defi- denste Normen schaffen nichtGezielter Einsatz niert dazu die notwendigen nur Grundlagen für die Ver- Der gezielte Einsatz von Ma- Kommunikationsstandards zwi- gleichbarkeit, sie erhöhen auchterial, Mensch und Maschine schen Bord-Computer im Fahr- die Wirtschaftlichkeit von Betrie-beim Winterdienst ermöglicht zeug und Geräteschaltkasten ben und Gemeinden. UndStädten und Gemeinden erhebli- der Anbaugeräte und gewähr- sorgen nicht zuletzt für Ver-che Einsparungen – bei gleich- leistet so leichte Bedienbarkeit. kehrssicherheit auf Österreichsbleibender Sicherheit auf den Die Sicherheit der Verkehrs- Straßen – trotz Eis und Schnee.Straßen. „Der Winterdienst ist in teilnehmer, aber natürlich auchÖsterreich in den Landesgeset- des Personals, das beim Winter- – A. Batik ÖNORM EN 15518 Winterdienstausrüstung – Straßenzustands- und Wetterinformationssysteme Teil 1: Allgemeine Definition und Komponenten Teil 2: Straßenwetter – Empfohlene Beobachtung und Vorhersage Teil 3: Anforderungen an gemessene Werte der stationären Anlagen ÖNORM EN 13021 Maschinen für den Winterdienst – Sicher- heitsanforderungen ÖNORM EN 15430-1 Winterdienst- und Straßenbetriebsdienst- ausstattung; Teil 1: Datenerfassung und -übertragung CONNEX 178 | September–Oktober 2011 5
  • Arbeiten an der Kassa Für die richtige und ergonomische Gestaltung sorgt die neue ÖNORM A 5910. 650 A rbeit an der Super- ermüdungsfreies Arbeiten unter- beiter seine Sitzposition verän- marktkassa kann stützen und Berufskrankheiten, dern muss. Hilfreich dabei sind anstrengend sein. die die Tätigkeit mit sich bringen u. a. Videoeinrichtungen, Spie- Ob Waschpulverpa- kann, möglichst vermeiden. gel, Einkaufswagen mit hoher kete, Getränkekisten oder Kar- Bewährte Grundlage für die Ladefläche oder Glaselemente toffelsäcke – Mitarbeiterinnen praxisorientierte Gestaltung von am Kassentisch. und Mitarbeiter haben einiges Kassenarbeitsplätzen ist die Noch etwas ist wichtig, um zu tun und zu stemmen. Und ÖNORM A 5910. Entsprechend sicheres und ermüdungsfreies dabei immer freundlich lächeln, der technischen Entwicklung Arbeiten zu gewährleisten: eine auch wenn die Schlange der wurde sie jetzt überarbeitet und umfassende Unterweisung des Wartenden länger wird, Kunden liegt seit 1. September in einer Personals. Zu beachten sind oder deren Kinder „quengeln“. aktuellen Neufassung vor. Sie dabei u. a. individuelle Einstel- Natürlich müssen Gutscheine, liefert nicht nur Anleitungen für lungen von Arbeitsstuhl, Fuß- Aktionsrabatte etc. richtig ver- die richtige Gestaltung (blend- stütze und Bedienteilen für eine rechnet, muss Retourgeld freie Oberflächen, richtig ange- ergonomisch korrekte Körper- genau herausgegeben werden ordnete Bedienelemente oder haltung, richtige Benutzung für und schließlich am Abend das Schutz vor Zugluft), sondern einen sicheren Arbeitsablauf und Geld in der Kasse stimmen. auch für die richtige Auswahl angemessenes Verhalten bei Kassenarbeitsplätze sind des am besten geeigneten Sys- möglichen Betriebsstörungen. heute hochtechnisierte Einrich- tems. Erweitert wurde in der –stern tungen mit umfassender IT-Aus- Neuausgabe unter anderem stattung, Bankomat- und Kredit- der Bereich Kontrolle, genauer kartenanbindung und Scannern. gesagt die „Einsicht in den Ein- Was bei ihrer Gestaltung nicht kaufswagen“ – ein Thema vor ÖNORM A 5910 Kassenar- zu kurz kommen darf, ist die Er- allem bei Sitzkassen, ohne dass beitsplätze – Anforderungen gonomie – Maßnahmen, die ein die Mitarbeiterin bzw. der Mitar-6 CONNEX 178 | September–Oktober 2011
  • Sicher wohnen Die Normenserie für einbruchhemmende Türen und Fenster wurde grundlegend überarbeitet.U m die Zahl der Ein- die Klassifizierung der Einbruch- schlössern, Fenstergriffen, brüche in Häuser hemmung in der ÖNORM EN Schließzylindern und Schutz- und Wohnungen 1627 definiert, die erforderlichen beschlägen aktualisiert und nicht weiter steigen Prüfmethoden in den ÖNOR- auf zwei Tabellen aufgeteilt. Inzu lassen, kommt die grundle- MEN EN 1628, EN 1629 und Hinblick auf den notwendigengend überarbeitete Normenreihe EN 1630. Schutz gegen ZylinderziehenÖNORM EN 1627 bis 1630 zu stimmte man die Normbezeich-einbruchhemmenden Türen, Mindestens Widerstands- nungen für SchutzbeschlägeFenstern, Vorhangfassaden, Git- klasse 2 und Schließzylinder aufeinanderterelementen und Abschlüssen Von der österreichischen Po- ab. Österreichische Mindestan-gerade richtig. „In diese Euro- lizei wird empfohlen, zumindest forderungen an einbruchhem-päischen Normen zur Einbruch- die Widerstandsklasse 2 einzu- mende Verglasungen sind inhemmung sind viele Ände- halten: „Damit ist sichergestellt, einer eigenenTabelle enthalten.rungswünsche aus der Praxis dass Gelegenheitstäter abgehal-aufgenommen worden. Um dem ten werden“, erläutert Komitee- Darstellung der Einbruchs-Konsumenten die Auswahl aus Mitglied Dipl.-Ing. Martin Wieser methodenden sechs definierten Wider- vom Prüfinstitut Holzforschung Schutzniveau, Anforderungenstandsklassen zu erleichtern, Austria. Auch er empfiehlt, in und Prüfverfahren orientierenwurden auch klare Täterprofile Ausschreibungen mindestens sich an den von Einbrecherndefiniert“, erläutert der zustän- diese Widerstandsklasse 2 zu üblicherweise angewandtendige Komitee-Manager Ing. fordern und damit das Sicher- Methoden. Diese sind entwe-Mag. arch. Elgar Zöhrer. heitsniveau zu verbessern. der zerstörend (z. B. Aufhebeln, Die durchgeführten Änderun- Als eine wesentliche Neu- Abschneiden, Anbohren) odergen bei den Prüfmethoden stel- erung wurde die Tabelle der manipulativ (z. B. Angriff mitlen daher nun eine bessere Pra- Zuordnung der einzelnen Wi- Sperrwerkzeugen, Ausspähenxisnähe sicher. Grundsätzlich ist derstandsklassen zu Haupt- von Codes). CONNEX 178 | September–Oktober 2011 7
  • Hervorgestrichen wird aber Bauteile werden in der ÖNORM mit der Prüfstelle der Erstprü- auch, dass die beschriebenen EN 1522 geregelt. fung abzuschließen. Für jede Maßnahmen gegen Angriffsme- Bezugsnorm und jedes Produk- thoden nur für eine bestimmte Umfassende Prüfungen tionsstätte muss ein eigener Zeit Widerstand leisten können. Die Leistungseigenschaft von Überwachungsvertrag abge- Eine Überwindung nach einer einbruchhemmenden Fens- schlossen werden. Als Bestä- entsprechend langen Zeitdauer tern, Türen und zusätzlichen tigung erhalten die Antragstel- oder unter Anwendung neuer, Abschlüssen wird durch eine ler ein Konformitätszertifikat. derzeit unbekannter Methoden Erstprüfung (Eignungsprüfung) Danach müssen die einbruch- kann niemals gänzlich ausge- seitens einer externen Prüfstel- hemmenden Elemente mit einer schlossen werden. le, eine laufende Eigenüber- Kennzeichnungsplakette verse- Ausdrücklich nicht behandelt wachung durch den Hersteller hen werden, auf der Registrie- wird die Widerstandsfähigkeit sowie eine periodische Fremdü- rungsnummer und Widerstands- von Schlössern und Schließ- berwachung nachgewiesen. klasse verzeichnet sind. zylindern gegen Angriffe mit Die Fremdüberwachung hat Für Produkte, die bereits Sperrwerkzeugen („Picking“). spätestens nach zwei Jahren gemäß der vorherigen Ausga- Ausgenommen ist der Angriff zu erfolgen und umfasst die be dieser ÖNORM registriert auf elektrisch, elektronisch und wiederholte Kontrolle der Pro- worden sind, ist im Zuge der elektromagnetisch betätigte ein- duktion sowie der Dokumen- nächsten Fremdüberwachung bruchhemmende Bauprodukte tation und der Ergebnisse der nachzuweisen, dass sie auch mit Hilfe von Angriffsmethoden, Eigenüberwachung, und gege- der vorliegenden Ausgabe ent- die diese Eigenschaften aus- benenfalls Prüfungen an den sprechen. Ansonsten wird die schalten könnten. Die Anforde- entnommenen Proben. Dazu Registrierung spätestens in zwei rungen an beschusshemmende ist ein Überwachungsvertrag Jahren gestrichen. Registrierun- gen auf der Basis der Ausgabe ÖNORM EN 1627 Türen, Fenster, Vorhangfassaden, Gitterele- 1992 der ÖNORM B 5338 ver- mente und Abschlüsse – Einbruchhemmung – Anforderungen und lieren überhaupt ihre Gültigkeit. Klassifizierung Durch die Einbindung der ÖNORM EN 1628 … – Prüfverfahren für die Ermittlung der vielfältigen Erfahrungen aus der Widerstandsfähigkeit unter statischer Belastung Praxis sichert die umfassen- ÖNORM EN 1629 … – Prüfverfahren für die Ermittlung der de Überarbeitung der Normen- Widerstandsfähigkeit unter dynamischer Belastung reihe zur Einbruchshemmung ÖNORM EN 1630 … – Prüfverfahren für die Ermittlung der Wider- jedenfalls nun auch für jeden standsfähigkeit gegen manuelle Einbruchversuche Wohnungs- und Hausbesitzer ÖNORM B 5338 Einbruchhemmende Fenster, Türen und zusätz- ein klar definiertes Sicherheits- liche Abschlüsse – Allgemeine Festlegungen – Ergänzende niveau. Bestimmungen zu den ÖNORMEN EN 1627 bis EN 1630 –R. Maier ÖNORM B 5351 Einbruchhemmende Baubeschläge – Schlösser, Schließbleche, Schutzbeschläge, Schließzylinder und Nachrüstprodukte für Fenster und Türen Maße, Ausführung, Prü- fung und Kennzeichnung Online-Zertifikatsdatenbank www.as-plus.at/certification/ zertifikatsdatenbank/8 CONNEX 178 | September–Oktober 2011
  • Ein Schritt in RichtungEnergieeffizienz von Gebäuden Außenwand-Wärmedämm- Verbundsysteme sind eine wichtige Maßnahme, um den Energieverbrauch von Gebäuden zu senken. Entscheidend dabei: die fachgerechte Planung und Verarbeitung. Dazu gibt es nun die aktualisierten Neuausgaben der ÖNORMEN B 6400 und 6410.E ine politische Vorgabe, anlagen oder Solarthermie, zu Im Neubau und bei Sanie- die in der EU-Gesam- erreichen, andererseits durch rungen tenergieeffizienz- die Verbesserung der Qualität Brandschutz, Schallschutz Richtlinie formuliert der Gebäudehülle durch hoch- und Wärmeschutz, aber auchwurde, ist, dass alle EU-Mit- dämmende Außenwandkonst- Stoßfestigkeit, sind wichtige, ingliedsstaaten nationale Pläne ruktionen. der ÖNORM B 6400 geregelteerstellen müssen, um die Zahl Höhere Anforderungen an Planungskriterien. Die Wahl desder Niedrig- und Niedrigstener- die thermische Qualität der richtigen Systems richtet sichgiegebäude zu erhöhen, und die Gebäudehüllen und die damit aber nicht zuletzt auch nachsomit bewirkt, dass CO2-Emis- verbundenen steigenden dem Untergrund – also demsionen und Energieverbrauch Dämmstoffdicken bei Wär- Kern des Hauses. Die ÖNORMvon Gebäuden gesenkt werden. medämm-Verbundsystemen gibt Aufschlüsse über die Anfor-Ab 2020 sollen dann alle neuen (WDVS) machten eine Über- derungen von neuwertigen undGebäude Niedrigstenergie- arbeitung der entsprechenden bestehenden Untergründen, diegebäude sein“, so Dipl.-Ing. Normen (ÖNORM B 6400 und jeweils geforderten Befestigun-Stefan Wagmeister, zuständiger B 6410) notwendig. Die im Sep- gen, weiters Angaben zu denKomitee-Manager bei Austrian tember 2011 in aktualisierter oft fehleranfälligen An- bzw. Ab-Standards Institute. Form erschienenen Normen schlüssen und Durchdringungen Diese Ziele sind einerseits bieten in der neuen Fassung sowie Beschreibungen zu dendurch moderne, hocheffiziente eine schärfere Trennung zwi- einzelnen Systembestandteilen,Haustechnik, wie z. B. Wärme- schen Planungs- und Verarbei- wie Kleber, Dämmstoff, Dübelpumpen, Be- und Entlüftungs- tungsanforderungen. oder Unter- und Oberputz. CONNEX 178 | September–Oktober 2011 9
  • Neben der Bestimmung der stoff, Putz, Bewehrung, Anstri- schiedliche Dämmplattenforma- Systemklassen auf Basis der che usw.) für die Herstellung der te. Weiters gibt es detaillierte Resttragfähigkeit von Dämm- Systeme, enthält Beschreibun- Angaben für die Verarbeitung, stoffen und der damit verbunde- gen der Untergründe und deren vor allem bei An- und Abschlüs- nen notwendigen Dübelanzahl stichprobenartig durchzuführen- sen von Einbauten und durch- zur mechanischen Befestigung de Prüfungen auf Tauglichkeit dringenden Bauteilen, die vom bietet die Norm erstmals auch sowie die damit verbundenen Wärmedämm-Verbundsystem informative Planungshinweise Vorbereitungsmaßnahmen. zu entkoppeln sind, um thermi- zur Aufdopplung bestehender Ausführungshinweise bei der sche Bewegungen aufnehmen Wärmedämm-Verbundsysteme Herstellung, das Verlegen der zu können. mit Fassaden-Dämmplatten aus Dämmplatten und die Verar- Insgesamt ist dieses Nor- expandiertem Polystyrol (EPS) beitung des Unterputzes und menpaket ein weiterer wichtiger und Deckschicht. der Bewährung, aber auch die Schritt in Richtung Energieef- Möglichkeiten der Prüfung der fizienz von Gebäuden und un- Von der Planung zur Aus- WDVS vor Ort werden hier aus- terstützt die Qualitätssicherung führung führlich erläutert. bei der Planung und Ausführung Die ÖNORM B 6410 (Verar- Neu ist eine Regelung zur von Außenwand-Wärmedämm- beitung) gibt Informationen zu Standsicherheit durch skizzier- Verbundsystemen. den Materialien (Kleber, Dämm- te Dübelschemata für unter- A. Batik ÖNORM B 6400 Außenwand-Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) – Planung ÖNORM B 6410 … – Verarbeitung10 CONNEX 178 | September–Oktober 2011
  • Solaranlagen: Gut geplant undrichtig montiert Um die Kraft der Sonne richtig zu nutzen, regelt eine neue ÖNORM Planung und Montage von Solarkollektoren und Photovoltaik- modulen.U m der Klimaerwär- voltaik, die Stromgewinnung aus ge notwendig. Diesen Bereichen mung entgegen- Sonnenlicht, wächst mit fort- widmet sich die ÖNORM M zuwirken und die schreitender technischer Ent- 7778 „Montageplanung und Abhängigkeit von wicklung. Montage von thermischen Solar-fossilen Energieträgern wie Vor diesem Hintergrund und kollektoren und Photovoltaikmo-Erdgas und Erdöl zu verringern, motiviert durch verschiedene dulen“.ist eine Änderung der Ener- Fördermodelle, nimmt der Je nach Dach und Anlagegieversorgung unumgänglich. Wunsch nach effizienter und sind unterschiedliche Ausführun-Nach einer Richtlinie der Euro- nachhaltiger Energieversorgung gen möglich, die in der Normpäischen Union soll der Anteil zu. Immer mehr Unternehmen beschrieben werden. Je nach-erneuerbarer Energien am End- und private Haushalte entschei- dem, ob die Kollektoren undenergieverbrauch in Österreich den sich für die Nutzung von Module frei, geklebt, im Dach,von derzeit rund 30 Prozent bis Sonnenkollektoren und Photo- auf dem Dach, auf der Fassade2020 auf 34 Prozent gesteigert voltaik. Für sichere Planung und oder „aufgeständert“ auf demwerden. Montage derartiger Anlagen Dach montiert werden, sind die Österreich zählt schon heute sorgt die vor Kurzem erschiene- einwirkenden Kräfte unter-zu den führenden Solarnationen ne ÖNORM M 7778. schiedlich. Für die unterschiedli-der Welt. Gewertet nach der So- chen Arten der Montage enthältlarfläche pro Einwohner liegt Wind und Wetter ausgesetzt die Norm charakteristischeÖsterreich an vierter Stelle Thermische Solarkollektoren Richtwerte für zeitweilige Einwir-hinter Zypern, Israel und Barba- und Photovoltaikmodule sind kungen durch Wind unddos. Gegenwärtig sind etwa 4,5 aufgrund ihrer exponierten Lage Schnee.Millionen Quadratmeter Sonnen- unterschiedlichsten witterungs-kollektoren in Betrieb, mit denen bedingten Einflüssen ausge- Gut befestigt, gut bedachtsich die Besitzer bei Warmwas- setzt. Damit die Anlagen und Da Solarkollektoren und Pho-serbereitung und Heizungsun- ihre Befestigungselemente tovoltaikmodule meist auf Haus-terstützung jährlich rund 150 Wind, Regen und Schnee er- dächern montiert werden, ent-Millionen Euro an Energiekosten folgreich trotzen können, ist eine hält das neue Regelwerk auchersparen. Und auch die Photo- sorgfältige Planung und Monta- für die heiklen Punkte Dachde- CONNEX 178 | September–Oktober 2011 11
  • ckung, Dachabdichtung sowie Montage von Anlagen, die er- halten und die Planung und An- Tragkonstruktion und Befesti- neuerbare Energien nutzen, wendung sicher und wirtschaft- gungsmaterial Anleitungen für sind, mag ein abschließender lich zu machen. Planung und Ausführung. Dem Blick auf die ökonomischen Oder, wie es Dipl.-Ing. Roger wichtigen Thema Befestigung ist Daten der Zukunftsbranche So- Hackstock, Geschäftsführer von ein eigener Anhang gewidmet. larenergie verdeutlichen. Denn Austria Solar, dem Verband der Die Hinweise zu den erforderli- der Einsatz erneuerbarer Ener- Anbieter thermischer Solaranla- chen Prüfungen und die ange- gien geht auch mit volkswirt- gen in Österreich, zusammen- schlossenen Empfehlungen be- schaftlichen Vorteilen einher. Die fasst: „Unser Ziel ist es, den So- schreiben die erforderliche heimische Solarwärme- und die larmarkt in Österreich zu Funktionsfähigkeit und Belast- Photovoltaikbranche sichert stärken. Dabei sind Normen für barkeit der Befestigungsmittel. langfristig rund 8 000 Vollzeitar- uns sehr wichtig. Denn sie beitsplätze und erwirtschaftet sorgen dafür, dass unsere Tech- Zukunftsmarkt Solarenergie einen Umsatz von 600 Millionen nologien und Produkte höchste Wie wichtig verbindliche Re- Euro. Normen helfen dabei, die Qualität aufweisen und sicher gelungen für die Planung und hohe Qualität der Produkte zu eingesetzt werden können.“ ÖNORM M 7778 Montageplanung und Montage von thermi- schen Solarkollektoren und Photovoltaikmodulen12 CONNEX 178 | September–Oktober 2011
  • Die Maschine und der Faktor Mensch Neue Leitlinien zu den menschlichen Aspekten der Zuverlässigkeit von Systemen.A llerorten kommen Mensch. Die vor Kurzem her- überwachen oder aktiv eingrei- Systeme zum Ein- ausgegebene ÖVE/ÖNORM EN fen und steuern. Die Maschine satz, bei denen 62508 widmet sich den mensch- oder das System kann ihn dabei Menschen und lichen Aspekten der Zuverläs- durch Rückmeldungen akusti-Maschinen interagieren. Sei sigkeit. scher, visueller oder taktiler Artes beim computerunterstützten Jedes System hat ein Ziel, unterstützen. Gemeinsam mitKonstruieren in der Planung, also eine Arbeitsanforderung, geeigneten Schulungen und er-beim Einsatz von CNC-Auto- die mit einer definierten gefor- worbenen Erfahrungen ermög-maten im Produktionsprozess derten Wirksamkeit und Effizi- lichen sie es dem Menschen,oder – wie wir dieser Tage enz ein bestimmtes Ergebnis lie- wirksamer zu arbeiten.mit gemischten Gefühlen zur fern soll. Wie nahe das ErgebnisKenntnis nehmen – beim inter- der Zielvorgabe kommt, hängt „Mängelwesen“ Menschnationalen Wertpapierhandel. von mehreren Einflussgrößen Der Mensch sieht sich gerneOb diese komplexen Systeme ab: vom Menschen, der die Auf- als Krone der Schöpfung. Nichtzuverlässig arbeiten, hängt von gabe zu erfüllen hat, von der völlig zu Unrecht, denn seinejedem einzelnen Element sowie Maschine, die sie ausführt, und beeindruckende Ausstattung mitvon ihrer wechselseitigen Beein- von sozialen und physischen einer Vielzahl an physischen,flussung ab. Umweltfaktoren, die auf Mensch kognitiven und psychischen Ei- und Maschine einwirken. Als genschaften haben ihm eineSystemerfordernis Zuverläs- Maschine wird dabei ein inter- beispiellose Entwicklung ermög-sigkeit aktives System verstanden, licht. Doch ebendiese Eigen- Die Technik hat sich seit der welches das Erreichen des Sys- schaften stellen auch grund-Erfindung der Dampfmaschi- temziels unterstützt und dement- sätzliche Einschränkungen dar,ne rasant entwickelt und tut es sprechend gestaltet wurde. die bei der Entwicklung undnach wie vor. Die Komplexität Gestaltung von Systemen be-integrierter Schaltkreise – und Überwachen und Steuern rücksichtigt werden müssen. Fürdamit die Rechenleistung von Die Aufgabe des Menschen einen Arbeitsplatz mit hoher Zu-Computern – verdoppelt sich in einem solchen System ist es, verlässigkeit sollte ein Systemannähernd alle 18 Monate. Nur die Maschine zu bedienen, um demnach so gestaltet werden,ein Faktor in diesem System ist ein bestimmtes Ergebnis zu er- dass sich die Belastung desannähernd stabil geblieben: der zielen. Dabei kann er lediglich Menschen durch die Arbeit, die CONNEX 178 | September–Oktober 2011 13
  • Arbeitsumgebung und die tech- diese zu analysieren, um Ge- die Möglichkeiten und Ein- nische Ausgestaltung innerhalb genmaßnahmen festzulegen. schränkungen ihrer Benutzer zumutbarer Grenzen bewegt. Und schließlich dabei menschli- Rücksicht nehmen, und deren ÖVE/ÖNORM EN 62508 be- che Zuverlässigkeit quantifizier- Verwendungszusammenhang handelt auch jene Faktoren, die bar zu machen. Darüber hinaus und korrekte Funktion sie auch die Leistungsfähigkeit des Men- behandelt die Norm auch soge- verstehen, bringen optimale Er- schen innerhalb des Systems nannte kritische Systeme und gebnisse. Und sind – dank der beeinflussen. Während externe den Einfluss, den Menschen Einhaltung der entsprechenden Parameter von der Organisati- darauf nehmen können. Normen – im Betrieb ebenso zu- on und technischen Vorbedin- verlässig wie die Menschen, die gungen abhängen, sind interne Gestaltung für den Men- sie bedienen und überwachen. Größen wie Leistungsfähigkeit schen und -bereitschaft im Individuum Um die bestmöglichen Er- – Herbert Hirner selbst angelegt. Von großer Be- gebnisse für Systeme zu erzie- deutung sind hierbei die persön- len, sind die Grundsätze der lichen Unterschiede hinsichtlich menschbezogenen Gestaltung Eigenschaften, Fähigkeiten und schon beim Entwurf und der Erfahrungen. Entwicklung zu beherzigen. Die potenziellen Benutzer sind von Quantifizierbare Zuverläs- Beginn an und über den gesam- sigkeit ten Systemlebenszyklus hinweg Die Leitlinie zu den mensch- zu involvieren, ihre Erfahrungen lichen Aspekten der Zuverläs- und Beurteilungen sind in der ÖVE/ÖNORM EN 62508 sigkeit hilft, Potenziale für Fehl- Umsetzung zu berücksichtigen. Leitlinien zu den menschlichen handlungen zu ermitteln und Denn nur Systeme, die auf Aspekten der Zuverlässigkeit14 CONNEX 178 | September–Oktober 2011
  • Schnell und direkt zurgewünschten StelleWie genormte Sprachdialog-systeme den telefonischenKundenservice verbessern.D ie nächste freie wir uns zurechtfinden, sorgt die für die ÖNORM EN ISO 9241- Leitung ist für Sie ÖNORM EN ISO 9241 Teil 154 154 zuständiger Komiteemana- reserviert.“ „Um „Dialogführung mittels Sprachdi- ger: „Bei fast allen sich wieder- zu unserer Pro- alogsystemen“, die seit Kurzem holenden Prozessen könnenduktübersicht zu gelangen, drü- als Entwurf vorliegt. interaktive Sprachdialogsystemecken Sie bitte die Eins.“ „Für punkten. Einerseits ist derden Hilfe-Assistenten sagen Sie Reden oder tippen Sprachcomputer rund um die‚Hilfe‘.“ Ob wir bei einer Bank Solche Dialogsysteme Uhr erreichbar, was dem Trendanrufen, am Magistrat oder werden seit den späten 1980ern zur Selbstbedienung entgegen-am Gemeindeamt. Immer öfter eingesetzt und ermöglichen die kommt. Andererseits wird durchinformiert uns eine meist wohl- interaktive Kommunikation per die Delegation von Standardpro-klingende Stimme darüber, was Spracheingabe oder durch Ton- zessen an das Dialogsystem –gerade passiert, welche Opti- wahl über das Telefontastenfeld. zum Beispiel Adressänderungenonen wir haben, und was wir tun Die Anrufer können so eigen- – Manpower für beratungsinten-sollen. ständig Bestellungen, Datenän- sivere Tätigkeiten verfügbar.“ Früher darbten Anrufer oft derungen, Fahrplanabfrageneinsam und verunsichert in End- und vergleichbare Tätigkeiten Dialog nach Norm funktio-los-Warteschleifen – ungewiss, ausführen. Zusätzlich haben niertob es ihnen jemals gelingt, ihr Sprachdialogsysteme oft auch Das funktioniert natürlich nur,Anliegen an kompetenter Stelle eine automatische Anrufweiter- wenn der Dialog auch zustande-vorzubringen. Mittlerweile leitungsfunktion, um den Anrufer kommt. Große Bedeutung hatwerden die meisten Kundenan- gleich mit der richtigen Stelle für dabei das sogenannte Benutzer-fragen durch so genannte inter- seine spezifische Anfrage ver- Interface, also die Schnittstelleaktive Sprachdialogsysteme ge- binden zu können. Für Men- zwischen Mensch und Compu-managt. Der Kundenservice hat schen mit Hörschäden sind ter. Die ÖNORM regelt sowohlsich dadurch frappant verbes- Schnittstellen zur Kommunikati- die Gestaltung von Sprach- undsert: Man fühlt sich besser be- on mittels Texttelefon vorgese- Tastatureingaben wie auch dietreut, ja gar umsorgt und er- hen. Anzahl und Verwendung vonreicht in kurzer Zeit das Ziel Solche Systeme bieten viele Ausdrücken und Tastaturbele-seines Anrufs. Dafür, dass die Vorteile, weiß Ing. Martin gungen.Dialoge verständlich sind und Lorenz, bei Austrian Standards –hirnerÖNORM EN ISO 9241-154 Ergonomie der Mensch-System-Interaktion; Teil 154: Dialogführungmittels Sprachdialogsystemen (Entwurf)Den gesamten Artikel zum Nachlesen unter:www.as-institute.at/themencenter/themen-a-bis-z/computer-informationstechnologie/schnell-und-direkt-zur-gewuenschten-stelle/ CONNEX 178 | September–Oktober 2011 15
  • der Normung Eine Auswahl aus neuen ÖNORMEN und ON-RegelnSpektrum Sicher nach oben ÖNORM EN 131-1 Wer im Alltag hoch hinaus will, Die weiteren Teile der Norm Leitern; Teil 1: bedient sich dabei oft einer behandeln Anforderungen, Prü- Benennungen, Leiter. Um sicher nach oben zu fung, Kennzeichnung (Teil 2), Bauarten, Funk­ gelangen, steht heute eine breite Benutzerinformationen (Teil 3) tionsmaße Auswahl an Aufstiegshilfen zur sowie Festlegungen für Ein- oder Verfügung. Abmessungen und Mehrgelenkleitern (Teil 4). In Sicherheit von Leitern sind heute Arbeit ist außerdem Teil 5 mit in der mehrteiligen Europäischen Festlegungen für Zubehör. Norm EN 131 geregelt. Der nun in aktualisierter Ausgabe vorliegende Teil 1 der ÖNORM EN 131 regelt Benennungen, Bauarten und Funktionsmaße Waschmittelecht von Leitern. Die Norm gilt nur für tragbare Leitern und nicht für Lei- ÖNORM A 1206 Sie sind der Schrecken jedes tern für besonderen beruflichen Prüfung von Dru­ Wa s c h m a s c h i n e n n u t z e r s : Gebrauch, wie Feuerwehrleitern, cken und Druck­ Druckfarben, die bei der ersten Dachleitern oder fahrbare Lei- farben – Echtheit Wäsche ausbleichen und tern. Die Norm ist reich illustriert gegenüber womöglich andere Wäsche- mit beispielhaften Konstruktions- Waschmitteln stücke gleich mitfärben. Um zeichnungen und beschreibt ein- schon im Vorfeld festzustellen, gehend die einschlägigen ob bedruckte Textilien auch Begriffe und Leitertypen, weist „waschmittelecht“ sind, regelt aber darauf hin, dass die Leitern ÖNORM A 1206 entsprechende nicht den Beispielszeichnungen Prüfverfahren. Die jetzt vorlie- entsprechen müssen. Entschei- gende Neuausgabe kann für alle dend sind nur die Arten von Drucken nach allen vorgegebenen Verfahren und auf allen Stoffen Maße. angewendet werden. Wesent- Im informativen liche Neuerungen umfassen die Anhang A sind Probenherstellung und Proben- zusätzlich nationale nahme, die Festlegung der Prüf- Abweichungen in mittel und Geräte sowie Ände- Italien, den Nieder- rungen bei den Toleranzgrenzen landen und der Prüftemperaturen. Schweden ange- führt, da in diesen Ländern zu ein- zelnen Bestim- mungen gesetz- liche Festlegungen getroffen wurden. 16 CONNEX 178 | September–Oktober 2011
  • der Normung Eine Auswahl aus neuen ÖNORMEN und ON-Regeln SpektrumIns rechte Licht gerücktÖNORM EN 12464-1 hängig davon, ob Tageslicht, Licht und künstliches Licht oder eine Kom- Beleuchtung – bination davon zum EinsatzBeleuchtung von kommt. Die Norm legt weder Arbeitsstätten; bestimmte Lösungen fest noch Teil 1: Arbeits­ schränkt sie die Freiheit der stätten in Innen­ Planer ein, neue Techniken zu räumen erkunden. In insgesamt 50 Tabellen werden eingehend die unterschiedlichsten Innenraum- bereiche – von klassischen Büros über Büchereien, Gesund- heitseinrichtungen bis zu Kraft- werken und Flughäfen – beschrieben, die jeweiligen Sehaufgaben und Tätigkeiten Die richtige Beleuchtung ist sowie die daraus resultierenden wesentlicher Teil der ergonomi- Beleuchtungsanforderungen schen Gestaltung eines behandelt. Arbeitsplatzes, da Licht sowohl Neben der Beleuchtung sind das Wohlbefinden als auch die auch andere visuelle ergonomi- Arbeitsleistung von Personen sche Einflussgrößen aufgelistet, stark beeinflusst. Die Anforde- die die Sehleistung beeinflussen. rungen an die Beleuchtung Die Beachtung dieser Faktoren werden von drei grundsätzlichen kann die Sehleistung erhöhen, Bedürfnissen des Menschen ohne dass höhere Beleuchtungs- bestimmt: Sehkomfort, Sehleis- stärken erforderlich sind. tung und Sicherheit. Die aktuali- sierte Neuausgabe des Teils 1 der ÖNORM EN 12464 legt Anforderungen an die Beleuch- tung von Arbeitsstätten in Innen- räumen fest, die den Erforder- nissen für Sehkomfort und Sehleistung für Menschen mit normalem Sehvermögen gerecht wird, wobei alle üblichen Sehauf- gaben, einschließlich Bildschirm- arbeit, berücksichtigt sind. Ein wesentlicher Teil der Überar- beitung betrifft das Thema Tageslicht. Die Beleuchtungsan- forderungen sind jedoch unab- CONNEX 178 | September–Oktober 2011 17
  • der Normung Eine Auswahl aus neuen ÖNORMEN und ON-RegelnSpektrum »Gezähltes« Wasser Sichere Motormäher ÖNORM EN 14154 In vielen Teilen der Welt ist ÖNORM EN 12733 Das hohe Gefahrenpotenzial bei Wasserzähler Wasser ein knappes Gut. Hierzu- Land­ und forst­ der Arbeit in der Land- und Forst- Teil 1: All­ lande, wo Wasser ausreichend wirtschaftliche wirtschaft beruht zu einem guten gemeine und in bester Qualität zur Verfü- Maschinen – Teil auf der Vielzahl der verwen- Anforderungen; gung steht, ist man bemüht, den Handgeführte deten Maschinen. Die Neuaus- Teil 2: Einbau Verbrauch zu senken. Wasser- Motormäher – gabe der ÖNORM EN 12733 und Vorausset­ zähler sind dabei die Grundlage Sicherheit beschreibt die sicherheitstechni- zungen für die der Verbrauchsmessung und schen Anforderungen und deren Verwendung; werden in der dreiteiligen Überprüfung für die Gestaltung Teil 3: Prüf­ ÖNORM EN 14154 detailliert und Konstruktion von handge- verfahren und geregelt. Das zuständige Techni- führten Motormähern mit rotie- ­einrichtungen sche Komitee CEN/TC 92 will so renden oder mit alternierenden die unterschiedlichen in Europa Schneidwerkzeugen, die in der bestehenden Normen und Emp- Land- und Forstwirtschaft und fehlungen für Wasserzähler in der Landschaftspflege zum Einklang bringen, neue Techno- Schneiden und/oder Mulchen logien berücksichtigen und die von Gras oder ähnlichen Anforderungen der EU-Messge- Pflanzen bzw. Gestrüpp und räterichtlinie (Richtlinie 22/2004/ holzartigem Bewuchs eingesetzt EG über Messgeräte) umsetzen. werden. Im Detail behandelt Die Norm gilt für alle Arten von werden dabei vier Gerätetypen: Wasserzählern, die für den Ein- Schlegelmäher, Aufwuchsmäher, satz in privaten und gewerbli- Gestrüppmäher und Balken- chen Bereichen bestimmt sind. mäher. Während Teil 1 die allgemeinen Der normative Anhang A listet Anforderungen definiert, liefert mögliche Gefährdungen auf und Teil 2 Kriterien für die Auswahl, bezeichnet die Textstellen, an Bedingungen für den Einbau und denen auf die Lösungen für die Inbetriebnahme. Teil 3 diese Gefährdungen einge- widmet sich den Prüfverfahren gangen wird. Weitere normative und -einrichtungen. Anhänge definieren die Mit Hilfe der EN 14154 kann Geräusch- und Schwingungs- auch – wenn dies gefordert wird messung, den Prüfstand und die – der Konformitätsnachweis mit Prüfverfahren. den Anforderungen der EU- Messgeräterichtlinie erstellt werden. 18 CONNEX 178 | September–Oktober 2011
  • der Normung Eine Auswahl aus neuen ÖNORMEN und ON-Regeln SpektrumBöden ganz sauber ÖNORM D 2204 Reinigungsleistungen werden vollständiges Regelwerk für Rei- Reinigungs­ heute zunehmend „ausgelagert“, nigungsdienstleistungen vonleistungen – Rei­ das heißt an externe Dienst- Böden vor. Neben den allge- nigung von leister vergeben. Um bei der meinen Festlegungen (ÖNORM Holzböden – Ausschreibung zu vergleich- D 2200) gibt es ergänzende Werkvertrags­ baren Angeboten zu kommen Bestimmungen für textile Beläge norm und in weiterer Folge bei der Auf- (D 2201) für elastische Bodenbe- tragsvergabe die Rechte und läge (D 2202) sowie für Laminat- Pflichten zwischen Auftraggeber böden (D 2203). und Auftragnehmer klar zu regeln, gibt es das bewährte Ins- trument der Werkvertrags- Dichte Deponien normen. Soeben erschienen ist ÖNORM ÖNORM S 2073 Wie etliche Beispiele in der Ver- D 2204 für Reinigungsleistungen Deponien – gangenheit zeigten, können von Holzböden. Darin finden sich Dichtungs­ Deponien, wenn sie unsach- fachspezifische Festlegungen in bahnen aus gemäß errichtet wurden, zu Ergänzung zu den allgemeinen Kunststoff – tickenden Umweltbomben Bestimmungen für die Reinigung Anforderungen werden. Eine zentrale Funktion von Bodenbelägen, wie sie in der und Prüfungen zum Schutz des Grundwassers ÖNORM D 2200 zu finden sind. vor Aussickerungen aus der Unter anderem bietet die neue Deponie übernehmen Dich- ÖNORM D 2204 Definitionen der tungsbahnen aus Kunststoff, wie Fachbegriffe, Beschreibungen sie in ÖNORM S 2073 geregelt der Reinigungsaufgaben – von sind. der Baugrobreinigung über Diese Norm definiert Anforde- Unterhalts- und Grundreinigung rungen und Prüfverfahren für bis hin zur „Einpflege“, der Auf- Bahnen aus thermoplastischen bringung von Pflegemitteln oder Kunststoffen, die für die Abdich- Schutzschichten auf neue Ober- tung von Deponiebauwerken auf flächen – sowie Hinweise für Basis der ÖNORM EN 13493 Ausschreibung und Auftragsver- zum Einsatz kommen und für die gabe. Ergänzend findet sich im eine Mindestnutzungsdauer von Anhang das Muster eines Erhe- mehr als 25 Jahren vorgesehen bungsblatts über den Ist-Zustand ist. Festgelegt ist u. a., dass für des Holzbodens vor der vorge- die Deponiebasisabdichtung sehenen Reinigung. ausschließlich der Werkstoff Mit der Veröffentlichung der PE-HD (DB 1) zulässig ist. Für ÖNORM D 2204 liegt nun ein andere Verwendungen, wie z. B. Oberflächenabdeckungen, ist auch die Verwendung anderer, in einem eigenen Punkt ange- führter, Kunststoffe zulässig. CONNEX 178 | September–Oktober 2011 19
  • der Normung Eine Auswahl aus neuen ÖNORMEN und ON-RegelnSpektrum Zahnbohrer – nicht nicht fest montierten Instru- zu verwechseln menten) für Bohrungsdurch- messer sowie für die Gesamt- ÖNORM EN Wer kennt ihn nicht, den gefürch- länge der Instrumente. Der ISO 6360-1 teten Ton des Bohrers beim Anhang A präsentiert mehrere Zahnheilkunde Zahnarzt. Welche Angst würde Beispiele für vollständige 15-stel- – Nummern­ aber aufkommen, müsste man lige Identifikationsnummern, um system für rotie­ befürchten, dass durch einen so die Umsetzung zu erleichtern. rende Bezeichnungsfehler das falsche Instrumente; Teil Instrument zum Einsatz kommt. 1: Allgemeine Um das sicher zu vermeiden, Das richtige Maß Grundlagen legt die Internationale Norm ISO 6360 nun ein Nummernsystem ÖNORM M 1349 Maßbänder sind derart universell fest, das einen eindeutigen Über- Prüfmittel­ und alltäglich in Verwendung, blick über die Vielzahl einschlä- überwachung – dass sich der Nutzer wohl selten giger Instrumente gibt. Teil 1 der Prüfanweisung fragt, ob sie auch die richtige als ÖNORM EN veröffentlichten für Maßbänder Länge anzeigen. Ob der Zenti- Norm beschreibt dazu die allge- meter nun wirklich ein Zentimeter meinen Grundlagen. und der Meter ein Meter ist, ist Dieser Teil wurde erstellt, um Thema der Prüfmittelüberwa- Herstellern, Handel und Zahn- ärzten ein allgemein gültiges Ein- teilungs- und Bezeichnungs- system für diese Instrumente bereitzustellen. Er liefert ein umfassendes System in Form eines 15-stelligen Codes, in dem chung bzw. der Prüfung von allgemeine und besondere Maßbändern, wie sie in der aktu- Eigenschaften von Instrumenten ellen Neuausgabe der ÖNORM oder Gruppen von Instrumenten M 1349 geregelt ist, mit der auch festgelegt werden. die Anforderungen der Messge- Kennzahlen gibt es dabei für die räterichtlinie umgesetzt werden. verwendeten Werkstoffe, für die Konkret enthalten sind Anwei- Beschichtung und für die Bin- sungen für die Überprüfung von dung der Schleifmittel. Dazu Maßbändern mit Aufrollkapsel kommen noch Zahlen für oder Aufrollrahmen und von han- Schäfte, Handgriffe oder (bei delsüblichen Rollmaßbändern, die als Längenstrichmaße aus Stahl und anderen Werkstoffen mit spezifizierten Eigenschaften (E-Modul, thermischer Ausdeh- nungskoeffizient) hergestellt werden. Die Prüfanweisungen gelten für Eignungs- und für Überwachungsprüfungen. 20 CONNEX 178 | September–Oktober 2011
  • der Normung Eine Auswahl aus neuen ÖNORMEN und ON-Regeln Spektrum»Entschärfte« Glasklar und Kettensägen wärmedämmend ÖVE/ÖNORM Kettensägen sind – auch bei ÖNORM EN 673 Die moderne Architektur bedient EN 60745-2-13 sachgerechter Verwendung – Glas im Bau­ sich mit großer Begeisterung des Handgeführte gefährliche Werkzeuge. Das wesen – Bestim­ Werkstoffs Glas, da er Transpa-motorbetriebene wissen nicht nur Fans diverser mung des renz und Helligkeit vermittelt. Um Elektro­ Horrorfilme, das wissen auch Wärmedurch­ dabei auch die Anforderungen werkzeuge – Hersteller und Sicherheitsex- gangskoeffi­ der Bauordnungen zu erfüllen, Sicherheit; Teil perten und all jene, die mit Ket- zienten (U­Wert) legen die ÖNORMEN EN 6742­13: Besondere tensägen arbeiten. Spezielle – Berechnungs­ und EN 675 Messverfahren fest, Anforderungen Sicherheitsanforderungen an verfahren die zur Bestimmung des Wärme- für Kettensägen elektrisch betriebene Ketten- ÖNORM EN 674 durchgangskoeffizienten sägen sind daher im Teil 2-13 der ... – Verfahren (U-Wert) von hermetisch abge- ÖVE/ÖNORM EN 60745 festge- mit dem Platten­ schlossenen Verglasungen mit legt. Er gilt für elektrische Ketten- gerät ebenen und parallelen Oberflä- sägen zum Sägen von Holz und ÖNORM EN 675 chen dienen. Sie gelten für Mehr- zur Verwendung durch eine ein- … – Wärme­ fachverglasungen mit äußeren zelne Person. strommesser­ Scheiben, die für Strahlung im Diese Geräte sind zur Benut- Verfahren fernen Infrarotbereich undurch- zung mit der rechten Hand auf lässig sind. Die inneren Ele- dem hinteren Handgriff und der mente dürfen jedoch für Strah- linken Hand auf dem vorderen lung im fernen Infrarotbereich Handgriff ausgelegt. durchlässig sein. Das festgelegte Als nützlichen, informativen Verfahren ist im Allgemeinen Anhang umfasst die ÖNORM dann anzuwenden, wenn das in auch Erläuterungen zur richtigen ÖNORM EN 673 ausführlich Vorgehensweise beim Fällen beschriebene Berechnungsver- und Entasten von Bäumen und fahren ungeeignet ist. beim Durchsägen von Holzstü- Die so bestimmten U-Werte cken für weniger erfahrene dienen sowohl für Produkt- Nutzer, z. B.: „Wird von zwei oder vergleiche als auch für die mehreren Personen gleichzeitig Bestimmung von Wärmever- zugeschnitten und lusten, Erhöhungen der Wärme- gefällt, so sollte der leitung im Sommer, Tauwasser- Abstand zwischen den bildung oder die Auswirkungen fällenden und der absorbierten Sonnenstrah- zuschneidenden Per- lung auf die Bestimmung des sonen mindestens die Sonnenfaktors. doppelte Höhe des zu fällenden Baumes betragen.“ Möglicher- weise ein durchaus überlebenswichtiger Tipp! CONNEX 178 | September–Oktober 2011 21
  • der Normung Eine Auswahl aus neuen ÖNORMEN und ON-RegelnSpektrum Möbeloberflächen wie Wenn jede Sekunde neu zählt ÖNORM EN 15185 Beim Kauf von Möbeln geht man ÖNORM S 2304 Im Katastrophenfall zählt jede Möbel – Bewer­ davon aus, dass diese der tägli- Integriertes Sekunde, was eine eindeutige tung der Abrieb­ chen Benutzung Stand halten. Katastrophen­ Definition der verwendeten festigkeit von Wichtiges Kriterium dabei ist die management – Begriffe unumgänglich macht. Oberflächen Oberfläche. Das Bewertungsver- Benennungen Ziel der neuen ÖNORM S 2304 fahren für die Abriebfestigkeit ist und Definitionen ist es daher, bei allen Behörden, in ÖNORM EN 15185 geregelt. Einsatzorganisationen und Ein- Bei der Prüfung wird der durch richtungen, die in ein integriertes den Menschen verursachte Katastrophenmanagement ein- Abrieb durch Drehen eines Prüf- gebunden sind – insbesondere körpers – mit Schleifpapier verse- auch bei jenen aus Forschung, hene zylindrische Räder – simu- Lehre und Wirtschaft –, ein ein- liert. Die Räder erzeugen eine heitliches und gemeinsames ringförmige Schleifspur auf der Verständnis der einschlägigen Oberfläche. Die Anzahl der Begriffe zu erreichen. Der Inhalt Umdrehungen des Prüfkörpers, steht im Einklang mit dem die erforderlich ist, um einen Begriffssystem, das Behörden bestimmten Grad des Abriebs zu und Organisationen mit Sicher- verursachen, dient zur Bestim- heitsaufgaben in Österreich zur mung der Beständigkeit der Sicherstellung der gebotenen Oberfläche. In der aktuellen Neu- Interoperabilität verwenden. ausgabe der EN 15185 ist im Dabei wird auf einem Katastro- Anhang A die Kalibrierung und phenmanagement-Begriff aufge- Wartung der Abriebeinrichtung baut, der vier Bereiche umfasst, geregelt, Anhang B zeigt Bei- nämlich: Katastrophenvermei- spiele von Abriebspuren. Vom dung und Katastrophenvorsorge Anwendungsbereich ausge- (zusammen als Katastrophen- nommen sind Oberflächen aus schutz bezeichnet) sowie Katast- Textilien und Leder. rophenbewältigung und die Wie- derherstellung (zusammen als Katastrophenhilfe bezeichnet). Zu sämtlichen Begriffen findet sich auch die entsprechende englische Übersetzung. 22 CONNEX 178 | September–Oktober 2011
  • der Normung Eine Auswahl aus neuen ÖNORMEN und ON-Regeln Spektrum Katastrophe (en: disaster) wird Der jetzt vorliegende überarbei- definiert als „Ereignis, bei dem tete und an die neuesten Ent- Leben oder Gesundheit einer wicklungen auf dem Gebiet der Vielzahl von Menschen, die rehatechnischen Medizinpro- Umwelt oder bedeutende Sach- dukte angepasste Teil 4 definiert werte in außergewöhnlichem Mindeststandards bei der Aus- Ausmaß gefährdet oder geschä- wahl und Anpassung von mus- digt werden und die Abwehr oder kelkraftbetriebenen Rollstühlen. Bekämpfung der Gefahr oder Damit wird sichergestellt, dass des Schadens einen durch eine der Rollstuhl den Bedingungen, Behörde koordinierten Einsatz Ansprüchen und Erfordernissen der dafür notwendigen Kräfte des Benutzers, seinen Tätig- und Mittel erfordert“. keiten und seinem Umfeld optimal entspricht. Diese ONR hilft bei der Festlegung des Roll- stuhltyps, bei der Auswahl des geeigneten Modells und des Sitzkissens sowie bei deren Anpassung an die KörpergrößeDer Rollstuhl muss des Benutzers. »sitzen« Zusammen mit einer umfas- senden Einschulung werden ONR 111107-4 Rehatechnische Medizinpro- mögliche Risiken vermieden und Qualitätsma­ dukte (RTMP), wie etwa Roll- ein effektiver Gebrauch sicher- nagement bei stühle, ermöglichen es Men- gestellt. der Versorgung schen, behinderungsbedingte mit rehatechni­ Funktionseinschränkungen oder schen Medizin­ Funktionsverluste auszugleichen produkten; oder zu verbessern. DasTeil 4: Rollstühle Ergebnis sollte stets eine größt- – Auswahl und mögliche Selbstständigkeit und Anpassung von Unabhängigkeit bei den ausge- muskelkraftbe­ führten Aktivitäten sein. Dies ist triebenen Roll­ allerdings nur dann zu erzielen, stühlen wenn alle Elemente der Maß- nahmenkette qualitätsorien- tierten Mindestkriterien genügen. Die ONR 111107 legt solche Qualitätskriterien fest, um eine optimale Auswahl und Anpas- sung sicherzustellen. Sie besteht aus drei allgemeinen Teilen zur Festlegung der Grundvorausset- zungen und mehreren Spezial- teilen für einzelne Pro- duktgruppen. CONNEX 178 | September–Oktober 2011 23
  • Aktuelle Fachliteratur Zentrale Grundlage für alle Aspekte Barrierefrei bauen: Was ist neu? barrierefreien Bauens in Österreich ist die ÖNORM B 1600, die seit 1. April 2011 in einer vollständig überarbeiteten Ausgabe vorliegt. Um den Umstieg auf die neuen Planungsunterlagen mit ihren zahlreichen Veränderungen zu erleichtern, ist bei Aust- rian Standards plus Publishing (AS+P) soeben eine Gegenüberstellung der Neu- fassung mit der vorher gültigen Version aus dem Jahr 2005 erschienen. Die Gegenüberstellung folgt dem vertrauten Aufbau der Ausgabe 2005 und stellt die aktuellen Regelungen der Fassung 2011 in Bestellung & Info: einer nebenstehenden Spalte dar. Die Gra- sales@as-plus.at phiken wurden zur Verbesserung der Les- www.as-plus.at/shop barkeit dem Text entnommen und in einem Tel.: +43 1 213 00-444 eigenen Anhang zusammengefasst. Pla- Fax: +43 1 213 00-818 nern und Architekten steht damit ein prakti- sches Instrument zur Verfügung, um sich Alle Preise zzgl. USt. & Versand mit den neuen Bestimmungen der aktuellen ÖNORM B 1600 vertraut zu machen. Diese und andere Buchbesprechungen zum AS+P bietet diese Publikation in zwei Aus- Nachlesen unter gaben an: einmal als reine Gegenüberstel- www.austrian-standards.at/presse/ lung alt – neu und einmal zusätzlich mit buchbesprechungen/ dem Volltext der Ausgabe 2011-04 der ÖNORM B 1600. Austrian Standards plus (Hrsg.): Gegenüberstel- lung der ÖNORM B 1600 „Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen“ Ausgabe 2005-05-01 mit Ausgabe 2011-04-01. 1. Auflage, Wien 2011 A4; ISBN 978-3-85402-238-1 Best.-Nr.: ON-NP 1600, Preis: EUR 279,50 Austrian Standards plus (Hrsg.): ... und ÖNORM B 1600: 2011-04-01 „Barrierefreies Bauen – Pla- nungsgrundlagen“. 1. Auflage, Wien 2011 A4; ISBN 978-3-85402-243-5 Best.-Nr.: ON-NP 1600 Bundle Preis: EUR 299,5024 CONNEX 178 | September–Oktober 2011
  • Aktuelle Fachliteratur Auch Bauwerke erreichen früher oder Feste Biobrennstoffe haben sich in den Feste BiobrennstoffeAlles über Abbrucharbeiten später das Ende ihrer „Lebenszeit“. Ent- letzten Jahren einen festen Platz unter den weder, weil sie nicht mehr gebraucht erneuerbaren Energien gesichert. Pellets, werden, nicht mehr zu sanieren sind oder Briketts und Hackgut gehören in Österreich einfach, weil sie Neubauten Platz machen – dank ausreichender Ressourcen und müssen. Kurz: Bevor die Bauarbeiten hoch entwickelter Produktions- und Ver- beginnen, muss die bestehende Bausubs- brennungstechnologien – fast schon zu den tanz abgebrochen, das Grundstück „bau- Standardbrennstoffen. Um Produktion, frei“ gemacht werden. Transport, Lagerung und schließlich Ver- Abbrucharbeiten sind, besonders in dicht brennung optimal zu gestalten, wurden ver- verbautem Gebiet, komplexe Aufgabenstel- schiedene europaweit gültige Standards lungen, die umsichtig vorbereitet und entwickelt. Alle relevanten Normen sind nun durchgeführt werden müssen. Worauf es komplett, übersichtlich und auf dem aktu- dabei genau ankommt, findet sich im ellen Stand in einem neuen Handbuch von neuen Praxishandbuch „Maschinelle AS+P zusammengefasst. Abbrucharbeiten“, das soeben bei AS+P Das Buch umfasst drei Normengruppen: erschienen ist. Behandelt werden die unter- • Produktnormen (ÖNORM EN 14961; Teile 1–6), schiedlichen Abbrucharten und -möglich- in denen die Brennstoffspezifikationen und keiten, Emissionen, Entsorgung, Bauwerk- -klassen geregelt sind, strennungen ebenso wie Kalkulation und • Qualitätssicherungsnormen (EN 15234; Teile kaufmännische Grundlagen. Wichtige Hin- 1–6) mit Leitfäden zur Umsetzung der betriebsin- weise gibt es auch zu Versicherungsfragen und ternen Qualitätssicherung für die gesamte Bereit- möglichen Krisenfällen, wie Kriegsrelikte, Umwelt- stellungskette sowie alarm oder Personenschaden. Ein eigenes Kapitel • Prüfnormen, die standardisierte Verfahren zur fasst Gesetze und Verordnungen sowie die rele- Überprüfung der Eigenschaften der Biobrenn- vanten ÖNORMEN und ON-Regeln zusammen. stoffe liefern. Um einen fundierten Praxisbezug zu garantieren, Diese Normensammlung ist somit ein wichtiger wurde das Buch in Abstimmung mit ausführenden Praxisbehelf, der sicherstellt, dass feste Biobrenn- Unternehmen erstellt. Zahlreiche anschauliche stoffe lückenlos der geforderten Qualität entspre- Illustrationen und Abbildungen samt konkreten chen. Tipps runden den Inhalt ab. Heinz Gorenz: Maschinelle Abbrucharbeiten – Austrian Standards Institute (Hrsg.): Normen- Praxishandbuch für Österreich 1. Auflage, Wien sammlung Feste Biobrennstoffe – Die wich- 2011, A4, 120 Seiten, Best.-Nr.: ON-V 34, ISBN tigsten Produktnormen, Qualitätssicherungs- 978-3-85402-241-1 Preis: EUR 35,49 normen und Prüfnormen auf einen Blick 1. Auflage, Wien 2011, A5; Seminartipp zum Thema: „Abfallcharakteri- ISBN 978-3-85402-244-2 sierung von Aushubmaterial“ (23. Nov. 2011, (Best.-Nr.: ON-HB 17:2011) Wien); Info & Anmeldung: trainings@as-plus.at Preis: EUR 272,27 Tel.: +43 1 213 00-333 | www.as-plus.at/trainings CONNEX 178 | September–Oktober 2011 25
  • CEN & ISO NewsNews& Die Standards kennen heißt wissen, was verlangt wird Man sollte sich vorher gut informieren, rät KommR Ing. Franz Bamberger, »Präsidial- beauftragter für Osteuropa/Russland« von Austrian Standards Institute, allen, die – so wie er – auf den Märkten Russlands und des Ostens erfolgreich sein wollen. W enn man die Stan- nach sich ziehen. Darum – so zwinkernd. Anfang der 1980er dards kennt, dann Bamberger, langjähriger Vize- Jahre gab es erstmals über die weiß man, was präsident und seit Juni 2011 Kontrollbank finanzierte Projekte verlangt wird. Denn „Präsidialbeauftragter für Ost- in Ungarn, dann in Polen, bei gerade in den Wirtschaftsbezie- europa/Russland“ von Aust- denen man es geschafft hat, als hungen mit Russland haben Sie rian Standards Institute – muss Subunternehmer im Windschat- einen besonderen Stellenwert. man sich vorher ausreichend ten großer österreichischer Bau- Und da sollte man sich vorher informieren und die Zertifikate unternehmen „mitzusegeln“ und informieren.“ Diesen Rat gibt besorgen. Es geht dabei vor so Fuß zu fassen. Was konkret KommR Ing. Franz Bamberger allem um russische Standards heißt: Kontakte zu einer zah- allen mit auf den Weg, die mit (GOST Standards), zuneh- lungskräftigen Klientel zu knüp- ihren Unternehmen Richtung mend aber auch um British fen, um dieser für Banken, Osten aufbrechen wollen und Standards (BS), da heute zahl- Hotels und zunehmend Privat- auf den Märkten Russlands und reiche ausländische, vor allem häuser Stein und Marmor anzu- der GUS-Staaten reüssieren US-amerikanische Architekten bieten. wollen. Bamberger, der seit den in Russland aktiv sind und auf Heute liegt für Bamberger der 1980er Jahren als „kleiner Land- englischsprachige Normen Fokus in Russland, konkret in steinmetz“ – so seine beschei- zurückgreifen. Moskau, wo Stein eine gewisse dene Selbstdefinition – äußerst Tradition hat und man inzwi- erfolgreich tätig ist, weiß, wovon »Kreisky war schuld.« schen ein eigenes Büro für ad- er spricht: „Die Waren müssen Sein berufliches Engagement ministrative Aufgaben unterhält. dort den Normen entsprechen, in Osteuropa und Russland hat Vorproduziert wird nach wie vor und dafür will man Zertifikate.“ der geschäftsführende Gesell- in Österreich, auch die Bauleiter Wenn man die nicht hat oder schafter der Franz Bamberger sind Österreicher, und das Ma- das Produkt von den Normen Steinmetzbetriebe mit insgesamt terial selbst kommt aus der abweicht, hat man Probleme. 5 Unternehmen und rund 100 ganzen Welt. Der LKW steht an der Grenze, Mitarbeitern bereits vor der Die Frage, warum er sich auf bis ein gültiges Zertifikat vorliegt. Wende 1989 begonnen. „Schuld die Märkte im Osten und Russ- Das kann dann wieder Verzö- war der damalige Bundeskanz- lands gewagt hat, beantwortet gerungen in der Fertigstellung ler Kreisky“, meint er augen- Bamberger einerseits mit Neu- 26 CONNEX 178 | September–Oktober 2011
  • & Newsgierde und ein wenig Abenteuer- auf diesem Gebiet verweist. stärker annähert: „Man musslust, andererseits aber damit: Denn gerade bei Handwerk und Russland weiter ‚umarmen‘, um„Wenn man als mittelständi- bei der Ausbildung von Fach- hier zu gemeinsamen Lösungensches österreichisches Unter- kräften gebe es in vielen Län- zu kommen, die weiter gehennehmen wachsen will, dann dern noch großen Nachholbe- als das bestehende Memoran-muss man seine Märkte erwei- darf, da während des dum of Understanding zwischentern. Österreich war dafür zu Kommunismus der Fokus primär CEN und GOST.“ Denn für ihnklein. Und hier haben sich die auf Industrie, aber nicht auf ist klar: „Wenn man eine globali-Länder Osteuropas und dann Handwerk gelegt worden sei. In sierte Wirtschaft will, wird esRussland einfach angeboten.“ der Tschechischen Republik und nicht anders gehen, als eine ge- in Polen habe man das schon meinsame internationale Han-Tipps aus der Praxis erkannt, dass es nicht um „An- delssprache zu finden. Das sind Neben dem guten Rat, sich lernen“, sondern um „Lernen“ nun einmal Normen.“möglichst früh mit den Stan- gehe und Handwerk als Wirt- –sterndards und notwendigen Zertifi- schaftsfaktor zu sehen sei. Ös-katen auf den künftigen Märkten terreichs Unternehmen habenvertraut zu machen, hat Opern- hier auch die große Aufgabe,liebhaber Bamberger, der selbst Know-how zu transportieren, Das GOST-Zertifikatetwas Russisch und fließend wenn man Handwerk und Der direkte Weg zum GOST-Serbokroatisch spricht und ca. Können fördern will. Dabei seien Zertifikat, das in vielen Fällenalle sechs Wochen in Moskau gerade KMUs besonders wich- für den Export von Warenist, noch einige weitere Tipps für tig. nach Russland verpflichtendUnternehmer bereit, wenn sie im vorgeschrieben ist, führt überOsten und in Russland reüssie- CEN-Mitglied Russland? Austrian Standards plusren wollen: „Man muss sich ein- Was Bamberger bedauert, ist, Certification (AS+C).leben, Mentalitäten und Gepflo- dass Europäische Normen in Mehr dazu untergenheiten kennenlernen, wozu Russland heute noch keine wirk- www.as-plus.at/certification/das Klischee des Wodka-Trin- liche Rolle spielen. Das werde produktzertifizierung/gost-kens heute nicht mehr gehört. wohl erst dann der Fall sein, zertifikat/Dann wird man auch viele Par- wenn Russland – so seinallelen entdecken.“ Gefragt sei Wunsch – Mitglied im Europäi-jedenfalls solide Handwerksar- schen Komitee für Normungbeit, ergänzt Bamberger, der auf CEN ist, oder sich zumindestdas hohe Ansehen Österreichs der Europäischen Normung CONNEX 178 | September–Oktober 2011 27
  • News& ISO: »Beachtliches Potenzial« ISO-Vollversammlung 2011 in New Delhi Die österreichische Delegation Die wachsende Bedeutung internationale Normungssystem „beachtliche Potential des Inter- Internationaler Normen für eine auszeichnet, ist die Tatsache, nationalen Normungssystems“, nachhaltige und ökologische dass hier Wirtschaft, Verwaltung um in Zukunft die Bedürfnisse Entwicklung unterstrich ISO- und Zivilgesellschaft in einem und Erwartungen von Wirtschaft Präsident Dr. Boris Aleshin in gemeinsamen Team an prak- und Gesellschaft durch die Be- seiner Rede bei der diesjährigen tischen globalen Lösungen für reitstellung international aner- ISO-Vollversammlung Ende weltweite Herausforderungen kannter und akzeptierter Stan- September in New Delhi, an der kämpfen“, so Aleshin. dards zu erfüllen. Steele: „Das 340 Delegierte aus 112 der ins- ISO-Generalsekretär Rob wollen wir in Zukunft noch gesamt 163 ISO-Mitgliedsländer Steele verwies in seinem Bericht besser, schneller und einfacher teilnahmen. „ISO ist bei weitem an die Vollversammlung auf das machen.“ nicht die einzige Organisation, die zu einer nachhaltigen Ent- Links: www.iso.org/iso/pressrelease?refid=Ref1466 wicklung beiträgt. Aber was das http://isoindia2011.in/ AS+T: Aktuelle Weiterbildungsangebote • Ausbildung zum zertifizierten Lichttech- • Lufthygieneschulung – Ausbildungslehr- niker – Innenbeleuchtung (AS+T & LTG) gang nach ÖNORM H 6021 und VDI 6022 Modul 1: 7. – 9. November 2011 (Kategorie A) Modul 2: 28. – 30. November 2011 15. und 16. November 2011 • Örtliche Bauaufsicht (AS+T & Linde) • NEU! Lehrgang Immobilienprojektentwick- Modul 1: 9. – 11. November 2011 lung – Von der Standortanalyse bis zur Bau- Modul 2: 18. – 19. Jänner 2012 entscheidung (AS+T & Linde) Modul 1: 22. – 24. November 2011 Modul 2: 16. – 17. Jänner 2012 Alle Seminare & Lehrgänge | Info & Anmeldung: www.as-plus.at/trainings 28 CONNEX 178 | September–Oktober 2011
  • Personalia Erstmals Österreicherin Vizepräsidentin der ISO Internationale Normungsorganisation ISO wählt DDr. Elisabeth Stampfl-Blaha ins Präsidium. Univ.Prof. DDr. Walter Barfuß: „Große Anerkennung der Leistungen von Austrian Standards.“ D ie Internationale Frau, die seit der Gründung der Austrian Standards als Vor- Organisation für ISO im Jahr 1946 in eine solche zeigemodell Normung ISO hat Funktion gewählt wurde. Präsi- Für österreichische Unterneh- bei ihrer jüngsten dent ist der Russe Dr. Boris Ale- men und das weltweite Prestige Vollversammlung am 23. Sep- shin, zweiter Vizepräsident der Österreichs ist die Wahl von tember 2011 in New Delhi, Japaner Sadao Takeda. DDr. Elisabeth Stampfl-Blaha Indien, die Vizedirektorin von Stampfl-Blaha zu ihrer Wahl: ein weiteres Zeichen dafür, dass Austrian Standards Institute, „Ich freue mich über das mir es in Österreich Wirtschaftskom- DDr. Elisabeth Stampfl-Blaha, entgegengebrachte Vertrauen petenz gibt, mit der man global zur Vizepräsidentin gewählt. und die Zusammenarbeit mit Erfolg haben kann. Univ.Prof. Stampfl-Blaha wurde von den kompetenten Persönlichkeiten. DDr. Walter Barfuß, Präsident ISO-Mitgliedern für die Funkti- Die größte Herausforderung von Austrian Standards Institute, onsperiode 2012–2013 gewählt sehe ich in der Diversität dieser dazu: „Die Leistungen, die Aust- und ist Nachfolgerin von Jacob globalen Organisation: Indust- rian Standards erbringt, finden Holmblad, 1991–2009 CEO von rie-, Schwellen- und Entwick- mit der Wahl Stampfl-Blahas Danish Standards. Als „Vice lungsländer arbeiten hier Seite ausdrücklich Anerkennung. Na- President Technical“ ist sie Vor- an Seite, und je nach Land sind türlich wird Austrian Standards, sitzende des Technical Manage- die Mitglieder private, semi-pri- und damit Österreich und seine ment Board der ISO, das sich vate oder staatliche Organisatio- Wirtschaft, dadurch mehr wahr- mit strategischen Normungs- nen mit sehr unterschiedlichen genommen – sicherlich auch als fragen, dem Management des Kulturen und Finanzierungsmo- interessanter Kooperationspart- Normungsprogramms und auch dellen. Mein Ziel ist es, zu einer ner.“ mit Konfliktlösungen befasst. weiteren Dynamisierung des ISO-Systems und zu einer sorg- –red Die promovierte Juristin und fältigen Bewältigung des not- Wirtschaftswissenschaftlerin wendigen künftigen Wandels Stampfl-Blaha ist die zweite beizutragen.“ CONNEX 178 | September–Oktober 2011 29
  • Kooperationen / Begegnungen Nachbarschaftsbesuch« in Sachen Standards B ratislava und Wien sind die einander am nächsten gelegenen europäischen Haupt- städte. Was liegt daher näher als ein Nachbarschaftsbesuch des Slowakischen Nor- mungsinstituts SUTN bei Austrian Standards. Im August war eine Delegation unter Leitung von CEO Dan Sládek (im Bild links) zu Arbeitsgesprä- chen in Wien. SUTN unterzieht sich derzeit einer Neustrukturierung, die Gäste aus Bratislava infor- mierten sich daher u. a. über die Publishing-Akti- vitäten und die Organisation der Normungsarbeit in Österreich. Smart Grids: Transatlantische Kooperation D as amerikanische Nati- leistet sind. Die alten Netze Vorteile der Smart Grids sind onal Institute of Stan- sind nur wenig automatisiert enorm. Sie können aber nur dards and Technology und kaum flexibel steuerbar, die dann in vollem Umfang erreicht NIST und die Europäischen bisherige Infrastruktur ist künf- werden, wenn wir uns auf globa- Normungsorganisationen CEN tigen Herausforderungen nicht le Lösungen einigen“, meint und CENELEC wollen künftig gewachsen. Neben Stromnetzen dazu Ralph Sporer, Vorsitzender gemeinsam an der Entwick- sollen auch andere Energie- der Smart Grid Coordination lung von Smart Grids arbeiten. träger, wie Gas und Fernwärme, Group SG-CG. Dies teilten CEN und CENELEC über Smart Grids vernetzt –sz Anfang September in Brüssel werden. mit. Bei intelligenten Energie- Sowohl NIST als auch CEN Details zur Kooperation und netzen, sogenannten Smart und CENELEC haben den Auf- zu den Normungsaktivitäten Grids geht es darum, Stromer- trag, ein Rahmenwerk von Stan- rund um Smart Grids: zeuger, Speicher, Verteiler und dards zu Smart Grids zu entwi- www.as-institute.at/themencenter/ Verbraucher so miteinander zu ckeln. Darin sollen bereits themen-a-bis-z/smart-grids/ verbinden, dass höchste Effi- bestehende Konzepte harmoni- www.scoop.it/t/smart-grid- zienz und Sicherheit gewähr- siert werden. „Die potenziellen standards 30 CONNEX 178 | September–Oktober 2011