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EU-Gelder für KMU
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EU-Gelder für KMU

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Wie jedes Jahr, erscheint auch 2012 das Jahrbuch des Wirtschaftsmagazins. Zum Thema „Innovation und Kreativität prägen erfolgreiche Unternehmer“ informiert der Sonderband über verschiedene Aspekte …

Wie jedes Jahr, erscheint auch 2012 das Jahrbuch des Wirtschaftsmagazins. Zum Thema „Innovation und Kreativität prägen erfolgreiche Unternehmer“ informiert der Sonderband über verschiedene Aspekte rund um die Triebkraft der Wirtschaft.
Bundesrat Johann Schneider-Ammann spricht über die Bedeutung von Innovation für den Wirtschaftsstandort Schweiz, Empa Direktor Prof. Dr. Gian-Luca Bona zeigt die verschiedenen Etappen eines Produktes auf und Anton Lauber, Direktor des Technoparks Aarau, denkt über die Neugier nach. Und auch EUrelations AG hat erneut zum Lesespass beigetragen. Mit dem Artikel „Europäischer Hürdenlauf um Forschungs- und Entwicklungsgelder“ informiert Dr. Andrea Degen über die Dos und Don’ts im Kampf um Fördergelder.
Lust auf ein Appetithäppchen? Hier geht’s zur Leseprobe.
Oder bestellen Sie Ihr Exemplar noch heute unter http://www.wirtschaftsmagazin.ch

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  • 1. F Ü R M E N S C H E N D I E E T WA S U N T E R N E H M E N N˚ 21 w w w. w i r t s c h a f t s m a g a z i n . c h Jahrbuch 2012 innovation und kreativität Prägen erfolgreiche UnternehmenHerausgeber Manuela Stier | Prof. Dr. Oliver Gassmann | Prof. Dr. Jacqueline Otten | Dr. Andrea Degen Gastautoren Stefan ArquintMarkus Assfalg | Claudio Becker | Dr. Jost Bernasch | Esther-Mirjam de Boer | Prof. Dr. Gian-Luca Bona | Regula Curti | Jürg Eggenberger | ThomasGampe | Bruno Geiger | Ton Goedmakers | Sandrine Gostanian-Nadler | Ernesto Graf | Rainer Grau | Sabine Grebien | Dr. Frank GrossmannFranz Grüter | Ida Gut | Petra Jenner | Peter Kuratli | Anton Lauber | Pascale Lehmann | Christiane Leister | Samy Liechti | Simone Lüdi-KöhliErnst Lutz | Peter Malama | Oliver Meyer | Thomas D. Meyer | Nicolas Noth | Prof. Dr. Guido Quelle | Dieter Reichert | Robert RekecePatrick Richter | Peter Schildknecht | Walter Schmid | Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann | Dr. Martin Stark | Dr. Peter Stössel | Sybille WildPeter Wissmann | Dr. Hans-Dieter Zimmermann
  • 2. WELTNEUHEIT: « So unsichtbar war gutes Hören noch nie!»Testen Sie die Hörgeräte-Sensation!Lyric, das erste komplett unsichtbare Hörgerätder Welt – Tag und Nachtsowie bei allen Alltagsaktivitäten tragbar.Mehr Information sowie unverbindliche Beratungstermineunter 058 928 99 22* oder auf www.phonak-lyric.ch*zum Festnetztarif, Mo.-Do. 8.00-17:30, Fr. 8.00-17:00
  • 3. verlegerin manue l a stier 3editorial Kreativität und Innovation – Musenkuss oder harte Arbeit? Das Wort «Kreativität» hat etwas Freies, Wildes an sich, denn Kreativität und Innovation entstehen oft zufällig, aus Gedankenspielen heraus. Unter der Dusche, im Auto vor dem Rotlicht, beim Abendessen mit Freunden oder beim Training auf dem Laufband nehmen wir uns Zeit, haben Abstand vom operativen Geschäft. Die zwei besten Voraussetzungen, um zu abstrahieren und Ideen zu ent- wickeln. Im Idealfall sind die Mitarbeitenden von unserer Idee begeistert, und unsere Kunden sind bereit, den Schritt zu etwas Neuem zu wagen. Was aber, wenn die Ideen nicht von selbst sprudeln? Wenn die Mitarbeitenden die Gedan- kengänge nicht nachvollziehen können oder wollen? Wenn der Kunde nicht mitmacht? Mit unserem Sonderband «Innovation und Kreativität prägen erfolgreiche Unternehmen» gehen wir auf die Mög- lichkeit der spontanen Ideenfindung ein, aber auch auf Manuela Stier Situationen, bei denen wir auf Kreativitätstools zurück- Verlegerin Wirtschaftsmagazin greifen müssen, weil uns die Muse heute vielleicht gerade www.wirtschaftsmagazin.ch mal nicht küssen mag. Wir setzen uns damit auseinander, Inhaberin Stier Communications AG, dass das «leichte» Spiel mit den Gedanken viele Ideen Corporate-Identity-Agentur hervorbringt, wie die Welt verändert werden kann. Die www.stier.ch Umsetzung in gangbare Lösungen aber noch ein wenig Arbeit erfordert. Wie wir unsere Mitarbeitenden motivie- ren, nicht nur unseren Gedanken zu folgen, sondern auch eigene Ideen zu entwickeln, die wir unbedingt weiterver- folgen möchten/müssen. Und schliesslich, wie wir unsere Geschäftspartner in einen Entwicklungsprozess einbin- den können, von dem beide Seiten profitieren. Lassen Sie sich vom Innovationsgeist unserer Gastautorin- nen und Gastautoren anstecken! Herzlichst Ihre Manuela Stier manuela.stier@stier.chVerlegerin/ Co-herausgeber Konzeption/Gestaltung/ Druck PreisHerausgeberin Dr. Andrea Degen Produktionsleitung und Effingerhof AG CHF 49.– plus MwStManuela Stier EUrelations AG Medienplanung www.effingerhof.ch und VersandkostenWirtschaftsmagazin www.eurelations.com www.stier.chStier Communications AG Auflage BestellungGrossächerstrasse 25 Prof. Dr. Oliver Gassmann Foto/Titelseite 10 000 Exemplare www.wirtschaftsmagazin.chCH-8104 Weiningen Universität St. Gallen www.deviantart.comT +41 44 752 52 50 www.unisg.ch dignitarium Erscheinungsdatum CopyrightF +41 44 750 42 28 30. August 2012 Weiterverwendung desmanuela.stier@stier.ch Prof. Dr. Jacqueline Otten Korrektorat Inhalts nur mit Genehmigung Zürcher Hochschule der Künste Syntax Übersetzungen AG ISBN der Redaktion gestattet.www.wirtschaftsmagazin.ch www.zhdk.ch www.syntax.ch 978-3-9523886-0-0
  • 4. 4 Herzlichen dank H erausgeberin Wi rtschaftsförd e r u n g e n STANDORTFÖRDERUNG Ve rbandspa rtner Go ld-Spo nsoren sach- Spo nsoren M e dienpartner netzwerkpartner Junior Chamber International Switzerland TM Worldwide Federation of Young Leaders and Entrepreneurs ® PCU THE ENTREPRENEUR CLUB Junior Chamber International Switzerland Worldwide Federation of Young Leaders and Entrepreneurs soziales Engagem e n t Junior Chamber International Switzerland des Wi rtschaftsm a g a z i n s Worldwide Federation of Young Leaders and Entrepreneurs Stiftung für Menschen mit seltenen Krankheiten Foundation for people with rare diseases Forschungsstiftung Stiftung für Menschen Wissenschaft und Spiel für Orphanbiotec mit seltenen Krankheiten Kinder von 3 bis 12 Jahren www.orphanbiotec-foundation.com www.stiftung-seltene-krankheiten.ch www.kindercity.ch
  • 5. www.wirtschaftsmagazin.ch 5inhalt Kreativität und Innovation – Musenkuss oder harte Arbeit? 03 Manuela Stier, Verlegerin Wirtschaftsmagazin, Inhaberin Stier Communications AG 04 Partner 05 Inhalt Vorwort Innovation ist der Schlüsselfaktor zum 10 wirtschaftlichen Erfolg Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann Vordenker – Zukunft Prägen Innovationsgeist – der grosse wurf entsteht heute im team 12 Manuela Stier, Verlegerin Wirtschaftsmagazin, Inhaberin Stier Communications AG Das Beatles-prinzip – denn die konkurrenz schl äft nicht 14 Prof. Dr. Oliver Gassmann (Co-Herausgeber), Professor für Innovations- management, Universität St. Gallen Kreative Menschen – innovative Prozesse Prof. Dr. Jacqueline Otten, 17 (Co-Herausgeberin), Direktorin Zürcher Hochschule der Künste Europäischer hürdenl auf um forschungs- & 20 ent wicklungsgelder Dr. Andrea Degen (Co-Herausgeberin), Inhaberin EUrelations AG Innovationspolitik – Der l ange weg zum ziel Dr. Peter Stössel, 23 Mitglied der Geschäftsleitung, Bildung und Innovation, Swissmem (bis März 2012) Vom Mut, Neues zu wagen Claudio Becker, Design Manager 26 Stier Communications AG Auf den Schweizer Dächern wächst die Zukunft 29 Stefan Arquint, Geschäftsleiter Swiss Engineering STV, & Roman Gaus, Geschäftsleiter UrbanFarmers AG
  • 6. 6 Inhalt J ahr b uch 2 0 1 2 Wissenschaft – Grundlagen Schaffen Von der Vision zur Realität, von der Entdeckung 32 zum innovativen Produkt Prof. Dr. Gian-Luca Bona, Direktor Empa Die Fahr zeugent wicklung von Morgen 36 Dr. rer. nat. Jost Bernasch, Geschäftsführer Virtual Vehicle UNTERNEHMER – Neue Wege Suchen Inspir ation für kreativität: wo und warum 40 genialität entstehen k ann Sandrine Gostanian-Nadler, Gründerin und CEO Kindercity Volketswil Wellen schl agen, Silos anzünden und in der 44 Schokol ade baden Ernesto Graf, Geschäftsführer freie Theatertruppe Karl’s kühne Gassenschau Immer eine Sockenl änge vor aus 48 Samy Liechti, CEO Blacksocks AG Anders denken, anders handeln – für 200 000 frische Starts 50 pro Tag Ton Goedmakers, CEO Vebego Services AG Regionsfokussierter Beitr ag zu Innovation – 52 Kreativität und Wissenstr ansfer Markus Assfalg, Leiter Standortmanagement Volkswirtschaftsdirektion Kanton Zürich Cloud-Computing ist kein Wolkenschloss 54 Franz Grüter, CEO Green.ch AG Innovation als Kernkompetenz – Ein Prozess, der alle 58 Mitarbeitenden einbindet Ernst Lutz, CTO Sulzer Ursprung aller Vision ist die Kreativität 62 Regula Curti, Inhaberin SEESCHAU Blue Sky meets Mother Earth 65 Rainer Grau, Director und Partner Zühlke Engineering AG Ob Marke oder Unternehmen: Wachstum kommt von innen 68 Prof. Dr. Guido Quelle, Unternehmer, Berater, Autor und Redner Kreativität, das wichtigste K apital des Unternehmens? 70 Thomas D. Meyer, Country Managing Director Schweiz Accenture
  • 7. www.wirtschaftsmagazin.ch 7 DIE KRANKHEIT HAT ALLES VERÄNDERT Peter Malama, 72 Direktor des Gewerbeverbands Basel-Stadt Innovation als Teil des Daily Business und Basis des 74 zukünftigen Erfolgs Oliver Meyer, CEO RUAG Services Innovationskr aft und Technologie – Treiber für nachhaltiges 78 Wachstum Christiane Leister, CEO Leister Holding Und es gibt sie doch! Kleider – hergestellt in der Schweiz 81 Simone Lüdi-Köhli, Inhaberin dablooze sag, & Ida Gut, Inhaberin Ida Gut Mit gelebter Vielfalt zu mehr Innovation Petra Jenner, 84 Country Manager Microsoft Schweiz L angfristige Bindung – Beziehungsmanagement in China 86 Peter Schildknecht, CEO Schildknecht Agro-Trade AG Innovationsmanagement in einem diversifizierten und 90 dezentr al organisierten Unternehmen Dr. Martin Stark, Mitglied der Unternehmensleitung Freudenberg Gruppe Wie Innovationen unser Leben ver ändern 93 Dieter Reichert, CCO censhare AG Ideen, die k aum die Welt ver ändern, aber desgleichen 96 wert voll sind Peter Kuratli, CEO Syntax Übersetzungen AG Kreativ und innovativ in die Zukunft Peter Wissmann, 98 Verwaltungsratspräsident Effingerhof AG Jungunternehmer – kreative querdenker NeugieR: die Kr aft, Neues zu entdecken100 Anton Lauber, Direktor TECHNOPARK® Aargau Social TV made in Switzerl and – Der Jugendsender joiz macht104 Fernsehen zum crossmedialen Erlebnis Nicolas Noth, GL joiz AG Technologiesprung dank Windkr aftInnovation Patrick Richter,106 CEO AGILE WIND POWER AG, Gewinner Jungunternehmer-Award 2011 Warum Sozialunternehmen ger ade jetzt eine Zukunft110 haben Dr. Frank Grossmann, Geschäftsleiter Orphanbiotec Foundation
  • 8. Wir informieren,begleiten,beschleunigenund vernetzen:Standortförderung.Kanton ZürichVolkswirtschaftsdirektionAmt für Wirtschaft und Arbeitwww.standort.zh.ch
  • 9. www.wirtschaftsmagazin.ch 9 Ausbildung – potenziale erkennen und nutzen Innovation ist kein Fallobst – eher ein management der112 Chancen Sabine Grebien, Inhaberin grebien.performance+, & Bruno Geiger, Inhaber GEIGER EVOLUTION Was Str ategie und Führung mit Innovation zu tun haben116 Esther-Mirjam de Boer, Inhaberin UR Management GmbH, & Thomas Gampe, Inhaber ThomasGampe Leadership Consultants Wirtschaft und Natur im Einkl ang118 Sybille Wild, Mitglied der Geschäftsleitung Robert Wild AG Betriebswirtschaftliche WeiterbildunG – Motor für120 Innovation und Unternehmertum lic. oec. Jürg Eggenberger, Rektor Kalaidos Fachhochschule Wirtschaft Wissen Modern bewusst leben – die Umwelt Arena Spreitenbach 22 1 Walter Schmid, Gründer Umwelt Arena, Mitinhaber W. Schmid AG Studie Open-Innovation-Monitor 2012 Dr. Hans-Dieter Zimmermann, 25 1 FHS St. Gallen, Hochschule für Angewandte Wissenschaften, & Robert Rekece, Leiter Kompetenzzentrum Innovations- und Stakeholdermanagement, Die Innovationsgesellschaft mbH www.wirtschaftsmagazin.ch Von der Nullnummer zum crossmedialen Konzept129 Pascale Lehmann, Stv. Chefredaktorin Wirtschaftsmagazin, Inhaberin Lehmann Horat Partners Zürich
  • 10. 20 Vordenker D r . A ndrea D egen Europäischer Hürdenlauf um F orschungs - & E ntwick l ungsge l der Das EU-Rahmenprogramm Seit dem Inkrafttreten des Forschungsabkommens mit der EU (Bilaterale I) (EU-RP) ist das wichtigste För- 2004 wurde die Schweiz mit 3,2 % des BIP zur Nettozahlerin an die EU. Im derinstrument der Europäischen Gegenzug können die Schweizer zu den gleichen Bedingungen wie die EU- Union für Forschung & Entwick- Mitgliedstaaten am EU-RP teilnehmen. Die Zwischenbilanz von 2009 zeigt ein- lung (F&E). Es existiert seit deutig: Die Schweiz profitiert weit mehr von den EU-RP, als dass sie investiert.1 1984. Viele Schweizer Hochschu- len und Unternehmen haben schon Auch was die Innovationsleistung als solche betrifft, schneidet die Schweiz im seit Beginn des Programms an gesamteuropäischen Vergleich sehr gut ab.3 Das darf aber nicht darüber hinweg- Projekten teilgenommen und täuschen, dass es noch Verbesserungspotenzial, insbesondere bei der Einbindung auch viele europäische Fach- von Schweizer KMU in öffentlich geförderte Kooperationsprojekte gibt. Denn es gesellschaften von Anfang an sind vor allem die Spitzengruppen der Universitäten, die erfolgreich international mitgeprägt. Der Schweizer Bund kooperieren. Die international zusammengesetzte Schweizer Professorenschaft bezahlte damals die Beiträge und die Evaluatoren von F&E-Projekten werden vornehmlich von einem Viertel jeweils projektweise direkt an die staatlicher F&E-Gelder bezahlt und Schweizer Beteiligten. haben nur selten ein Sensorium für re- gionale Interessen oder wirtschaftliche genwilligen Wirtschaftsraum, der nicht Kreisläufe. Sie säen Wissen nach Gut- zum Nischenplayer verkommen will. dünken, ein Konzept gibt es nicht. Die Unter neh mer erfolg reic her K MU Schweizer Industrie derweil investiert spielen mehrheitlich nicht in Nischen. selber die restlichen drei Viertel des Sie stellen sich dem Wettbewerb und Investitionskapitals. Auch dies zuneh- erobern Märkte. Mit ihren Steuergel- mend im Ausland.4 dern nähren vorwiegend sie den Wirt- schaftsraum. Wagen wir den Versuch Das European Innovation Scoreboard und nehmen die Perspektive einiger 2009 (EIS) wirft folgende Fragen auf: echter Unternehmer ein, die hoch qua- Gibt es Hindernisse für die Teilnahme lifiziertes Wissen in Arbeitsplätze in von KMU an Projekten im Forschungs- ihren Regionen umwandeln können. verbund? Wie fördert man regionales Unternehmerdenken bis in die profes- Hier einige Beispiele von Firmen und soralen Etagen und die Evaluationsgre- ihren Kooperationsprojekten: 2 mien von F&E-Projekten? Wie erhöht man den «return on invest» der staatli- Ayanda Biosystems S. A. chen F&E-Investition? Die USA, China in Lausanne VD: Als erste Schwei- mit ihrem 15- resp. 5-Jahres-Plan5 und zer Firma nach der Vollassoziierung auch langsam die EU mit ihrer Horizon- leitete die Spin-off der ETH Lausanne 2020-Strategie 6 haben diese Fragen für 2005–2007 ein EU-Projekt. Im Projekt eu relations sich beantwortet. Eine Antwort wird wurde zusammen mit fünf Partnern R&D Management Public Funding umso wichtiger für einen kleinen, ei- ein Bio-Chip entwickelt zur rascheren
  • 11. www.wirtschaftsmagazin.ch 21 Dr. Andrea Degen arbeitet seit 1998 im Umfeld von Forschung und Entwicklung. Sie hat die Forschungsmana- gement-Agentur EUrela- tions AG seit 2005 aufge- baut. Aktuell konzentriert sie sich auf den Wissens- transfer über Drittmittel- einwerbung und Pro- jektmanagement in der Forschung im Dienste von verschiedenen Auftragge- bern in Europa und Asien. EUrelations AG mit acht Mitarbeitern im Technopark Zürich wird seit 2011 von Katrin Reschwamm geleitet. Sie war zuvor während zehn Jahren beim Fraunhofer Institut für Fabrikbe- trieb und -automatisie- rung in Magdeburg/ DE zuständig für das Management von EU- Projekten. Sie verfügt über ein ausgedehntes Kontaktnetz bis auf höchste Hierarchiestu- fen in der EU. www.eurelations.comund spezifischeren Diagnostik von infektiösen Krankheiten. usos AGMit dem damals angereicherten Wissen als Basis entwickelte in Dübendorf ZH entwickelt High-Tech-Oberflächen unddie Firma im Anschluss weitere Produkte, die vornehmlich Nano-Beschichtungen für die Uhren-, Farb-, Maschinenindus-für weitere Forschungszwecke angewendet werden. trie und die Medizin-Technologie. Durch die Teilnahme an Marie-Curie-Programmen der EU konnten neue Mitarbeiter Atheris Laboratories aus kompetenten Forschungsgruppen von der Firma angewor-in Bernex GE bietet Analytik von Peptiden und Proteinen an. ben und beschäftigt werden. Das brachte einen Wissens- undDie Firma warb 2006 ein EU-Projekt von 12 Mio. Gesamtbud- Technologievorsprung gegenüber von Mitbewerbern für dieget mit 20 Partnern aus ganz Europa und den USA ein. Der Entwicklung von umweltfreundlichen Lackierungen gegenCEO und Geschäftsinhaber, Dr. Reto Stöcklin, koordinierte den effektiveren Algenbesatz an Schiffen.das Projekt selber mit Hilfe von unserer Seite. Die Firma Seyonic SA-NEverfügt heute über ein reichhaltiges Portfolio an geistigem Ei- in Neuenburg produziert Sensor-kontrollierte Systeme fürgentum für zukünftige Arzneimittel und Lifestyle-Produkte, das vollautomatisierte Pipettieren für die chemische undhat weitere Firmen gegründet und ist mit grossen Kosme- pharmazeutische Industrie. Diese beschleunigen die Arbeittikfirmen in Verhandlung für die Übernahme der Produkte. der Forscher z. B. bei der Erprobung von neuen Substanzen um ein Vielfaches. Diese Plattformen müssen geprüft und Prionics AG die Software muss entwickelt und für weitere Systeme kom-in Schlieren ZH entwickelte bereits in den 90er Jahren patibel gemacht werden. Die interdisziplinäre und von dermit Hilfe von EU-Geldern und Know-how von weiteren EU unterstützte Zusammenarbeit mit ForschungsinstitutenPartnern den BSE-Test für Rindfleisch und nutzt seither lieferte der Firma das ergänzende Know-how und brachte sieimmer wieder das Forschungsrahmenprogramm der EU mit späteren Kunden zusammen.für strategische Allianzen für die Entwicklung neuerProdukte und Serviceleistungen. Die Firma ist nach wie vor Die Unternehmer geben folgende Empfehlungen für die Über-in privater Hand. windung von möglichen Hürden auf dem Weg zu öffentlich Evolva AG geförderten Innovationsprojekten ab: 2in Reinach BL, eine Holding mit Niederlassungen inDänemark, USA und Indien, ist eine der höchstdotierten Bio- Hürde Nr. 1: Förderprogramme kennen und mög-techfirmen. 2006 warb die Firma das erste EU-Projekt ein, das lichst zahlreiche Anträge synchron einreichensie auch selbst koordinierte. Das Wachstum der Firma und Sie heissen Horizon 2020, Structural Funds, COSME, CIP,die seither wiederholte Beteiligung an EU-Verbundprojekten Eurostars, EUREKA, IMS, EraNet plus, um nur einige zuund Programmen zur Ausbildung von Personal (Institut nennen. Firmen müssen erstens möglichst alle der für sieMarie-Curie, Paris) sprechen für sich. geeigneten Programme kennen und dann die Teilnahme-
  • 12. 22 Vordenker D r . A ndrea D egen bedingungen sicher prüfen. Dann gilt es, möglichst formen je nach Kultur und Präferenz des Koordinators. mehrfach und parallel bei allen Förderinstrumenten Pro- Hier ist es wichtig, wie diszipliniert der Koordinator die jekte in englischer Sprache einzureichen. Hierfür kann man Kommunikationsmittel selber nutzt. Offenheit und Mut sich z. B. einen qualifizierten Hochschulpartner zunutze gegenüber innovativer und interaktiver Organisation machen. Mehrfacheingaben sind nötig, da die Erfolgsrate von Meetings muss vorhanden sein. Dann werden aus aktuell bei vielen Programmen bei unter 20  liegt. % Forschungskooperationspartnern mit den Jahren Freunde. Und Freundschaften innerhalb und über die Landesgren- Hürde Nr. 2: Administratives Wissen zen hinaus sind überhaupt das Beste, was Unternehmer aufbauen und konstanten Ansprechpartner nutzen, um voranzukommen. Hier unterscheiden sich für EU organisieren Westeuropäer oder US-Amerikaner nicht von den Asiaten. Ja, es ist richtig, dass die Administration dieser Verbund- Die Zukunft wird erneut zeigen, wie sehr die Netzwerke projekte mehr als schwierig ist. Alleine die Finanzricht- persönlicher Beziehungen (chin. «Guanxi») von Bedeu- linien der EU-RP sind über 250 Seiten lang. Das Infor- tung sind für die Innovation. mations- und Kontaktmanagement ist beinahe endlos, Stunden für E-Mails, Telefonate oder auch Treffen mit der Weil andere Wirtschaftsräume nicht von der Überalterung EU-Kommission sind die Regel. Darauf muss eine Firma betroffen sind wie der Westen, ist es auch ratsam, die jün- vorbereitet sein. Wir selber machen diese Arbeit seit Jah- geren Generationen vorangehen zu lassen. ren, so wie die oben genannten KMU. Es ist also machbar. Unsere bisher jüngste Mitarbeiterin bei EUrelations AG, Hürde Nr. 3: Der CEO oder CTO muss die Annika Gauss, war 2009–2011 beteiligt an den Interviews Zügel straff in den Händen (be-)halten, von Biotech-Firmen in ganz Europa.2 Das Ziel der Arbeit und das Projekt selber Steuern war die Beantwortung der Frage, welche die Schlüsselfak- Je mehr eine Person mit unternehmerischer Verantwor- toren für eine erfolgreiche Kooperation von Firmen in EU- tung (z. B. CEO oder CTO) die Führung in den Projekten RP-Projekten sind. Als angehende Politologin untersucht wahrnimmt, desto grösser sind die Erfolgsaussichten auf sie jetzt in ihrer Masterarbeit mögliche Hindernisse, die messbare Resultate (Patente, Produkte und Nebenpro- der KMU-Beteiligung im Wege stehen. Sie wird dazu von dukte, neue Projekte etc.). Auch wenn die Firma nicht die Prof. Jonas Pontusson (Département de science politique Rolle des Koordinators einnimmt, sondern bloss die eines et relations internationales) an der Universität Genf ange- Forschungspartners, tritt Innovation nur zutage, wenn leitet. man sie hartnäckig selber verfolgt. Die Projektmeetings sind die Hauptdrehscheibe für den Wissenstransfer und Das Team von EUrelations erobert nebst dem Projektma- die Kommunikation des Projektstands. Es geht nicht, dass nagement von zahlreichen Firmen und Hochschulprojek- die Teilnahmen an Meetings an reine Lohnempfänger ten nun auch den asiatischen Raum. Nach einer hartnäcki- delegiert werden. Zudem muss auch vertraglich gesichert gen Bewerbungsphase seit 2008 ist ein erstes China-Projekt sein, dass Doktoranden mit ihren Professoren an den (Dragon-STARS) von der EU gutgeheissen worden. Projekttreffen erscheinen. Auch hier zeigte sich: Ein neues Projekt ist immer ein Hür- Hürde Nr. 4: Know-how-transfer und denlauf, der Lebenszeit raubt, das Doppelte an Leistung, Kommunikation im Projekt organisieren an Beharrlichkeit und an Durchsetzungskraft verlangt. In- Es gibt Moderationstechniken für die Beschleunigung und novation ist unbeliebt, weil sie sich nicht an Konventionen Vertiefung der Kommunikation. Eine Atmosphäre des ge- hält und nur sehr begrenzt steuern lässt. genseitigen Vertrauens zu schaffen und zu pflegen, ist von grösster Wichtigkeit. Der freundschaftliche Umgang muss Es sind die Unternehmer, die diese Lust an Innovations- zusätzlich zur wissenschaftlichen Aktivität organisiert leistung mitbringen. Und es ist uns immer wieder eine werden. Regelmässige Telefonkonferenzen zur Überprü- grosse Freude und ein Privileg, sie über einzelne Hürden fung und den Abgleich von Resultaten gehören zu jedem zu treiben, zu schieben oder halt dann zu tragen und ihren Projekt. Heute nutzen wir auch Social Media oder kreieren Unternehmenserfolg in einer gewissen Weise auch mitzu- Dokumentenmanagement und Kommunikationsplatt- prägen. 1 Effects of Swiss participation in EU Research Framework Programmes, 3 European Innovation Scoreboard 2009 Interim report, 2009; State Secretariat for Education and Research 4 Elisabeth Pastor Cardinet & Pierre Sollberger: Forschung und Entwicklung SER - ISSN: 1662-2634 in der schweizerischen Privatwirtschaft, 2008; BFS & economiesuisse. 2 The voice of biomedical SMEs - PERFORMANCE FACTORS IN MOVING Zürich 2010. FROM RESEARCH TO MARKET. The Kappa-Health-Survey 5 ERA Watch Country Reports 2010 (Andrea Degen et al.); www.kappa-health.org 6 Europe 2020 Flagship Initiative - Innovation Union COM(2010) 546 final
  • 13. www.oswald- antikschreinerei.chwir entwickelnstarke Marken klare strategie, modernes design und überzeugende kommunikation – die Marke muss einzigartig definiert und über alle Medien hinweg inszeniert werden. nur eine starke identität fasziniert und über- zeugt ihre kunden. wir begleiten sie auf dem weg zu ihrem neuen Unternehmensauftritt. www.stier.ch
  • 14. concept and design by www.stier.chUnternehmer teilen Ihr Wissenmit Unternehmerkollegen unddem NachwuchsSeit dem Startschuss 2006 ist es meine persönlicheZielsetzu ng, Praxiswissen von Unterneh mernanderen Unternehmern wie auch dem Nachwuchszugänglich zu machen. Spannende Beiträge aus Wis-senschaft und Praxis prägen heute das einzigartigeBild des Wirtschaftsmagazins und haben diesesseit 2006 zu einem wertvollen und nachhaltigenNachschlagewerk mit mehr als 600 Gastautorenwachsen lassen. Als crossmedialer Vorreiter stellenwir dieses Wissen auf der Unternehmer App unddem Webportal www.wirtschaftsmagazin.ch gernezur Verfügung.Unsere Devise wird auch zukünftig heissen, dieErwartungen unserer Leserschaft zu übertreffenund nachhaltig Mehrwert zu schaffen.Manuela StierVerlegerin Wirtschaftsmagazinwww.wirtschaftsmagazin.ch

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