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Stadtarchiv speyer@web 2.0. aus der social media praxis eines kommunalarchivs, elisabeth steiger (stadtarchiv speyer)
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Stadtarchiv speyer@web 2.0. aus der social media praxis eines kommunalarchivs, elisabeth steiger (stadtarchiv speyer) Stadtarchiv speyer@web 2.0. aus der social media praxis eines kommunalarchivs, elisabeth steiger (stadtarchiv speyer) Document Transcript

  • Stadtarchiv Speyer@web.2.0. Aus der social-media-Praxis einesKommunalarchivsDie sozialen Medien sind, wenn man so will, der aktuelle Stand des Internetsund schon allein aufgrund ihrer Größe kaum noch zu ignorieren. Auch Kulturgutverwahrende Einrichtungen wie Archive können sich dem mittlerweile nichtmehr entziehen.Zahlreiche kleine und große Bibliotheken, auch viele Museen usw. machen unsmittlerweile vor, wie ein Einsatz der sozialen Medien auch im Archivwesenaussehen könnte. Wie wir in den letzten Beiträgen gehört haben, sind gar nichtso wenige ausländische Archive und Archivverwaltungen im Web 2.0unterwegs. Bei vielen Einrichtungen steht zunächst die Funktion als Mittel derÖffentlichkeitsarbeit, aber auch das „offene, transparentere“ Archiv imVordergrund.Dazu gehört die direkte Kommunikation z.B. über Facebook oder Twitter, dazukönnte aber auch die „Kollaboration“ bei der Erschließung, Verschlagwortungoder Transkription ausgewählter Bestände und Archivalien zählen – eine ganzeReihe zumeist nichtdeutscher Archive (von den US-National archivesangefangen und bis hin zu kleinen Einrichtungen und Projekten) macht uns vor,was in Sachen nutzergenerierter Erschließung möglich ist.Die Zahl der Beitragsaufrufe, gemessen bei Facebook, ist für ein kleineresArchiv wie bei uns in Speyer immens und überstieg in knapp 12 Monaten dieMillionengrenze. Wir liegen bei aktuell 719 Fans aus über 20 Staaten. Wir sinddamit mit dem Stadtarchiv Amberg und dem Österreichischen Staatsarchiv nachZahlen „führend“, was sich natürlich angesichts der immer noch kleinen Zahldeutschsprachiger Web 2.0-Archive wieder relativiert.Wir holen das Netzpublikum dort ab, wo es mittels einer einfachen Internetseitenur noch teilweise abgeholt werden will. Bei Twitter haben wir mittlerweile
  • mehrere Accounts. Der des Stadtarchivs beispielsweise steht derzeit bei ca.6.800Tweets und hat 465 Follower, die diese Nachrichten lesen und manchmal auchweiterverteilen.Die als Powerpoint Präsentation im Netz stehenden Vorträge aus der Arbeit desArchivs werden in der Regel mehrere hundert Mal angesehen, was einedeutliche Steigerung zum rein analogen Publikum ausmacht; in Einzelfällenkommen wir sogar auf mehrere Tausend Zugriffe. Ähnliches gilt für unserederzeit knapp 20 Alben mit Fotosammlungen und kleinen virtuellenPräsentationen auf Flickr.Dies hat allerdings nicht dazu geführt, dass sich die Nutzerzahl im Lesesaalgeradezu verdoppelt hätte. Die Zahl unserer Online-Kunden, Freunde undFollower hat sich aber vervielfacht, wenn man auf die bis Anfang 2011bestehende eher kümmerliche Homepage zurückblickt. Wir sind gut vernetztund werden wahrgenommen, zum einen in der Region, zum anderen in derweiteren „Archivwelt“. Doch wir haben nicht nur jüngeres Publikum: AuchPersonen, von denen man das gar nicht erwarten würden, rezipieren unsereNachrichten und Informationen, Stichwort „silver surfer“.Gleichzeitig ist der Arbeitsaufwand – und diese Frage wird oft gestellt - relativgering. Web 2.0 heißt bei uns: Ein halbes Dutzend Anwendungen werden von 2-3 Mitarbeitern in der Regel ca. 2-3h pro Woche „bedient“.Wir beschränken uns nicht nur auf Facebook, denn Facebook ist nicht optimalund stellt seine Nutzer aufgrund von Änderungen immer wieder vor neueProbleme und Fragen - technisch und auch rechtlich.Andererseits: Es bietet ziemlich gute Optionen für die Online-Präsentation vonKultureinrichtungen. Ein Teil unseres „klassischen“ und ein erheblicher Teil desmöglichen erweiterten Zielpublikums bewegt sich in Facebook.Neben dem sozialen Netzwerk betreiben für das Stadtarchiv wie gesagt einenTwitter-Account, außerdem Auftritte bei Flickr und Slideshare; ebenso sind wirbei der Wikipedia. Dazu kommt ein kleines regionalgeschichtliches Blog, das
  • über mehrere Monate befüllt wurde – es ging um das Bloggen eines Hausbuchsder Zeit um 1800. Nicht zuletzt für diese Tagung nutzen wir ein Weblog:Archive 2.0 läuft als Blog unter dem Dach des deutschsprachigengeisteswissenschaftlichen Blogportals „hypotheses“. Eine Fortsetzung über dieTagung hinaus ist natürlich beabsichtigt. Ebenfalls auf diesem Portal läuft seitkurzem auch ein Blog zum Interreg-Projekt des Stadtarchivs.Wir nutzen derzeit aber noch kein institutionelles Blog für das Archiv. EinGrund dafür ist, dass wir uns nach der Web 2.0-Strategie der Stadt Speyerrichten müssen, die eine Fokussierung auf die gängigen Anwendungen vorsieht.Ein Blog im „Hintergrund“, hinter Facebook & Co. ist allerdings durchausüberlegenswert und gerade Archive 2.0 zeigt, dass hier Potential vorhanden ist.Daneben nutzen wir eine ganze Reihe weiterer Anwendungen und kleinerProgramme, die man dem weiten Web 2.0-Kosmos zuordnen könnte. Vomkollaborativen Arbeiten a lá Dropbox, über Terminfindungen via Doodle bis hinzu Hilfsmitteln wie Tinyurl, Twitpic und Tweetdeck als „Dashboard“. Zu denHilfsmitteln im weiteren Sinn zählt natürlich auch eine regelmäßige Nutzungvon Digitalkamera und Smartphone – das Posten von Bildern peppt Nachrichtenungemein auf, das mobile Posten ist, wie man an unserer Twitterwall sieht,ebenfalls wichtig. Doch auch andere Plattformen werden bedient: Gerade vorwenigen Wochen wurde auf dem Radiosender SWR 4 ein Beitrag veröffentlicht,in dem der Archivleiter in einem Interview mit dem Sender über dieFotosammlung Rede und Antwort stand. ;-)Wir sind als Teilprojekt eines Anfang 2011 gestarteten Web 2.0-Pilotprojektsder Stadtverwaltung Speyer online gegangen. Das Projekt ist nach einem gutenJahr abgeschlossen und als erfolgreich gewertet worden.Das Profil der Stadt soll mit einer komplett neuen Gesamthomepage geschärftwerden, d.h. es wird jetzt auch Sharing-Funktionen geben zum Verbreiten vonNeuigkeiten; es wird auch explizite Hinweise geben zu den Auftritten der Stadt
  • im Web 2.0, dann z.B. auch mit Videokanal. Verwendet wird dabei eine Zwei-Klick-Lösung, auf die direkte Einbindung von sozialen Plugins wird verzichtet.Auch der Impressumpflicht ist Genüge getan: Eine Dienstanweisung regelt seiteiniger Zeit den Umgang der involvierten Mitarbeiter mit den sozialenNetzwerken.Sicher wird sich die Web 2.0-Arbeitsgruppe in Zukunft noch öfter treffen, nichtzuletzt wegen der datenschutzrechtlichen Debatte – die Kluft zwischenkommunalen Öffentlichkeitsarbeiten, bzw. Kultureinrichtungen und denDatenschutzbeauftragten der Länder ist tief und schwer zu überbrücken.Jetzt noch ein Wort zu Facebook und Twitter:Natürlich stellen wir nicht alles ins Netz, wie manche vermuten. Facebookbestücken wir täglich 2 - 3 mal mit Nachrichten aus einer Mischung aus • Fotos und Berichten über das, was gerade im Archiv passiert, z.B. wenn Arbeiten beendet wurden, Bestände neu verzeichnet wurden oder Vortragsabends stattfinden • Beiträgen zum Jüdischen Museum sowie zu den verschiedenen Gedenkstätten, da das Archiv hier eine koordinierende Funktion hat • Hinweisen auf Veranstaltungen, die wir ergänzend auch auf Facebook verbreiten • Archivfachlichen Informationen • Interaktionen mit anderen Archiven • Historischen Fotos mit kurzen Erläuterungen, die beim regionalen Publikum sehr gut ankommen.Bei der Verwendung von Fotos sollte man kreativ sein und nicht nur saubereArchivkartons und schön beleuchtete Magazine, sondern auch die „wahre Welt“darstellen: Ein Foto mit einer blubbernden Kaffeemaschine kann sehr gut mitdem Hinweis, dass gerade eine Teambesprechung ist, verbunden werden.
  • Was bringt uns Twitter? • Präsentation der Tätigkeit und Arbeitsfelder des Archivs – also das, was gerade „eben“ im Archiv passiert • Hinweise auf Vorträge und Veranstaltungen • Herstellung von Netzwerken, in unserem Fall neben Archiven und Bibliotheken auch mit vielen Kollegen, Historikern und StudentenIch komme zum Schluss: Viele Fragen sind in Sachen Web 2.0 auch in Speyernoch nicht endgültig geklärt. Doch durch stetige Weiterentwicklung können wirdem entgegen kommen und dafür sorgen, dass Web 2.0 in den Archiven nichtnur gesellschaftsfähiger wird, sondern nicht mehr daraus wegzudenken ist.Ich habe versucht, einen kurzen Einblick in die Web 2.0-„Praxis“ desStadtarchivs zu geben. Ein digital-soziales Archiv ist jedenfalls möglich und ichbin gespannt, was uns die Zukunft bringen wird. Eine komplette Ignorierung dersozialen Medien im Archivwesen und durch die Archivare zeugt jedenfalls vonRealitätsverlust. Und das wäre bedauerlich.