Donnerstag, 3. März 2011                                                                                  FEUILLETON      ...
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Wiener Zeitung 3. 3. 2011

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Wiener Zeitung 3. 3. 2011

  1. 1. Donnerstag, 3. März 2011 FEUILLETON 19Hypes in der Medienwelt – von Power Point über das Web bis zu den Mobile-Apps ■ Kurz notiert„Irgendwo in der Wolke“ Leopold Museum: Umgerechnet 15 Millionen Euro hat das Wiener Leopold Museum im Vorjahr als Vergleich an die Erben von Lea Bondi-Jaray gezahlt und so dieVon Ina Weber Rückkehr des beschlagnahmten „Bildnis Wally“ von Egon Schiele■ Kommunikations- nach Österreich finanziert. Um den entsprechenden Kredit rück-experte Albert Gerlach zuzahlen, sollen Werke aus derüber soziale Kanäle Sammlung verkauft werden. Lautjenseits von Facebook. „Standard“ hat das Museum des- halb den Auktionshäusern Chris-■ Neuer „Cloud“-Award. tie’s und Sotheby’s Anfang De- zember 2010 eine Liste mit 41Wien. Social Media, Neue Medien, Blättern vorgelegt, um eine ersteSoziale Netzwerke – diese Begriffe Einschätzung zu erhalten. Vonverwendet IT-Experte Albert Ger- den Experten würden demzufolgelach nur, wenn er Vorträge darüber aber nur sieben Arbeiten als völ-hält, aber keinesfalls, um sich lig unbedenklich eingestuft, wäh-selbst zu definieren. Vielmehr sieht rend eine Mehrheit vor einer Ver-er sich als Spezialist für Online- steigerung genauerer Provenienz-Kommunikation, der von Anfang an forschung bedürfe. Im Leopoldalle Hypes in der Medienwelt mit- Museum zeigt man sich weniggemacht hat. glücklich angesichts der Meldun- Gerlach ist ein Urgestein der di- gen. „Wir sind mit den Auktions-gitalen Medienproduktion. Mit 17 häusern in Sachen FinanzierungJahren kaufte er sich seinen ersten des Wally-Vergleichs in Kontakt“,Computer. 1986 erwarb er einen so ein Sprecher.Macintosh der ersten Generationmit Neun-Zoll-Schwarz-Weiß-Bild- Popfest Wien: Nach dem großenschirm ohne Festplatte. Er gehörte Erfolg des Vorjahres ist nun auchzu jener kleinen Pioniergruppe An- das 2. Popfest Wien am Karlsplatzfang der 80er Jahre, die die Hörsäle Nicht nur Facebook, sondern 200 weitere Dienste sind im deutschsprachigen Raum relevant. Foto: fotolia finanziert und auf Schiene. Imim Wifi füllte, um Unterricht in der gestrigen Gemeinderatsausschussdigitalen Medienproduktion zu ge- sich und seine Kollegen entwickelt werken nur Facebook, Xing und deutet, dass die gespeicherten Da- für Kultur wurden 180.000 Euroben. wurde, machte Weltgeschichte. „Da- Twitter“, so der Kommunikations- ten nicht mehr auf dem Computer, an Subvention beschlossen. Mit Anfang der 90er Jahre, lange Jah- mals war es allerdings noch teuer Spezialist. „Dabei gibt es rund 200 sondern auf irgendeinem Server ir- der Wiener Städtischen Versiche-re bevor „Power Point“ zum guten und schwer, einen Zugang ins In- weitere Dienste, die im deutsch- gendwo liegen. „Irgendwo in der rung wurde zudem ein neuerTon gehörte, erstellte Gerlach Prä- ternet zu bekommen“, erzählt Ger- sprachigen Raum relevant sind.“ Wolke sozusagen“, sagt Gerlach. Partner gefunden. Die Stärkungsentationen – unter anderem für lach im Gespräch mit der „Wiener Twitter, Xing, YouTube, Slide-Share, Die Speicherkapazität ist lediglich zeitgenössischer Musik sei Ziel-die OMV. Mitte der 90er war es Zeitung“. „Wenn du da nicht dabei Flickr sind nur einige davon. „Wich- geliehen. Derzeit geht es in der vorgabe des Regierungssüberein-dann soweit: Die Web-Technologie bist, bist du in zwei Jahren weg tig ist, dass man eine Ahnung vom Branche um die Verbindung der kommens, sagte Kulturstadtratschlug ein. Was von einem Cern- vom Fenster“, war damals richtigen Kommunizieren „Social Media“ mit „Cloud“-Ser- Andreas Mailath-Pokorny. DasWissenschafter eigentlich nur für zu hören und dieser Satz hat“, sagt Gerlach. Was vices. Die Euro-Cloud-Austria hat Festival für zeitgenössische und sollte von nun an vor jedem macht für eine Privatper- heuer erstmals den Euro-Cloud- innovative Popmusik soll von 5. neuen Hype zu hören sein. son und was für ein Unter- Award für die beste Cloud-Idee aus- bis 8. Mai 2011 über die Bühne ■ Zur Person Viele Unternehmen und nehmen Sinn? Welche Ka- geschrieben. gehen. Agenturen wollten dabei näle werden am besten ge- Nach Facebook und Cloud-Com- Albert Gerlach sein, die IT-Experten waren nutzt? Facebook etwa ist puting sind nun die Mobile-Apps Yahoo: Yahoo erwägt Kreisen zu- ist Berufsgrup- gefragt. Gerlach schuf für für den Freizeitbereich op- der neue Hype. „Die App-Geschich- folge den Rückzug aus Japan. Der pensprecher IT die damalige Creditanstalt ihren timal, ein Investitionsgüterherstel- te boomt“, sagt Gerlach. Ohne sein US-Internetkonzern verhandle in der Fach- ersten Internetauftritt, brachte die ler ist dort wohl fehl am Platz. Handy, mit dem er alles macht, mit dem japanischen Telekommu- gruppe Ubit der Austria Tabak ins Internet und Eine Idee kursiert gerade in der könnte er wohl kaum mehr leben, nikations- und Investmentunter- Wirtschaftskam- schuf für Coca Cola ein Kundenbin- IT-Branche: die Idee des „Siteless- muss er zugeben. Die Zukunft liegt nehmen Softbank über einen Aus- mer Österreich, dungssystem. Web“. Die Domain des jeweiligen für den Experten in der Auflösung stieg aus dem Gemeinschaftsun- Berater von De- Der Konstantinus-Preisträger Unternehmens bleibt laut Gerlach klassischer Strukturen – man hat ternehmen Yahoo Japan, wie am parture, der För- (Berater- und IT-Preis) ist dafür be- bestehen, die Inhalte der Site liegen eben nicht mehr alles auf seinem Mittwoch aus Verhandlungskrei- deragentur für die Creative In- kannt, über die Grenzen hinaus zu aber alle woanders: die Videos auf Computer – und in der Verknüp- sen zu erfahren war. Die Gesprä- dustries der Stadt Wien, und ge- denken. Mit dem Hype „soziale YouTube, die Fotos auf Flickr, die fung der Dienste. Doch auch diese che über einen Verkauf des Ya- schäftsführender Gesellschafter Netzwerke“ ist es für Gerlach aber Dokumente auf Slide-Share. Die Blase wird platzen. Denn der App- hoo-Anteils an den Partner Soft- der Gerlach & Co OG. Foto: privat noch lange nicht getan. „Die meis- Idee basiert auf dem neuen Phäno- Hype ist noch lange nicht die End- bank befänden sich bereits in ei- ten verstehen unter sozialen Netz- men „Cloud-Computing“. Das be- station. ■ nem fortgeschrittenen Stadium. ■ 16.40 SYNCHRON – DAS FILMMAGAZIN 16.55 DIGITAL.LEBEN Es-Dur ● N. Paganini: Konzert für Violine und Orchester Nr. 3 in E-Dur ● L. Boc- ■ Gesehen 17.09 KULTURJOURNAL cherini: Symphonie in Es-Dur op. 12 Radio Österreich 1 17.30 SPIELRÄUME „Zwischen Schmutz und kultivierter Fein- geisterei: Andy Manndorff.“ Nr. 2, G 504 ● G. Rossini: Quartett Nr. 6 in F-Dur ● G. Verdi: Konzert-Fantasie über Themen aus „Rigoletto“ Verhexende Zauberei 17.55 BETRIFFT: GESCHICHTE 5.03 GUTEN MORGEN ÖSTERREICH „Perestroika und Glasnost.“ (4) F. Schubert: Ouvertüre zu „Die Zwillings- Halleluja, es gibt sie also doch. Die Antwort Nachrichten um 5, 5.30, 6.30, 9, 10, 14, 15, 19, 23, 1, 3 Uhr 18.25 JOURNAL-PANORAMA brüder“ DV 647 ● C. Stamitz: Konzert für auf alle Fragen: Sarina. Die Lösung aller Pro- „Zeitungszusteller: Ein Leben unter prekä- Cello und Orchester in A-Dur ● J. Haydn: bleme: Sarina. Umrahmt von zwei bombasti- Journale um 6, 7, 8, 12, 17, 18, 22, ren Bedingungen.“ Die sieben letzten Worte unseres Erlö- 0.00 Uhr 18.55 RELIGION AKTUELL sers am Kreuze, op. 51 Hob.III/50-56 schen Steinengeln blickt sie auf AstroTV in 19.06 DIMENSIONEN – Hob.XX/; 3. Sonata II: Grave e cantabile – die Zukunft. Bombastisch ist auch Sarina (Ist die jetzt eigentlich eine 5.03 GUTEN MORGEN ÖSTERREICH DIE WELT DER WISSENSCHAFT Heute noch wirst du mit mir im Paradies Hexe?), wenn sie zartest bekleidet mit auftoupierten Locken und Fin- 6.57 GEDANKEN FÜR DEN TAG „Musik und Gefühl.“ sein... ● A. Dvorak: Fünf Bagatellen für 7.22 KULTUR AKTUELL 19.30 STIMMEN HÖREN Harmonium, 2 Violinen und Cello op. 47; gernägeln, so lang wie Tigerkrallen, Fragen der Anrufer beantwortet. 7.35 GUTEN MORGEN ÖSTERREICH Aus britischen Archiven. A. Sullivan: Bagatelle op. 47 Nr. 1; Bagatelle op. 47 Der Schriftzug „Ihre wichtigste Frage an Sarina“ spannt sich auf 7.52 LEPORELLO Ivanhoe ● V. Wallace: Lurline ● G. Verdi: Nr. 2 ● R. Schumann: Warum? – Nr. 3 8.15 PASTICCIO Otello ● W. A. Mozart: Idomeneo ● V. Bel- aus „Acht Fantasiestücke“ für Klavier dem Bildschirm von der Zehe des einen Engels zum Kleiderzipfel 8.55 VOM LEBEN DER NATUR lini: I Puritani ● B. Britten: Peter Grimes op. 12 ● F. Schubert: Impromptu für Kla- des anderen. Ein Info-Kasten mit dem Hinweis: „Österreich: 2,17 Eu- 9.05 RADIOKOLLEG (mit Luciano Pavarotti, Gundula Janowitz, vier Nr. 4 in As-Dur op. 90 ● F. Schubert: ro pro Minute“ läuft den Flügelschwung des etwas verlegener bli- „Wissenschaft kommunizieren.“ (4). (9.30) Joan Sutherland, Simon ONeill u. a.) Symphonie Nr. 3 in D-Dur DV 200 ● J. Ch. „Sri Lanka.“ (4). (9.45) „Hinter den Kulis- 21.00 IM GESPRÄCH Bach: Konzert für Cembalo und Orches- ckenden Engels entlang. Ein faszinierender Anblick, der den Zuse- sen.“ (4) „Je mehr sich Frauen emanzipieren, des- ter in D-Dur op. 1 Nr. 6 ● L. Boccherini: her unweigerlich in seinen Bann zieht. Egal, ob er Sarina (Enkelin ei- 10.05 KONZERT AM VORMITTAG to entbehrlicher fühlen sich viele Männer.“ Quintett Nr. 16 für Oboe u. Streicher in Alte Musik im Konzert. „Reich und Schön: Michael Kerbler spricht mit Walter Holl- A-Dur op. 55 Nr. 4 G.434 ● R. Schumann: ner großen Hellseherin aus Berlin – hat sie selbst gesagt!) glaubt, La Nueva Espana.“ Conjunto de Música stein, Soziologe und Männerforscher. Wenn ich ein Vöglein wär, op. 43 Nr. 1 oder nicht. Eine Fügung des Schicksals also, dass nicht das Ansehen, Antigua Ars Longa, L., Sopran und Block- 22.15 RADIOKOLLEG ● A. Vivaldi: Concerto Konzert für 2 Violi- sondern nur das Anrufen 2,17 Euro pro Minute kostet. Zu viel späte- flöte: Teresa Paz. Werke von P. Bermú- 23.03 ZEIT-TON nen, Streicher und B.c. in D-Dur RV 511 dez, H. Franco, G. Fernándes u. a. „R. Murray Schafer.“ ● J. S. Bach: Contrapunctus II ● J. S. rer Stunde dieses Raum-Zeit-Kontinuums, in dessen Sog der Zap-Fin- 11.40 TERRA INCOGNITA – 0.08 DIE Ö1 KLASSIKNACHT Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 5 ger auf der Fernbedienung wie gelähmt verharrt, enthebt sich Sarina GRAN CANARIA G. Butterworth: The Banks of Green Wil- in D-Dur BWV 1050 ● F. Kreisler: Tam- Benito Perez Galdos: „Das Phantom der low/Potpourri von englischen Volksliedern bourin chinois – für Violine und Klavier zwar schließlich selbst jeglicher Glaubwürdigkeit. Indem sie auf die Kathedrale von Las Palmas.“ Aus dem ● E. Elgar: Konzert für Cello und Orches- ● A. Bruckner: Erinnerung in As-Dur – Frage der Anruferin Manuela „Wie geht es meiner Mutter?“ meint: Spanischen von Gerta Neuroth. Es liest ter in e-Moll op. 85 ● Sir A. Sullivan: Vor- für Klavier ● P. I. Tschaikowsky: Serena- „Sie wurde in der geistigen Welt von drei Personen, die es gut mit Karl Menrad. lage: W. Shakespeare: The Merchant of de für Streichorchester in C-Dur op. 48 13.00 Ö1 BIS ZWEI Venice – Suite aus der Bühnenmusik ● J. ● H. Purcell: Ouvertüre aus „From Hardy ihr meinen, erwartet.“ Und Manuela schluchzt: „Aber die Mama lebt 13.55 WISSEN AKTUELL Joachim: Variationen für Violine und Or- Climes“, Z. 325 ● D. Scarlatti: Sonate ja noch!“ (Tja, was man nicht vor dem hellseherischen Auge hat, hat 14.05 VON TAG ZU TAG chesterbegleitung in e-Moll ● J. Brahms: Toccata für Cembalo in d-Moll K 141 ● A. 14.40 MOMENT – LEBEN HEUTE Sonate für Klarinette und Klavier in Es- Vivaldi: Konzert für Cello, Streicher und man in den langen Fingernägeln. . .) Zu diesem Zeitpunkt ist das 14.55 RUDI! RADIO FÜR KINDER Dur op. 120 Nr. 2 ● J. J. Raff: Symphonie B.c. in h-Moll RV 424 ● W. A. Mozart: aber bereits egal: Besitzt Sarina doch die Gabe, einen von Kanal zu 15.05 APROPOS KAMMERMUSIK Nr. 8 in A-Dur op. 205 ● C. Schumann: Symphonie Nr. 16 in C-Dur KV 128 ● J. Kanal springenden Zuseher endlich zu fesseln. Und das ist in Anbe- Ph. Glass: Streichquartett Nr. 5. Drei Romanzen für Klavier, op. 21 ● F. Haydn: Sonate für Klavier Nr. 47 in h-Moll 16.00 MENSCHENBILDER Mendelssohn Bartholdy: Konzert für Hob.XVI/32 ● J. Haydn: Symphonie tracht der CSI-Miami-Serien, Promi-Talkshows und Talente-Wettbe- „Die große Häfenelegie“ – der Schauspie- Violine und Orchester in e-Moll op. 64 ● L. Nr. 93 in D-Dur Hob.I: 93 ● W. A. Mozart: werben wahrlich zauberhaft. Petra Tempfer ler und Regisseur Herwig Seeböck. Cherubini: Quartett für Streicher Nr. 1 in Nr. 14: Andante für Klavier KV 150 medienkritik@wienerzeitung.at

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