Globale Lieferketten in Unruhe, DVZ 2011
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Globale Lieferketten in Unruhe, DVZ 2011

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Artikel erschienen in der Sonderausgabe der DVZ vom 12.05.2011

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  • 1. SicherheitSeite 12 ■ DVZ Nr. 56 ■ transport logistic Dienstag, 10.5.2011 Globale Lieferketten in Unruhe Heißt mehr Sicherheit automatisch auch langsamere Logistikprozesse? Ein klares Ja oder Nein auf diese Frage gibt es nicht. Die Berater Stefanie Schulz (Pro) und Reinald Wolff (Kontra) haben Argumente gesammelt. Beobachtung allein reicht nicht: Sicherheit in weltweiten Lieferket- ten ist heute ein komplexes, zeitintensives Paket. Foto: Schulz/Keystone Pro: „Hausaufgaben rechtzeitig machen“ Von Stefanie Schulz Sicherlich würde die Geschwin- nicht dringenden sowie hoch- und ge- Die logistische Lieferqualität, also Augenmerk legen müssen, um wettbe- digkeit bei höheren Sicherheitsanfor- ringwertigen Gütern unterteilt, um die Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit oder werbsfähig zu bleiben. Und es wirdL ieferketten sind heute global auf- gestellt. Die Einflussfaktoren, die auf sie wirken, verändern sich kon-tinuierlich. Wenn Länder in diese Sup-ply Chains mit politischen, juristischen, derungen zunächst leiden. Denn das Einschwingen der Lieferketten und das Vertrauen in die Leistungsfähig- keit der beteiligten Partner braucht Zeit. Die Akteure werden Wege su- richtigen Lieferwege und Verkehrs- mittel auszuwählen. Die einen bleiben schnell (mit höheren Kosten), die an- deren werden umso langsamer. Das wirkt sich auf die Kosten aus, die mit Vollständigkeit von Lieferungen, wird sich kaum verändern. Nicht erst seit den Konflikten in Nordafrika oder der Katastrophe in Japan wird die Zuver- lässigkeit außereuropäischer Liefe- sich zeigen, wer seine Hausaufgaben erledigt hat und auf Ausweichlieferan- ten zurückgreifen kann, wenn es not- wendig ist. Fazit: Zunehmende Sicherheitsan-administrativen oder anderen Barrie- chen, die gesamte Prozesskette wie- höheren Sicherheitsanforderungen ranten schlechter eingeschätzt als die forderungen in globalen Lieferkettenren eingreifen, wird das Gleichgewicht der zu beschleunigen. Dabei werden steigen. Erhöhte Bestände, die Wahl deutscher oder europäischer Herstel- wirken tendenziell entschleunigend.empfindlich gestört. Die Mitspieler in besonders die Schritte identifiziert, in (alternativer) Transportmittel und die ler. Daran werden auch zusätzliche Si- Unternehmen werden schnellstmög-der Lieferkette sind jedoch darauf an- denen noch Potenziale schlummern. Anzahl der Schnittstellen sind verant- cherheitsbarrieren nur wenig ändern. lich versuchen, die eigenen Anforde-gewiesen, dass sie die Erwartung an die Um die gesamte Lieferkette auf glei- wortlich dafür. Jeder Teilnehmer in rungen an die Lieferkette hinsichtlichQualität auch künftig erfüllen. chem Niveau zu halten, werden Ein- der Lieferkette wird versuchen, seinen Qualität könnte leiden. Anders sieht Geschwindigkeit, Kosten, logistische bußen bei der Zuverlässigkeit verhan- Kostenanteil mindestens auf altem Ni- es möglicherweise mit der Produktqua- Lieferqualität, Produktqualität undVier Aspekte ausschlaggebend. Was delt. Wird jedoch an zu vielen Stellen veau zu halten. Dazu kommt, dass sich lität aus. Wird der Lieferant zu Zuge- Flexibilität wieder auf altem Niveau zucharakterisiert eine intakte Liefer- in der Kette eingegriffen oder werden durch ungleiche Machtverhältnisse ständnissen bezüglich der Prozess- erfüllen. Die Kundenanforderungen ankette? Und werden diese Eigenschaf- weitere Schnittstellen geschaffen, zusätzliche Kosten anders verteilen und Lieferzeiten gezwungen, könnte sich schnell anpassende, flexible undten von wachsenden Sicherheitsanfor- bremst das den Informations- und als in eher partnerschaftlich organi- die Qualität des Produktes leiden. komplexe Lieferstrukturen bleiben.derungen beeinflusst? Die vier Aspekte Materialfluss. sierten Ketten. Im Zweifelsfall werden Nacharbeit oder Ersatzbeschaffung Doch werden nicht alle UnternehmenGeschwindigkeit, Kosten, logistische Dadurch werden Lieferströme stär- sich die Unternehmen bemühen, diese entschleunigt die Lieferkette unge- diese Anforderungen erfüllen können,Lieferqualität und Produktqualität ker segmentiert. Lieferungen wer- neuen Kosten durch Entschleunigung wollt in Richtung des Kunden. Unter- wenn zusätzliche Sicherheitsbarrierenspielen hierbei ein bedeutende Rolle. den noch mehr nach dringenden und wett zu machen. nehmen werden darauf ein besonderes eingeführt worden sind. DVZ 10.5.2011 Kontra: „Sicherheit beschleunigt den Wandel“ Von Reinald Wolff dingungen es nicht anders zulassen. Smartphone kauft, will es sofort ha- verlässig erhalten. Piraten vor der Küste probleme, unzuverlässige Verkaufsvor- Bis aus einer Siliziumscheibe ein fer- ben. Dazwischen spielt sich das Zeit- Somalias oder andere Unwägbarkeiten hersagen, technische Probleme oderL ieferketten sind schnell oder langsam. Schnell, weil die (End)-Kunden es fordern, lang-sam, weil technologische Randbe- tiger Elektronikchip entstanden ist – bereit, ausgeliefert zu werden, verge- hen viele Wochen, größtenteils aus technischen Gründen. Wer jedoch ein management in der Lieferkette ab, und da gibt es nichts zu verschenken. Weiterhin wollen Kunden ihre Pro- dukte nicht nur schnell, sondern zu- reduzieren diese Verlässlichkeit. Das die Qualität der eigenen Prozesse. Un- ist nicht akzeptabel. Wer also weiterhin ter geostrategische Risiken fallen stark auf lange Schiffstransporte setzt, muss steigende Arbeitskosten, neue Umwelt- seine Lieferkette redun-dant auslegen. schutzanforderungen oder politische Das kostet Geld und macht eine Fer- Unsicherheiten. Katastrophenszena- nostfertigung weniger attraktiv. Zuneh- rien wie Terrorangriffe, Wirbelstürme, mende Sicherheitsanforderungen auf Erdbeben oder Flutwellen, so unwahr- See, in der Luft oder an Land wirken ge- scheinlich sie scheinbar sind, und deren nauso. Dahinter steckt ein Regelkreis: Auswirkungen auf die Bevölkerung und Längere Transporte binden mehr Liqui- die Infrastruktur zählen ebenso dazu. Je dität, machen Be- globaler die Liefer- www.kruegerconsult.de darfsprognosen un- Es entsteht ein neues ketten vernetzt sind, sicherer und bergen desto ausgeprägter Gleichgewicht in den info@kruegerconsult.de weitere Kostenrisi- sind diese Risiken. ken. Also müssen Wertschöpfungsketten Das Problem da- Alternativen her wie bei ist, dass zwar die neue Logistikkonzepte, die mit einem eigenen Produktionsstätten und die di- Mix aus langsamen (Schiff, Lkw) sowie rekten Lieferanten bekannt, aber die tat- teuren, aber schnellen Transportwegen sächlichen Wertschöpfungsprozesse, (Luftfracht) Gefährdungen der Liefer- Stichwort Teiletourismus, bei weitem Krüger Consult GmbH , Ehlbeek 13, 30938 Burgwedel, Tel. 05139/ 89 49 49 fähigkeit kompensieren. Um gleichzei- nicht so transparent sind. Entsprechend tig Kostennachteile zu vermeiden, steht kompliziert fällt die Risikoeinschätzung eine andere weltweite Arbeitsteilung im aus. Am einen Ende finden sich Risiken, Wertschöpfungsprozess zur Diskus- die beherrschbar und in ihrer Auswir- sion. Eine Lösung könnte eine soge- kung begrenzt sind. Die Ereignisse am nannte Post-Ponement-Strategie sein, anderen Ende liegen außerhalb jeder ei- bei der die variantenbildenden Produk- genen Kon-trolle und sind mit einem tionsstufen räumlich möglichst nahe zu hohen Schadenspotenzial behaftet. den Abnehmern verlagert werden. Lokale Strukturen. Fazit: Zunehmende Risiken werden bedeutender. Liefer- Sicherheitsanforderungen in Supply ketten werden letztlich nicht dadurch Chains wirken nicht entschleunigend. Im entschleunigt, dass neue Sicherheits- Gegenteil. Sie beschleunigen den Wan- anforderungen die Abwicklungspro- del in den Liefer- und Transportstruktu- zesse verlangsamen. Ganz im Gegen- ren. Es entsteht ein neues Gleichgewicht, teil. Zunehmende Schwankunen in den das Kosten, Unsicherheiten und vor al- Märkten verstärken den Trend, flexib- lem die Leistungsfähigkeit (Zeit, Verläss- ler und schneller agieren zu müssen. lichkeit, Kapazitäten) dieser Wertschöp- Dadurch bekommt der Umgang mit fungsketten in Einklang bringt. Der Risiken, die zu Lieferausfällen führen Trend geht dabei zu lokalen Strukturen können, einen viel höheren Stellen- in den großen Regionen Europa, Asien wert. Sicherheitsanforderungen sind und Amerika. Sie bieten untereinander ein Teilaspekt davon und nichts ande- vernetzt Redundanzen und damit sozu- res als eher fragwürdige Versuche, be- sagen Sicherheit durch Globalisierung. stimmte Risiken zu einzudämmen. Diese Entwicklung wird darüber hin- Lieferketten sind mit sehr vielen Ge- aus langfristig durch die zunehmenden fahren gepflastert, die geostrategischer Forderungen an Unternehmen gestützt, Sicher unterwegs oder operationaler Art sein können. Ope- ihre CO2-Bilanz (carbon footprint) zu rationale Risiken umfassen Lieferanten- reduzieren. DVZ 10.5.2011 mit Kube & Kubenz – europaweit München, 10. - 13. Mai 2011 Halle B5 - Stand 225/326 Stefanie Schulz, Reinald Wolff, Kube & Kubenz Internationale Speditions- und Logistikgesellschaft mbH & Co. KG Geschäftsführerin Geschäftsführer Foto: privat Foto privat Nagelsweg 39, D-20097 Hamburg, Phone: +49 (0)40/23 72 07–0, Fax: +49 (0)40/23 34 30, E-Mail: info.de@kubekubenz.com, www.kubekubenz.com Anxo Management Schmid & Wolff Management Consulting GmbH, Düsseldorf. Consultants, Herrenberg.